5. Nov.
Rating:4

Mina Hepsen's Auftaktband zur Dark Romantic-Fantasy Reihe Unsterblich beginnt 1678 mit einem Eintrag eines Chronisten, in dem die schrecklichen Verluste der Vampirrasse durch gezielte Anschläge vermerkt, und die Überlebenden hoffnungsvoll erwähnt werden. Für mich war das ein ganz klarer Hinweis, dass es spannend werden sollte. Die Geschichte geht dann im Jahre 1871 mit Prinzessin Angelica Belanow weiter. Einer jungen Frau, die für ihre Zeit eher weniger tugendhaft ist, sich spaßige Wortgefechte mit ihrem jüngeren Bruder Mikail liefert und lieber in der Gesellschaft von Büchern ist, statt in der von Menschen - weshalb sie über einen unerschöpflichen Schatz an Ziataten verfügt. Ihr Bruder möchte sie gerne verheiraten, was für Angelica absolut nicht in Frage kommt. Denn sie verfügt über eine Gabe, die sie jeden Mann in ihrer Nähe sofort durchschauen lässt. Zeitgleich tritt Prinz Alexander Kourakin in ihr Leben und sie erfährt etwas für sie völlig wunderbares. Sie ist nicht die einzige Person, die Gedanken lesen kann - er kann es auch. Was Angelica nicht weiß: Er ist ein Vampiroberhaupt und eigentlich nur in London um einen Vampir zu jagen, der die Existenz aller Vampire gefährdet. Der Einstieg in die Geschichte war leicht. Durch Angelica's offene, herausfordernde Art fühlte ich mich wohl und das Geplänkel mit ihrem Bruder fand ich erfrischend. Die Botschaft war klar: Hier ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die ihre Intelligenz zügeln muss, aber sich ungern an die Leine legen lässt. Im weiteren Verlauf gab es deshalb noch Szenen, bei denen ich am liebsten applaudiert hätte. Zunächst ist Angelica's Leben im Mittelpunkt. Die Beziehung zu ihrem Bruder und ihrer Tante, ihre Lebenseinstellung, Vorlieben und natürlich die gesellschaftlichen Anlässe. Das im Hintergrund der Geschichte der sogenannte Bluträuber Frauen schlächtet, wird weniger thematisiert. Erst als man mehr über die Vampire und im besonderen Alexander erfährt, lichtet sich die Dunkelheit und die Geschichte nimmt einen deutlichen Spannungbogen, die noch eindrucksvoller wird, als Angelica mit der Vampirwelt in Berührung kommt. Der Leser wird über die Verhaltensweisen der Vampire aufgeklärt und ich fand es schon ziemlich beeindruckend. Besonders der kühle Alexander mit dem stechenden Blick hat es mir dabei angetan. Die Liebesgeschichte ist irgendwie forsch, baut sich nur sehr langsam auf und wirkt erzwungen. Was aber wohl an den Pflichten beider Protagonisten liegt und eine gemeinsame Verbindung unmöglich macht. Für mich war es mal was neues und eigentlich passte es genau zur restlichen Geschichte. Am Ende legt die Geschichte jedoch so schnell an Tempo zu, dass ich die Entwicklungen kaum noch verdauen konnte und ich musste die Geschehnisse einfach so hinnehmen. Den Charakteren blieb keine Möglichkeit darüber nachzudenken, also kann es der Leser auch nicht. Solche abrupten Enden mag ich nicht. "Unsterblich wie die Nacht" hat die typischen Merkmale eines Vampirromans zu bieten: Unwissende Menschen, deren Welt plötzlich auf den Kopf gestellt wird, starke und charismatische Vampire - gute wie böse, die einander jagen und herausfordern, blutige Geschichten und Rituale, die nochmal verdeutlichen, was die Vampire darstellen. Die Protagonisten machen es einem leicht in die Geschichte zu finden und die Autorin schreibt spannungsvoll und setzt Emotionen geschickt und nicht übermäßig ein. Eine kühle Vampirliebesgeschichte, dessen Feuer man jedoch nicht unterschätzen darf.

Unsterblich wie die Nacht
Unsterblich wie die Nachtby Mina HepsenGoldmann
9. Okt.
Rating:3

"Unsterblich wie die Nacht" ist der Auftaktroman der "Unsterblich"-Reihe und lag schon eine Weile auf meinem SuB. Das Cover ist nicht meins. Ich finde es weder schön noch wirklich ansprechend. Am schlimmsten finde ich dieses künstliche Blutrinnsal am Mund der abgebildeten Dame. In meinen Augen 6, setzen. Dieser Roman beinhaltet zwei Protagonisten, einen weiblichen, einen männlichen. Prinzessin Angelica Belakow ist eine ehe untypische Adelsdame. Sie ist gebildet, liebt Bücher und Musik über alles und benutzt immer ihren eigenen Kopf zum denken. Prinz Alexander Kourakin ist der geheimnisvolle Vampir. Er lässt sich nicht so leicht in seine Karten gucken und ist generell sehr schwer einschätzbar. Natürlich gibt es auch wieder einige Nebencharaktere. Prinz Mikhail Belakow ist Angelicas jüngerer Bruder. Ein bisschen verschmitzt und unheimlich charmant. Kiril ist Alexanders treuer Begleiter, auch wenn er eher als Aufpasser ins Sichtfeld rückt. James ist der Clan-Herrscher, zusammen mit seiner Frau Margaret. Und beide sind wirklich sympathisch und immer um das Wohl ihres Volkes besorgt. Joanna ist vom selben Charakterzug wie Angelica, und somit ist es auch kaum verwunderlich, dass sie sich schnell zur guten Freundin ebendieser mausert. Mina Hepsens Schreibstil fand ich persönlich eher langweilig und wenig spannend. Es gibt keine genauen Beschreibungen, die die Fantasie des Leser anregen, geschweige denn ist er sonderlich fesselnd. Die Story-Idee an sich hat mir gefallen, nur hat es an der Umsetzung gehapert. Das Ganze beginnt schon damit, dass der Roman im Jahre 1871 spielt, was man aber weder am Schreibstil, noch an den Charakteren merkt. Einzig und allein die Beschreibung der Kleidung gibt uns einen Hinweis. Find ich wirklich schade, denn so hatte ich dennoch die ganze Zeit das Gefühl mich im Jahre 2014 zu befinden. Im Groben umrissen, geht es um eine menschliche Dame, nämlich Angelica, die ihre ganz eigenen Probleme hat, und den Vampir Alexander, der auch seine Probleme hat. Und dann lernen sie sich kennen. Leider gab es immer wieder Sprünge zwischen den einzelnen Kapitel, die den Leser irgendwie sehr verwirren. Und auch innerhalb der Kapitel kommt es gerne zu Sprüngen zwischen Sichtweisen von Angelica und Alexander, was den Leser noch zusätzlich verwirrt. Generell ist der Roman eine nette Unterhaltung, mehr aber auch irgendwie nicht. Ich konnte mich weder mit den Charakteren wirklich anfreunden, von denen ich für meinen Geschmack eh viel zu wenig erfahren habe, noch hat mich der Schreibstil in irgendeiner Weise begeistert. Und auch die Spannung blieb irgendwie mehr oder minder auf der Strecke und man hechelt quasi schon danach, dass endlich mal irgendwas wirklich spannendes passiert. Ich war unendlich froh, dass es zumindest am Ende noch einmal spannend geworden ist! Der Cliffhanger ist somit ebenfalls spannend, und macht, obwohl man das Buch die meiste Zeit so "lala" fand, lust auf den nächsten Band. Fazit: Ein durchaus durchwachsener Roman, der den Leser zwar unterhält, aber nicht wirklich fesselnd ist. Der Cliffhanger, und auch die letzten 30 Seiten, haben aber noch einmal einiges wett gemacht und die Spannung deutlich gesteigert.

Unsterblich wie die Nacht
Unsterblich wie die Nachtby Mina HepsenGoldmann
9. Feb.
Rating:3

Mina Hepsen geht mit ihren ersten richtigen Roman in die Schiene der Vampire, wer nun denkt wieder eine Vampirstory den kann ich nur halb zustimmen. Es wird super gut getan, die Vampire tauchen nicht auf in dem Sinne 'Tada da bin ich' nein man erfährt nach und nach erst wer ein Vamp ist und wer nicht. Die Geschichte über Angelica und Alexander ist nicht so eine Story wo Frau Mann gleich total liebt und blink und glitzer, im Gegenteil die Beiden haben einen steinigen weg vor sich. Angi kann Gedankenlesen und wird fast Wahnsinnig vor den Stimmen und bei einen treffen mit Alexander zeigt dieser ihr wie sie die Stimmen in Zaum halten kann. Nach und nach treffen die beiden sich zufällig und ein leichter Faden von einer Bindung entsteht, nach und nach festigt der sich. Gerade als Sie das Geheimnis der Vampirclans erfährt nimmt Alexander die Gute unter seinen Schutz und Angi verliebt sich nach und nach in ihm. Immer wieder wird von den Auserwählten gesprochen die die Vampire suchen um endlich eine neue Ära der Vampirsorte zu zeugen. Die Situation spitzt sich immer mehr zu den ein Vampir tötet Menschen und genau der muss aufgehalten werden und die Vampirclans nehmen die Jagd auf und das Buch bleibt immer spannend. Leicht zu lesen und mit Humor kommt man mal anders in die Vampirwelt und bekommt einige Überraschungen geboten.

Unsterblich wie die Nacht
Unsterblich wie die Nachtby Mina HepsenGoldmann