31. Dez.
Rating:4

Die Geschichte von Bisrat Negassi geht ziemlich unter die Haut. Wir lernen sie als kleines Mädchen kennen und erfahren, wie sie aus ihrer Heimat Eritrea fliehen musste. Zunächst bleibt sie mit ihrer Familie innerhalb Afrikas und sie findet Freund*innen und Kontakt zu vielen anderen Geflüchteten. Ihr Vater hat sich von der Familie getrennt, um woanders eine sichere Heimat zu findet. Eines Tages holt er sie alle nach Deutschland. Und in Deutschland wird Bisrat zum ersten Mal mit Rassismus konfrontiert. Eine Klassenkameradin lädt sie zu sich ein. Doch statt das Bisrat herzlich die Gastfreundschaft der Deutschen kennenlernt, wird sie Opfer widerlicher „zur-Schau-Stellung“. Ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben soll. Denn Bisrat sitzt da und wird von allen angefasst, begutachtet und „ausgestellt“. Und während diese Familie zu Mittag isst, bleibt das irritierte Mädchen einfach im Flur sitzen. Ohne Essen oder Trinken. Danach wird sie wieder weggeschickt. Was dieses Verhalten soll, hab ich nicht verstanden. Also das Verhalten der deutschen Familie. Und während sie das einzige schwarze Kind in der Schule ist, landet ausgerechnet der einzige Skinhead in ihre Klasse. Plötzlich aber hat dieser Junge weitere, die sich so anziehen wie er, auf seiner Seite. Das Buch hat mich zutiefst bewegt und auch geschockt. Es waren vielleicht andere Zeiten so in den 1980ern. Aber das gibt den Menschen noch lange nicht das Recht, so mit einem Kind umzugehen. Doch Bisrat Negassi zeigt Mut und als sie sieht, wie ein Mädchen von anderen quasi gejagt und verspottet wird, baut sie sich förmlich vor ihnen auf und beschützt das Mädchen vor den anderen. Da ich mich selbst wenig mit Mode beschäftige, kannte ich Bisrat Negassi vorher nicht. Ich bin aber froh, ihre Geschichte gelesen zu haben. Ein Weckruf in so vieler Dingen. Wir begleiten sie weiterhin nach Paris und anderen Orten und erfahren, wie ihr Leben mittlerweile aussieht. __ Allerdings hatte ich auch Schwierigkeiten mit dem Schreibstil zu Beginn. Es hat lange gedauert, bis ich ins Buch gefunden habe und danach konnte ich teilweise nur wenige Seiten oder ein Kapitel pro Tag lesen.

Ich bin
Ich binby Bisrat NegassiGoldmann