20. März
Rating:3.5

„Attentat“ ist der bisher letzte oder hoffentlich „nur“ der aktuellste Band aus Harald Gilbers Oppenheimer-Reihe. Interessant und gut recherchiert wie immer, aber mir hat das übliche „Oppenheimer-Flair“ gefehlt. Oppenheimer ist eben Polizist, kein Agent. Ganz besonders vermisst habe ich die familiären Aspekte, die sonst einen nicht unerheblichen Raum einnehmen und dieses Mal ebenso wichtig gewesen wären wie in den Bänden zuvor. Wie verzweifelt oder aber gefühlskalt muss eine Mutter sein, um ihr Kind einfach so bei völlig fremden Menschen abzuladen wie unnützen Ballast? Und was macht das mit diesem Kind? Auch die Gespräche mit Hilde haben mir gefehlt, praktisch alles, was in der Vergangenheit das besonders Menschliche vermittelt hat. Immerhin hat Oppenheimer einmal mehr bewiesen, wie gut er in seinem Job ist und wie viel dieser Job mit Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen zu tun hat. Spannend auch, wie sich Vogler, exemplarisch für sicherlich unzählige SS-/Wehrmachtsangehörige, durchmogelt, ohne dass seine Vergangenheit ans Licht kommt.

Attentat
Attentatby Harald GilbersKnaur Taschenbuch