"Mein Leben nach der Todeszelle" von Damien Echols ist ein sehr bewegendes Buch, welches schonungslos und ohne falsche Rücksichtnahme den Alltag in einem Gefängnis in der USA schildert. Damien Echols schreibt ehrlich über seine Kindheit und seine Jugend, was mich sehr berührt hat. Er versucht gar nicht, Dinge zu beschönigen und spricht direkt über gesellschaftliche Tabu-Themen wie Selbstmord, psychische Gesundheit und Belastungen, Alkohol- und Drogenkonsum, sowie Misshandlungen und Mord. Ich bewundere es auch sehr, wie er gänzlich ohne Frust über den furchtbaren Justizirrtum und das viele Unrecht, das ihm angetan wurde, schreibt. Sein Schreibstil ist sehr angenehm und einfach zu lesen, anfangs war ich etwas irritiert von den vielen Zeitsprüngen innerhalb seiner Erzählung, daran habe ich mich später allerdings gewöhnt. Ein bisschen schade finde ich, dass im Buch sehr wenig über den Grund berichtet wird, warum Damien und seine Freunde verhaftet wurden. Ich kenne den Fall der West Memphis Three aus vielen True Crime Podcasts, trifft das aber auf andere Lesende nicht zu, kann schon oft die Frage auftreten, warum wurden die drei eigentlich verhaftet und warum bekam Damien die Todesstrafe und die anderen nicht? Diese Themen hätten vielleicht noch behandelt werden können. Alles in allem aber ein gutes Buch mit angenehmen Schreibstil, das schonungslos über die Verhältnisse in den Gefängnissen der USA und über einen Justizskandal aus der Sicht der wirklich betroffenen Personen berichtet.
19. JuniJun 19, 2025
Mein Leben nach der Todeszelleby Damien EcholsGoldmann

