
Eine etwas zu wilde Story
Der erste Teil der "Leonore Asker"-Reihe von Anders de la Motte hat mich komplett überzeugt, und so griff ich zu "Eisiges Grab", dem zweiten Teil der Reihe, erschienen bei Droemer Knaur. Wie schon in Band eins katapultierte mich der Autor mit einer düsteren, sehr gut geschriebenen Szene in diesen Krimi, der nahtlos an den Reihenauftakt anknüpft. Leo, die toughe Ermittlerin mit Ecken und Kanten, mochte ich wieder von Anfang an. Etwas blass kam jedoch ihr Jugendfreund Martin Hill in diesem Band daher. Der Autor zeichnete ihn für mich viel zu naiv. Der sonst so clevere Professor stolperte hier etwas zu blauäugig durch die wirre und unglaubwürdige Storyline. Ja, der Spannungsbogen bereitete mir keine Freude, denn er war schon sehr abstrus. Immer wenn ich hoffte, der Autor würde die Kurve bekommen, um der gesamten Handlung etwas Glaubwürdigkeit zu verleihen, drehte er noch mehr ab und setzte dem Ganzen dann noch die Krone der Unglaubwürdigkeit auf. Am Ende musste ich kopfschüttelnd das Buch zuklappen, denn die skandinavische Version von Frankenstein konnte mich nicht überzeugen. Der Autor hat alles wieder in ein tolles Setting gepackt und es sehr gut erzählt. Doch für mich muss ein Plot auch Sinn ergeben, und das tat dieser so überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Mit jeder Wendung wurde die Geschichte abstruser. Trotzdem freue ich mich auf Band 3, auch wenn dieser Band für mich so gar nichts war. Ich kann euch "Eisiges Grab" nur dann empfehlen zu lesen, wenn ihr nichts von Leos Charakterentwicklung und auch der ihres Teams verpassen wollt. Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen für diese skandinavische Neuinterpretation von Frankenstein.















































