
In ihrem Thriller „Die Burg“ entführt Ursula Poznanski die Leser in eine mittelalterliche Festung, die von einem Milliardär zu einer hochmodernen Escape-Room-Welt umgebaut wurde. Gesteuert wird das Szenario von einer künstlichen Intelligenz, die sich jedoch verselbstständigt und das Spiel für die geladenen Testpersonen zu einem realen, lebensgefährlichen Albtraum macht. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, angenehm zu lesen und baut schnell eine unterschwellige Spannung auf. Die einzelnen Kapitel fallen zwar etwas lang aus, durch die wechselnden Perspektiven bleibt der Lesefluss aber dynamisch. Poznanski schafft es hervorragend, die beklemmende und klaustrophobische Atmosphäre der Burg realistisch einzufangen. Die Grundidee ist extrem faszinierend: Eine Mischung aus High-Tech-KI und historischem Escape-Room verspricht Hochspannung. Das Setting bietet von der ersten Seite an ein enormes Potenzial und weckt große Erwartungen. Leider wird aus dieser starken Prämisse im Verlauf der Story zu wenig herausgeholt. Mit der Zeit fühlt sich das Vorankommen in der Burg eher wie ein ständiges Drehen im Kreis an. Die Figuren bleiben über weite Strecken leider enttäuschend flach und oberflächlich gezeichnet. Es fehlt den Protagonisten an emotionaler Tiefe, was das Mitfiebern mit ihrem Schicksal erschwert. Das Ende war absolut solide und bot eine gelungene Wendung, mit der ich so nicht gerechnet habe. Insgesamt ein spannender KI-Thriller mit einer großartigen Grundidee, der sein volles Potenzial durch erzählerische Wiederholungen aber nicht ganz ausschöpft. Insgesamt ein spannender KI-Thriller mit einer großartigen Grundidee, der sein volles Potenzial durch erzählerische Wiederholungen aber nicht ganz ausschöpft
























































