Ein hochspannendes, aber durchwachsenes Finale mit Licht und Schatten
Der große Abschluss der Auris-Reihe hinterlässt mich mit ziemlich gemischten Gefühlen. Als treuer Begleiter der Reihe war die Vorfreude auf das Finale riesig, doch nach dem Zuklappen des Buchs muss ich leider gestehen: Für mich ist „Puls der Angst“ der schwächste Teil der gesamten Reihe. Hier sind die Gründe für mein durchwachsenes Urteil – und warum mich das Ende trotzdem versöhnt hat. Was mir gefehlt hat: Zu wenig Phonetik, zu viel Klischee Das größte Manko vorweg: Das absolute Herzstück der Reihe – die Phonetik – kommt in diesem Band viel zu kurz. Matthias Hegels faszinierende Fähigkeiten, die die Vorgängerbände so einzigartig und besonders gemacht haben, kommen hier eigentlich kaum noch zum Tragen. Dadurch verliert die Story ein großes Stück ihrer Identität. Auch inhaltlich konnte mich nicht jeder Plot-Twist komplett überzeugen; manche Wendungen wollten bei mir einfach nicht zünden. Die Hintergrundgeschichte rund um Julas Mutter wirkte auf mich leider ein wenig klischeehaft. Ein weiterer Knackpunkt war Jula selbst: Während fast alle Charaktere in diesem Band noch einmal gefestigter und reifer wirken, verhält sich Jula oft bockig. Ihre Handlungen und Reaktionen waren für mich an vielen Stellen schlichtweg nicht nachvollziehbar. Was das Buch dennoch richtig macht: Nervenkitzel und Rätselspaß Aber genug des Negativen – denn das Buch hat auch verdammt starke Seiten. Vincent Kliesch schreibt gewohnt flüssig, und die lauernden Gefahren aus der Vergangenheit erzeugen von Anfang an eine packende Atmosphäre. Knoten im Kopf: Die extrem verworrene Familiengeschichte von Jula sorgt für ordentlich Verwirrung. Man steht als Leser immer wieder rätselnd da und versucht, das Ganze zu entschlüsseln – das macht richtig Spaß. Enorme Sogwirkung: Die Spannung ist von Anfang an da, baut sich aber gerade zum Finale hin unfassbar stark auf. Man wird förmlich durch die Seiten gezogen. Mein Fazit „Puls der Angst“ schwächelt zwar beim Charakterdesign von Jula und lässt Hegels phonetische Genialität vermissen, punktet dafür aber mit einem grandiosen Spannungsbogen. Das Ende hat mir unglaublich gut gefallen und sorgt für einen absolut runden, befriedigenden Abschluss, der mich die Reihe erhobenen Hauptes beenden lässt. Für Fans der Reihe trotz kleinerer Schwächen ein Muss, um die Geschichte rund um Hegel und Jula abzuschließen!
























































