Ein Buch, schroff wie die Bergwelt. Hier ist kein Wort zu viel oder am falschen Platz.

In der Weltordnung, in der er immer ein Herr und sie immer eine Dienerin sein würde.
Düster, bedrückend und hochemotional. Dieses Buch kommt daher mit starken Frauenfiguren und einer gewaltigen Portion Female Rage. Angesiedelt in den Tiroler Alpen des 19. Jahrhunderts, schildert der Roman das harte Los der Frauen in einer tief patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Trotz der Schwierigkeiten mit dem österreichischen Dialekt in der direkten Rede fesselte die Geschichte mich sofort. Dass einige Fragen unbeantwortet bleiben, war für mich nicht weiter tragisch, da die stimmige Atmosphäre und der packende Erzählstil mich überzeugt haben. Wer also ein düsteres Alpendrama voller Female Rage mag, dem kann ich Die Schwarzgeherin empfehlen.

Tief bewegend, erschütternd und noch lange nach dem Lesen im Herzen
„Die Schwarzgeherin“ von Regina Denk ist eines dieser Bücher, die einen nicht einfach nur begleiten, sondern regelrecht verschlingen. Eine Geschichte, die unter die Haut geht, die weh tut und gleichzeitig so wunderschön erzählt ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, gefangen in einer harten, kalten Welt voller Armut, Vorurteile und gesellschaftlicher Zwänge. In einem Dorf, in dem jeder jeden kennt und Anderssein sofort verurteilt wird, kämpft sie ums Überleben. 》gegen den Hass der Mensche, 》 gegen das Gerede und 》gegen ein Leben, das längst für sie bestimmt wurde. Doch zwischen all der Dunkelheit lodert immer dieser Wunsch nach Freiheit. Nach einem Leben, das mehr ist als bloßes Funktionieren und Erdulden und der Kampf um die Liebe, gegen jeden Widerstand. Genau das macht diese Geschichte so unglaublich intensiv: dieser ständige Kampf zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Regina Denk schreibt dabei so eindringlich und atmosphärisch, dass ich beim Lesen komplett in diese Zeit hineingezogen wurde. Ich konnte die Härte des Dorflebens förmlich spüren. Die Kälte. Die Einsamkeit. Den Druck der Menschen. Diesen unterschwelligen Hass und Neid, der einem beim Lesen regelrecht die Luft abschnürt. Gleichzeitig aber auch die Sehnsucht nach Freiheit, nach Liebe, nach einem kleinen Stück Glück. Selten hat mich ein Buch emotional so mitgenommen. Und obwohl ich dieses Buch gelesen habe, hätte ich es so unglaublich gern als Hörbuch gehört. „Der Fährmann“ war durch seine Sprecherin als Hörbuch nämlich einfach nur grandios und genau deshalb hatte ich beim Lesen ständig ihre Stimme im Kopf. Das hat die Geschichte für mich sogar noch lebendiger gemacht und ehrlich gesagt auch den Dialekt ein bissl leichter. Es war fast so, als würde mir die Geschichte direkt erzählt werden. Dieses Buch hat mich sprachlos zurückgelassen. Traurig. Erschüttert. Und voller Respekt dafür, wie unfassbar schwer das Leben zu dieser Zeit gewesen sein muss. Regina Denk schafft es, historische Härte nicht nur zu beschreiben, sondern fühlbar zu machen, was einen tief berührt. Einzig am Ende hätten mir persönlich noch ein paar Seiten gefehlt. Ich war einfach noch nicht bereit, diese Geschichte loszulassen. Aber das ist wirklich reine Geschmackssache und ich möchte natürlich nichts spoilern. „Die Schwarzgeherin“ reiht sich für mich, genau wie „Der Fährmann“, ganz klar bei meinen absoluten Lieblingsbüchern ein. Solche Geschichten vergisst man nicht mehr. Für mich eine absolute Herzens-Leseempfehlung!!!

55/2026 Die Schwarzgeherin
Tragisch, aber unbedingt lesenswert!

Erwartungen waren zu hoch.
Die große Begeisterung die dieses Buch hervorruft, verstehe ich nicht wirklich. Das Buch ist gut, aber nicht herausragend. Die Geschichte kennt man ähnlich schon. Mich hätte viel mehr interessiert, wie aus der jungen Bäuerin die vielwissende Heilerin wurde. Aber darum geht es nicht, hauptsächlich das furchtbare ist Thema und alles andere fehlt.
Es war packend, spannend und so düster wie das Cover. Die Geschichte bringt einen in ein Dorf in den Tiroler Bergen im 19. Jahrhundert. Es ist ein gelungener Mix zwischen düsterer Atmosphäre und sehr aktuellen Gedanken rund um den Wunsch der Frauen nach Freiheit. Sehr deutlich wird in der Geschichte, welche Folgen es hat, dass so vieles zwischen den Menschen unausgesprochen bleibt.
Wow...,was für eine Geschichte.! Ich musste mich erst an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnen. Dann hat sie mich in seinem Bann gezogen und mitgerissen, so dass ich sie kaum noch aus der Hand legen wollte. Es ist keine schöne Geschichte, aber eine berührende und tragische. Sie ist tiefgründig und wirkt sehr authentisch. Ich habe mit den Protagonisten mit gefühlt und mit gelitten und hätte allen ein anderes Ende gewünscht. Ein sehr beeindruckender Roman, der nachhallt und den man sicher nicht so schnell vergisst. Klare Leseempfehlung!
Absolut großartiger Roman 🧡

Ohje das Buch war eine Zumutung für mich . Langweilig erzählt und geschrieben und die Story ist auch nur abgekupfert ,kennt man aus einigen anderen Büchern nur halt viel besser .
"Als Frau, wenn du keinem Mann die Kinder schenkst und den Hof führst, musst du selben schaun, wo du bleibst. Musst du zusehen, dass du mehr gebraucht wirst, als du Last bist. Solange sie mich brauchen hier, solang sie drauf vertrauen, dass ich ihren helf in der Not, so lang ist es gut um uns bestellt, haben wir was zu Essen, und niemand wird uns gefährlich. Und das soll so bleiben. Das muss so bleiben." Ich kann meine Gefühle gerade nicht ganz einordnen. Es fällt mir irgendwie schwer. Anfangs hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen, ich dachte es nicht die Zeit und nun bin ich baff, sprachlos, erstaunt und doch überzeugt, dass es ein echt klasse Buch ist. Ende 19. Jahrhundert irgendwo in den Tiroler Bergen. Ein Leben bestehend aus Arbeit, Landwirtschaft und Viehzucht. Ein Leben von Großbauern, von Großgrundbesitzern, die mit dem meisten Vermögen und den meisten Einfluss. Ein Leben in dem die Männer, die Väter, entscheiden, wer mit wem heiraten. Ein Leben in dem der Sohn das höchste Gut, der Erbe, der, der das Lebenswerk weiterführt, ist. Ein Leben in den die Frauen, sich um Haus und Hof kümmern, gebären, Mütter und Ehefrauen sind. Ein Leben in dem es unvorstellbar ist, dass eine Frauen das macht was ihr in den Sinn kommt, was sie liebt oder was sie will. Ein Leben wo Frauen ausgestoßen werden. Ein Geschichte voller Wut, voller Hass, voller Tod, voller Neid, aber voller Liebe, voller Aufopferung, voller Entbehrungen und voller Leidenschaft. Danke Regina Denk, dafür und dafür, dass ich dem Hype gefolgt bin und das Buch gelesen habe. Dennoch ein halben Punkt Abzug, ich fand, der Anfang ist echt langsam gestartet, es hat schon gedauert, bis ich drin war. Aber dennoch - eine echte Leseempfehlung.

Tirol, Ende des 19 Jahrhunderts: “Schwarzgehen - ist ein alter, regionaler Begriff für wildern, unerlaubt auf die Jagd gehen, unerlaubt Grenzen überschreiten, Gesetze brechen.” 🌲⛰️🖤 Liebe Theres, mit Gruß an die Maria, eure G’schicht hat eine solche Sogwirkung auf mi g’habt, das kann man fast nit in Worten beschreiben. Tief in den wilden Hochalpen hast di immer wohlgefühlt, Theres, bis zuletzt. Die Freiheit hast du braucht - das bist du, und stehn muss sie lei dir. Entfalten tut sie di gewiss. “als Weib kannst du nicht frei sein und gleichzeitig dazugehören” G’sehen und g’spürt hat man die Kälte, davon ist man ausgangen,- wie hast denn du auch so daherkommen können? Doch die Wahrheit ist ganz anders - voller Leidenschaft und Feuer - genau das bist du! Mitgefühl wohnt in dir, nit nur als Botschaft der Heilerin. Das hast du bewiesen, allein durch das tolle Madl, welches du begleitet und wie a Tier g’schützt hast. Manchmal war es zu viel Leidenschaft, vielleicht auch für das Falsche. Angetan warst, verzückt, i kann es dir nit verübeln. Da stand er plötzlich im Dorf vor dir, der Xaver, recht mystisch hat das schon g’wirkt. Was du nie vergessen darfst, sind jene, die wirklich nur das Beste für di wollen. Soiche Menschen hat es doch auch immer bei dir geben, neben der Maria. Aber i weiß, du hast das nie vergessen, auch wenn du es vielleicht nit immer gleichermaßen erwidern hast können. Vergessen werd i di nie. Eine eigne Welt hast mir mit deiner G’schicht vermittelt, in die i grenzenlos gern abgetaucht bin. Lesen sollte das jeder, das ist schon ein meisterlich Werk, welches i da in den Händen halten durfte. An lieben Dank, liebe Theres, für deine Stärke, deine Wildheit und deine Hingabe.

Tragische Familiengeschichte, die ein ganzes Dorf auf Trab hält.
Muss zugeben, am Anhang kam ich schwer in das Buch rein, der Schreibstil, die Sprache war etwas mühsam zu lesen, aber es passte zu der damaligen Zeit. Aber abbrechen war nicht, den die Geschichte war schon sehr interessant. Ab ungefähr der Hälfte, war ich drin in der Geschichte und konnte dann auch gut durchlesen. Tragisches Familiendrama.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an tief berührt. Kaum hatte ich es aufgeschlagen, war ich gedanklich mitten in einem abgelegenen Tiroler Alpental am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Atmosphäre ist so dicht und eindringlich beschrieben, dass man das harte Leben der Menschen, die karge Landschaft und die Enge der Dorfgemeinschaft förmlich spüren kann. Im Mittelpunkt steht die junge Theres, die unter entbehrungsreichen Bedingungen aufwächst und früh lernt, stark zu sein. Als der geheimnisvolle Fremde Xaver im Dorf auftaucht, verändert sich ihr Leben. Zwischen den beiden entsteht eine intensive, fast schicksalhafte Verbindung. Doch bald gerät Xaver unter Verdacht, als Wilderer unterwegs zu sein. Die Bauern stellen ihm eine Falle und kurz darauf ist er spurlos verschwunden. Für Theres beginnt damit ein Weg voller Härte und Einsamkeit. Als sie verkündet, ein Kind von Xaver zu erwarten, wird sie im Dorf zur Außenseiterin. Schließlich verlässt sie ihre Heimat und zieht sich in die wilde Einsamkeit der Hochalpen zurück, wo sie fernab der Menschen ihre Tochter großzieht. Doch die Vergangenheit bleibt nicht verborgen und holt sie eines Tages wieder ein. Besonders eindrucksvoll ist die Erzählweise des Romans. Die Geschichte entfaltet sich auf mehreren Zeitebenen, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Dabei lässt die Autorin ihre Protagonistinnen selbst zu Wort kommen. Die Kapitel wechseln zwischen verschiedenen Perspektiven, wodurch Gedanken, Gefühle und Beweggründe der Figuren besonders nah und intensiv erfahrbar werden. Beim Lesen saß ich mehr als einmal sprachlos da. Diese Geschichte hat mir emotional unglaublich viel abverlangt. Es gab Momente, in denen ich mit offenem Mund las, schwer schlucken musste und mir die Tränen wegdrücken wollte. Theres’ Weg, ihr Mut, ihre Verzweiflung und ihre Stärke haben mich tief bewegt. Ich habe sie auf jeder Seite begleitet und mit ihr gehofft, gezweifelt und gelitten. Ich habe dieses Buch beim Lesen wirklich durch und durch gefühlt. Ein besonderer Reiz des Romans liegt auch in der Sprache. Der behutsam eingearbeitete Dialekt verleiht der Geschichte eine zusätzliche Authentizität und lässt die Figuren und ihre Welt noch lebendiger wirken. Fazit: Ein Roman, der mich tief erschüttert, bewegt und vollkommen in seine Welt gezogen hat. Für mich schon jetzt ein echtes Jahreshighlight.
“Als Weib kannst du nicht frei sein und gleichzeitig dazugehören.”
Ende des 19. Jahrhunderts wächst Theres in einem Tiroler Tal auf. Schon früh zeigt sich ihr unbändiger Freiheitswille und sie versucht, sich den Zwängen und der Enge der Dorfgemeinschaft zu entziehen. Neid, Habgier und Missgunst prägen das Leben der Menschen im Dorf. Nur selten findet man echte Zuneigung und Freundschaft. Und das Leben der Frauen folgt immer wieder denselben eingetretenen Pfaden, aus denen es kaum ein Entrinnen gibt. Atmosphärisch und Schonungslos erzählt Regina Denk die Geschichte von Theres und ihrer Tochter Maria. Folgt ihnen durch Freude, aber viel häufiger durch Trauer, Leid und Einsamkeit. Es ist kein einfaches Buch, auch wenn es leicht und flüssig zu lesen ist, da das Leben zu dieser Zeit hart und von Verlust bestimmt ist. Dieses Buch hat mich mitgerissen und auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt. Es ist absolut lesenswert, auch wenn am Ende für mich einige Fragen offenbleiben.

DIE SCHWARZGEHERIN Regina Denk ET: 02.09.24 Tirol, Mitte des 19. Jahrhunderts: Theres verliert früh ihre Mutter, gestorben im Kindbett – gemeinsam mit ihren Brüdern. Die, die das zunächst überlebten, starben später. Am Ende blieben nur sie und ihr Vater zurück. Und Leopold, ihr bester Freund seit Kindertagen, der Sohn vom Xantner Hof. Ihm ist sie versprochen, schon seit der Kindheit. Er ist ihr Gefährte, immer für sie da, nur zum Unfug muss sie ihn stets erst überreden. Als Theres achtzehn ist, planen die Väter die Verlobung und damit die Zusammenführung der beiden großen Höfe. Was sie nicht ahnen: Theres hat ganz andere Pläne. Heiraten will sie nie, ihre Freiheit liebt sie über alles. Dann taucht am Osterfest ein Fremder auf – Xaver Kargl. Seine Ausstrahlung zieht Theres sofort in den Bann. Ungeachtet dessen, dass sie einem anderen versprochen ist, macht er ihr unverhohlen den Hof. Als Wildereien und Einbrüche das Dorf beunruhigen, ist man sich schnell einig: Der Neue muss es gewesen sein. Doch wer nun glaubt, hier sei schon zu viel verraten, sollte dieses Buch unbedingt selbst lesen. Denn Theres ist bald guter Hoffnung – und ihr könnt euch denken, dass diese Nachricht nicht überall auf Freude stößt. Was für ein starkes Buch. Zu gern hätte ich diese Besprechung im Dialekt des Romans geschrieben, so sehr hatte ich das Gefühl, ein paar Tage in diesem abgelegenen Bergdorf verbracht zu haben. Regina Denks Schreibstil ist eindringlich und zugleich ungemein atmosphärisch. Man spürt die Kargheit der Landschaft, hört förmlich die Äste knacken und ist so gefesselt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag – aus Angst, etwas zu verpassen. Fazit: Do passt einfach alls zam: a spannender, dichter und ungemein atmosphärischer Roman. A klare Leseempfehlung – und i g’frei mi jetzt scho sehr auf Regina Denks nächsts Buch, des am 02.03.26 erscheint. 5+/5
🌟🌟🌟🌟🌟 Für für ein wunderbares Buch, ich mochte es gar nicht aus der Hand legen.
Sprachlich einzigartig schafft es Regina Denk das vorbestimmte Leben von zwei Frauen zu sprengen. Beide wollen frei sein und für jede bedeutend es etwas anderes. Plottwists inklusive!
Habe es sehr gerne gelesen und freue mich auf den Nachfolger.

Die Schwarzgeherin von Regina Denk ist ein düsteres, bedrückendes Buch. Die Geschichte spielt in einer rauen Bergwelt, in der Armut, Gewalt und Schuld zum Alltag gehören und die Menschen kaum miteinander sprechen. Vieles bleibt unausgesprochen, wird ertragen oder weitergegeben. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen aus den Perspektiven von Marie und Theres. Beide Frauen sind geprägt von Verlust, Härte und den starren Regeln ihrer Umgebung, beide kämpfen auf ihre Weise ums Überleben und um Selbstbestimmung. Die Kälte der Berge spiegelt sich in den Bewohnern und ihren Beziehungen. Trotz der sehr finsteren, teils erschütternden Szenen hat mir das Buch sehr gefallen.

Grandios
Ach Leute, dieses Buch hat mich emotional zerstört. Uns wird in diesem Buch die Geschichte von Theres erzählt, einer jungen Frau die Endes des 19. Jahrhunderts in den Tiroler Alpen lebt. Theres ist anders. Sie möchte frei sein, nicht Ehefrau und Mutter, nicht Bäuerin. Und so stößt sie mit ihrer vermeintlichen Sturheit, vielen vor den Kopf. Denen, die sie eben haben möchten, wie es die Tradition so möchte. Und ihr „Widerwille“ hat einen hohen Preis. Wir werden in diesem Buch Zeuge, wie es den Frauen zur damaligen Zeit erging und eben auch denen, die sich nicht „fügen“ wollten. Wir werden Zeuge von unaussprechlichen Taten, von Ausgrenzung und Hass. Ich habe geweint. Um die Frauen in diesem Buch, aber auch um die Frauen, denen es im wirklichen Leben so erging und auch heute noch ergeht. Dieses Buch ist eine Wucht. Und es lässt mich so sprachlos zurück. Ich kann es Euch nicht beschrieben, Ihr müsst dieses Buch selber erleben. Diese Düsternis, das Unausgesprochene, die Ungerechtigkeit. Ich würde dieses Buch als einen Weckruf, ein Mahnmal bezeichnen. Regina Denk schafft es, eine Geschichte in einem einmaligen Setting und mit einer absoluten Sogwirkung zu erzählen. Von Seite eins an, wird man in die düstere und besondere Atmosphäre des Buches gesogen. Man taucht ab in die Berge und Wälder und findet nur schwerlich wieder hinaus. Gekonnt wird hier das Schicksal von Frauen berichtet und das eingebettet in eine doch auch sehr spannende Geschichte. Die Charaktere alle so besonders und doch schlicht. Meine Herz wurde mir oft so schwer. Von all dem, was hätte sein können und von dem was nicht hätte sein dürfen. Die Päckchen, die hier jeder zu tragen hat, wiegen schwer. Und das Authentische macht die Geschichte so greifbar. Es hätten meine Vorfahren seinen können. Meine Urgroßmütter, denen all das passiert ist und noch viel mehr. Und das hat mich sehr wehmütig werden lassen. Wie sehr wurden Frauen in der Gesellschaft verachtet. Selbst untereinander konnte sich der Samen des Hasses aussähen und steckt auch noch heute oft tief verwurzelt in uns. Es wird Zeit, dass wir Frauen füreinander einstehen. Diese Geschichte lässt mich nachdenklich zurück. Sie legt den Finger in die Wunde, bis es richtig weh tut. Und das ist auch gut so! Eine Leseempfehlung.
Ein Dorf in den Tiroler Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts. Hier ist das Leben hart und karg; und nicht zuletzt gezeichnet durch eine extrem patriarchal geprägte gesellschaftliche Ordnung. Hier wächst Theres auf. Ihre aus Italien stammende Mutter stirbt früh und hinterlässt mit Theres eine Tochter, die schon als Kind ihren unbändigen Drang nach Freiheit spürt. Doch dass Freiheit und Selbstbestimmung für sie nicht vorgesehen sind, bekommt sie schnell deutlich zu spüren. Als sie sich in einen Fremden verliebt, der aus unbekannten Gründen ins Dorf kommt, kommt eine Lawine dramatischer Ereignisse ins Rollen… Regina Denk erzählt in Die Schwarzgeherin eindringlich und atmosphärisch von einer Frau, die sich den patriarchalischen Normen ihrer Zeit widersetzt und die für ihre Selbstbestimmung Einsamkeit in Kauf nimmt. Die Rauheit und Brutalität der Menschen spiegelt sich in der sie umgebenden Natur wider und umgekehrt. Hierdurch entsteht eine absolut dichte und bedrückende Atmosphäre, die mich zusammen mit dem beeindruckenden Spannungsbogen komplett fesseln konnte. Hinzu kommt die Tiefe und Authentizität der Figuren, deren innere Zerrissenheit absolut fühlbar war. Die Schwarzgeherin ist ein stiller, atmosphärischer, spannender und thematisch gewichtiger Roman, den ich absolut empfehlen kann.
Eine Geschichte, die bleibt!
Dieses Buch hat mich umgehauen. Selten hatte ich beim Lesen das Gefühl, einer Geschichte so nahe zu sein – als wäre die Autorin selbst durch diese Landschaft gegangen, hätte diese Kälte, diese Enge, diese Härte am eigenen Körper erlebt. Regina Denk schreibt mit einer Tiefe und Wahrhaftigkeit, die fast weh tut. Im Zentrum steht Theres – eine Figur, die innerlich zerrissener kaum sein könnte. Da ist dieser tiefe Wunsch, dazuzugehören, anerkannt zu sein, Teil der Gemeinschaft zu werden. Und gleichzeitig dieser unbändige Drang nach Freiheit, nach einem Leben jenseits der engen Regeln, Zuschreibungen und stillen Urteile. Theres schwankt zwischen Anpassen und Aufbegehren, zwischen Erdung und Aufbruch – und genau diese Spannung macht sie so menschlich, so nahbar. Das Leben, das der Roman beschreibt, ist brutal. Ungeschönt. Manchmal so hart, dass ich beim Lesen an meine Grenzen kam. Und genau darin liegt seine Kraft: Er will nicht gefallen, er will zeigen. Armut, Abhängigkeit, soziale Kontrolle – ein bäuerliches Gefüge, das nach außen fromm wirkt, im Inneren aber von Neid, Missgunst und moralischer Scheinheiligkeit durchzogen ist. Besonders erschreckend: Vieles davon fühlt sich nicht nur historisch an. Auch heute noch begegnet man – gerade auf dem Land – genau diesen Mechanismen des stillen Richtens, des Gegeneinanders hinter freundlichen Fassaden. Das macht den Roman zeitlos und unangenehm aktuell. „Die Schwarzgeherin“ ist kein leichtes Buch. Aber ein wichtiges. Ein ehrliches. Und eines meiner absoluten Lieblingsbücher.

🖤🧡DIE SCHWARZGEHERIN von Regina Denk🖤🧡 Erschienen bei @droemerknaur, 2. September 2024, 416 Seiten ✨Leseempfehlung!✨ Worum geht’s? Ein fesselnder Roman über eine Frau, die für ihre Freiheit und Unabhängigkeit einsteht Zitat aus dem Buch: In einer Welt, in der die Freiheit den Männern gehört, nimmt sich eine Frau, was ihr zusteht. Fakten zu Autorin: REGINA DENK wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Vom Literaturstudium in München bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt. Unter dem Pseudonym Fanny König hat sie sich bisher dem bayerischen Krimi-Humor verschrieben. Nun wagt sie mit »Die Schwarzgeherin» einen dramatischen, düsteren Ton, bei dem man bis zur letzten Seite den Atem anhält. Leseeindruck: Hochspannend und atmosphärisch erzählt der historische Roman vom Leben in einem abgeschiedenen Bergdorf in den Tiroler Alpen: Eine junge Frau widersetzt sich der patriarchalen Ordnung und verlässt den Schutz der Gemeinschaft um wirklich frei zu sein. Authentisch kommt der Roman daher, denn das Schreiben und natürlich auch die Berge begleiten Regina Denk schon ihr Leben lang - ein Bein in Österreich, das andere in Bayern. Es gibt Bücher die noch lange nachhallen, dieses ist so ein Buch. Regina Denk ist es wirklich bemerkenswert gelungen, eine Geschichte zu schaffen, die Gehör bekommt, ein Buch, das gesehen und gern aufgrund seines herausragenden Schreibstils gelesen wird. Mit einer beiläufigen, authentischen Eleganz hat sie das Buch mit viel Empathie und Fantasie ausgestattet. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Das Cover empfinde ich als passend und schön gestaltet. Ein schlauer und einzigartiger Roman zum Thema Feminismus.
9 Gründe, warum Regina Denks „Die Schwarzgeherin“ ein klares Highlight für mich war.
1. Die BILDSPRACHE und der Schreibstil haben mich eingehüllt und in ihren Bann gezogen. Regina Denk kann mit Worten weben. Sie beherrscht ihr Handwerk exzellent. Der kalte Wind schneidet in unsere Haut, wir riechen den Duft der Tannen und sehnen uns nach Licht in der Düsternis. Die Gestaltung der Dialoge in Tiroler Mundart stellte ein weiteres wichtiges Puzzleteil in der Entstehung eines sehr detaillierten und atmosphärischen Gesamtbildes dar. 2. Die ZWISCHENSPIELE, während derer wir ein Adlerweibchen entlang seiner Lebensspanne begleiten, habe ich geliebt. Es gibt Momente, in denen unsere Schicksale mit denen der Wesen um uns herum für Sekunden verschmelzen. So auch das des Adlerweibchens mit denen von Maria und Theres. Es schwebt über den Dingen und trägt doch seine eigene Geschichte, anhand derer wir die Handlung in unserem Herz bewegen und reflektieren können. 3. Aus der SCHONUNGSLOSIGKEIT, der die Autorin uns aussetzt, spricht eine Wertschätzung und Achtung für die LeserInnen. Sie traut uns zu, Schmerz und Düsternis auszuhalten, um am Ende grundlegende Wahrheiten über die menschliche Natur darstellen zu können. 4. Die GLEICHZEITIGKEIT von Kontrast und Parallelen zwischen den Wünschen von Mutter und Tochter hat mich in ihrer Kunstfertigkeit sehr beeindruckt. Theres lehnt den für sie von der Elterngeneration vorbestimmten Weg ab. Ebenso weigert sich Maria, den von der Mutter für sie festgelegten Pfad einzuschlagen. Die eine fordert Freiheit und Unabhängigkeit, die andere Geborgenheit und Zugehörigkeit. In der Rebellion liegt die Parallele, im Ziel der Selbstbestimmung der Kontrast. Genial. 5. Die TIEFE und der Facettenreichtum der Charaktere haben mich gefesselt. Selbst primär unsympathische Figuren handeln in bestimmten Schlüsselmomenten nahbar und nachvollziehbar. Ich denke in diesem Kontext an Annelies, die ihren Sohn im Rahmen eines Gesprächs vor Schmerz bewahren will. 6. Den SPANNUNGSBOGEN, der durch Elemente wie Foreshadowing und bewusst offen belassene Leerstellen entstanden ist, betrachte ich als sehr gelungen. Er macht die „Schwarzgeherin“ zu einer „Grenzgängerin“ zwischen den Genres und das hat mich sehr begeistert. 7. Der formale AUFBAU bestehend aus einer äußeren Erzählerinnen-Rahmenhandlung mit Mystery-Elementen und den beiden Handlungssträngen um Maria und Theres, die sich wiederum aus verschiedenen Zeitebenen zusammensetzen, wird mir als sehr gelungen in Erinnerung bleiben. 8. Die Variation und das Spiel mit dem ERZÄHLTEMPO haben mir sehr gefallen. Zum Ende des Romans überschlugen sich die Ereignisse, sodass ich selbst ganz atemlos hinterher rannte. Im Kontrast dazu wurde das dörfliche Setting mit all seinen Details eingangs eher langsam und ausgedehnt in all seiner Wuchtigkeit charakterisiert. 9. Die BOTSCHAFT des Romans hat mich sehr beeindruckt. Der Aspekt der Selbstbestimmung wird von allen Seiten betrachtet. Schonungslos wird auch der Preis umrissen, der aufgrund roher und rigider Bedingungen selbst und durch andere gezahlt werden muss, wenn das Streben nach Autonomie in jeder Lebensentscheidung das höchste Gute darstellt. Was teilweise als rücksichtsloses Vorgehen gewertet werden könnte, ist für mich letztlich eine Anklage gegen die Verhältnisse, die das folgende Zitat perfekt zusammenfasst: „Als Weib kannst du nicht frei sein und gleichzeitig dazugehören..."
Ein aufwüllender "Heimatroman", der mit rauer Sprache das harte Bergbauernleben im 19 Jh. schildert. Im Mittelpunkt steht Theres, die selbstbestimmt leben will, dafür aber viel verliert und erdulden muss. Man lebt und leidet mit den Figuren mit.
Super Buch. Die Art des Schreibens fand ich sehr dicht und stark. Hat richtig Spaß gemacht zu lesen
So eine unglaublich düstere Atmosphäre hat die Geschichte. Fast Hoffnungslos und Schicksalhaft hängt alles zusammen. Aber so sind wohl die Zeiten des 19. Jahrhunderts in Tirol gewesen.
Eindrucksvoller Heimatroman
Eine unglaublich bedrückende und düstere Atmosphäre. Sehr authentisch, auch in sprachlicher Hinsicht, bildgewaltig und leidenschaftlich erzählt. Definitiv ein kraftvolles, wie ebenso emotionales Werk, wir begleiten die Protagonisten durch viele Jahre hindurch. Wir erleben deren Schicksalsschläge mit und können es kaum fassen, was alles passiert. Vor allem die Rolle der Frau am Ende des 18. Jahrhunderts hat mich echt erschüttert … parallel dazu wird auch immer wieder die LebensGeschichte eines Adlerpärchens erzählt, auch hier geht es um Freiheit und das (Weg)Fliegen. Ein sehr tragisches Buch, aber das Ende hat mich doch etwas versöhnt. Von meiner Seite aus eine 100%ige Leseempfehlung, ist aber keine leichte Kost!
"Die Schwarzgeherin" ist ein ungemein intensives und kraftvolles Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinem Bann gezogen hat. Durch den packenden und bildlichen Schreibstil, der darüber hinaus z.T. noch mit Tiroler Lokalkolorit authentisch ergänzt wird, bin ich ganz tief in die Geschichte von Theres und Maria eingetaucht. Der Roman ist definitiv keine leichte Kost, denn sie erzählt roh und schonungslos über das Miteinander in einer Tiroler Alpengemeinde, durchtränkt von Neid, Missgunst, Freiheit und dem Patriarchat. Dass zum Schluss ein paar Fragen offen bleiben, empfinde ich diesmal als nicht weiter schlimm - auch wenn ich zu gerne gewusst hätte, woher Theres ihr medizinisches Wissen hat. Die Geschichte hinterlässt bei mir jetzt schon einen bleibenden Eindruck und ist mein erstes Jahreshighlight 2026. Absolute Leseempfehlung!
Rauhe Alpenwelt
Auf dieses Buch hab ich mich viel zu lange so doll gefreut. Immer wieder ist es vom Bücher Stapel gerutscht. Aber das hatte alles seinen Sinn, denn es wollte in einer Woche gelesen werden, in der viel Schnee und Eis in der Luft lag. Welches Wetter eignet sich besser dazu, um in den Alpen des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen Dorf einer freiheitsliebende Frau beim Frieren und Kämpfen zur Seite zu stehen? Theres ist das einzig überlebende Kind des Lachermeyer Bauern. Auch die Mutter muss sie beerdigen und so kann man sich denken, wie früh sie Verantwortung für Tätigkeiten übernehmen muss, für die sie eigentlich noch zu jung ist. Aber sie fügt sich nicht in ihr Schicksal, sondern träumt von der Freiheit, vom Fliegen und vom Anders sein. Es gibt keinen Platz für diese Gedanken in dem Tiroler Bergdorf. Schon früh ist geregelt, dass sie den Leopold, ihren besten Freund heiraten soll, damit die beiden Höfe eine Einheit bilden. Doch dann taucht Xaver auf und zerstört die Zukunftspläne der Väter. Seine vermeintliche Weltgewandtheit übt einen großen Reiz auf Theres aus. Das bleibt nicht ohne Folgen und damit nimmt ihr Schicksal eine Wendung. Sie zieht hoch ins Gebirge und lebt dort in der Einsamkeit. Nur ihr treuer Freund Leopold kümmert sich ab und an. Als „alte“ Frau Ende 30 erleben wir Theres als helfendes Kräuterweib, die nur dann großen Zuspruch erfährt, wenn ihre Heilkunst zum Erfolg führt. Schon mit dem ersten Kapitel weiß man, woran man hier ist! Da wird nicht lang mit Landschaftsbeschreibungen die Sympathie der Leser*innen gewonnen, sondern ungeschönt gezeigt, wie brutal und direkt das literarische Erlebnis sein wird. Das fällt aber nicht der Opulenz dieses Bergromans zum Opfer.. Vilsmeier hätte seine wahre Freude an diesem Stoff gehabt. Unerfüllte Liebe, der Bruch mit Traditionen, das harte Leben in den Bergen und die Engstirnigkeit der Dorfbewohner prägen Theres Leben. Auch die Blindheit der Jugend, Trotz und Intrigen finden hier ihren Platz. Ob Regina Denk mit Theresa eine starke Frauenfigur geschaffen hat, fällt mir schwer zu sagen. Sie kämpft gegen tradierte Rollenbilder an, aber sie geht nicht als Gewinnerin aus diesen Kämpfen hervor. Manche ihrer Entscheidungen fußen auf mangelnden Vorbildern, Naivität und dem großen Wunsch jeglicher Anpassung zu entfliehen. Das behindert manchmal ihren Blick auf das Gute. Regelrecht verblendet ist „Resal“ in Bezug auf Xaver und legt sich damit große Steine in den Weg, der so viel leichter hätte sein können. Die Autorin hat hier großartige Arbeit geleistet. Wer den Roman „Lazar“ von Nelio Biedermann lobt, kommt an diesem Text eigentlich nicht vorbei. Wo der Roman über verarmten ungarischen Adel wie eine ebenmäßige Perlenkette erscheint, wirkt „Die Schwarzgeherin“ wie ein dreireihiges Bergkristallcollier mit eingearbeiteten Hirschgrandln und emaillierten Portraitminiaturen. Man weiß gar nicht, was man zuerst betrachten soll. Das Drama ist intensiv, heftig und ursprünglich zugleich. Denk legt einer Detailverliebtheit - sowohl beim Setting, als auch bei der Sprache - an den Tag, dass man sich als lesebegeisterte Person nur so suhlen möchte in den Ereignissen, den Sprachbildern und der Ausarbeitung der Figuren. Ein Wimmelbild voller Verbindungen und Metaphern. Wer sehr gerne interpretiert wird hier glücklich. Und wer nach einem Lieblingscharakter sucht, hat hier eine große Auswahl (genauso wie die Entscheidung für einen Lieblingsfeind) Ersteres sah ich in Leopold, der mein Herz erobert hat. Was Letzteres betrifft, so bin ich mir noch nicht ganz sicher, da gibt es mehrere Kandidaten. Die süddeutsche Sprachfärbung hat mir beim Lesen großen Spaß gemacht und verleiht dieser Komposition die richtige alpine Würze. Und die regelmäßige Spiegelung der eigentlichen Handlung in Form des Lebenszyklus eines Steinadlerweibchens, waren pure Alpenmeditation. Die unterschiedlichen Zeitebene sind dankenswerterweise mit Monat und Jahreszahl versehen, das hilft bei der Orientierung. Eingebettet ist der Roman in einer Rahmenerzählung, die am Ende einen größeren Sinn hat. Wir werden angeregt, mit zu rätseln und manchmal ein wenig in die irre geführt. Sowas macht mir beim Lesen große Freude. Am Ende waren mir die schroffen Felsen ein bisschen zu glatt geschliffen, aber das hat dem Lesevergnügen und der Genugtuung keinen Abbruch getan. Dass ein paar Fragen offen bleiben, ist nicht weiter schlimm, auch wenn mich sehr interessiert hätte, woher Theres ihr medizinisches Know-how hat und in der Logik mancher Zeitabläufe finde ich so manchen Haken, aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite, gefangen in dieser Landschaft voller Überlebenswillen und Missgunst. Ihr seht, ich bin begeistert und habe jetzt schon mein zweites Highlight in diesem Jahr gefunden. So müssen Bergromane sein! Ich empfehle das Buch allen, die einem kraftvollen Bergpanorama nicht widerstehen können und den Lokalkolorit im tiroler Alpenraum als Genuss empfinden, wenn dessen Bewohner auch alles andere als handzahm sind.
Ein Roman, der nicht erklären will, sondern spürbar macht, wie sich ein Leben anfühlt, in dem Freiheit kein Recht ist, sondern eine Grenzüberschreitung. Was mich so tief berührt hat, ist die Konsequenz, mit der Denk weibliche Selbstbestimmung erzählt – ohne Verklärung, ohne falsche Hoffnung. Freiheit ist hier kein Ziel, sondern ein Zustand permanenter Gefährdung. Wer ihn lebt, zahlt einen Preis. Und doch gibt es keine Alternative, die nicht Verrat an sich selbst wäre. Feministisch ist dieser Text nicht, weil er laut anklagt, sondern weil er strukturelle Gewalt sichtbar macht: eine Ordnung, die Frauen nur innerhalb enger Grenzen duldet und sie bestraft, sobald sie diese überschreiten. Besonders stark fand ich, dass der Roman dabei nicht moralisiert, sondern beobachtet – kühl, präzise, gnadenlos ehrlich. Literarisch hat mich die Sprache vollkommen abgeholt. Die eingestreute Mundart wirkt nie aufgesetzt, sondern erdet den Text, macht ihn roh und glaubwürdig. Die Berge sind kein romantisches Naturbild, sondern ein Resonanzraum für Härte, Einsamkeit und Trotz. Alles fühlt sich verdichtet an, auf den Punkt, ohne Luft zum Ausweichen. Auch die emotionalen Spuren, die die Figuren hinterlassen haben – Theres, Maria, ja sogar Johann – tragen dieses Buch weit über die letzte Seite hinaus. Das ist kein Wohlfühlroman, sondern einer, der nachhallt, weil er nichts abschwächt.
Düster, rau und herzergreifend zugleich
Mit der Hauptfigur bin ich nie warm geworden, wobei ich glaube, das ist gewollt gewesen. Andere wiederum sind mir ans Herz gewachsen. Regina Denk‘s Roman beginnt recht langsam, grausam und ist für mich nicht gerade das, was man einen Pageturner nennen kann. Man muss sich drauf einlassen, auf diese Bergwelt, die hier gezeichnet wird, auf das einfache und harte Leben. Dann aber, wenn man es zulässt, holts einen ab. Die Handlung öffnet sozusagen die Tür und lässt uns ein… Es wird spannend und dramatisch. So sehr, dass ich am Ende gar nicht wieder gehen wollte… ♥️
Tolle Bergatmosphäre- die Autorin schafft es perfekt dass wir hautnah in die Gesellschaft des Bergdorfs eintauchen dürfen. Mit den Protagonistinnen um Freiheit vom Patriarchat ringen und die Bitterkeit zu spüren, wenn man zu dieser Zeit versucht hat selbstbestimmt zu leben.
Was für ein toller Roman und somit mein erstes Highlight 2026!
Sparsamkeit, Fleiß und Bescheidenheit gelten als die größten Tugenden im Dorf. Theres aber sucht Freiheit und Selbstbestimmung und entflieht der Enge der Gemeinschaft. Ihre Tochter Maria möchte wiederum nichts mehr als dazugehören. Regina Denk erzählt ungeschönt und sehr atmosphärisch vom kargen Leben in den Tiroler Bergen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie nutzt sowohl den Gebrauch von Mundart als auch verschiedene Erzählperspektiven, die den Roman sehr authentisch und besonders machen.

Das hatte ich nicht erwartet…
Ein düsteres, dunkles, aber atmosphärisches Buch über das Aufwachsen im einem kleinen Dorf im 19. Jahrhundert inmitten von patriarchalen und gefährlichen Strukturen und denn Drang danach, sich von dem loszusagen und auszubrechen. Gepaart mit Familienintrigen, schmerzhaften Erlebnissen und Verlusten ist das Buch keine leichte Kost, aber es lohnt sich es zu lesen!

Toller Roman mit sehr viel Tiefgang
Der Roman beginnt in den 1850er Jahren in den Tiroler Alpen. Theres muss bereits in jungem Alter die Aufgaben einer erwachsenen Bäuerin übernehmen, denn ihre Mutter ist tot und das Leben in den Bergen kennt keine Sanftheit. Ihr einziger Freund ist dabei Leopold. Als Theres 18 Jahre alt ist, wird ihr eröffnet, dass sie diesen heiraten soll. So gut ihr Freund zu ihr ist und so viel Sicherheit Theres damit gewährt wird, schreit alles in ihr jedoch danach, diesen Schritt nicht zu gehen. Theres will weg aus dem Dorf, frei sein und ihren eigenen Weg finden. Als dann kurz vor der Hochzeit der mysteriöse Fremde Xaver Kargl ins Dorf kommt, sieht Theres ihre Chance, um dem ihr vorgeschriebenen Leben zu entkommen - und stürzt damit nicht nur sich ins Verderben. Ich möchte sagen, dies war der atmosphärischste Roman, den ich dieses Jahr gelesen habe. @reginadenk schafft hier ein kraftvolles Bild inspiriert von den Zillertaler Alpen und als jemand, der selbst schon viel Zeit und Seele in dieser Region gelassen hat, war es für mich der reinste Kinofilm. Was dem Buch aber zusätzlich dient, ist der besondere Schreibstil. Sowohl wörtliche Rede als auch Prosa ist in typischer Mundart geschrieben, was die Geschichte nochmal realer wirken lässt, ohne dabei unverständlich zu sein, den Leser aber in die Welt und Zeit abtauchen lässt. Dieses Buch ist besonders, es ist düster und traurig und randvoll mit Schicksalsschlägen, von denen man einige erwarten konnte, von anderen aber auch einfach aus den Socken gerissen wurde. Mir stand an mancher Stelle der Mund offen und teilweise wollte ich gar nicht weiterlesen, da es einfach so furchtbar war, was da gerade passierte. An dieser Stelle eine dringende Triggerwarnung! Ehrlicherweise hatte der Roman gerade im Mittelteil aber auch seine Längen, an denen ich etwas fest hing und die Naivität von Theres störte mich beim Lesen doch an mancher Stelle. All in all ein toller Roman, der viel Schwermut in sich trägt, aber es wundervoll schafft das Leben von Frauen, deren Gefühle und Hürden, sowie den Konflikt zwischen Heimat & Freiheit abzubilden.
Düsteres Frauenschicksal
Das Buch hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Regina Denk hat eine unglaubliche Art zu schreiben. Die Geschichte ist düster, die Stimmung der Bergregion empfinde ich als bedrohlich und gleichzeitig spannend. Die Charaktere und der Plot sind vielschichtig, das Schicksal der Frauen hat mich sehr mitgenommen. Und obwohl sich in den letzten 150 Jahren sehr viel verändert hat, sind manche Grundbedingungen für ein Frauenleben sehr ähnlich geblieben.
Düstere Stimmung!

Die Schwarzgeherin ist kein leichtes Buch und fordert Geduld sowie emotionale Belastbarkeit. Sprachlich ist es jedoch herausragend und das Ende hat mich nachhaltig erschüttert.
Die Schwarzgeherin ist ein Buch, das mich sprachlich vollkommen überzeugt und emotional tief getroffen hat, auch wenn der Weg dorthin stellenweise fordernd war. Die Prosa ist für mich das absolute Herzstück dieses Romans. Sie ist wunderschön, präzise und schmerzhaft klar, oft so on point, dass einzelne Sätze lange nachhallen. Besonders die Darstellung von Verlust, Hoffnung und familiären Bindungen ist eindringlich und schonungslos. Die belasteten Eltern-Kind-Beziehungen haben mir regelrecht das Herz gebrochen und gehören für mich zu den stärksten Aspekten des Buches. Auch die Atmosphäre hat mich sehr abgeholt. Der österreichische Dialekt hat mich stellenweise an meine Zeit in Oberbayern erinnert und der Geschichte eine große Authentizität verliehen. Gleichzeitig möchte ich eine klare Triggerwarnung aussprechen: Es gibt sehr graphische Geburtsszenen, die schwer auszuhalten sein können und definitiv nichts für sensible Leser:innen sind. Inhaltlich hatte ich jedoch auch meine Schwierigkeiten. Der Plot entwickelt sich über weite Strecken recht zäh und ich hatte das Gefühl, dass der Klappentext bereits einen großen Teil der Handlung vorwegnimmt. Erst ab etwa 75 Prozent der Geschichte zieht die Spannung deutlich an. Dafür ist das Ende umso wuchtiger. Es ist heftig, konsequent und emotional so stark, dass es für mich vieles wieder wettgemacht hat. Besonders hängen geblieben sind mir einzelne Textstellen, die die emotionale Grausamkeit der Geschichte auf den Punkt bringen, etwa die drastische Traumsequenz rund um die Mutter oder die Beschreibung von Hoffnung als etwas, das sich manchmal schlimmer anfühlen kann als Trauer. Diese Passagen waren schmerzhaft, aber unglaublich kraftvoll. Mein Fazit: Die Schwarzgeherin ist kein leichtes Buch und fordert Geduld sowie emotionale Belastbarkeit. Sprachlich ist es jedoch herausragend und das Ende hat mich nachhaltig erschüttert. Trotz kleiner Kritikpunkte bleibt ein sehr starkes Leseerlebnis, das ich mit 4,5 Sternen bewerte.
man fühlt sich zwei Jahrhunderte zurück- sehr realistisch geschrieben, dass man es nachfühlen kann
Ein wahrhaft klasse Buch! Pageturner 👌

Wirklich interessant und gut
Es war alles so grau und trist, ich hab die Theres so gut verstanden und auch die Maria auf der anderen Seite. Wirklich kein happy Laune Buch. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Der Anfang mit den Katzen war schon ein Vorbote auf die Stimmung 😭 Ab einem gewissen Punkt hatte ich so eine Ahnung, was die Maria und den Leopold anging….das Ende kam dann doch echt unerwartet. Der Kreis hat sich, mit einigen Umwegen, dann wieder geschlossen. Wirklich gut durchdacht und spannend den roten Faden gesponnen. Ein ums andere Mal denk ich mir: wie aufregend wäre es, wenn ich in einer anderen Zeit geboren wäre?? Und dann lese ich und denke mir: puh, zum Glück nicht.

"Alles was man liebt, muss man wieder hergeben, weil einem nix gehören kann auf dieser Erd." Und so muss die kleine Theres nicht nur die Katzenjungen wieder hergegeben, weil der Großvater sie kurzerhand tötet, sondern auch die Mutter, die, wie so viele Frauen, bei der Geburt eines Kindes stirbt. Spielen könnte dieses Buch überall in den einsamer gelegenen Gebieten in Deutschland, wenn nicht der bayrische Dialekt durch das Buch tragen und die Geschichte damit so authentisch machen würde. Nein, hier steht nicht die Natur im Vordergrund, die Berge, sondern die Menschen mit all ihren Eigenschaften und Eigenheiten. Schon früh merkt Theres: "Als Weib kannst du nicht frei sein und gleichzeitig dazugehören." Aber Theres will frei sein. Will nicht den Weg so vieler Frauen gehen und ihr Leben als Bäuerin neben einer unliebsamen Schwiegermutter fristen und ein Kind nach dem anderen bekommen. Doch was dann passiert hat sie so auch nicht gewollt. Was sie lernt ist, dass "das Leben hart ist in den Bergen, die Menschen sind noch härter." Das Buch spielt mit den Zeiten, springt immer wieder vor und zurück, hin und her. Das macht es so spannend, fordert, dass wir immer weiter lesen wollen um endlich zu erfahren, wie das ganze Unglück passieren konnte, soviel Trauer über den Menschen ausschütten konnte. So liegen Glück und Unglück, Liebe und Wut oft ganz nah beieinander. Ich konnte das Verhalten von Theres, der Schwarzgängerin, allerdings ganz oft nicht nachvollziehen. Sah sie mit offenen Augen ins Unglück rennen und hab meine Augen verdreht. Auch dieses ganze Schweigen, dieses nicht miteinander reden hat mich ganz kribbelig gemacht. Aber gerade das macht das Lesen eines Buches ja auch aus, dass man sich mit anders denkenden und agierenden auseinander setzt, den Horizont erweitert in fremde Leben eintaucht. In diesem Fall in das von Theres, der Schwarzgeherin und ihrer Tochter. "Schwarzgehen - heute weiß ich das - ist ein alter, regionaler Begriff für wildern, unerlaubt auf die Jagd gehen, unerlaubt Grenzen überschreiten, Gesetze brechen. "

„Als Weib kannst du nicht frei sein und gleichzeitig dazugehören…“
Was für ein Buch. 😮 Düster, traurig, feministisch und so spannend, dass ich es teilweise kaum ausgehalten habe.
Highlight! Sowohl sprachlich als auch inhaltlich eine Wucht. Unendlich tragisch auf so viele Weisen. Am Ende auch ein Stück versöhnlich, trotz allem. Absolut lesenswert!
Grandios!!
So eine dunkle, starke, wichtige Geschichte um eine starke Frau, die Schwarzgeherin!
Oh wow! Es ist schon so viel Gutes über dieses Buch geschrieben worden und ich kann mich dem nur anschließen. So kraftvoll, düster, atmosphärisch, aber auch so wichtig!
Ein Buch über Freiheit – und wie unterschiedlich diese für verschiedene Menschen aussehen kann. Ende des 19. Jahrhunderts: Von Theres wird erwartet, den Hof ihrer Familie in den Tiroler Alpen zu übernehmen und als Großbäuerin ihrer Pflicht nachzugehen. Sie entscheidet sich allerdings gegen ihr vorbestimmtes Leben und schottet sich von allen ab. Sie zieht in einer Hütte leicht abseits von ihrem Dorf ihre Tochter groß und versucht sie vor allem Bösen zu beschützen. Aus verschiedenen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten lernen wir die beiden Frauen kennen und damit auch ihre Vorstellungen von Freiheit. Ein Buch, das nahegeht, berührt und auch zutiefst erschüttert.
Was eine Geschichte in die ich mich erst einlesen musste, vor allem auch wegen des, für mich, gewöhnungsbedürftigen Dialekts. Aber nach und nach war ich total drin und sehr begeistert. Ein sehr atmosphärischer Roman voller Düsternis und Tragik. Kann ich sehr empfehlen
Das Leben im 19. Jahrhundert in einem kleinen Bergdorf ist hart, besonders für eine junge Frau. Und wenn sich diese junge Frau auch noch in den falschen Mann verliebt und ein uneheliches Kind unter dem Herzen trägt, dann ist es dreifach so hart. Die Autorin vermittelt diese Stimmung außergewöhnlich gut. Sehr karg, düster und schwer. So gut beschrieben. Das Unheil, das in der Luft lag, spürte ich förmlich auf jeder Seite. Ich bin mir sicher, dass ich jedes Mal, wenn ich das Buch in meinem Regal sehe, mich genau an seine Geschichte und die damit verbundenen Emotionen erinnern werde. Das ist bei weitem nicht bei allen Büchern der Fall. Grosse Leseempfehlung.

















































