20. Apr.
Rating:2.5

Literarisch meisterhaft, aber leider auch langatmig. Ein Buch, durch das ich mich teilweise wirklich durchgequält habe.

Meine Erfahrung: Man kann Donna Tartt nicht absprechen, dass sie schreiben kann – ihre Sprache ist bildgewaltig und die Atmosphäre oft greifbar. Aber: Die Geschichte verliert sich in endlosen Details. Was als spannendes Drama nach einem Museumsattentat beginnt, dehnt sich im Mittelteil (besonders die Zeit in Las Vegas) so extrem aus, dass der rote Faden für mich fast verloren ging. Es gab Momente, in denen ich das Hörbuch am liebsten abgebrochen hätte. Ich habe mich bis zum Ende durchgebissen, aber der Genuss blieb dabei leider auf der Strecke. Für mich war es weniger ein Lesevergnügen als vielmehr eine Geduldsprobe. Fazit: Ein monumentales Werk, das sicher seine Liebhaber findet, für mich aber schlicht zu langatmig und ausschweifend war. Wer keine Lust auf hunderte Seiten ohne echtes Vorankommen hat, sollte hier vorsichtig sein.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
20. Apr.
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Rating:5

Übersetzt von Rainer Schmidt und Kristian Lutze "Und so gern ich an eine Wahrheit jenseits der Illusion glauben möchte, glaube ich doch inzwischen, dass es sie nicht gibt. Denn zwischen der 'Realität' auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet: Und das ist der Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie" S. 1021 Monumental, ein Meisterwerk, ein Kunststück, grandios und unglaublich. Und von Preisen überhäuft. Ich glaube, Der Distelfink von Donna Tartt wurde so hoch in den Himmel gelobt, dass selbst der kleine Vogel, der seine Artbezeichnung für den Titel hergab und zugleich für das gleichnamige Kunstwerk von Carel Fabritius steht, ihn dort kaum noch erreichen könnte. Dementsprechend galt es nun für das überschäumende kleine Leserinnenherz in mir, diese Bildungslücke endlich zu füllen. Und ich gebe zu: Ich erwartete viel. Ich war gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Distelfink, der all seine Superlative und Preise natürlich mehr als verdient hat, ist für mich persönlich aber vor allem eines: der Grund, warum Bücher geschrieben werden – und der Grund, warum ich sie so sehr liebe. Verregnete, durchgelesene Schmökersonntage, das Buch unmöglich wegzulegen, weil es so fesselnd, so allumfassend und so intensiv erzählt wird, dass man in der Geschichte lebt und liebt. Unmöglich, ihr zu entkommen, auch in Zeiten, in denen man die Nase gerade einmal nicht ins Buch steckt. Figuren, Charaktere, Weggefährt:innen – so unglaublich detailreich beschrieben, dass sie dir möglicherweise im Supermarkt den Bund Bananen reichen, weil du sie einfach nicht aus dem Kopf bekommst. Und eine so unfassbar genial erzählte Geschichte, die dich nicht mehr loslässt, lange noch, nachdem du die letzte Seite gelesen hast. All das war Der Distelfink für mich. Ein weiteres Meisterstück von Donna Tartt, die mit ihrem unfassbaren und unvergleichlichen Erzähltalent mir ein weiteres Lieblingsbuch geschenkt hat. Wunderschöne Sätze, die man sich am liebsten allesamt einrahmen möchte. Was ist diese Frau für eine geniale Künstlerin? Der Distelfink ist eine unwiderstehliche, tieftraurige, innige, tragische und manchmal auch hoffnungsvolle Geschichte, die dem Weg von Theo Decker folgt. Bei einem Museumsbesuch verliert er bei einer Explosion seine Mutter, gerät dabei in den Besitz des Kunstwerks Der Distelfink und dieses tragische Ereignis bestimmt fortan seinen weiteren Lebensweg. Genauso wie das Bild selbst, das weiterhin in Theos Besitz ihm durch sein Leben folgt und ihn auf die eine oder andere Weise – positiv wie negativ – beeinflusst. Und genau das macht Tartt so großartig: die Verflechtung des Bildes mit Theos Geschichte. Gleichzeitig ein „Klotz am Bein“, aber auch Sinnbild des Verlustes seiner geliebten Mutter und somit unmöglich aus der Hand zu geben. Der Distelfink ist ein Leseereignis, eine großartige Geschichte über Tragik, Schicksal, Verlust und Trauer, aber auch über Freundschaft und Hoffnung. Für mich persönlich kommt es zwar nicht ganz an Die geheime Geschichte heran, aber trotzdem ist Der Distelfink ein Buch, das ich auf seine ganz eigene Art und Weise niemals wieder vergessen werde.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
18. Apr.
Rating:3.5

1000 Seiten falsche Entscheidungen sind teilweise schwer zu ertragend. Die Geschichte von Theo geht einem jedoch dank dem tollen Schreibstil sehr zu Herzen. Und das Ende hat mich mit dem ganzen Buch versöhnt.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
9. Apr.
Rating:4

*3,75 puuuh wo fange ich an

Das Buch ist eindeutig zu lang, um eine einheitliche Meinung über alle Seiten hinweg aufrechtzuerhalten. Der erste Teil hat mich richtig gepackt, dem zweiten konnte ich insgesamt weniger abgewinnen. Besonders das Ende, das sich merkwürdig direkt an Lesende wendet und nochmal kurz die Frage nach dem Sinn des Lebens aufwirft, steht für mich irgendwie quer zum Rest, der ja gerade nichts erklären will. Wirklich mitreißend ist die Erzählperspektive aus der man heraus alle Figuren sieht. Die Emotionen, die der Ich-Erzähler gegenüber einzelnen Personen empfindet, empfindet man als Leserin gleichermaßen. Das hat mich wirklich beeindruckt. Alles in allem war es mir aber einfach zu lang, um den Spannungsbogen durchgehend aufrechtzuerhalten.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
6. Apr.
Rating:5

Entweder man liebt es oder man kann es nicht nachvollziehen

Ich gehöre zu denen, die es lieben. Ich hab noch kein Buch gelesen, was so mühelos eine derartig tragische Geschichte erzählt. Es ist tiefgründig und traurig, aber es ist nicht so geschrieben. Jede Seite transportiert so eine Atmosphäre und es war leicht in Theos Erzählung einzutauchen, mitzufiebern und zu fühlen. Das ganze wirkt nicht wie eine Geschichte, die sich ein Autor/eine Autorin ausgedacht hat. Alle Charaktere sind so authentisch, wie real. Wie Theo die Geschichte erzählt: man ist als Leser gefühlt so nah dran und trotzdem gibt es riesige Sprünge und ich war oft überrascht, weil ich Facetten von Theo nicht kannte, die dann nebensächlich in Gesprächen erwähnt wurden. Es ist spannend, aber das Buch hat definitiv auch seine Längen! Wo man liest und liest und sich denkt: man, warum erzählst du mir das? Worum geht’s hier eigentlich? Aber ich finde dieser Stil macht das Buch eben auch aus: Es gibt hier nicht den perfekten Spannungsbogen. Theo erzählt uns seine Geschichte mit den Dingen, die für ihn wichtig und prägend waren. Und wenn man das Buch zuklappen und weglegen will, passiert auf einmal was. Mich hat das total abgeholt, aber wer anders findet es vielleicht auch anstrengend. Entweder man liebt es oder kann’s nicht nachvollziehen… Ich fand auch das Ende bzw. „die Moral der Geschichte“ sehr schön und einzigartig. Dieses „Fazit“ hätte nicht jeder gezogen, sondern nur jemand wie Theo. Wie viel Tiefe Donna Tartt Theo und auch jedem anderen Charakter in diesem Buch gegeben hat, ist Wahnsinn. Das auf diese Weise auf Papier zu bringen? Wow!

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
21. März
Rating:4

Langes Buch, aber mit Message

„Der Distelfink“ ist auf jeden Fall ein sehr langes Buch mit teilweise sehr langatmigen Stellen, aber dennoch gut zu lesen und man kann gut in die Geschichte eintauchen. Es bringt einige Lektionen mit sich und regt zum Nachdenken an. Wer die Geschichte von Theo mochte, solle auf jeden Fall auch „Demon Copperhead“ lesen.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
18. März
Rating:2

Eigentlich würde ich am liebsten nur einen Stern vergeben – aus Respekt gegenüber der Autorin lasse ich es aber dabei. Dennoch fand ich diesen Roman schlichtweg schrecklich. Ich glaube, man liebt oder hasst dieses Buch – ich gehöre definitiv zur zweiten Kategorie.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
1. März
Rating:3

This book was waaaay to long! The first half was so slow and nothing really happened. Yes of course it was an detailed (and for me only semi-interesting) character study. But I think the point that was beeing made, how Theo deals with the trauma, could have also been 100 pages and for me it would have the same effect. It draged on for ages! I switched to the audiobook midway through the book, otherwise it would have taken me two more months to read the second half probably. Although, I need to say, the second half was more interesting than the first half. But definetly not as "gripping" and "thrilling" as it was described. It was OK, but not as good or catching as I hoped it would be.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
12. Feb.
Rating:4

Schicksalsstudie.

Tartt hatte mich bereits mit "Die geheime Geschichte" um den Finger gewickelt. Mit "Der Distelfink" habe ich nun ein zweites Buch von ihr genießen dürfen und bin auch von diesem opulten Werk begeistert. Diese atmosphärische, ja fast greifbare Dichte ist ein absoluter Hochgenuss. Sie legt ein noch feineres Gespür für Stimmungen, Räume und Emotionen an den Tag und hat in meinen Augen den Coming of Age-Roman auf ein ganz neues Level gehoben. Wer sich auf die epische Erzählweise einlässt und auch mit Durststrecken umgehen kann, erlebt einen kluges und literarisch forderndes Gesellschaftspanorama.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
9. Feb.
Rating:2

Das war mühsam

Ich hatte dieses Buch vor vielen Jahren angefangen und mit Seite 300+ weggelegt. Jetzt wollte ich es doch noch zu Ende bringen und ich hasse mich dafür, dass ich Bücher schlecht abbrechen kann. Vorweg: Ich kann die Mühe, die hinter diesem Buch steht, wirklich wertschätzen. Aber es hat nichts, was mich mitgerissen hat. Weder die Charaktere (langweilig und nervig), noch die Handlung (wirr und konstruiert, sehr sperrig). Dieses Buch ist aus meiner Sicht massiv überschätzt und gehyped. Ich kann es nicht zum Lesen empfehlen.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
8. Feb.
Rating:4

Der Distelfink - 4/5

Ist schon ein bisschen her, dass ich das Buch gelesen hab. Der Distelfink“ ist ein dickes Brett (über 1.000 Seiten), aber jede Seite wert. Es ist eine Mischung aus Abenteuerroman, tiefgründiger Charakterstudie und einer Liebeserklärung an die Kunst. Ich mochte es total.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
5. Feb.
Rating:3.5

Die Geschichte hat mich anfangs sehr berührt und aufgewühlt und ich fand die Sprache sehr schön. Das letzte Drittel war leider sehr wirr, hat sich gezogen und es war teilweise sehr schwer den Dialogen zu folgen. Das Ende hat mir persönlich auch nicht gefallen- davon hätte ich mir im Hinblick auf die erste Hälfte der Geschichte mehr erwartet.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
4. Feb.
Donna Tartt hat’s einfach drauf!🐤
Rating:5

Donna Tartt hat’s einfach drauf!🐤

Wow wow wow! Ich weiß garnicht, wie ich eine Rezension zu diesem Buch schreiben soll, ohne dass sie viel zu lang und ausschweifend wird. Donna Tartt weiß einfach, wie es geht. Ich habe auch schon „die geheime Geschichte“ von ihr gelesen und fand es grandios, aber der Distelfink ist einfach zu einem Lieblingsbuch geworden. Niemand kann so schreiben wie Donna Tartt! Es geht um den 13-jährigen Theo, der bei einem schlimmen Unfall seine Mutter verliert. Bei diesem Unfall spielt das Gemälde „Der Distelfink“ eine besondere Rolle. Und damit fängt eigentlich alles an, Theo gerät vom rechten Weg ab und gelangt so in eine Abwärtsspirale, die kaum mehr aufzuhalten ist. Manchmal hätte ich das Buch gerne geschüttelt, um Theo wach zu rütteln, aber dann ist mir eingefallen, dass es ja nur eine ausgedachte Figur ist… 5/5 ⭐️

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
27. Jan.
Rating:4

Was für ein Leben 🫶🏼

Donna Tartts Der Distelfink hat seine Höhen und Tiefen, aber gerade das macht den Roman so stark. Man hängt förmlich am Leben von Theo Decker und begleitet ihn durch seine Kindheit, Jugend und sein Erwachsensein. Dabei fühlt es sich an, als würde man ihn schon sein ganzes Leben lang kennen. Jeder Zeitabschnitt bringt etwas Neues und Faszinierendes mit sich. Oft spannend, manchmal hart und schwer zu verstehen, warum er die Dinge so macht, wie er sie macht, aber immer emotional aufgeladen. Auch wenn die Geschichte zwischendurch sehr düster werden kann, bleibt sie gleichzeitig so aufregend, dass man das Buch unbedingt weiterlesen möchte. Am Ende bleibt das Gefühl, einen Menschen wirklich kennengelernt zu haben. Insgesamt ein intensiver, emotionaler und äußerst beeindruckender Roman.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
28. Dez.

I have absolutely no idea how to rate this. On one hand, the slow paced writing enriched the whole reading experience, that’s what I love about Tartt’s style. Thanks to that many scenes were impactful, like the slow progression of getting to know the protagonist and his story. I genuinely felt bad for Theo. His depictions of loss, grief and trauma that damaged him mentally in an irreversible way were well written. The whole book is about unexpected events that change the course of your life forever, leaving you feeling overwhelmed and unable to live normally without self destruction & addiction to cope. But also about the way not always bad things can only lead to more bad things, sometimes something good can blossom out of it too, if you allow yourself to view it that way. Not to forget the importance of beauty and art in life and the personal meaning one attaches to it. On the other hand, it’s a mess. Don’t misunderstand me please, the slow pace was necessary for the most part and I do love long character-focused stories!!! But!!! Even so some parts were a bit of a slog to get through. Maybe it’s because I didn’t particularly like Boris or the seemingly never ending mentioning and consumptions of drugs and alcohol (could be my personal distaste for that though). Some things or actions of the characters did not make much sense to me. The ending specifically enraged me a bit. Perhaps I need to further digest everything because there seems to be SOMETHING about it all that keeps me from giving out a good rating. I’ll have to update this review someday. Btw I love Popchik and I’m glad he survived.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
27. Nov.
Rating:4.5

Ein Buch über den Ritt in Richtung Abgrund. Trotz der knapp 1000 Seiten nimmt es in seiner Eigendynamik schnell an Fahrt auf. Hätte jedoch an manchen Stellen ein wenig gekürzt werden.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
18. Nov.
Rating:5

Ein Buch wie eine warme Decke für mich. Soviel Schmerz und soviel Atmosphäre und Wärme (v.a. die Kapitel mit Hobie) Unerreichter Favorit und Herzensbuch. Einfach immer wieder.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
28. Okt.
Rating:4.5

Meisterwerk! Aber es hat eben auch seine Längen...

Sprachlich und rhetorisch ein absolutes Meisterwerk aber an manchen Stellen doch etwas lang. Nichts, was man mal zwischendurch liest, es benötigt volle Aufmerksamkeit und hat sie auch bedingungslos verdient 😊 Ps: Das Buch hat mich an 'Ein wenig Leben' erinnert. Vielleicht ist diese Info für euch interessant.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
6. Okt.
Rating:3

This book was waaaay to long! The first half was so slow and nothing really happened. Yes of course it was an detailed (and for me only semi-interesting) character study. But I think the point that was beeing made, how Theo deals with the trauma, could have also been 100 pages and for me it would have the same effect. It draged on for ages! I switched to the audiobook midway through the book, otherwise it would have taken me two more months to read the second half probably. Although, I need to say, the second half was more interesting than the first half. But definetly not as "gripping" and "thrilling" as it was described. It was OK, but not as good or catching as I hoped it would be.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
30. Sept.
Rating:4

Atmosphärisch, brillant und bewegend

Der Distelfink hat mich von Beginn an gefesselt. Die Eröffnung im Museum ist so atmosphärisch dicht gestaltet, dass man den Staub in der Luft beinahe sehen und den Geruch der Trümmer förmlich wahrnehmen kann. Dieser Einstieg zeigt bereits, was Donna Tartts Werk auszeichnet: die Fähigkeit, Räume und Stimmungen so präzise zu beschreiben, dass sie unmittelbar greifbar werden. Auch im weiteren Verlauf überzeugt die Sprache. Tartt schreibt detailverliebt, manchmal fast malerisch, und verleiht Figuren wie Schauplätzen eine Intensität, die lange nachhallt. Besonders Theos Entwicklung, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, ist eindrucksvoll geschildert. Seine Einsamkeit, seine innere Zerrissenheit und die Last, die er trägt, sind so überzeugend gezeichnet, dass man als Leserin unausweichlich Anteil nimmt. Gerade hierin liegt für mich die eigentliche Stärke des Romans. Darüber hinaus hat mir gefallen, dass Tartts Bücher nie allein Geschichten erzählen, sondern immer auch Wissen vermitteln. In „Die geheime Geschichte“ standen Antike, Literatur und Philosophie im Mittelpunkt, in „Der Distelfink“ sind es Kunst und Kunstgeschichte, ergänzt durch die Welt der Antiquitäten und der russischen Literatur. Dass sie fast ein Jahrzehnt an jedem ihrer Romane arbeitet, erscheint mir nach der Lektüre nur logisch , denn die Sorgfalt und die Tiefe der Recherche sind auf jeder Seite spürbar. Es gibt Passagen, die für mich weniger stark waren, vor allem in Theos Erwachsenenleben. Manche Teile wirkten langatmig, und das Ende war weniger spannend, als ich es mir erhofft hatte. Die letzten Seiten bestehen fast ausschließlich aus einem inneren Monolog, der eher philosophisch als erzählerisch wirkt. Dennoch habe ich auch dies als Teil der Gesamtwirkung verstanden, als ein leises Nachdenken statt eines dramatischen Finales. So bleibt für mich das Bild eines außergewöhnlichen Romans, atmosphärisch brillant, literarisch dicht und in vielen Momenten tief bewegend.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
4. Sept.
Rating:4

Epische Länge mit extrem philosophischem Ende.

Zunächst mal bin ich stolz, das ich es geschafft habe die mehr als 1.000 Seiten zu lesen. Da Donna Tartt den Pulitzer Preis gewonnen hat, dachte ich ich versuche es. Das Buch wurde sehr gehypt aber mich hat es nicht so wahnsinnig begeistern können. Donna Tartt ist auf jeden Fall eine Meisterin der Beschreibung. Den größten Teil des Buches hat mir das auch gut gefallen ohne langweilig zu werden. Insgesamt muss ich aber sagen, das man die Geschichte auch kompakter hätte erzählen können, das hätte ihr gut getan, meiner Meinung nach. Was Donna Tartt hervorragend gelingt ist die Beschreibung der Emotionen. Man fühlt mit Theo die Trauer,den Verlust und Schmerz. Der Hauptprotagonist Theo hat mir zu beginn wirklich sehr leid getan und ich dachte die ganze Zeit wie asozial sich die Erwachsenen alle verhalten. Da ist es kein Wunder das sich ein Kind nicht entwickelt, wenn es mit so einem Trauma alleine gelassen wird. Mir völlig unverständlich wie der inzwischen Spiel- und Medikamentenabhänige Vater ihn einfach so mitnehmen konnte. Falsche Freunde und schlechter Umgang lassen Theo dann völlig aus der Bahn fallen. Zurück in New York hätte er durch Hobie allerdings seinem Leben eine positive Wendung geben können, was ihm aber mißlingt. Das Bild das ihn eigentlich mit der Liebe seiner Mutter verbindet wird ihm immer wieder zum Verhängnis . Trotz der sehr schlechten Ausgangslage kann man bei einem 1000 Seiten Werk vielleicht auf eine positive Entwicklung des Protagonisten hoffen. Das tritt hier nicht ein und eigentlich entwickelt er sich kaum weiter. Das fand ich sehr bedauernswert.Die einzigen Charaktere die mir richtig gut gefallen haben waren Hobie und Pippa. Am Ende etwa ab Seite 800 wird das Buch dann tatsächlich nochmal richtig spannend, wenn sich der Kreis zu der Szene am Anfang schließt und die Geschichte nimmt nochmal Fahrt auf um dann leider in einer total philosophischen Abhandlung über das Leben auf den letzten 20 Seiten auszuklingen. Das empfand ich als ganz unrund. Warum diese Pilosophirerei am Ende? Und leider kommt unser Protagonist Theo auch nur zu folgendem Schluss „Denn dies ist die Wahrheit:Leben ist Kathastrophe. Die Grundtatsache des Daseins“ Schade eine wirklich traurige Geschichte. Ich nehme aber neue Erkenntnisse über das Betrachten von Gemälden mit und werde beim nächsten Museumsbesuch auch mal ganz genau lauschen …..

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
3. Sept.
Rating:2

Overrated

Ich konnte dem Buch leider wenig Gutes abgewinnen. Bis zur Hälfte gab es hier und da noch Aspekte, die mich bei der Stange gehalten haben (etwa der Anschlag an sich und Theos Umgang mit dem Tod seiner Mutter - wo lebt er nun? Wie geht es ihm?). Ab der Hälfte habe ich mich in großen Teilen „durchgequält“, eben weil ich schon sooo viel Zeit bis dahin in das Buch investiert hatte und dann doch noch darauf hoffte, dass das Buch mit dem Ende alles vorherige irgendwie literarisch rechtfertigt und rund macht. Keiner der Aspekte, die das Buch für mich interessant gemacht hätten, wie etwa der Verlust einer geliebten Person, PTSD/ anxiety/ panic disorder (mental health im allgemeinen) oder die Beziehung zu dem Gemälde wurde wirklich durchgehend thematisiert. Neben all dem ableismus, rassismus, sexismus und der fett- und queerfeindlichkeit, die im Buch permanent reproduziert wird, finde ich es hoch problematisch dass in tartts literarischer Welt psychotherapie scheinbar nicht existiert. Dieser junge Mann hat einen Anschlag miterlebt, bei dem er seine Mutter verlor, ihm geht es offensichtlich nicht gut und es kommt niemand mal auf die Idee, dass Therapie sinnvoll wäre? Finde ich irgendwie bisschen faul weil sich daraus natürlich ein perfekter Protagonist zeichnen lässt, dem es zunehmend schlechter geht, bis er für die Menschen und die Welt nicht mehr viel übrig hat. Das Ende war für mich auch nicht befriedigend; für mich ist das Buch nicht empfehlenswert.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
25. Aug.
Rating:3.5

Der Schreibstil der Autorin ist sehr detailreich und ausführlich. Was dazu führte, dass ich voll in die Geschichte abgetaucht bin, jedoch auch, dass die Geschichte gegen Ende hin doch einige Längen hatte. Dennoch habe ich Theo auf seiner abenteuerlichen Reise gerne begleitet.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
22. Aug.
Rating:4

„Wir können dem, was wir sind, nicht entrinnen.“

Die Geschichte beginnt mit einem Knall, im wahrsten Sinne des Wortes, und man ist sofort drin. Man taucht direkt ein in die Welt des Theo Decker.   Theo ist 13 Jahre alt und verliert während eines Terroranschlags in einem New Yorker Museum seine alleinerziehende Mutter. Im dortigen Chaos nimmt er das Gemälde „Der Distelfink“ an sich und hütet es von nun an wie einen Schatz. Der Verlust seiner Mutter stürzt ihn eine tiefe Trauer, die ihn ein Leben lang begleiten wird. Als er dann noch von seinem Vater aus seinem Umfeld gerissen wird, schließt er im fernen Las Vegas Freundschaft mit dem Außenseiter Boris und verliert sich in Alkohol und Drogen. Beide können sich auf die Erwachsenen ihres Umfeldes nicht verlassen, sind sich selbst überlassen, und begeben sich auf einen selbstzerstörerischen Weg.   Die Maßstäbe für richtig oder falsch verschieben sich. Theo sucht seinen Platz im Leben und gerät dabei in eine Welt aus Abhängigkeit und moralischen Grauzonen. Nachdem es wieder eine Wendung in seinem Leben gibt, kehrt er nach New York zurück und findet dort in dem geduldigen und zauberhaften Hobie einen echten Freund – nein, er findet Familie bei ihm. Bei Hobie findet er Halt und ein geregeltes Leben. 

Dennoch kann Theo sich nie von seiner Vergangenheit befreien. Er wird immer wieder heimgesucht von den Dämonen seiner Trauer und Sucht, trifft falsche Entscheidungen und erleidet Rückschläge. Er ist während des gesamten Buches auf der Suche nach Liebe und muss sich den Konsequenzen seiner Affekthandlung stellen.   Donna Tartt erzählt die Geschichte mit Ruhe und einer unglaublichen Zartheit. Ihr Erzählstil ist fesselnd und atmosphärisch, detailliert und berührend. Die Handlung fließt langsam dahin, sie nimmt sich Zeit, um die Themen und Charaktere ausführlich in aller Tiefe zu entfalten.   Ein großartiger Roman. Aber er tut auch weh. Er verlangt viel vom Lesenden. Er ist oft schwer auszuhalten, zwischendurch aber blitzen zärtliche, schöne Momente auf.   „Der Distelfink“ ist für mich ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einen tiefen Eindruck hinterlässt.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
22. Aug.
Rating:4.5

„Wenn unsere Geheimnisse uns definieren - im Gegensatz zu dem Gesicht, das wir der Welt zeigen -, dann war das Bild das Geheimnis, das mich über die Oberfläche des Lebens erhob und mich befähigte zu wissen, wer ich bin. Und es ist da: in meinen Notizbü-chern, auf jeder Seite, auch wenn es nicht da ist. Traum und Magie, Magie und Delirium. Die Einheitliche Feldtheorie. Ein Geheimnis um ein Geheimnis.“ Der Distelfink hat mir richtig gut gefallen! Die Geschichte von Theo Decker berührt vor allem durch den poetischen Schreibstil zutiefst. Ich habe so mit Theo mitgelitten, mitgefiebert und mitgefühlt und die Reise zur Heilung mit begleitet. Auch wenn die Geschichte sich an manchen Stellen gezogen hat, habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
10. Aug.
Rating:5

Ein Traum von einem Buch, genau mein Genre.

Ein Buch so voller Leidenschaft, Dichte an Details und Informationen – it covers so much ground – dass ich es direkt nochmal lesen möchte. Bring mich jetzt nach Den Haag, ich muss den Distelfink sehen! What if one happens to be possessed of a heart that can't be trusted—? What if the heart, for its own unfathomable reasons, leads one willfully and in a cloud of unspeakable radiance away from health, domesticity, civic responsibility and strong social connections and all that blandly held common virtues and instead straight toward a beautiful flare of ruin, self-immolation, disaster? If your deepest self is singing and coaxing you straight toward the bonfire, is it better to run away? Ignore all the perverse glory your heart is screaming at you? Or is it better to throw yourself headfirst and laughing into the holy rage calling your name?

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
17. Juli
Rating:3

Ich fande das Buch gut nur meiner Meinung nach wurde viele Sachen zu sehr beschrieben und andere gar nicht.

So an sich seh gutes Buch, nur extrem doll in die Länge gezogen und ich saß auch ewig drannen

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
15. Juli
Ein Meisterwerk das von Anfang bis Ende berührt
Rating:5

Ein Meisterwerk das von Anfang bis Ende berührt

Der Distelfink ist ein Buch was sich ausgiebig mit Trauer und dessen Folgen auseinandersetzt. Theos traumatische Erfahrung mit einem Gemälde, welches sich im Laufe seines Lebens als Anker für seine Vergangenheit preisgibt. Durch Donna Tartts wundervolle Beschreibungen versetzt man sich in jeden Charakter und jede Situation, wobei man die Mühe und die Liebe für jede Szenerie und Persönlichkeit spürt. Das Buch ist spannend, emotional und packend. Von Anfang bis Ende. Insgesamt ist es in drei große Lebensabschnitte geteilt, keiner von ihnen langweilig. Es sind viele Seiten mit kleiner Schrift wo man erst denkt 'Hilfe das wird sich ja ewig ziehen' - wenn man aber ein Fan von Donna Tartts schreibstil ist, kommt einem das nicht so vor ;) Es ist schon seit Jahren mein Lieblingsbuch, ich kann also nur gutes drüber verlieren. Wer ein Fan von Zeitgenössischen Romanen ist, muss dieses Buch mal aufschlagen. Ich empfehle es jedem weiter.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
29. Mai
Rating:5

Ich hab es geliebt

So eine tolle Sprache! Von Anfang an war ich richtig im Sog der Geschichte. Der Anschlag, das Gemälde, Theo ohne Halt durch den Tod seiner Mutter und den abwesenden Vater. Nur der Distelfink bleibt ihm, und Hobie und Pippa, die einzige Person die verstehen kann wie es ihm geht. Ich habe mitgefühlt mit Theo, von Anfang bis Ende. Ich war traurig als das Buch vorbei war, auch wenn ich es nicht in einem Rutsch durchgelesen habe, war es wie mein Zuhause auf Zeit.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
14. Mai
Ich bin jetzt Donna Tartts größter Fan!
Rating:5

Ich bin jetzt Donna Tartts größter Fan!

Leute! Dieses Buch ist so unfassbar gut, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll! Die Geschichte handelt von Theo, der mit 13 Jahren seine Mutter bei einem Anschlag in einem Museum verliert. Danach begleitet man ihn durch sein Leben. Man beobachtet Theo, wie er alleine gelassen wird, falsche Entscheidungen trifft, vom Trauma seiner Kindheit verfolgt wird und dabei so viel fühlt, dass es mich nicht mehr loslässt. Das klingt alles ganz schön melancholisch & das ist das Buch auch, allerdings nicht erdrückend - es hat auch viele schöne, hoffnungsvolle Momente! Die Sprache des Buchs ist anspruchsvoll, aber man wird sehr entlohnt! Donna Tartt zeichnet ein Bild von Menschen & Lebensrealitäten, die echter und authentischer nicht sein könnten. Irgendwie „kenne“ ich Theo und seine Freunde jetzt. Ich habe mich so unfassbar in die Figuren verliebt & habe zuvor nie ein Buch gelesen, in dem Menschen so gut erfasst und gezeichnet wurden. „Der Distelfink“ ist tiefgründig, poetisch, psychologisch & so wahnsinnig klug. Wie Tartt die Welt beobachtet und zu Papier bringt, ist für mich atemberaubend! Ich habe meiner besten Freundin nur einen kleinen Ausschnitt vorgelesen & sie hat Gänsehaut bekommen. ✔️ Für wen das Buch etwas ist: Für Leser:innen, die sich am liebsten mit tiefgründigen & facettenreichen Figuren auseinandersetzen wollen. Für Menschen, die es mögen, wenn Sprache poetisch & philosophisch ist und tiefe Einblicke in die Psyche des Menschen geben. ✖️ Für wen das Buch nichts ist: Für Leser:innen, die lieber kürzere Bücher lesen (das Buch hat über 1000 Seiten). Für Leser:innen, die schnelle plotgetriebene Handlungen mögen. Für Menschen, die sich nicht mit Trauma & Sucht auseinandersetzen möchten. Für mich ein neues Lieblingsbuch & eine neue Lieblingsautorin. Und weil ich schreibe, auch ein neues literarisches Idol!

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
12. Mai
Rating:4.5

Cozy Literatur mit Kunstbezug! 👨‍🎨🖼️🎨🦜

„Der Distelfink“ ist ein kleines Gemälde eines niederländischen Malers: Carel Fabritius aus dem 17. Jahrhundert (1654) und dieses Gemälde ist das eigentlich geheime Zentrum dieses Buchs. Es beginnt mit einer Sonderausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Arts und der 13 Jährige Theo Decker, unsere Hauptfigur, besucht mit seiner kunstliebenden Mutter diese Ausstellung, die in einer gewaltigen Explosion, einem Terroranschlag, endet. Theo kann sich, zwar etwas verwirrt und verletzt, befreien aus den Trümmern, geht in die gemeinsame Wohnung zurück (er lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen) und wartet vergeblich auf die Rückkehr seiner Mutter, denn sie ist bei diesem Terroranschlag ums Leben gekommen. Die Lage Theos wird sehr bald noch viel schlimmer, denn sein nicht sehr fürsorglicher Vater hat die Familie vor Jahren verlassen und die Sozialarbeiter stehen auf der Matte um ihn in Obhut zu nehmen. Er landet dann erstmal bei der sehr reichen Park-Avenue-Familie eines Schulfreundes, die oberflächlich betrachtet einen guten Zufluchtsort für den gestrandeten Jungen darstellt mit ihrer sehr pastellig-schick-repräsentativen Wohnung, doch der Schein trügt und auch bei dieser scheinbar perfekten Vorzeigefamilie gibt es Probleme en masse. Theo geistert traumatisiert durch den Tod seiner geliebten Mutter durchs Leben und die Lage wird nicht besser, als plötzlich sein nichtsnutziger Vater auftaucht, der mit einer neuen Lebensgefährtin in Las Vegas irgendwo zwischen Glücksspiel und Drogen versucht sein Leben zu bestreiten. Er holt also Theo, der immer und von Herzen gerne ein New Yorker Junge war, hoch nach Nevada. Wo ist aber nun der Distelfink abgeblieben?! Dieser befindet sich, man mag es kaum glauben, in Theos Gepäck - im Rahmen des Attentats hat er dieses sehr kleinformatige Gemälde aus dem Museum entwendet. Ein alter Mann, der zum gleichen Zeitpunkt mit seiner Enkeltochter im Museum war, der sich im Sterbeprozess befindet, hat mit ihm in seinen letzten Momenten noch gesprochen und ihm nahegelegt, ebendieses Bild mitzunehmen. Nun hat also der 13 Jährige Junge ein Gemälde am Hals, das von unschätzbarem Millionenwert ist und es wird sich im zweiten Teil des Buches ein Kriminalplot um dieses Gemälde ranken. Im Teil des Buches, das in Nevada spielt, taucht die zweite wichtige Figur auf, Boris, ein etwas zwielichtiger Junge, der in Australien geboren ist, der Vater Ukrainer, Mutter Polin. Ich würde ihn als eine Art Gothic Figur bezeichnen - er nimmt Drogen von morgens bis abends, ist aber unglaublich gebildet, kennt sich in russischer Literatur aus und die beide werden Freunde (möglicherweise sogar mehr). Aber Theos Leben ist tatsächlich ein sehr obskur-verwahrlostes, da im Wüstensand - es zieht ihn aber zurück nach New York in ein Antiquitätengeschäft, wo er auf meine Lieblingsfigur, den Restauratoren und Antiquitätenhändler Hoby trifft. So, nun habe ich Euch in meinem positiv wahnhaften Schreibfluss schon die Hälfte des Plots dieses Buches erzählt, aber keine Angst, dieses Schätzchen hat über 1000 Seiten, es gibt also noch genug für Euch selbst zu erkunden. Es ist ein Entwicklungsroman eines Halbwaisen (der schließlich noch zum Vollwaisen wird). Theos wichtige Bezugspersonen sterben und der Distelfink wird zum Zentrum seines Lebens. Vor allem Donna Tartts besondere Art der Figurenzeichnung hat die Lektüre so süffig für mich gemacht, wie z.B. als sie Mrs. Barbour (die Mutter der Park-Avenue-Familie, bei der Theo zu Anfang unterkommt) beschreibt: „Mrs. Barbour stammte aus einer Society-Familie mit einem alten holländischen Namen und sah so kühl, so blond, so monochrom aus, dass es manchmal den Eindruck erweckte, man habe einen Teil ihres Blutes abgelassen. Sie war ein Meisterwerk der Gefasstheit; nichts brachte sie je durcheinander oder versetzte sie in Aufregung, und obwohl sie nicht schön war, hatte ihre Ruhe die magnetische Anziehungskraft der Schönheit - eine Stille, die so mächtig war, dass die Moleküle sich um sie herum neu ordneten, sobald sie einen Raum betrat. Wie eine zum Leben erwachte Modezeichnung zog sie die Blicke auf sich, wo immer sie war, und glitt scheinbar ahnungslos dahin, ohne zu merken, welche Turbulenzen sie in ihrem Kielwasser hinterließ.“ Ich habe diesen Roman mit großem Genuss für die Kunstfertigkeit der Autorin gelesen und auch für seinen Kunstbezug mit dem angeketteten Vogel, dem Distelfink als Sklaven, als Gefangenen, wie auch Theo Gefangener seiner Tat, der Entwendung des Gemäldes ist. Gleichzeitigkeit findet er keinen guten Weg mit voranschreitender Zeit, es loszuwerden. An dieser Stelle möchte ich Euch ein weiteres wundervolles Zitat über die Machart des Distelfinken nicht vorenthalten: „Es ist ein Witz, dieses Bild. In seinem Kern liegt ein Witz. Und so machen es alle großen Meister. Rembrandt, Velásquez. Der späte Tizian. Sie machen einen Witz. Sie amüsieren sich. Sie bauen eine Illusion auf, einen Trick - aber trittst du einen Schritt näher heran, löst sich alles in Pinselstriche auf. Abstrakt, unterirdisch. Eine ganz andere, viel tiefergehende Sorte Schönheit.“ Ein großes Wow nochmal an dieser Stelle für Donna Tartts Talent mit Worten umzugehen. Obwohl „Der Distelfink“ über 1000 Seiten zählt, hat er sich für mich weggelesen wie am Schnürchen - ich habe den Roman wahrscheinlich genau deswegen so genossen, weil er mir ermöglicht hat, tief zu versinken in seine Story und seine Figuren, was kürzeren Büchern oft nicht gelingt (ich möchte genau jetzt nochmal meinen Hang zu den dicken Wälzern bekunden, denn ihnen gilt meine wahre Bücherliebe). Ich würde den Distelfinken als cozy Literatur bezeichnen, sofern diese Sparte überhaupt existent ist. Es plätschert an der einen oder anderen Stelle so vor sich hin, das muss man mögen und in der Stimmung für die Art Buch sein - denn wer meint, es müsse auf allen paar Seiten etwas plotbewegendes passieren, wird womöglich enttäuscht von dieser Lektüre. Besonders empfehlen würde ich es wahrscheinlich für den Herbst, wenn man sich gemütlich einkuschelt und einfach von einem Buch gut unterhalten werden möchte, denn das ist es für mich: Unterhaltungsliteratur (bitte nicht negativ konnotiert verstehen). Da „Der Distelfink“ mein erstes Buch von Donna Tartt war, freue ich mich nun bald „Die geheime Geschichte“ lesen zu können, denn ich habe unglaublich viele positive Stimmen dazu vernommen. Solltet Ihr eins der beiden Bücher schon gelesen haben, teilt mir doch gerne mal Eure Gedanken dazu in den Kommentaren mit - was hat Euch am meisten begeistert? Was sind Eure Lieblingsfiguren? Und und und.. Ich freue mich auf all Eure Gedanken! (Gerne auch Lesetipps für weitere Bücher mit Kunstbezug, da habe ich nämlich gerade richtig Lust drauf!)

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
12. Apr.
Rating:4

Selten haben mich Wörter so klar Umgebungen, Gerüche und Traurigkeit sehen/riechen und fühlen lassen wie es über diese ü1000 Seiten der Fall war. Wir begleiten Theo und enge Freunde die alle samt das Schicksal einer Disneyprinzessin teilen, nur ohne die Musik und die Happy Ends. Die Besessenheit dieses Charakters für das Kunstwerk, Menschen und Drogen waren abstoßend berührend, ich habe Theo gern begleitet auf seinem Weg. Teils waren Sätze zu lang, zu verschachtelt, zu gewollt.

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann
25. März
5/5 [Donna did it again💌⭐️] 
Donna Tartt’s „The Goldfinch“ is a deeply moving novel about fate, grief, and the enduring power of beauty (in art).
Rating:5

5/5 [Donna did it again💌⭐️] Donna Tartt’s „The Goldfinch“ is a deeply moving novel about fate, grief, and the enduring power of beauty (in art).

Following Theo Decker from a traumatic childhood event to a turbulent adulthood, the story weaves through love, crime, and identity with rich prose and intricate character development. Though some parts may feel slow, the novel’s emotional depth and philosophical musings make it a compelling and unforgettable read. Tartt masterfully plants small details early on, only to bring them back later in surprising ways, creating a brilliant effect for the reader (at least imo). I'm happy to say that this is my new favorite book!

Der Distelfink
Der Distelfinkby Donna TarttGoldmann