
Ein letzter Blick auf die Familie Laverne – oder doch nicht?
Mit dem dritten Band der Schicksalskinder-Reihe führt Katja Maybach die Leserinnen und Leser erneut tief hinein in die bewegende Geschichte der Familie Laverne. Die Handlung setzt einige Jahre später ein und begleitet die Familie durch die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs und die schwierige Zeit des Neuanfangs danach. Bombennächte, eine gefährliche Flucht und ein verborgenes Familiengeheimnis in Paris sorgen für dramatische Wendungen, die einen nicht unberührt lassen. Besonders eindrucksvoll gelingt es der Autorin, die Atmosphäre dieser Zeit einzufangen: den Verlust einer heilen Welt, die Unsicherheit über das, was bleibt, und die leise Hoffnung, trotzdem wieder Wurzeln schlagen zu können. Die Rückkehr nach Bad Lichtenberg und in das schwer beschädigte Hotel Deutscher Kaiser ist sinnbildlich für den Versuch, trotz aller Narben weiterzugehen. Die Frage, ob es irgendwann wieder möglich ist, optimistisch in die Zukunft zu blicken, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Für mich war dieser dritte Teil erneut sehr einfühlsam und bewegend erzählt. Ich hätte gern noch weitergelesen, denn die Figuren sind einem über die Bände hinweg ans Herz gewachsen. Auch wenn vieles zu einem gewissen Abschluss geführt wird, lässt das Ende doch Raum für einen weiteren Band. Ob die Geschichte weitergeht, bleibt offen – aber die Möglichkeit ist spürbar. Ein würdiger Abschluss der Trilogie, der dennoch ein Fenster für mehr offenlässt.
