"Man kann natürlich, nur weil man selbst guter Laune ist, nicht immer davon ausgehen, dass andere Leute das gerade ebenfalls sind." - Seite 780 China in den Jahren 1839-1900 – wir begleiten amerikanische, britische und chinesische Familien, die in der Zeit der Opiumkriege für Glück, Liebe und Zuversicht kämpfen. Edward Rutherfurd versetzt uns im Buch „Das Reich der Mitte“ zurück ins 19. Jahrhundert. Sein Roman umfasst 960 Seiten – meiner Meinung nach ist dies viel zu lange. Es gibt immer wieder Szenen (sogar Kapitel), die ich äußerst spannend gefunden habe aber im Großen und Ganzen war mir die Geschichte zu langatmig. Ich wollte das Buch lesen, um mehr über die Opiumkriege zu erfahren aber mit einem Sachbuch wäre sicherlich besser dran gewesen. Ich habe fast ein Jahr gebraucht um den Roman fertig zu lesen. Mehr muss ich wohl dazu nicht sagen. Ich bin mir jedoch sicher, dass mir die Geschichte verfilmt weitaus besser gefallen würde. Alles in allem: Kann man lesen, muss man aber nicht.
Sehr gut. Informativ und zum Teil sehr spannend. Der Autor schreibt einfach gute Bücher. ❤️
In den ersten Kapiteln war ich ein wenig enttäuscht, weil ich, wie bei den anderen Büchern des Autors, ein mehrere Jahrhunderte oder gar Jahrtausende umspannendes Werk erwartet hatte. Aber je weiter ich im Buch kam, desto klarer wurde mir, dass es in diesem Fall fast unmöglich gewesen wäre. In den 960 Seiten stecken so viele Informationen zur Geschichte Chinas, auch wenn „nur“ der Zeitraum von den Opiumkriegen bis zum Boxeraufstand behandelt wird. Eine direkte Folge dieser Entscheidung ist natürlich, dass hier nicht wie in den anderen Romanen diverse Generationen mehrerer Familien beschrieben werden, sondern die Protagonisten, die am Anfang als junge Menschen eingeführt werden, einen über das gesamte Buch hinweg begleiten. Diese Figuren sind sehr gut ausgewählt, da sie unterschiedliche Aspekte der chinesischen Geschichte beleuchten. Wir lernen Bauern, Soldaten, Regierungsbeamte und einen Eunuchen am Kaiserhof kennen, folgen aber auch dem Leben und Wirken britischer Händler und Missionare. Dadurch werden die Spannungen zwischen Großbritannien und China von beiden Seiten beleuchtet und dem Leser wird klar, dass die Rolle der Kolonialmächte wirklich keine ruhmreiche ist. Ich mochte die einzelnen Handlungsstränge und die Art, wie der Autor sie miteinander verwoben hat. Dieses Buch ist eine klare Leseempfehlung für jeden, der historische Romane mag und sich mit China als Nation auseinandersetzen will.
Ein beeindruckender Ausflug in die chinesische Geschichte
Ab und an liebe ich es in solche Schmöker zu versinken und ganz andere Kulturen und Epochen kennen zu lernen. Das Buch ist mit 960 Seiten gewaltig - was aber kein Wunder ist bei der Fülle an Ereignissen und Charakteren. Erzählt wird hier die Zeit um sie Opiumkriege 1860 - und dessen Auswirkung auf die chinesische Bevölkerung und die Opiumhändler. Die Erzählperspektiven sind fiktiv aber die Ereignisse um sie herum nicht. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt der Author die damals herrschende Moralvorstellung, die Leben von einfacheren Chinesen und den zugrundeliegenden Konflikt. Für mich war es eine wunderbare Reise nach China und ich kann es Liebhabern von solchen Geschichten nur wärmstens Empfehlen.



