18. Juli
Rating:4

Kurzbeschreibung: Aus der Reise des Raumschiffs Empyrean zu einem weit entfernten Planeten ist ein Kampf um Leben und Tod geworden: Kieran ringt mit der Verantwortung, die als neuer Kommandant auf seinen Schultern lastet; Waverley muss alles daransetzen, ihre entführten Eltern zu befreien; und Seth, der in einer Arrestzelle eingesperrt ist, ahnt als Einziger, dass es einen blinden Passagier an Bord gibt, der nicht eher ruhen wird, bis er die Empyrean vernichtet hat... Zur Autorin: Amy Kathleen Ryan wuchs in Jackson im amerikanischen Bundesstaat Wyoming auf. Sie studierte Anthropologie und Englische Literatur in Wyoming und Vermont, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Meine Meinung kurz & knapp: Mit dem nunmehr 2. Band der Sky Chasers-Trilogie hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, da nicht großartig auf die Ereignisse im ersten Teil zurückgeblickt wird und ich durch die Handlung bis zu den ersten 100 Seiten eher gelangweilt war, da nicht wirklich viel passiert. Doch hatte ich diese Hürde erst einmal überwunden, schnellt die Spannung in den letzten zwei Dritteln in ungeahnte Höhen. Auch vor Brutalität wird dieses Mal wiederum nicht zurückgeschreckt, daher bin ich eher skeptisch, was die Altersempfehlung angeht. Waverly, die starke Protagonistin aus Gefährliche Lügen, wird nach ihrer Rückkehr auf die Empyrean mehr geduldet als gemocht. Sie sieht sich vielen Anfeindungen der anderen Kinder und Jugendlichen gegenüber, da sie nicht imstande war, deren Eltern von der New Horizon zu befreien, was sie unbedingt wiedergutmachen möchte. Kieran indes schwingt sich immer mehr auf, nicht nur Captain der Empyrean zu werden, sondern auch eine Art Messias oder Guru des Schiffs, dem jeder ohne Widerworte Folge zu leisten hat. Er schreckt auch vor Manipulationen an den anderen Kindern nicht zurück und wurde mir zusehends unsympathischer. Seth hingegen hat eine sehr positive Wandlung vollzogen, was mir sehr gut gefallen hat und was auch authentisch und glaubhaft von Amy Kathleen Ryan beschrieben wurde. Da mir, wie schon gesagt, der Anfang etwas zäh vorkam, empfand ich Vertraue niemandem nicht so gut wie seinen Vorgänger, doch das Ende, das, wie schon fast gängig bei Trilogien, in einem Cliffhanger mündet, lässt auf einen fulminanten Abschluss der Reihe hoffen.

Sternenfeuer: Vertraue Niemandem
Sternenfeuer: Vertraue Niemandemby Amy Kathleen RyanKnaur
5. Sept.
Rating:4

ACHTUNG! SPOILER ZU BAND 1! Inhalt: Die entführten Mädchen sind zurück auf der Empyrean und Kieran ist wieder der Captain des Schiffs. Alles sollte wieder geregelt ablaufen. Tut es aber nicht. Die ganze Crew möchte die entführten Eltern zurückbekommen und Rache an Anne Mather nehmen. Außerdem gibt es auch innerhalb des Schiffs Probleme. Ist Seth dafür verantwortlich oder treibt sich ein blinder Passagier an Bord der Empyrean herum? Meinung: In meiner Rezension zu Band 1 hatte ich ja ziemlich begeistert von dem Buch berichtet. Mit der Zeit konnte ich diese Begeisterung aber nicht mehr ganz nachvollziehen. Nachdem ich den 1. Teil der Reihe nun noch mal gelesen habe, um wieder in die Geschichte reinzufinden, weiß ich es wieder. Auch wenn es diesmal vielleicht einen anderen Grund dafür gibt. Die Charaktere in der Geschichte sind sehr vielschichtig und komplex. In vielen Büchern ist es so, dass man schon nach ein paar Seiten genau weiß, wer der Gute und wer der Böse ist. Hier ist das nicht so. Besonders wenn man Seth und Kieran betrachtet, die um die Macht über das Schiff konkurrieren, fällt einem auf, dass beide unterschiedliche Seiten haben. Mal kommt die gute zum Vorschein, mal die Böse. Was Kieran ausmacht ist die Tatsache, dass er fest davon überzeugt ist, dass er das Richtige tut. Selbst wenn er dabei die ganze Crew in Gefahr bringt. Seth hingegen ist klüger und handelt überlegter. Durch den Tod seines Vaters emotional aufgewühlt wurde er in der Vergangenheit ziemlich gewalttätig, bei dem Versuch das Schiff zu führen. Das ist der Grund, dass der Großteil der Besatzung ihn für bösartig hält. Aber stimmt das wirklich? Das ist die Frage, die man sich als Leser stellt. Die Charaktere sind derart undurchsichtig, dass man nie weiß, was sie als nächstes tun werden. Gerade wenn man denkt, man hätte sie durchschaut, gibt es irgendeine Wendung, die einen alle Vermutungen wieder über den Haufen werfen lässt. Kieran kam mir daher sehr, sehr unsympathisch vor. Er hält alles was er tut für richtig und sich selbst für Gottes Auserwählten. Er merkt gar nicht, dass er durch manche seiner Handlungen nicht nur das Vertrauen seiner Freunde verletzt, sondern auch die ganze Besatzung des riesigen Raumschiffes in Gefahr bringt. Spricht man ihn darauf an, redet er sich heraus und schiebt jede Schuld auf Seth. Egal, ob das möglich ist oder nicht. Genug von den Charakteren. Die Geschichte geht spannend weiter. Die Mädchen haben es zwar geschafft, auf die Empyrean zurückzukehren, allerdings mussten sie ihre Eltern auf der New Horizon zurücklassen. Natürlich versuchen sie, sie zurückzuholen, allerdings ist das nicht so einfach wie viele sich das vorgestellt hatten. Waverly bekommt die ganze Schuld aufgeladen, weil sie es nicht geschafft hat, die Eltern zu retten. Dass auch niemand der anderen es auch nur versucht hat, ignorieren die Kinder. Während die Crew also immer mehr auseinanderfällt und sich in verschiedene Lager aufteilt, gibt es Angriffe an Bord. Kann es wirklich möglich sein, dass jemand fremdes an Bord ist und sie vernichten möchte? Oder hat Seth es irgendwie geschafft, obwohl er eingesperrt ist? Das sind die Fragen, die es in diesem Buch zu lösen gilt. Obwohl das ganze ziemlich spannend ist, habe ich recht lange zum Lesen gebraucht. Vielleicht lag es daran, dass es zwischendurch immer wieder Passagen gab, in denen ich keinen richtigen Ansporn hatte, weiter zu lesen. Woran genau das lag, kann ich nicht sagen. Fazit: Eine spannende Fortsetzung mit sehr komplexen und vielschichtigen Charakteren, die auf jeden Fall mit Band 1 mithalten kann.

Sternenfeuer: Vertraue Niemandem
Sternenfeuer: Vertraue Niemandemby Amy Kathleen RyanKnaur