Die Angst - kommt sie oder nicht?
Die unbeschwerte Kindheit der 12-Jährigen Reeve LeClaire fand ein jähes Ende an dem Tag, an dem sie ein perfider Triebtäter entführte und misshandelte. Erst nach Jahren der Gefangenschaft konnte Reeve fliehen und ihr Peiniger gefasst werden. Doch Jahre nach ihrer Flucht werden in Kalifornien erneut drei Mädchen entführt, von denen schließlich eins entkommen kann: Tilly. Sie ist das jüngste Opfer, schwer traumatisiert und verweigert jegliche Aussage. Schließlich bitten die Eltern des Mädchens Reeve um Hilfe. Immer tiefer gerät Reeve in die aktuellen Ermittlungen und ins Visier des brutalen Killers, der sie keine Sekunde unbeobachtet lässt ... Die Identität des Mörders ist früh bekannt. Der Leser ist über seine Schritte besser informiert als die Protagonisten. Das Schwergewicht des Romans liegt auf dem psychologischen Aspekt der Opfer. Auf der einen Seite gelang es mir sehr leicht, mir vorzustellen, welche Ängste Reeve nach all den Jahren immer noch ausstehen muss, wenn sie fremden Menschen begegnet. Aber auf der anderen Seite war sie mir dann doch wieder zu naiv und vertrauensvoll. Brachte sich in Situationen, welche völlig unangebracht waren. (In welche ich mich auch ohne traumatisierten Hintergrund niemals begeben hätte oder wenigstens nicht allein) Leider war für mich auch das Ende sehr vorhersehbar. Reeve will die Stadt verlassen, nachdem der Fall aufgeklärt zu sein scheint… Aber mal ehrlich: Lässt sich ein solch durchtriebener Täter, der an alles zu denken scheint, wirklich so schnell überführen?




