„Card Blanche“ von Jeffery Deaver ist ein solider, moderner Bond-Roman, der zwar unterhaltsam ist, aber wenig Überraschungen bietet. Für Fans leichter Agenten-Action und Bond-Neulinge durchaus lesenswert.
Ich habe „Card Blanche“ von Jeffery Deaver gelesen, weil ich schon immer ein Faible für James Bond hatte, egal ob als Filmfigur oder in den alten Romanen. Lange Zeit habe ich mich mit der Reihe nicht mehr beschäftigt. Als ich gehört habe, dass Deaver Bond ins 21. Jahrhundert holt, war ich echt neugierig, wie das wohl funktionieren würde. Gleich vorweg, das Buch hat mich solide unterhalten. Die ersten Kapitel ziehen einen direkt rein, und ich mochte, wie Deaver moderne Technik und aktuelle Themen einbaut. Die Schauplätze sind wie gewohnt abwechslungsreich und die Action kommt definitiv nicht zu kurz. Für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa oder einen langen Zugfahrt ist „Card Blanche“ auf jeden Fall geeignet. Trotzdem muss ich ehrlich sagen, die ganz großen Überraschungen blieben für mich aus. Ich hatte oft das Gefühl, schon zu wissen, wie Bond reagieren wird oder wie sich die Handlung entwickelt. Das war zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht besonders aufregend. Bond bleibt hier der klassische, coole Agent, charmant, tough, aber eben auch ein bisschen vorhersehbar. Die anderen Figuren sind solide, aber keiner ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben. Gut gefallen hat mir, dass das Buch leicht zu lesen ist und man schnell vorankommt. Ich musste nicht groß nachdenken oder mich anstrengen, sondern konnte einfach abschalten und die Action genießen. Für eingefleischte Bond-Fans, die auf etwas ganz Neues hoffen, könnte das Buch vielleicht zu wenig bieten. Aber wenn man einfach Lust auf einen modernen Agentenroman hat, ist „Card Blanche“ absolut okay. Ich glaube, dass das Buch für Bond-Neulinge oder Gelegenheitsleser gut geeignet ist. Man braucht kein Vorwissen und kann der Geschichte problemlos folgen. Im Vergleich zu den alten Fleming-Romanen oder anderen Fortsetzungen bleibt Deaver eher auf der sicheren Seite, aber das muss ja nicht schlecht sein. Mein Fazit, „Card Blanche“ ist für mich ein solider, moderner Bond-Roman, der Spaß macht, aber keine neuen Maßstäbe setzt. Ich habe mich unterhalten gefühlt, aber es war eben auch nichts, was mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Deshalb gibt’s von mir faire 3 Sterne.
