
Ein langatmiger, konstruierter und unglaubwürdiger historischer Roman durch den ich mich eher gequält habe
Verbotene Wege von Charlotte Link ist ein historischer Roman der mich leider nicht überzeugen konnte. Ich liebe die Krimis von Charlotte Link und habe auch schon den ein oder anderen historischen Roman von ihr gelesen. Allerdings konnten mich die historischen Romane von ihr nie so abholen. Auch diesmal habe ich mich teilweise durch das Buch gequält. London 1789 Elisabeth kommt als 8 jähriges Mädchen und Waise aus Louisiana in London an. Dort lebt sie bei Lord und Lady Sheridy und findet eine Ersatzfamilie. Sie macht sehr früh Bekanntschaft mit John Carmody einen verarmten Adligen der gegen alles ist was seinem Stand rühmlich ist, sich für das arme Volk stark macht und mit der Ideen der Französischen Revolution sympathisiert. Elisabeth lernt über die Zeit durch John den Gegensatz zu ihrem privilegierten Leben kennen und geht mit ihm und für ihn Verbotene Wege. Die Autorin hat einen sehr ausführlichen und umfassenden Schreibstil. Es werden viele Dinge bis ins kleinste Detail beschrieben, dafür kommen andere zu kurz. Zudem gibt es häufig Zeitsprünge und man muss sich dann erst wieder zurecht finden. Für die Zeitsprünge gibt es meist eine Zusammenfassung, die wieder sehr detailliert ist. Die Autorin legt viel Wert auf die verschiedenen Missstände des 18 Jahrhunderts aufmerksam zu machen. Dies hat sie gekonnt in die Geschichte mit eingebaut. Die Geschichte selbst wirkt etwas unlogisch, konstruiert, unglaubwürdig und auch durcheinander. Leider fehlte dem Buch auch ein gewisser Spannungsbogen. Man begleitet Elisabeth beim Heranwachsen und in ihrem späteren Leben. Entweder passiert Stellenweise nichts oder es passiert recht viel aber ohne Spannung. Es ist eher eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Leider konnte ich auch mit den Protagonisten nicht viel Anfangen. Sie wirken alle sehr unsympathisch und in ihrer eigenen Darstellung gefangen. Es gibt keine Entwicklung, obwohl Potenzial da gewesen wäre. Zudem konnte ich Elisabeth Handlungen weder nachvollziehen noch verstehen. Sie handelt oft nicht logisch, eher blauäugig und von blinder Liebe getrieben. Sie lernt auch nicht aus Erlebten sondern fällt wieder in alte Muster zurück. Leider konnte mich dieser historische Roman nicht überzeugen. Er ist langatmig, stellenweise langweilig und die Protagonisten recht unsympathisch.
