Wenn Verzweiflung Entscheidungen lenkt.
Die siebte Zeugin ist ein klassischer Justiz-Krimi, der sich durch seinen sehr zugänglichen und einfachen Schreibstil auszeichnet. Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, was es gerade für zwischendurch angenehm macht. Die Einblicke in juristische Abläufe wirken dabei authentisch, was nicht überrascht, da die Autoren selbst aus der Praxis kommen. Allerdings hat mich die Geschichte nicht vollständig überzeugt. Die Handlung ist über weite Strecken recht vorhersehbar. Schon früh deutet sich an, dass hinter der Tat des Protagonisten eine größere, persönliche Hintergrundgeschichte steckt, wodurch ein Teil der Spannung verloren geht. Auch die Darstellung des kriminellen Umfelds wirkte auf mich etwas klischeehaft. Die Einbindung von Clan-Kriminalität erschien recht stereotyp und wenig differenziert, was dem Ganzen etwas an Tiefe nimmt. Trotzdem hat das Buch einen starken Moment: Der letzte Satz hat mich tatsächlich noch einmal überrascht und kurzzeitig gepackt; ein Abschluss, der mehr Wirkung hat als der Weg dorthin. Insgesamt ist Die siebte Zeugin ein solide geschriebener, gut lesbarer Krimi mit Schwächen in der Originalität. Für ein einmaliges Lesen durchaus geeignet, auch wenn er mich nicht dazu motiviert, weitere Teile der Reihe zu lesen.



















































