1. Sept.
Ein unsympathischer Held mit diabolischem Charme
Rating:5

Ein unsympathischer Held mit diabolischem Charme

Johannes Cabal, seines Zeichens Totenbeschwörer, verkauft einst seine Seele an den Teufel – nur um Jahre später festzustellen, dass Seelenlosigkeit sich im Alltag als eher hinderlich erweist. Der Deal zur Rückgewinnung ist ebenso absurd wie herrlich: Innerhalb eines Jahres soll er hundert Seelen sammeln, und dafür erhält er seine eigene zurück. Das klingt nach einer makabren Ausgangslage, und genau das ist es auch. Johannes Cabal ist kein sympathischer Protagonist – und gerade das macht seinen Reiz aus. Mal hofft man, er möge Erfolg haben, nur um im nächsten Moment von seinen Entscheidungen wieder derart vor den Kopf gestoßen zu werden, dass man ihn ohne schlechtes Gewissen dem Teufel zurückgeben würde. Besonders stark sind die Nebenfiguren. Sie fügen sich so mühelos in die Handlung ein, dass man nie das Gefühl hat, hier würde jemand künstlich Tiefe aufgeklebt bekommen. Alles wirkt organisch, witzig und mit dem richtigen Maß an Skurrilität. Der Schreibstil erinnert deutlich an Terry Pratchett: bissig, verspielt, mit einem Sinn für groteske Absurditäten. Für mich war genau das damals der Grund, das Buch zu kaufen – und ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil: Es war ein herrlich schräges, wunderbar unterhaltsames Leseerlebnis. Wer also humorvolle Fantasy mit morbider Note sucht – ein Hauch Pratchett, dazu Totenbeschwörung, Seelenhandel und ein Jahrmarkt, der mehr Schauder als Zuckerwatte bietet – wird hier bestens bedient.

Johannes Cabal - Seelenfänger
Johannes Cabal - Seelenfängerby Jonathan L. HowardGoldmann
27. Feb.
Rating:3.5

Schräg😂 3,75⭐️ Johannes Cabal hat einst dem Teufel seine Seele überlassen, um seinen wissenschaftlichen Forschungen zum Thema „Tod“ besser nachgehen zu können. Jetzt hätte er aber gerne seine Seele zurück. Natürlich rückt der Teufel diese nicht einfach wieder heraus. Daher schließen sie einen Pakt: Wenn es Cabal gelingen sollte, 100 Personen zu finden, die per unterschriebenem Vertrag ihre Seele an die Hölle abtreten, erhält er seine eigene Seele zurück. Um das Vorhaben zu unterstützen, erhält er vom Teufel einen „fahrenden Jahrmarkt“. Dieses Buch ist wirklich schräg. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber irgendwie auf jeden Fall etwas anderes😂. Es hat ein bisschen gedauert, bis mich die Geschichte mitgenommen hat, aber dann war es schon eine kuriose Reise mit dem fahrenden Jahrmarkt, der mir eine Menge Spaß beschert hat.

Johannes Cabal - Seelenfänger
Johannes Cabal - Seelenfängerby Jonathan L. HowardGoldmann
3. Okt.
Rating:4

Johannes Cabal hat seine Seele an den Teufel verkauft, um Nekromant zu werden. Jetzt möchte er sie zurück und geht deshalb eine Wette mit Satan ein: Wenn er es schafft, innerhalb eines Jahres 100 andere Seelen zu sammeln, bekommt er sie wieder. Und weil das immer noch ein bisschen zu normal ist, stellt der Teufel ihm als Hilfestellung einen dubiosen Jahrmarkt zur Verfügung, während Cabal seinen Bruder Horst, einen unpraktischerweise ziemlich moralischen Vampir, zur Unterstützung anheuert, weil – hey, warum nicht, es ist einfach diese Art von Geschichte. Mir wurde das Buch empfohlen, als ich nach etwas gefragt habe, dass anders ist als die ca. 90% der Bücher mit "erwachsenen" Charakteren, die ich immer in der Buchhandlung sehe, und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist nicht nur anders, sondern komplett merkwürdig – auf die beste Art. Wie merkwürdig, fällt einem nach einer Weile dann erst wieder auf, wenn man vesucht, jemandem zu erzählen, um was es geht oder was gerade passiert, weil jedes verrückte Detail und jede absurde Wendung trotzdem einfach in die ganze Handlung passt. Auf jeden Fall: unterhaltsame Charaktere, humorvoll trotz (oder vielleicht gerade auf Grund?) der Thematik, und ich werde vermutlich auch noch die weiteren Teile lesen, auch wenn dieser hier sich in sich geschlossen anfühlt und auch sehr gut alleine stehen kann.

Johannes Cabal - Seelenfänger
Johannes Cabal - Seelenfängerby Jonathan L. HowardGoldmann