28. Juni
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Rating:4

Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Maurice und Maralyn, welche in den 70er Jahren mit ihrer Yacht von England aus aufbrechen, um die Welt zu umsegeln. Auf dem Pazifik wird ihr Boot von einem Wal gerammt und sinkt. Das Paar harrt 118 Tage auf offener See in seiner Rettungsinsel aus, bis es endlich gerettet wird. Erzählungen auf Schiffen faszinieren mich und so habe ich auch das unglaubliche Schicksal von Maurice und Maralyn sehr interessiert verfolgt. Gerne hätte ich die Reiseziele bildhafter verfolgt und eine engere Bindung zu den beiden aufgebaut. Jedoch wäre dies wahrscheinlich dann reine Fiktion der Autorin gewesen. Sophie Elmhirst hat die Geschichte des charakterlich sehr eigenen Paares anhand bereits bestehender Zeitungsartikel, Interviews, Briefe und eines Sachbuches neu als Roman zusammengestellt. Daher bleibt es an einigen Stellen eher sachlich und auch die speziellen Charaktere von Maurice und Maralyn lassen wenig Wärme zu. Trotzdem ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Man erfährt viel über die Widrigkeiten und gleichzeitig die Schönheit des Ozeans und seiner Bewohner. Zudem zeigt es wie bedeutsam eine Beziehung für jeden Mensch ist.

Maurice und Maralyn
Maurice und Maralynby Sophie ElmhirstGoldmann
4. Feb.
Rating:3

Ein Aufbruch hat immer etwas Klärendes, doch an Bord eines Bootes wird er besonders deutlich. Im einen Moment liegt man noch vertäut im Hafen, im nächsten schon nicht mehr. Man ist noch verbunden mit Land und Leuten, dann löst sich die Verbindung. Aufbrechen basiert auf zwei Kräften: Eine zieht uns dorthin, wo wir hinfahren oder meinen hinzufahren, die andere schiebt uns fort von dem, was wir zurücklassen oder meinen zurückzulassen. Während sie so dahinsegelteb, wurde Maurice klar: Ihr altes Leben endete, ein neues begann . Er war frei. - Zitat, Seite 47 Als die britische Journalistin Sophie Elmhirst zu einem Artikel über Menschen, die sich dafür entscheiden, auf dem Wasser zu leben, recherchierte, stieß sie auf die Geschichte des Ehepaares Bailey, die im Jahr 1973 einen Schiffbruch ihres Segelbootes erlitten und es schafften alleine im Pazifik zu überleben, bis sie schließlich über 100 Tage später gerettet wurden. Die Autorin entschied sich dafür, dieses vergessene Abenteuer in Form einer Biografie, also einem Sachbuch, neues Leben einzuhauchen und verwendete für ihr Wer hauptsächlich Quellen bzw. Bücher der Baileys: "117 Days Adrift", "Second Chance: Voyage to Patagonia", "The Galley Handbook" und "When the water becomes still". Auch Tagebuchaufzeichnungen von Maralyn Bailey, die darin zum Beispiel beschreibt, wie sie Spielkarten aus Papier bastelt oder sagenhafte Menüpläne für die Gesellschaften an Land plant, fließen in den Text ein. Vielleicht ist es dem Umstand geschuldet, dass es sich bei dem Ehepaar Bailey um eher pragmatische und nüchterne Naturen handelte, dass sich dieses doch so dramatische Abenteuer auf dem offenen Meer so unspektakulär und fast wie eine meditative Übung fürs Überleben anfühlt. Natürlich ist der sachliche Ton dem Genre angemessen und vielleicht wäre die Geschichte als Roman erzählt, ganz anders beim Lesenden angekommen. Aber so wirkt der Bericht doch seltsam verhalten, fast schon zu zivilisiert für die geschilderte Ausnahmesituation. Interessant aus heutiger Sicht ist sicherlich das damalige Medieninteresse an diesem Ereignis. Hier hätte sich natürlich auch ein Vergleich angeboten, wäre so ein spektakuläres Abenteuer heutzutage eingetreten. Dieser Vergleich findet im Buch nicht statt, aber wenn berichtet wird, dass Maralyn Bailey in ihrer Heimat bei einer Quizshow auftrat, bei der die Teilnehmer durch Fragen herausfinden mussten, welche der vorgestellten Damen tatsächlich die wahre Person hinter der Schiffbruchgeschichte ist, erkennt man deutlich den Wandel der Zeit. Heutzutage würde jeder das Gesicht von Maralyn Bailey kennen! FAZIT Obwohl ich fiktive oder wahre Geschichten liebe, die auf hoher See spielen, konnte mich dieser Bericht nicht abholen. Dabei ist die Ausgangslage phänomenal: ein hoffnungsvolles Paar segelt in sein eigenes Abenteuer, als das Boot unglücklich von einem riesigen Potwal gerammt wird und die zwei Menschen müssen sich in einer kleinen Rettungsinsel gegenseitig am Leben halten! Aber emotional hat mich die Lektüre nicht berührt und ich konnte keine Verbindung zu den Titelfiguren herstellen. Als Biografie ist dieses Buch jedoch ganz solide geschrieben, wobei der Schwerpunkt hier eher auf dem Ehemann, Maurice, liegt, der seine jüngere Ehefrau doch um einige Jahre überlebt hat. Eingeschränkt empfehlenswert.

Maurice und Maralyn
Maurice und Maralynby Sophie ElmhirstGoldmann