26. Okt.
Rating:3

3,5 Sterne für tolle Unterhaltung und viele interessante Fakten zum Thema Medikamente. Ich kann das Buch gut weiter empfehlen, wenn ein Grundinteresse z.B an der Wirkungsweise von diversen Medikamenten und Ähnlichem besteht, das letzte Drittel war für mich persönlich nicht mehr ganz so spannend (konkrete Vorschläge der Autorin für eine Hausapotheke zum Beispiel für Fieber und Schmerzen, Bauchschmerzen und vieles mehr), allerdings findet mancher hier vielleicht hilfreiche Tips. Mir hat besonders der Humor der Autorin und die Illustrationen bzw die Aufmachung sehr gut gefallen, eine durchaus informative Lektüre, die einen auch mal zwischendurch schmunzeln lässt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apothekerin
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apothekerinby Christine GitterDroemer
21. Jan.
Rating:3

Frau Gitter gibt hier einen praktischen Überblick mit Infos und Tipps zu den am meisten verwendeten Medikamenten. Das Buch ist für Menschen die chronisch krank sind und auf ihre tägliche Dosis Medikamente angewiesen sind, besonders von Interesse. Denn gerade wenn man auf bestimmte Medikamente nicht verzichten kann/darf, sind die Tipps und Erklärungen von Frau Gitter äußerst hilfreich. Aber auch wenn man nur sporadisch zu Medikamenten greift, kann man hier viel lernen und sich vor Nebenwirkungen schützen. Ich fand besonders die Statistiken interessant, mir war bspw. nicht bewusst, dass in Deutschland mehr Menschen an Nebenwirkungen sterben die nur dadurch entstehen dass Medikamente falsch eingenommen werden, also sehr leicht zu vermeiden sind, als bei Autounfällen. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin nicht die handelsüblichen Namen, sondern die Wirkstoffe der Medikamente nennt. Das mag für den ein oder anderen vielleicht verwirrend sein, da die chemischen Substanzen oft lange Zungenbrecher sind. Der Sinn dahinter ist aber, dass so Werbung vermieden wird. Frau Gitter geht außerdem auf den erstaunlichen und nicht nur wissenschaftlich gesehen hochinteressanten Placeboeffekt ein. Laut einiger Studien wird angenommen, dass ca. 70% der (negativen und positiven) Wirkung eines Medikamentes auf den Placeboeffekt zurückzuführen sind und dabei ist nicht die Rede von homöopathischen Mitteln, sondern von synthetischen Stoffen deren Wirkung wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen ist. In diesem Zusammenhang erwähnt die Autorin auch ein paar klassische Hausmittel und genau hieran habe ich mich teilweise gestört. Es wird behauptet, dass pflanzliche Mittel keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hätten. So ausgedrückt ist das aber falsch, die meisten synthetischen Medikamente sind ja schließlich nicht einfach mal aus der Luft gegriffen, sondern von Pflanzeninhaltsstoffen abgeleitet. Hier ist die Acetylsalicylsäure die auf der Salicylsäure der Weide basiert das bekannteste Beispiel. Ich denke ich weiß was Frau Gitter mit der Aussage meint, dass bspw. die Wirkung beim Gurgeln mit Kamillentee gegen Erkältung nicht vollständig reproduzierbar ist in Studien. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Hausmittel wirkungslos ist, oft handelt es sich dabei um viel zu kurze Zeitspannen die in der Studie umfasst werden und die Wirkung tritt bei rein pflanzlichen Stoffen oft etwas verspätet ein. Außerdem gibt es genügend Mittel die auch nachweislich wirken, wie bspw. Spitzwegerichextrakt gegen Insektenstiche o.ä. Man muss der Autorin aber zu Gute halten, dass sie hier auch ein paar nennt, wie bspw. Ingwerwickel gegen Fieber, oder Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen. Sie ermutigt den Leser außerdem, weiterhin bei seinen altbewährten Mitteln zu bleiben wenn sie ihm immer gut geholfen haben. Denn egal ob Placebo oder nicht, Hauptsache es hilft. Insgesamt bin ich hier etwas zwiegespalten. Ich kann mir einige Leute vorstellen, die der Autorin bestimmt gerne vorwerfen sich zu sehr auf die Pharmaindustrie zu konzentrieren. Ich halte dieses Argument für Blödsinn wenn es damit einhergeht zu behaupten, die Autorin wäre bezahlt worden und will nur den Pharmakonzernen helfen die Menschen von Medikamenten abhängig zu machen. Das ist Quatsch. Was ich aber sowohl im Pharmazie, als auch im Medizin und in den meisten naturwissenschaftlichen Studiengängen kritisch finde, ist dass zu ca. 90% (ok, nur gefühlt, eine Statistik habe ich dazu leider nicht) nur in eine Richtung gelehrt wird und Alternativen (ich rede hier hauptsächlich von wissenschaftlich fundierten Alternativen, von denen es eine Menge gibt) extrem stiefmütterlich behandelt werden. Das finde ich einfach wahnsinnig schade bis sehr bedenklich. Das Buch liest sich übrigens sehr leicht runter und ist mit dem etwas flotzigen Humor der Autorin angefüllt, der bestimmt nicht jedermanns Sache ist das Ganze aber auflockert.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apothekerin
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apothekerinby Christine GitterDroemer