
Als ich das Buch aufgeschlagen habe, war mein erster Eindruck ehrlich gesagt „Na toll, wieder so ein spirituelles Abklatsch-Buch.“ Kurze Kapitel, große Worte, viel Allgemeines. Aber nach und nach habe ich gemerkt, dass Rick Rubin hier etwas anderes versucht. Es ist keine Esoterik, sondern eine Mischung aus spirituellem Nachdenken und einem Lebenswegweiser, der einem die Kreativität im Alltag neu vor Augen führt.
Das Buch besteht aus vielen kleinen Denkanstößen, Rubin macht klar, Kreativität ist nicht das Privileg von Musiker:innen, Maler:innen oder Schriftsteller:innen, sie steckt in jedem von uns. Es geht darum, eine Haltung zu entwickeln, mit der man die Welt betrachtet. Neugierig, offen und bereit, Fehler zu akzeptieren. Eine der spannendsten Ideen ist, dass Ideen nicht von uns erschaffen werden, sondern dass wir sie empfangen, wie ein Radio, das Signale aus dem Universum aufnimmt. Unsere Aufgabe ist es, still zu werden, Ablenkungen loszulassen und den Raum zu schaffen, damit diese Ideen durch uns Gestalt annehmen können (ähnliches kenne ich von C.G Jung). Rubin betont außerdem, dass der Weg wichtiger ist als das Ziel. Kreativität zeigt sich nicht im fertigen Werk, sondern im Prozess, in den Versuchen, den Irrtümern, im Mut, sich hinzugeben. Damit verknüpft er Kreativität stark mit Achtsamkeit, dem Hören auf die eigene innere Stimme, statt sich von äußeren Erwartungen treiben zu lassen.















