Das Duo Hammer und ich haben ein – wie soll ich es sagen – schwieriges Verhältnis. Von den vorherigen Bänden fand ich zwei Teile toll und zwei Teile so langweilig, dass ich diese abgebrochen hatte. Also stand es 50:50 beim letzten Band. Wichtigste Frage zuerst, muss man die vier Bände vorher gelesen haben? Ich hatte nur die ersten beiden Bände gelesen und dies reichte völlig aus. Jedoch würde ich empfehlen, wenigstens einen der beiden Bücher zu lesen, um das Ermittlerteam kennenzulernen. Das macht einiges einfacher, wenn es Anspielungen im Laufe der Handlung gibt. Insgesamt hat mir das Buch großen Spaß gemacht und versöhnte mich wieder mit der Reihe. Doch warum gefiel mir nun der fünfte Band auf einmal wieder? Das hatte mehrere Gründe: Der Fall war schlichtweg spannend. Er war nicht völlig abgedreht, es gab die gute, alte klassische Ermittlerarbeit, nicht zu viele Nebenhandlungen und ich hatte stets das Gefühl, dass der Kern des Krimis tatsächlich so stattfinden könnte. Und vielleicht, nein, ich bin mir ziemlich sicher, es sich auch im wahren teilweise so Leben abspielt. Was den Fall umso erschreckender macht. Und gerade das, dieser Funken Realismus und der beschriebene Konflikt, machten auch die ersten beiden Teile so gut in meinen Augen. Außerdem bin ich ein Fan eines guten Ermittlers bzw. eines guten Ermittlerteams. Dabei geht es mir um individuelle Charaktere (keine Extreme), ihre Zusammenarbeit und wie sie sich in den Fall einfügen. Ich mag es nicht, wenn auf einmal einer im Ermittlerteam ausschert und sich die Hälfte des Buches um seine Probleme kümmert. Es ist etwas anderes, wenn es nur einen Protagonisten gibt, aber im Rahmen eines ganzen Teams stört mich das gewaltig. Und leider war dies in den vorherigen beiden Bänden streckenweise der Fall. Von daher, Glück gehabt, ich habe mich gefreut, die Reihe so abschließen zu können. Und wer weiß, vielleicht gibt es doch noch irgendwann einmal eine Fortsetzung.
20. Nov.Nov 20, 2023
Todeshafenby Lotte HammerKnaur Taschenbuch
