Nochmal zurück auf Anfang
Cassandras Tag läuft denkbar schlecht - Job weg, Wohnung weg und dann macht auch noch ihr Freund mit ihr Schluss. Komisch allerdings, dass er abends wieder vor der Tür steht, als wäre nichts gewesen … Ich liebe ja Zeitschleifen-Romane sehr und so musste ich bei diesem Roman natürlich zugreifen. Allerdings entwickelt sich Cassies Geschichte dann doch ein bisschen anders, als die Romane, die ich mit diesem Thema bisher kannte. Sie erlebt nicht nur einen Tag immer wieder, sondern findet recht schnell heraus, dass sie bewusst zu einem bestimmten Punkt in den letzten vier Monaten zurückreisen kann. Das gibt der Story einen ganz besonderen Twist, vor allem, weil Cassie eine recht ‚spezielle‘ Person ist. So artet das Zeitreisen bei ihr dann zeitweise auch etwas aus, weil sie gewisse Momente bis zur Perfektion ‚zurechtlebt‘. Damit hofft sie, die Rückschläge ihres Lebens zu verhindern - vor allem, dass Will mit ihr Schluss macht - aber so ganz scheint das nicht zu klappen. Eine Weile dachte ich schon, was für eine fragwürdige Moral das Buch hat, vor allem, als Cassie versucht, sich in den entscheidenden Situationen ‚richtig‘ oder ‚normal‘ zu verhalten. Aber nach und nach merkt man, dass das selbstverständlich ganz und gar nicht der Sinn hinter allem ist, im Gegenteil. Wie so oft in Zeitschleife-Romanen ist das Ganze ein Lernprozess, an dessen Ende Akzeptanz und Selbstliebe stehen. Sehr gut hat mir gefallen, dass die Autorin dabei aus Will keinen ‚Bösewicht’ macht, denn dann wäre es ja leicht, mit Cassie mitzufiebern, dass sie ihn durch die Zeitreisen in den Wind schießt. Aber er ist ein wirklich netter Kerl, der sie aufrichtig mag und das gibt der Geschichte der beiden eine ganz andere Dynamik. Den Schluss mochte ich ebenfalls sehr, er lädt geradezu zum Weiterfantasieren ein und dadurch hallt das Buch noch eine ganze Weile nach. Für mich war ‚Mein schrecklich schönes Leben‘ ein ganz großer Lesegenuss mit einigen wunderbar geschriebenen neuen Ideen in einer bekannten Thematik.




















