28. Jan.
Rating:5

Was ist Krieg? Wie fühlt er sich an? Was bedeutet er für die Menschen, die ungefragt in ihn hineingeraten, die in ihm Kämpfen, die ihn wollten, die alles versucht haben, ihn zu verhindern, für die, die ihm zusehen und die, die ihn ignorieren? Krieg zu begreifen ist unmöglich für jede*n, der*die ihn noch nicht erlebt hat. Zu fundamental ist die Angst, zu groß der Verlust, zu einzigartig die Gefühlswelt, die ein solches Ausmaß von Gewalt und Unmenschlichkeit verursacht. Wer sich trotzdem heranwagen möchte, wer versuchen will, den Krieg wenigstens von seinen äußersten Rändern her zu begreifen, der*die liest Kriegstagebücher. Näher kommt man kaum heran, ohne sich selbst in den Konflikt begeben zu müssen. "Ihr wisst nicht, was Krieg ist" ist genau das: Ein Kriegstagebuch von der zwölfjährigen Yeva Skalietska aus Charkiw, die sich am 24. Februar 2022 plötzlich im viel zu kalten, viel zu flachen Keller ihres Wohnhauses wiederfindet und angsterfüllt den Raketeneinschlägen lauscht, die ihre Stadt zerstören. Sie flieht mit ihrer Großmutter aus der Ukraine, lässt alles zurück, was ihr wichtig ist, und bleibt dabei immer auch mit ihren Klassenkamerad*innen in Kontakt, die im selben Inferno versuchen, sich und ihre Familien zu retten. Und: Sie führt Tagebuch. Dieses eindrückliche, kleine Buch ist ein so wichtiges Zeitdokument des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. In simpler, eben kindlicher Sprache rüttelt es auf und zeigt, wie sehr auch junge Seelen unter Krieg und Gewalt leiden. Besonders bewegend auch die Chats zwischen Yeva und ihren Freund*innen, geprägt von jugendlichem Humor und echter, nackter Lebensangst. Ein kurzes, starkes Buch, welches eine Geschichte erzählt, die wir gerade jetzt nicht vergessen dürfen. 5/5 Sternen, ganz ohne Frage. Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar.

Ihr wisst nicht, was Krieg ist
Ihr wisst nicht, was Krieg istby Yeva SkalietskaKnaur
18. Apr.
Rating:5

Die Autorin dieses Buches ist die 12 jährige Yeva, und ihr Buch ist ein Kriegstagebuch. Ihr Zuhause ist die Stadt Charkiw in der Ukraine, und in ihrem Buch dokumentiert sie den Krieg in der Ukraine und ihre Flucht nach Irland. Man merkt beim Lesen, dass ein Kind dieses Buch geschrieben hat, und das finde ich wunderbar. Denn ich finde es ganz wichtig, Kindern eine Stimme zu geben! Hier wird deutlich, mit welcher Angst, welcher Unsicherheit die Kinder in einem Krieg leben müssen, welche Unsicherheiten und Risiken sie erleben und erleiden müssen. Zum Glück konnte Yeva mit ihrer Oma in ein anderes Land flüchten, aber man spürt beim Lesen dennoch ihren Wunsch nach Frieden und die Sehnsucht nach ihrer Heimat. Sehr schön finde ich auch, dass am Schluss des Buches Platz gelassen wurde, damit auch Yevas Freunde ihre Geschichten (in Kurzform) erzählen durften. Dieses Buch hat mich als Erwachsene sehr berührt, aber man kann es auch Kinder lesen lassen, wenn sie es möchten. Aber ich würde ein Kind dabei begleiten, denn es ist wichtig, über solche Themen zu sprechen und Fragen direkt zu beantworten, wenn sie aufkommen. Ich wünsche Yeva und allen Kindern auf der Welt, dass die Kriege enden. Und dass sie das, was sie erleben musste, verarbeiten können. Lest dieses Buch und hört Yeva zu!

Ihr wisst nicht, was Krieg ist
Ihr wisst nicht, was Krieg istby Yeva SkalietskaKnaur