Guter historischer Ronan
Wir verfolgen in diesem Roman die Geschichte der Familie Hirschvogl vom Ende des 19.Jahrhunderts bis Anfang der 50er Jahre. Unsere Hauptprotagonisten sind die Frauen der Familie Thea, Lily und Edna. Im Jahr 1897 eröffnen Thea und Jacob das neu ausgestattete Hirschvogl, ein Luxuskaufhaus am Rindermarkt in München. Die wechselvolle Geschichte des Kaufhauses ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft: die goldenen Anfangsjahre, der erste Weltkrieg, Inflation und der zunehmende Antisemitismus, denn die Hirschvogls sind jüdischer Abstammung. Das Schicksal der Familie und des Kaufhauses ist straff erzählt in mehr oder weniger großen Zeitsprüngen. Liebe, Intrige, Innovation, Freundschaft - hier ist alles enthalten. Es lässt sich flüssig lesen, mir haben aber etwas die Ecken und Kanten gefehlt, bei aller Tragik und Schicksalsschlägen kommt mir die Geschichte zu glatt daher. Auch die Figuren hätten etwas mehr Tiefe vertragen. Trotzdem ein gutes Buch, das mir die Kaufhauskultur um einiges näher gebracht hat.









