Story zu oft schon dagewesen, völlig unglaubwürdig
Dieses Buch verweilt seit etwa sechs Jahren ungelesen auf meinem Sub. Ich war damals mit einer Freundin in einer Buchhandlung und sie meinte: „Das musst du lesen, das ist soooo spannend!“ Nun getreu dem Motto „Kommt Zeit, kommt Buch“, habe ich ihre Aussage nun auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und ich muss sagen, dass sie recht hatte! Ich kann mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen als lebendig begraben zu werden und diese Beklemmung hat mich durch das gesamte Buch begleitet. Lisa Jackson versteht es den Spannungsbogen über weite Strecken hoch zu halten und lässt es am Ende noch mal so richtig knallen. Interessanterweise ist das Buch aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Wir hätten zum einen Detective Reed, ein Mann, der aussieht wie aus einer bekannten Zigarettenwerbung. In seiner Karriere ist nicht immer alles glatt gelaufen und er ist sich seines größten Lasters-den Frauen- nur überdeutlich bewusst. Er ermittelt in dem Fall, auch wenn er es offiziell gar nicht darf. Dann wäre da noch Nikki Gilette. Sie ist hübsch und eine ehrgeizige Journalistin, die jeden Stein für eine gute Story umdrehen würde. Zu guter Letzt dürfen wir auch dem Täter über die Schulter blicken. Ich verrate hier nicht wer es ist, auch wenn es nach gut der Hälfte des Buches sehr offensichtlich ist. Trotzdem bleibt es weiter interessant, da dem Leser erst gegen Ende alle Hintergründe erläutert werden. Als kurzzeitige Protagonisten tauchen dann noch die Opfer auf, die von dem Täter verschleppt und lebendig begraben werden. Diese Mischung trägt dazu bei, dass auf 600 Seiten keine Langeweile aufkommt, da durch den Perspektivenwechsel für genügend Abwechslung gesorgt wird. Der Schreibstil ist flott, nicht besonders verschnörkelt und es gibt tatsächlich einen sprachlichen Unterschied bei den unterschiedlichen Protagonisten. Die Täterpassagen sind in einer deutlich brutaleren und leicht vulgären Sprache verfasst, die wohl die Unterschiedlichkeit zwischen dem Täter und denen die ihm auf der Spur sind verdeutlichen soll. Mich hat es an einer Stelle sogar deutlich geschüttelt. Darüber hinaus waren mir alle Charaktere zwar nicht unsympathisch, mir wird aber wohl keiner länger im Gedächtnis bleiben, da sie für mich wie aus dem Baukasten Satz für Thriller zusammengesetzt erschienen. Jeder von ihnen bleibt in seiner Schublade und keiner wächst über sich hinaus. Leider kann sich auch dieser Thriller nicht von Klischees fernhalten. Die obligatorische Liebesgeschichte fehlt natürlich nicht und sorgt zusätzlich noch einmal für einen Schuss Melodramatik. Ich hätte diese Episode nicht gebraucht und die Liebesstory trägt meiner Meinung nach auch in keinerlei Weise zur Geschichte bei. Ich weiß nicht warum viele Autoren meinen, dass eine Liebesgeschichte unbedingt noch in ihre Geschichte muss, auch wenn sie dort nichts zu suchen hat. Fazit: Mich hat das Buch gut unterhalten. Ich habe mich trotz der hohen Seitenzahl nicht gelangweilt und hatte auch immer Lust das Buch wieder zur Hand zu nehmen. Es ist so wie der gute Sonntagsabendkrimi-man weiß was man bekommt und dann ist auch gut. Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Buch und bekam kurzweilige Unterhaltung. Die Liebesgeschichte hat mich etwas genervt. Sie hat nichts zum Buch beigetragen und wirkte irgendwie erzwungen und hineingepresst. Insgesamt bekommt das Buch dreieinhalb Sterne von mir. Jeder der Thriller mag und nichts außergewöhnliches erwartet wird hier gut unterhalten werden.
3,5. Hat mich leider nicht so umgehauen


