Von Jägern und Spottmenschen und vielem mehr
Der Titel klingt nach einem Ende, wenn die Flamme erlischt, wird alles dunkel sein. Der erste Roman von George R.R. Martin , der uns noch immer das finale Buch der «Game of Thrones» Reihe schuldig ist, scheint hier schon im Titel das Versprechen nach einem Abschluss geben zu wollen. Und er hält es, wenn auch mit einem eher offenen Ende. Wir sind in einer sehr fernen Zukunft auf dem sterbenden Planeten Worlorn, der sich durch seine Umlaufbahn von seinen Sonnen, die er umkreist, entfernt und zu Eis erstarren wird. Wenn es auch noch nicht soweit ist, scheint sich alles Leben auf dem Planeten mehr und mehr zurückzuziehen. Viele Menschen, die auf dieser Welt leben, haben die Welt bereits verlassen. Aber nicht alle. Die geblieben sind, halten fest an Bräuchen, die kaum mehr einen Sinn haben und zur Verrohung, wenn nicht gar zur Barbarei führen. Ehre und Rang sind wichtig, nur wer einen Namen hat, existiert, verlierst du diesen, wirst du zu einem «Spottmenschen» degradiert und darfst gejagt werden. Es ist eine archaische, brutale Männerwelt, Frauen haben kein Recht auf Selbstbestimmung, leben in Abhängigkeit. Es wäre kein Roman von George R.R. Martin, wenn es hier nicht neben einem sehr ausgefeilten Setting hauptsächlich um die Protagonisten und ihre Entwicklung ginge. Hier geht es um Intrigen, Kampf ums Überleben und natürlich auch um die Liebe, vor allem aber zeigt es auf, wie wichtig die Gestaltung von Beziehungen ist. Dies gibt der Geschichte Tiefe und Glaubwürdigkeit. Obwohl es sich um ein Endzeit-Szenario handelt, darf es bis zum Schluss nicht ums Aufgeben gehen, obwohl das Ende unausweichlich ist. Martin schafft es wieder einmal, eine sehr bunte Welt mit vielen Namen zu kreieren, wenn er auch bei der Namensgebung nicht immer ein gutes Händchen hat. Der Hauptsonne des Systems den Namen «fetter Satan» zu geben, kam mir wie ein schlechter Scherz vor und erweckte bei mir den Eindruck der Lächerlichkeit. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Aber darüber hinweggesehen ist es ein gelungenes Buch, welches durch seinen Facettenreichtum besticht und von mir sicher nicht so schnell vergessen wird.




