Isabel und Appolinare wollen Urlaub machen - Vacance annuelle. Wenn es nach ihnen geht aber weder Rouvon noch der Alte gönnen ihnen das natürlich nicht. Ein Mord steht aufzuklären, ein Fälscher ist zu suchen. Damit ist der Urlaub sofort zu Ende und die Ermittlungen nehmen ihren Lauf.
Auch Band 4 der Reihe rund um Madame le Commissaire überzeugt mit seinem ganz eigenen Charme. Zwar ist der Fall diesmal etwas ruhiger und weniger temporeich als in den ersten Büchern, doch das verleiht der Geschichte eine angenehme Atmosphäre.
Der Kriminalfall entwickelt sich eher subtil und lebt weniger von Spannungsspitzen als von Beobachtungen, zwischenmenschlichen Nuancen und der Ermittlungsarbeit.
Besonders gelungen ist wieder einmal das Setting: Die südfranzösische Kulisse wird so lebendig beschrieben, dass man sich direkt vor Ort fühlt. Diese dichte, fast schon entschleunigende Atmosphäre macht einen großen Teil des Reizes aus und ist ein wesentlicher Grund, warum die Reihe für mich klar in den Bereich „Cosy Crime“ fällt.
Insgesamt ist „Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild“ ein gelungener, wenn auch etwas ruhigerer Band, der vor allem durch seine Stimmung und sein Setting punktet. Wer die Reihe mag, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen, besonders, wenn man eine entspannte, atmosphärische Krimilektüre sucht.
Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden ist in diesem Buch ein wenig vom Zauber der Provence verloren gegangen. Die Story hat mir dabei wirklich gut gefallen, Kunstkriminalität kommt für mich zu selten in Büchern vor! Ich glaube aber, dass dieser Band auch gut mit 50 Seiten wenig auskommen könnte...