23. Mai
Rating:2.5

Der zweite und abschließende Band der Dilogie war für mich leider eine große Enttäuschung. Die Geschichte setzt direkt dort an, wo Band 1 aufgehört hat, und begleitet weiterhin Sangwoo und Jaeyoung. Im Mittelpunkt steht diesmal vor allem die bevorstehende räumliche Trennung durch Jaeyoungs Auslandsstudium und die Frage, ob und wie ihre Beziehung das überhaupt aushalten kann. Sangwoo versucht wie gewohnt, eine rein logische Lösung für das Problem zu finden. Dadurch distanziert er sich von Jaeyoung, und es folgt wie im ersten Band ein Katz und Maus-Spiel. Was ich im ersten Band noch teilweise recht amüsant fand, wurde mir diese Misskommunikation zwischen den beiden irgendwann einfach zu viel. Sangwoo als Charakter mochte ich nach wie vor sehr gerne. Natürlich gibt es auf beiden Seiten durch die konstante Misskommunikation Konflikte, jedoch fand ich die Art und Weise, wie sie hier meist gelöst wurden, schwierig. Denn der Fokus im zweiten Band liegt klar auf Spice. Und zwar wird Spice für alles benutzt: ob für Konfliktlösung, um Besitzansprüche klarzumachen oder um den Frust durch unbegründete Eifersucht rauszulassen. Nach einer Zeit ging mir da auch der Sinn für Humor verloren, und ich fand einige Entwicklungen so gar nicht mehr romantisch oder amüsant. Denn die Beziehung der beiden entwickelt sich nach und nach immer mehr in eine toxische Richtung, die mir gar nicht gefallen hat. Vor allem diese aggressive Eifersucht und das Besitzdenken von Seiten Jaeyoungs. Die letzten 40 Seiten waren für mich besonders schlimm, und ich war echt kurz davor, es noch am Ende abzubrechen. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit toxischen Beziehungen in Geschichten, solange sie auch als solche eingeordnet oder reflektiert werden. Hier wirkte es für mich allerdings eher so, als würde das Ganze romantisiert oder dadurch verharmlost werden, dass die Person es am Ende doch wollte. Insgesamt muss ich leider sagen: Ich wünschte, ich wäre nach Band 1 ausgestiegen. *unbezahlte Werbung – Rezensionsexemplar

Semantic Error 02
Semantic Error 02by J. SooriBramble Hardcover
10. Mai
Wenn Liebe plötzlich kein Systemfehler mehr ist
Rating:4.5

Wenn Liebe plötzlich kein Systemfehler mehr ist

Manchmal reicht ein einziger Mensch, um das sauber sortierte Leben komplett in den Papierkorb zu werfen. Bei Sangwoo ist dieser Mensch natürlich Jaeyoung. Chaotisch, frech, laut, viel zu präsent und genau deshalb vermutlich der schlimmste und beste Systemfehler, der ihm passieren konnte. Semantic Error 02 macht da weiter, wo Band 1 das Herz schon leicht überhitzt zurückgelassen hat. Nur geht es diesmal weniger um das erste Kribbeln und mehr um die Frage: Was passiert eigentlich, wenn aus Reibung plötzlich echte Nähe wird? Und ja, das ist emotionaler, weicher und an manchen Stellen herrlich anstrengend. Im besten Sinne. Sangwoo bleibt dieser kontrollierte Perfektionist, bei dem man manchmal denkt: Junge, Gefühle sind keine Excel-Tabelle. Und Jaeyoung? Der stolpert mit seinem ganzen Charme, seiner Unruhe und seiner Direktheit mitten in diese Ordnung hinein, als hätte er nie etwas anderes vorgehabt. Genau dieses Gegenspiel macht wieder richtig Spaß. Besonders schön ist, dass die Beziehung nicht plötzlich glattgebügelt wird. Die beiden sind unterschiedlich, sie nerven sich, sie fordern sich heraus, sie missverstehen sich und trotzdem spürt man, wie viel da inzwischen gewachsen ist. Dieses langsame Entschlüsseln der eigenen Gefühle passt perfekt zum Titel und trifft genau diesen Boys Love Nerv zwischen Chaos, Herzklopfen und innerem Grinsen. Nicht jede Szene erfindet das Rad neu, aber ehrlich? Muss sie auch nicht. Das Buch lebt von Dynamik, Nähe und diesem Gefühl, zwei Menschen dabei zuzusehen, wie sie langsam kapieren, dass Liebe manchmal kein Fehler im System ist, sondern das Update, das man dringend gebraucht hat. Für Fans von koreanischen Light Novels, K-Drama Vibes, Academia Romance und emotionalem Gegensätze ziehen sich an Chaos ist das Finale ein richtig schönes Herzensding.

Semantic Error 02
Semantic Error 02by J. SooriBramble Hardcover