4. Apr.
Rating:5

DER WAHNSINN! Dieses Buch sollten ALLE lesen. Wirklich jeder, der jemals mit alten Leuten zutun gehabt hat oder zutun haben wird. Da wir das alle früher oder später werden, vielleicht sogar selbst betroffen sind, bleibt daher nur offen, ob ihr das wollt. Wer nicht lesen will, der kann es auch hören, da ist es noch beeindruckender, denn die Persönlichkeiten der Mitbewohner kommen noch viel besser zur Geltung. Teun ist Altenpfleger und macht sich Gedanken darüber, ob die Pflege, die es gibt, ausreichend ist für unseren älteren Mitbürger. Vor allem die, die an Demenz erkrankt sind, sind unmittelbar davon betroffen. "Die vergessen das sowieso wieder!" Diesen Satz kenne ich persönlich noch aus meiner Ausbildung im Krankenhaus. Ob das eine Bewältigungsstrategie der Schwester damals war oder einfach nur, weil es schon immer so war, kann ich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls hat es mir damals schon zu denken gegeben. Dass es heute noch genauso sein soll, erschüttert mich nicht nur sehr, es bestätigt mir nur, dass meine Entscheidung damals für mich richtig war. Ein beeindruckendes Buch von einem sehr beeindruckenden jungen Menschen, der hoffentlich das Pflegesystem verändern kann oder wenigstens andere anspornt, ihm dabei zu helfen. Demenz ist ein schleichender Prozess und jeder hat schon einmal mit einer erkrankten Person zu tun gehabt. Man kann diesen Prozess verlangsamen! Das sollten sich nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Angehörige auf die Fahnen schreiben und niemals vergessen. Teun Toebes zeigt in diesem Erfahrungsbericht, dass er es geschafft hat, diesen Prozess mit ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit zu verlangsamen und seinen Mitbewohnern eine wunderschöne Zeit zu schenken. Ich war tief berührt von seinen Aussagen und den Statements der Bewohner am Ende. Dieses Buch sollte als Lektüre sowohl in der Krankenpflege als auch in der Altenpflege zur Pflicht werden. Hier lernt man unglaublich viel Wichtiges über das Leben und das Miteinander!

Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutet
Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutetby Teun ToebesKnaur
31. Okt.
Rating:5

Wie seht ihr das: Sind alle Menschen gleich? Werden alle Menschen, egal welcher Herkunft, welcher Religion, welche Gebrechen gleich behandelt? Teun Toebes sagt in seinem Buch ganz klar: Nein! Der junge Niederländer, der selbst in der Pflege gearbeitet hat, greift ein Thema auf, welches in unserer Gesellschaft noch viel zu stark tabuisiert wird: Demenz! Er beschließt mit 21 in ein Pflegeheim zu ziehen - ja richtig, in ein Pflegeheim - um herauszufinden, wie die Menschen sich dort fühlen. Er möchte am eigenen Leib erfahren, wie es sein muss, von der Außenwelt abgeschnitten und in einer Welt voller Regeln und ohne Autonomie "gefangen" zu sein. Er möchte wachrütteln und an die Menschen appellieren, dass die Diagnose Demenz nicht heißt, dass man plötzlich ein anderer Mensch ist, ein Mensch ÜBER den man bestimmen kann, sondern dass man weiterhin DER Mensch ist, MIT dem man reden kann, ja sogar muss. Ja, Demenz hat viele Formen und ja, der Umgang mit dementen Menschen ist eine Herausforderung, aber dennoch sind sie Menschen mit Gefühlen, mit Ängsten, mit Träumen, aber man muss sich die Zeit nehmen, diese Dinge zu erfahren, mit ihnen darüber zu reden. Es ist leicht für die Gesellschaft, Menschen, die anders sind, auszugrenzen, sie anders zu behandeln, aber es ist wahnsinnig schwer, sich darauf einzulassen, zuzuhören. Ich ziehe den Hut vor dem jungen Mann, der in so jungen Jahren erkannt hat, dass die Gesellschaft lieber die Augen verschließt, als sich Problemen zu stellen. Der nicht die Pflege an sich verurteilt, sondern den Umgang, die Art und Weise, wie Pflege politisch zu sein hat. All die Pfleger haben den Beruf erlernt, weil sie ein Herz für die Menschen haben, aber werden so schnell desillusioniert, da am Ende nicht das Herz, sondern das Abarbeiten zählt. Schade, denn egal, wie alt, egal wie gehandicapt, macht nicht genau diese Diversität unsere Gesellschaft aus? Sollte sich nicht jeder wohlfühlen und teilhaben können im Rahmen seiner Möglichkeiten?

Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutet
Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutetby Teun ToebesKnaur
29. Sept.
Rating:5

⚕️🫶👵 So ein wichtiges, ehrliches und wunderbares Buch, das mir gerade in Bezug auf meine eigene Wahrnehmung die Augen geöffnet hat. Dieses Buch sollte wirklich Pflichtlektüre werden für jeden, der in Hinsicht auf Pflege irgendwelche Entscheidungen treffen darf oder muss, egal ob Angehörige, Pflegepersonal, Politiker oder Mitarbeiter einer Verwaltung. Denn wenn wir alles nur unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit betrachten und dabei das Thema Menschlichkeit, sowohl dem zu Pflegenden als auch den in der Pflege Tätigen gegenüber, die oft unter schwierigen Umständen Großartiges leisten müssen, völlig aus den Augen verlieren, haben wir als Gesellschaft verloren. Gut, dass es Menschen gibt wie Teun Toebes, die versuchen, die Dinge anders zu betrachten. Danke für dieses Buch.

Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutet
Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutetby Teun ToebesKnaur
31. Aug.
Rating:5

Der Autor Teun Tobes ist gelernter Altenpfleger und gerade mal 22 Jahre alt. Eines Tages beschließt er, in ein Altenheim zu ziehen, nicht beruflich sondern als Bewohner. In diesem Buch beschreibt er den Alltag im Pflegeheim, das seine neue Heimat geworden ist. Er schließt Freundschaften und lernt die Menschen kennen wie kein anderer, denn es ist eine Sache, aus beruflicher Sicht Fürsorge für demenzkranke Menschen zu übernehmen, mit ihnen zusammen zu leben ist etwas völlig anderes. Er führt tiefgründige Gespräche mit seinen Mitbewohnern, teilt Freud und Leid mit ihnen, und er macht sich intensive Gedanken. Im Gegensatz zu ihm, der das Heim jederzeit verlassen kann, der außerhalb Freunde treffen und alles Mögliche unternehmen kann, sind die anderen Bewohner nicht frei. Sie müssen im Heim bleiben, ob sie wollen oder nicht. Klar, es ist einerseits zu ihrem Schutz, aber Teun Tobes stellt bald fest, dass zwischen Fürsorge und Bevormundung nur ein schmaler Grat besteht. Der Autor findet Mittel und Wege, die Situation seiner Mitbewohner zu verbessern. Sie schütten ihm ihr Herz aus und vertrauen ihm ihre Sorgen an. Was er hier an Schicksalen und menschlichem Leid erfährt, bringt den jungen Mann emotional oft an seine Grenzen. Aber er gibt nicht auf, sondern macht auf Missstände aufmerksam und bringt Verbesserungsvorschläge. Es sind oft nur die Kleinigkeiten, die man ändern müsste, um die Menschen glücklicher zu machen. Diesem jungen Mann gehört meine ganze Hochachtung. Wie er sich für demenzkranke Menschen einsetzt, ist großartig. Er schreibt in seinem Buch, dass wir ja schließlich alle irgendwann davon betroffen sein könnten. Menschen, die im Alter an Demenz erkranken, standen viele Jahrzehnte mit beiden Beinen voll im Leben, haben ihren Beruf erfolgreich gemeistert, eine Familie gegründet und sich für vieles interessiert und eingesetzt. Der Einzug in ein Pflegeheim ist eine Art Selbstaufgabe, denn alles, was ihr Leben lebenswert gemacht hatte, gehört nun der Vergangenheit an. Die Situationen und Zustände, die der Autor in seinem Buch schildert, haben mich betroffen gemacht und tief berührt. Meine eigenen Erfahrungen mit einem Pflegeheim, die ich in den letzten Lebensjahren meiner Mutter machte, waren glücklicherweise nicht so dramatisch wie manches was der Autor schildert. Hier hatten wir wohl einfach Glück gehabt oder eine gute Wahl getroffen. Aber auch ich hatte in einigen Situationen das Gefühl, man könne manches besser, menschlicher lösen. Beim Lesen dieses Buches wurde ich von persönlichen Erinnerungen regelrecht überrannt, und ich habe immer wieder Vergleiche gezogen zu Situationen, wie ich sie erlebt habe. Bücher wie dieses sind enorm wichtig und sollten von jedem gelesen werden, denn die Themen Demenz und Pflegeheim werden in Zukunft wohl noch präsenter, da immer mehr Menschen davon betroffen sein werden. Die Botschaft des Autors ist klar: wir dürfen Menschen mit Demenz nicht einfach aus unserem Leben ausschließen und sie isolieren. Auch sie haben das Recht, weiterhin am Leben teilzunehmen und andere Menschen aller Generationen kennenzulernen. Von einem unpersönlichen Nebeneinander sollten wir zu einem herzlichen Miteinander finden, das würde die Welt ein klein wenig besser machen.

Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutet
Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutetby Teun ToebesKnaur
17. Juli
Rating:4

Ich finde Demenz ein unheimlich wichtiges Thema, das uns alle irgendwann irgendwie betreffen wird. Das Buch zeigt sehr ehrlich die Miseren in den Pflegeheimen und allgemein im Umgang mit Menschen mit Demenz auf und bringt auch einige Anregungen und Vorschläge wie man es besser machen, was man ändern könnte. Mir gefiel es sehr gut, es regt in jedem Fall zum Nachdenken an!

Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutet
Der Einundzwanzigjährige, der freiwillig in ein Pflegeheim zog und von seinen Mitbewohnern mit Demenz lernte, was Menschlichkeit bedeutetby Teun ToebesKnaur