Wer auf der Suche nach einem Sommerroman ist, der nicht nach einer umfassenden harmonischen Happy-End Geschichte schreit, wird mit dem Debütroman von Annette Hohberg, denke ich mal, zufrieden sein. Ihr bekommt hier einerseits einen atmosphärischen Roman rund um Bali. Die Autorin beschreibt so eindrucksvoll ohne viel zu romantischen Blick die Ortschaften, das Lebensgefühl und die Eindrücke, sodass man sich wieder ans Meer wünscht und gerne tiefer eintauchen würde in die fremde Kultur. Der andere Punkt des Romans ist die Handlung rund um Georg, Chiara und Elisabeth, die sich hauptsächlich auf Bali abspielt. Es geht in erster Linie um die beiden Frauen, die sich nie begegnen sollen. Beide lieben denselben Mann und als Chiara auf Elizabeth trifft, weiß sie nicht, wie sehr diese Frau sie zerstören kann. Es ist ein Buch, das man jetzt nicht gerade schnell mal durchgelesen hat. Die Autorin beschreibt viel, das muss man mögen, sei es das Inselparadies oder die Handlung. Die Charaktere reden viel miteinander, denken viel und das alles gibt dem Buch sein gemächliches Tempo. So kommen wir Stück für Stück zum Ende und für mich hat sich, im Nachhinein, besonders der Anfang gezogen. Auch wenn der Roman mit einem spannenden Schlag beginnt, war der weitere Anlauf schwer und ich kam erst nach ein paar Kapitel gut in die Geschichte rein. Ich denke, an ein paar Stellen hätte man die Gefühlswelt oder die Beschreibungen kürzen können, irgendwas, damit ich besser reingekommen wäre. Aber trotzdem war ich irgendwann gefangen in den Verstrickungen von Elisabeth und Chiara und wollte unbedingt das Ende wissen. Es wurde immer intensiver und spannend bis zum großen Knall. Am besten gefiel mir die Handlung selbst und wie die Hauptpersonen mit dem allem umgegangen sind und was sie daraus gemacht haben. Im Grunde sind es nämlich zwei starke Frauen, die hier aufeinandertreffen und jede auf ihre Art ist verletzt. Es ist ein vielschichtiger Roman und erst am Ende habe ich gemerkt, dass es um viel mehr geht, wie Träume, Familie und die Suche nach einer Identität. Ein interessanter Sommerroman mit einem wunderschönen Cover, das einerseits gut zu der Atmosphäre passt und andererseits nicht zeigt, wie aufwühlend es in dem Roman werden kann.
Liebe, Verrat, Betrug, Schmerz, Tod, verzeihen und Neuausrichtung sind die Zutaten dieses Romans der mich nicht überzeugen konnte.
Nicht meins…
Nach knapp 100 Seiten wollte ich das Buch eigentlich abbrechen. Da es aber nur gute 200 Seiten insgesamt hat, wollte ich mich doch drauf einlassen, um zu sehen was passiert. Das Buch ist (sprachlich) gut geschrieben, es liest sich leicht und flüssig. Die Idee zur Geschichte finde ich auch gut (sonst hätte ich es nicht gekauft). Aber, darum gebe ich nur 1,5 Sterne, das Buch hat mich frustriert, runter gezogen. Die Message war sicher eine andere (Neuanfang, Sinn des Lebens usw., das habe ich schon verstanden)…sie ist bei mir aber trotzdem nicht so richtig ankommen. Die negativen Vibes waren mir unangenehm. Auch mit den Protagonistinnen bin ich nicht warm geworden, sie waren mir beide nicht sympathisch, ich wollte nicht an ihrem Leben teilnehmen irgendwie.


