
Burn Case (Pendergast-Reihe Nr.5) - Wenn der Teufel anklopft
Mit „Burn Case: Geruch des Teufels“ liefern Douglas Preston und Lincoln Child einen spannenden Thriller ab, der vor allem durch seine außergewöhnliche Grundidee überzeugt. Schon der Einstieg ist packend: Menschen scheinen auf unerklärliche Weise von innen heraus zu verbrennen, und schnell stellt sich die Frage, ob hier tatsächlich etwas Übernatürliches im Spiel ist oder ob sich hinter dem Grauen eine rationale Erklärung verbirgt. Genau diese Unsicherheit macht den Reiz des Romans aus und sorgt dafür, dass man als Leser unbedingt weiterlesen möchte. Besonders stark ist erneut die Figur des Aloysius Pendergast. Mit seiner kühlen, analytischen Art trägt er den Roman fast im Alleingang. Seine Ermittlungen wirken präzise und durchdacht, und gerade sein ruhiges Auftreten verstärkt die düstere Atmosphäre der Geschichte. Auch der Schreibstil ist angenehm flüssig: Die Kapitel sind kurz, die Szenen klar aufgebaut, und die Spannung wird über weite Strecken konstant hochgehalten. Positiv fällt außerdem die besondere Stimmung des Buches auf. Die Mischung aus religiösen Motiven, wissenschaftlichen Ansätzen und der unterschwelligen Frage nach dämonischen Kräften erzeugt eine beklemmende, fast schon filmische Atmosphäre. Vor allem die falschen Fährten – etwa Theorien rund um Strahlung, chemische Prozesse oder das scheinbar Teuflische – sind geschickt eingearbeitet und halten die Spannung lange aufrecht. Allerdings hat der Roman auch einige Schwächen. Die Handlung wirkt an manchen Stellen etwas überladen, weil viele Themen gleichzeitig aufgegriffen werden. Dadurch verliert die Geschichte gelegentlich an Klarheit und wirkt stellenweise konstruiert. Auch das Finale kann nicht ganz mit dem starken Aufbau mithalten: Die Auflösung ist zwar logisch, aber nicht so eindrucksvoll, wie man es nach der intensiven Inszenierung erwarten könnte. Zudem bleiben einige Nebenfiguren recht blass und dienen eher der Handlung als einer eigenen Entwicklung. Insgesamt ist „Burn Case“ ein gut geschriebener und atmosphärischer Thriller, der vor allem durch seine ungewöhnliche Idee und die starke Präsenz von Pendergast überzeugt. Nicht der beste Band der Reihe, aber definitiv spannende Unterhaltung mit einer gelungenen Mischung aus Mystery und klassischer Ermittlungsarbeit. Von mir 7 von 10 P. (abgeschlossen 19.04.2026)




