Kritik an Israel ist in Deutschland als Land des Holocaust so eine Sache. Lange wurde alles direkt als Antisemitismus gebrandmarkt, erst seit dem genozidalen Vorgehen im Gazastreifen in den letzten beiden Jahren ist ein Tabubruch spürbar.
Wie es so weit kam, warum es wichtig ist, zwischen Judentum, Israel und Zionismus (und selbst hier zwischen den Ausprägungen davon) zu unterscheiden, und vor allem: wie Israel seit Jahrzehnten am laufenden Band Völkerrecht bricht, Palästinenser entrechtet, unterdrückt, vertreibt und schlimmeres sowie die geopolitischen Verstrickungen, darüber schreibt der Autor hier mal ganz ohne "Staatsräson"-Brille.
Für mich sind viele der Themenbereiche Neuland und teils auch zu viel aufs Mal gewesen, um sie alle einordnen zu können (warum ich das Buch auch nicht bewerten möchte); dennoch habe ich ein klareres Bild über Nahost und den Bezug zum Westen, also letztendlich uns selbst, bekommen. Man bekommt auch ohne viel Vorwissen etwas mit.
Ein starkes Werk von einem starken Autoren.
Ein gut recherchiertes Buch mit einer nachwirkenden Botschaft.
Eine absolute Pflichtlektüre für alle, die sich in Sachen Nahost- Konflikt und Israel weiterbilden und den eigenen Horizont erweitern wollen.
Das Werk stellt einen notwendigen Gegenpol zur sowohl wahrgenommenen als auch in großen Teilen tatsächlich vorherrschenden einseitigen Berichterstattung über die zu Grunde liegende Thematik dar.
In dessen entschiedenen Widerspruch zum vorherrschenden politischen Mainstream kann dieses Werk gleichzeitig als Triumph der Meinungs- und Pressefreiheit bezeichnet werden.
Eine besondere Empfehlung zur Lektüre dieses Buches ließe sich insbesondere an das politische Establishment aussprechen.
Hinsichtlich des Inhalts kann ich mich den zuvor verfassten Rezensionen zu diesem Werk in fast allen Teilen anschließen.
Eine abschließende Warnung sei dennoch genannt:
Dieses Buch ist erstens nicht für sanfte Gemüter und Menschen gedacht, die nicht bereit sind ihre eigenen Ansichten kritisch zu hinterfragen.
Zweitens erscheint es als empfehlenswert, sich im Voraus mit der Thematik zu beschäftigen, da die im Anhang beigefügte Chronologie meiner Meinung nach nicht ausreicht, um dieses Werk in seinem ganzen Umfang nachvollziehen zu können.
Michael Lüders’ Buch "Krieg ohne Ende? Warum wir für Frieden im Nahen Osten unsere Haltung zu Israel ändern müssen" ist nichts weniger als ein Weckruf. Es ist die Art von Lektüre, die einen mit der unbequemen Frage zurücklässt: Was genau habe ich eigentlich all die Jahre über den Nahostkonflikt gewusst? Und, viel wichtiger, warum habe ich mich mit so wenig zufrieden gegeben?
Lüders ist ein Analyst von selten anzutreffender Schärfe, ein Nahost-Experte, der keine Scheu hat, politische Narrative auseinanderzunehmen, selbst wenn sie liebgewonnene Gewissheiten infrage stellen. In einer Zeit, in der öffentliche Diskurse mehr denn je polarisiert sind, liefert Lüders eine faktenreiche, gut recherchierte und dennoch fesselnde Analyse eines der komplexesten Konflikte unserer Zeit.
Mit sicherem Gespür für historische Zusammenhänge legt er die Entwicklung des Zionismus offen – von der Idee eines sicheren Zufluchtsortes für das jüdische Volk bis zur brutalen Realpolitik der Enteignung und Marginalisierung der Palästinenser. Was Lüders hier leistet, ist keine oberflächliche Schuldzuweisung, sondern eine tiefgehende Untersuchung der geopolitischen Dynamiken, die den Nahostkonflikt seit Jahrzehnten am Köcheln halten. Man spürt auf jeder Seite, dass Lüders seine Fakten kennt – und sich auch nicht davor scheut, unbequem zu sein.
Ein besonderer Coup ist sein Umgang mit der deutschen Staatsräson. Lüders entlarvt die oft beschworene "Solidarität mit Israel" als eine Mischung aus geschichtlicher Schuld und geopolitischem Kalkül. Seine These, dass Deutschland hier weniger aus moralischen Gründen als aus Eigeninteresse handelt, mag für einige Leser schwer zu schlucken sein. Doch die Argumentation ist überzeugend und zeugt von einem Mut, der in der heutigen publizistischen Landschaft Seltenheitswert hat.
Und dann ist da noch die Sprache. Oh, die Sprache! Klar, präzise und dabei wunderbar anschaulich. Lüders schafft es, komplexe Sachverhalte so darzustellen, dass sie auch für Leser ohne vertiefte Kenntnisse des Themas nachvollziehbar sind. Er schreibt nicht für ein akademisches Publikum, sondern für jeden, der bereit ist, sich auf ein anspruchsvolles Thema einzulassen. Gleichzeitig bleibt er nie oberflächlich, sondern bohrt tief – sehr tief.
Was bleibt, ist ein Buch, das provoziert, inspiriert und nicht zuletzt dazu beiträgt, die eigene Haltung zum Nahostkonflikt zu hinterfragen. Michael Lüders hat hier ein Werk vorgelegt, das in keiner ernstzunehmenden Debatte über den Nahen Osten fehlen darf. Für alle, die genug von den platten Narrativen haben und endlich eine fundierte, nuancierte Analyse suchen, ist "Krieg ohne Ende" ein absolutes Muss. Das ist Journalismus auf höchstem Niveau, und ich kann nur sagen: Lest dieses Buch. Jetzt.
Sehr aufschlussreich, top recherchiert, jedem zu empfehlen, der sich für interessiert und den die aktuelle Politik Deutschlands/USA/Israel beunruhigt. Klare Sache, wer im Recht liegt, danke an Herrn Lüders für dieses Buch.
Ich bin geschockt, wütend und traurig. Manches Mal hätte ich das Buch vor Wut und Trauer gegen die Wand schmeißen mögen. Hier erfährt man ohne Umschweife worum es in diesem Krieg wirklich geht. Man fängt an nachzudenken. Man merkt wie man von den Medien belogen wird. Ich bin schockiert was alles verheimlicht wird. Es ist keine leichte Lektüre aber wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte dem lege ich dieses Buch wärmstens ans ❤️ und nein. Es geht hier nicht drum nur eine Seite zu beleuchten. Oder eine Seite in Schutz zu nehmen
Brauchte länger als üblich für 370 Seiten. Müsste eigentlich Standardlektüre sein in Deutschland um den Wahnsinn den dieses Land seit 80 Jahren unterstützt zu verstehen. Wie wenig ich über die Hintergründe der "Staatsbildung" Israels wusste ist anhand der tausenden von Stunden Nationalsozialismus in der Schule beachtlich.
Besonders der Beginn war gut lesbar, je komplexer es wurde desto langsamer musste ich dann natürlich lesen. Wann wacht Deutschland aus diesem Alptraum auf, der schon so früh begonnen hat? Es ist immer wieder schockierend zu lesen wie lange vor 1948 Zionisten schon menschenverachtende Taten in Pälastina geplant haben. Deutschland macht sich weiterhin zum Mittäter und unterstützt aus falscher Solidarität nun einen Genozid der ehemaligen Opfer welche zu Ultrarechten geworden sind. Psychologische Täter-Opfer-Umkehr at its best.
Das Buch ist also sehr empfehlenswert und einfach zu lesen auch für nicht Politik bewanderte.
Um der Rassistin Golda Meir zu widersprechen: "Juden haben nach dem Holocaust eben NICHT das Recht alles zu tun was sie wollen" und "Araber sind keine Tiere." Ich bin schockiert das so etwas in den 40ern ausgesprochen wurde und durfte. Nach dem Holocaust der neue Holocaust....