8. Jan.
Rating:4

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass der zweite Band von Fräulein Zeisig rausgekommen ist. Dieser Fall führt sie in die amerikanische Siedlung am Perlacher Forst, wo sie herausfinden soll, ob der anonyme Hinweis auf ein vernachlässigtes Pflegekind tatsächlich der Wahrheit entspricht. Am selben Tag wird in den USA John F. Kennedy ermordet - was unter den GIs zu Spannungen führt. Auf einem Acker außerhalb von München wird ein erschossener schwarzer GI gefunden - besteht ein Zusammenhang? Ich war sehr beeindruckt davon, wie die Autorin die Situation verschiedener Frauen in dem Buch darstellt. Zum einen gibt es die Parallelwelt, in der die Frauen der GIs leben, die ihre Männer zu ihren jeweiligen Standorten begleiten und dort versuchen, als Hausfrau das amerikanische Familienleben zu etablieren. Aber auch die Situation junger deutscher Frauen, die ungewollt schwanger werden und keine andere Möglichkeit sehen, als das Kind abzugeben, wird in diesem Roman thematisiert. Und selbst bei der Polizei herrscht Sexismus - den weiblichen Ermittlern werden quasi nur Aufgaben zugetraut, die der Rolle der Frau entsprechen. In Summe ist das nicht wirklich leichte Kost.

Fräulein Zeisig und der amerikanische Freund
Fräulein Zeisig und der amerikanische Freundby Kerstin CantzKnaur Taschenbuch