Vier Menschen erzählen einem fiktiven Gegenüber zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb eines Jahres aus ihrem Leben. Daran muss man sich zu Beginn etwas gewöhnen, aber dann wird es zu einem zentralen Element des Romans. Langsam enthüllt sich, wie diese Leben jenseits ihres zufälligen Treffens in der Jugend, zusammenhängen. Das Buch hat für mich einen Sog entwickelt, da ich jede Person als sehr authentisch empfand. Was wäre wenn? ist eine Frage, die sich alle stellen, jedoch ohne Bedauern. Aufrichtigkeit, Freundschaft, Liebe und wie man dies Leben kann ist das Thema des Buches. Das hat mich berührt und bleibt im Gedächtnis.
Beim Zuschlagen des Buchs sind ein paar Tränen in meinen Augen. Sehr ehrlich und direkt greift der Roman innerhalb der gesamten Geschichte viele Themen des Lebens auf. Kindheit bis Altwerden, Beziehung und Beziehungsunfähigkeit, Schmerz, Lebenslust, Trauer, Humor, Familie, Moral und Lügen - kleinere und größere!
Ist man Schuld am Schicksal anderer und wie verzweigt können die Wege zwischen Menschen sein?
Eine verzwickte Vierecksbeziehung, welche zum Schluss hin noch mit einer eher überraschenden Nebengeschichte ergänzt wird. Der Schreibstil ist etwas eigen, aber man gewöhnt sich an die direkte Anrede. Als wer man angeredet wird ist meines Erachtens je nach Person, die gerade erzählt unterschiedlich. Interessant aber kein besonderes Leseerlebnis.
Weil ich ,Die Deutschlehrerin‘ so grandios fand, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Leider war es enttäuschend , langatmig und nichts sagend. Lediglich das letzte Drittel wurde interessant.
Ein spannender Roman, der genauso passiert sein könnte. Einfühlsam erzählt Judith Taschler die Begegnung von 4 Menschen im Zug und wie sie sich 20 Jahre später wieder sehen.
Ein Buch über das Leben von 4 Personen, deren Wege sich in jungen Jahren kreuzen und deren Leben sich aufgrund der Krankheit eines dieser Personen nach vielen Jahren wieder überschneiden. Die Erzählweise fand ich etwas befremdlich, da immer abwechseln aus der Sicht einer der vier Personen erzählt wurden, die ihren Leser direkt mit „Du“ ansprechen. Dabei ist man als Leserin ja jedes Mal ein anderes „Du“. Das war für mich ehrlich gesagt sehr ablenkend, da ich mich oft nicht nur auf den Inhalt des Erzählten konzentrieren konnte, sondern grübelte, wem wohl gerade erzählt wird und welche Rolle „ich“ im Leben derPerson habe.

Überraschung des Jahres
Judith W. Taschlers Roman Bleiben lädt dazu ein, den Protagonisten hautnah zu begegnen, als säße man mit ihnen an einem Tisch. Aus der Perspektive von vier verschiedenen Figuren entfaltet sich die Geschichte, wodurch jede Sichtweise und jedes Schicksal eindringlich und nah wirkt. Die Themen sind vielfältig und bewegend: Fremdgehen, unterschiedliche Erziehungsstile, der Umgang mit Verlust und Tod – all das wird mit einer Tiefgründigkeit behandelt, die zum Nachdenken anregt. Besonders die Gespräche über den Tod und die Art, wie die Figuren ihr Leben reflektieren, hinterlassen bleibende Eindrücke. Doch das Schönste am Roman ist, wie Taschler zeigt, was aus einer zufälligen Begegnung wachsen kann. Aus dem Flüchtigen entsteht etwas Dauerhaftes, etwas, das die Figuren und letztlich auch die Leser verändert. Diese Botschaft verleiht der Geschichte eine warme, hoffnungsvolle Note. Tascheners Schreibstil ist klar, einfühlsam und oft voller leiser Zwischentöne, die nachhallen. Für Leser, die Geschichten über Beziehungen, Lebensfragen und die Schönheit des Unerwarteten schätzen, ist Bleiben ein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.
Mir gefiel, wie die Autorin das Netz zwischen ihren Figuren raffiniert spann und immer wieder neue Informationen freigelegt wurden, die alles in ein neues Licht tauchten. Trotzdem blieb ich von der Geschichte etwas zu lange relativ unberührt.
Ein Buch, das nachdenklich macht und wunderschön geschrieben ist.








