Wir lernen Gesine am Anfang der Geschichte als zurückgelassene und trauernde Frau kennen, deren Leben total aus den Fugen geraten ist. Eine sichtlich tiefe Traurigkeit umgibt sie. Man merkt deutlich, dass die Vergangenheit sie immer wieder einholt und sie sehr zu kämpfen hat, mit der ganzen Situation umzugehen. Während des Lesens verspürte ich tiefes Mitleid und Verständnis. Jede Frau, die aufrichtig liebt, wird sich gut mit Gesine identifizieren können, daher kann man ihr Verhalten in den meisten Fällen gut nachvollziehen. Der Schreibstil passte ganz gut, war mir aber hin und wieder ein wenig zu "trocken". Was mich desweiteren irgendwie störte, war das laufende Gerede vom Essen. Kaum ein Kapitel kam ohne eine "unübliche" Mahlzeit aus. Bürgerliches Essen, wie beispielsweise ein einfaches Schnitzel, schien anscheinend fehl am Platze. Die komplizierten französischen Begriffe waren mir ebenfalls häufig zu viel, da ich meist nur ahnen konnte, wie die Worte ausgesprochen werden sollen. Fazit: Ein Buch voller Melancholie, das tiefgründiger nicht sein kann. Besonders für Menschen, die eine Liebe zu Frankreich hegen, wird dieses Buch ein absolutes Muss sein. Vielleicht schafft es das Buch sogar, Menschen mit Liebeskummer neuen Mut und Zuversicht zu geben. Diese Lektüre könnte dazu beitragen, dass auch der schlimmste Schmerz vorüber geht und das Leben trotzdem wieder l(i)ebenswert sein kann.
24. MaiMay 24, 2024
Alles, was bleibtby Annette HohbergKnaur
