20. Okt.
Rating:2

Nach dem bestialischen Mord an ihrer Mitbewohnerin flüchtet sich Ana zu dem forensischen Pathologen Edward Jenner. Dieser befindet sich eigentlich im Ruhestand, weil er die Identifizierungsarbeiten nach dem 11. September psychisch nicht verkraftet hat. Nur hin und wieder nimmt er kleine Jobs an. Als Ana bei ihm auftaucht, möchte er sie so schnell wie möglich der Polizei übergeben, aber sein Beschützerinstinkt siegt. Schon bald kommen sich die beiden näher und so wird die Jagd nach dem Mörder, der auch Anas Leben bedroht eine persönliche Angelegenheit für Jenner. Denn das Morden geht weiter und jedes seiner Opfer verkörpert einen Märtyrer und stirbt so wie es die Geschichten vorgeben. Je näher sie ihm kommen, desto brutaler schlägt er zu. Die Grundstory ist eigentlich nicht schlecht, aber dafür die Umsetzung. In der Literatur gibt es mehr als einen am Leben gescheiterten Ermittler, aber Jenner war für mich nicht überzeugend. Vor allem sein bizzares Hobby, das destillieren von Düften machte ihn unglaubwürdig. Ebenso die Affäre zu der 20 Jahre jüngeren Ana, die so völlig aus der Luft gegriffen plötzlich zwischen den Seiten auftaucht. Bei dieser Art Romanen möchte ich auch mit dem Opfer mitleiden, aber das gelingt bei der Figur Ana nicht. Sie ist so widersprüchlich das sie mir auf die Nerven fiel. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt, drogen- und alkoholabhängig, dann aber wieder lebenshungrig. Die Charaktere waren schlicht und ergreifend nicht richtig durchdacht. Der Autor hat es meiner Meinung nach auch ein bisschen mit der Produktplazierung übertrieben. Einmal hätte ich mir ja Weetabix als Früstück gefallen lassen, als dann aber noch für Rasierklingen mit dem vollen Namen geworben wurde, war bei mir der Ofen aus. Manchmal ist weniger halt einfach mehr. Das Buch ist eben nicht der Kracher und andere könnten das Thema weit fesselnder umsetzen.

Martyrium
Martyriumby Jonathan HayesKnaur Taschenbuch