„Ich dachte, ich müsste verstehen. Jetzt weiß ich, dass verstehen bedeutet, etwas bereits hinter sich gelassen zu haben.“
Mein erstes Buch von Claire Stihlé und es hat mir wirklich ich gut gefallen. Es war ein intensives und kurzes Eintauchen in die Gefühlswelt von Lorianne – die ich an vielen Stellen gut verstehen konnte. Etwas schade war aus meiner Sicht, dass Männer nahezu im ganzen Buch im Fokus standen und der Protagonistin auf eine gewisse Art wenig Freiraum ließen. Dennoch ein kleiner aber feiner Leseschatz, der sich lohnt, entdeckt zu werden.
Der kurze Roman mit gerade mal 200 Seiten ist wundervoll. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, aber auch eines, dass eine unglaubliche Aufbruchsstimmung vermittelt. In der Geschichte kommt alles vor, was schön sein kann: Sehnsucht, Bücher (!), Liebe, Freundschaft, Katzen, Südfrankreich und nicht zuletzt eine Frau, die sich traut, die mutig ist. Die Protagonistin traut sich nicht nur aus ihrem geordneten, guten Leben auszubrechen, sie wagt einen kompletten Neuanfang und das nur einer Eingebung folgend. Sie zerdenkt nicht, sie wägt nicht zu viel ab, sie handelt. Mich berührt das sehr. Und auch die Liebe kommt in dem Buch nicht zu kurz, wobei es sich hier um keinen Liebesroman im klassischen Sinne handelt. Aber die Frage, ob ihre alte Liebe zu ihrem Mann noch bestand hat oder doch der neue Liebhaber ihren Weg zeichnen wird, treibt Lorianne ebenso an, wie die Eröffnung ihrer Buchhandlung.
Viele kluge Sätze und Gedanken finden sich in dem Buch, ein Ansporn soll es sein und ich finde, das gelingt. Für meinen ersten Roman 2023 gibt es von mir eine Leseempfehlung!