31. Jan.
Großartig! So fesselnd und berührend, dass ich immer weiterlesen wollte!
Rating:5

Großartig! So fesselnd und berührend, dass ich immer weiterlesen wollte!

Ann - zerrissen zwischen Gegenwart und Vergangenheit Potsdam, 1945: Ann Miller macht sich mit vielen anderen Frauen des britischen Frauenkorps ATS auf den Weg nach Deutschland. Denn in Potsdam wollen die drei Siegermächte auf einer großen Konferenz über die Zukunft des besiegten Deutschland entscheiden. Für Ann ist diese Reise nicht einfach. So weiß niemand in ihrer Einheit, dass sie eine gebürtige Deutsche ist, die vor elf Jahren mit ihren Eltern nach London geflohen ist und somit ihr halbes Leben in Potsdam verbracht hat. Da in der neuen Heimat niemand etwas von ihrer Vergangenheit wissen darf, lebt Ann ständig in der Angst, dass jemand hinter ihre deutsche Vergangenheit kommen könnte. Doch neben ihrer Tätigkeit als Soldatin und Helferin der britischen Delegation soll sie für ihre Eltern herausfinden, was mit deren beiden Brüdern und den Familien geschehen ist, die sie in Deutschland zurücklassen mussten. Für Ann ist diese Aufgabe aber schwierig und ohne fremde Hilfe gar nicht lösbar. Im amerikanischen Soldaten Jackson sieht sie deshalb zuerst nur dessen praktische Funktion als Fahrer und bemerkt erst nach einiger Zeit, dass er ihr immer mehr ans Herz wächst und mit ihrem Geheimnis wahrscheinlich nicht umgehen könnte. Doch wie soll Ann ihre Verwandten finden, wenn sie den abgeschotteten Bereich nicht verlassen darf? Hanna Caspian hat die geschichtlichen Hintergründe für diesen Roman sehr gründlich recherchiert und dann sehr gut in die Handlung eingebunden, sodass der gesamte Roman sehr authentisch und realistisch wirkt. Ihre Protagonistin Ann ist eine junge Frau, die viel Mut beweist, aber ständig zwischen ihrer jetzigen Tätigkeit bei den Briten und ihrer Vergangenheit eng verbunden mit ihren Eltern, die unbedingt mehr über ihre Familie erfahren wollen, hin- und hergerissen ist. Ich kenne die Autorin bereits von anderen Büchern und weiß, dass sie es beherrscht, ihre Leser zu fesseln und emotional zu berühren. So erging es mir auch mit diesem Roman. Denn Hanna Caspian gelingt es perfekt, die Spannung sehr lange immer weiter zu steigern, sodass eine Lesepause kaum mehr möglich ist, da jede Seite nun eine neue Überraschung oder Wendung bereithalten könnte. Daher war dieses Buch ganz klar ein Lesehighlight!

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
17. Okt.
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Rating:3.5

Potsdam, Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, doch über das Schicksal der Welt wird erst jetzt entschieden Während Churchill, Truman und Stalin im Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands und Europas verhandeln, kämpft eine junge Frau im Verborgenen um ihre eigene Wahrheit. Ann Miller dient als Mitglied des britischen Frauenkorps ATS in Potsdam, doch ihre Identität ist nur eine Hülle. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Geheimnis, das sie um jeden Preis bewahren muss. Ihr Ziel führt sie tief in die von den Russen besetzte Stadt, wo sie ihre Cousine sucht, die Frau, der sie einst Verrat und Scherz zufügte. Begleitet wird Ann ausgerechnet von dem amerikanischen Soldaten Jackson Powers, dessen Herz von Kriegsnarben gezeichnet ist. Zwischen Schuld, Pflicht und unerlaubten Gefühlen entspinnt sich eine gefährliche Reise durch ein Land im Umbruch. Es ist ein Kampf um Vergebung, Vertrauen und einen neuen Anfang. Mein Leseeindruck: Schon der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Geschichte spielt im Sommer 1945, in einer Zeit, in der die Siegermächte in Potsdam über die Zukunft der Welt verhandeln. Gerade diese Perspektive, den Krieg einmal aus Sicht der Sieger zu erleben, fand ich unglaublich spannend und erfrischend anders. Die Autorin hat ganz offensichtlich hervorragend recherchiert. Man spürt auf jeder Seite, wie viel historische Genauigkeit und Detailwissen in diesem Roman steckt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie eindringlich sie den Hass und die tiefe Abneigung gegenüber den Deutschen schildert. Diese Atmosphäre ist so greifbar, dass ich beim Lesen tatsächlich Gänsehaut bekommen habe. Eine Zeit, in der Wut, Misstrauen und Schmerz allgegenwärtig waren. Trotz dieser starken historischen Kulisse konnte mich die persönliche Geschichte von Ann leider nicht berühren. Ich habe keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen können, sie blieben mir fremd. Eine emotionale Tiefe habe ich hier vermisst, auch wenn die Grundidee viel Potenzial hatte. Der Schreibstil der Autorin ist jedoch, wie man es von ihr kennt, flüssig, klar und angenehm zu lesen. Sie versteht es, historische Fakten und Fiktion gekonnt zu verweben, auch wenn mich dieses Mal die Figuren emotional nicht mitreißen konnten. Fazit: 3,5/5 Sterne! Hervorragend recherchiert und atmosphärisch dicht, doch die Figuren konnten mich nicht wirklich berühren.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
7. Sept.
Rating:3

Ich habe die Gut Greifenau und Schloss Liebenberg Reihen der Autorin verschlungen. Man merkte dort, dass sie genügend Seiten zur Verfügung hatte um den Geschichten und Protagonisten Raum zu geben und sie auszureifen. Das fehlt bei diesem Buch hier fast völlig. So viele Handlingsstränge werden nur kurz angeschnitten und nicht weiter verfolgt. Im Personenregister zb tauchen Igor und Olga auf. Igor taucht auf 2 oder 3 Seiten auf und Olga auch nicht viel mehr. Die Handlung spielt innerhalb eines Monats und trotzdem wird Jackson für Ann wichtiger als ihre Mission. Gefühlt haben sie sich in dem Monat 5 mal gesehen. Das Setting hingegen fand ich gut. Berlin 2 Monate nach Kriegsende. Hier merkt man, dass die Autorin gut recherchiert hat. Das Ende hingegen lässt mich mit mehr Fragen zurück. Lässt die Autorin das so oder kommt da noch ein weiterer Band. Schade... Hanna Caspian kann nämlich normal sehr mitreißende Geschichten schreiben. Das war hier leider nicht ganz so.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
25. Aug.
Rating:5

Der Roman spielt im Juli 1945 und endet am 6. August, dem Tag, an dem Hiroshima von einer amerikanischen Atombombe zerstört wurde. Ann Miller gehört zum britischen Korps der ATS-Frauen (Auxiliary Territorial Service). Sie kommen nach Potsdam, um den britischen Premierminister Churchill und die anderen britischen Delegierten während der Potsdamer Konferenz zu betreuen. Eines der Ziele bei der Konferenz der drei alliierten Siegermächte ist die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen. Ann ist Deutsche, ihre Eltern haben Deutschland 1934 verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Sie verschweigt ihre Nationalität. Ann wird der Villa zugeteilt, in der Winston Churchill mit seiner Tochter Mary untergebracht ist. Jackson ist GI, er ist für den Transport der amerikanischen Delegation um Präsident Truman zuständig. Ann und Jackson fühlen sich zueinander hingezogen, doch Ann scheut sich zunächst davor, ihn näher kennenzulernen, da sie befürchtet, dass er sie zurückweist, wenn er erfährt, dass sie Deutsche ist. Der wichtigste Grund für Anns Reise nach Potsdam ist die Suche nach ihrer Cousine, ihren Cousins, Tanten und Onkels, von denen sie seit drei Jahren nichts mehr gehört hatte. Potsdam liegt in der russischen Besatzungszone, Briten dürfen sich nur mit einem Passierschein in der Stadt aufhalten. Die Unterkünfte der Delegierten liegen außerhalb der Stadt, der Weg zu Fuß ist zu weit, Ann braucht jemanden, der sie mit dem Auto oder Motorrad in die Stadt fährt. Bei der Besichtigung des UFA-Geländes lernt Ann einen Zimmermann und seine 18jährige Tochter Liesel kennen. Die beiden helfen ihr bei der Suche nach ihrer Familie, nachdem Ann ihnen Lebensmittel und vor allem amerikanische Zigaretten anbietet. Anns Suche nach ihrer Familie, ihr geschicktes Vorgehen hat mich fasziniert. Liesel steht stellvertretend für viele deutsche Frauen und ihr Schicksal nach dem Einzug der Russen in Potsdam. Die Autorin beschreibt einfühlsam und authentisch das Leben in Potsdam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Hunger und das Elend, den blühenden Schwarzmarkthandel, das Schicksal vieler Frauen, die den Freitod wählen, nachdem sie den Russen in die Hände gefallen sind. Auf der anderen Seite sind da die Bilder der ausgezehrten Menschen, die aus Konzentrationslagern befreit wurden, Waggons voller Leichen. Kein Wunder, dass Jackson die Deutschen für Bestien und Monster hält. Ich habe den ereignisreichen und spannenden historischen Roman an wenigen Tagen verschlungen. Die Figur der Ann Miller ist fiktiv, die Teilnehmer der Konferenz und Anns Chefin Miss Bright sind historische Persönlichkeiten. Joan Bright war mit Ian Fleming bekannt, dem Autor von James Bond, und soll als Vorbild für Miss Moneypenny gedient haben. Von mir eine große Leseempfehlung auch für diesen Roman der Autorin.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
24. Aug.
Rating:5

Entscheidungen, die Leben prägten Hanna Caspian zeigt mit diesem Roman einmal mehr, wie gekonnt sie die fiktiven Hauptprotagonisten in einen grossartig recherchierten historischen Background setzt und zudem mit tatsächlich gelebten Personen verwebt. In diesem Roman wird der Leser mit auf eine Reise ins zerstörte Potsdam genommen, kurz nach Kriegsende, als die drei Siegermächte sich zur Potsdamer Konferenz treffen und über die Zukunft Deutschlands entscheiden. Ann Miller ist eine junge britische Flaghelferin, die jetzt mit dem ATS-Frauentruppen nach Potsdam kommt, um bei der Unterbringung und Versorgung der Politiker zu helfen. Sie werden jeweils nicht mehr bewohnten Villen zugeordnet, die früheren UFA-Schauspielern oder Nazi-Funktionären gehörten, um diese herzurichten und während der Konferenz für die Politiker zu sorgen. Was aber keiner weiß, Ann ist in Deutschland geboren und mit ihren Eltern als 12jährige aus Potsdam nach England geflohen. Ihr Vater war politisch verfolgt. So mussten sie die Familie ihrer Mutter, wie auch die des Vaters zurücklassen und was für Ann besonders schwer wiegt ist, dass sie ihre geliebte Cousine Charlie damals ohne ein Wort verlassen musste. Sie hofft, dass sie die Verwandtschaft finden kann. Hierbei kann Jackson, ein amerikanischer Fahrer, den sie zu Beginn des Aufenthalts kennenlernt, hilfreich sein, allerdings entwickelt sie schnell Gefühle für ihn, was aber nicht sein darf, da Jackson und auch ihre britischen Kollegen einen erheblichen Hass auf alle Deutschen hat, denn die Kriegsgeschehen haben beide Seiten sehr geprägt. Wie Ann die Situation kurz nach Kriegsende erlebt und ob sie ihre Verwandten ausfindig machen kann, das muss der Leser selbst herausfinden. Berührend und detailreich erzählt Hanna Caspian die Geschehnisse in Potsdam. Sehr interessant fand ich zum einen die politischen Details rund um Churchill, die Siegermächte und das zerbombte Deutschland, auf der anderen Seite das emotionale, die verwundeten Seelen auf beiden Seiten, der Deutschen und der Siegermächte. Man spürt förmlich die innere Zerissenheit von Ann, die Vorwürfe aus der Vergangenheit, die Erlebnisse, die nicht verarbeitet sind, die Hilf-- und Trostlosigkeit aller Beteiligten, aber auch das Verlangen nach einer schönen und unbeschwerten Zukunft. Ich bin nur so durch die Geschichte geflogen, ich konnte Potsdam und diese Zeit vor mir sehen, Hanna Caspian hat sie großartig entstehen lassen. Die Liebesgeschichte ist dabei auch schön erzählt, wobei sie neben den anderen Geschehnissen nicht übermäßig viel Raum einnimmt. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
13. Aug.
Grandios und authentisch!
Rating:5

Grandios und authentisch!

Das vorliegende Buch durfte ich im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks lesen. 😊 Zum Inhalt: Nichts Geringeres als das Schicksal der Welt wird 1945, kurz nach Ende des 2. Weltkriegs, in Potsdam verhandelt. Während Churchill, Truman und Stalin auf Schloss Cecilienhof um Einigkeit ringen, riskiert ein junges Mitglied der britischen Delegation die Aufdeckung ihrer verdeckten Identität, die ihr Schutz und Überleben sichert. Ann Miller ist nicht, wer sie zu sein vorgibt, und sie muss unbedingt in die von den Russen besetzte Stadt gelangen. Dort hofft sie, ihre Cousine zu finden, an der sie einen bitteren Verrat begangen hat. Hilfe bekommt Ann ausgerechnet von Jackson Powers, einem amerikanischen Soldaten, der gute Gründe hat, alle Deutschen zu hassen. Auf keinen Fall darf Jackson herausfinden, wer Ann ist - erst recht nicht, als sie verbotene Gefühle für ihn entwickelt … Mein persönliches Fazit: Mit diesem Buch hat die Autorin Hanna Caspian, übrigens eine meiner Lieblingsautorinnen, ein überragendes Werk geschaffen. Mit ihrer unglaublich bildhaften Schreibweise, welches schnell zu einem Kopfkino führt, entführt Hanna Caspian uns in die Zeit kurz nach Ende des 2. Weltkriegs mit der Potsdamer Konferenz. Es ist alles so genau recherchiert worden, das merkt man sofort. Genau das macht diesen Roman auch so authentisch!

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
6. Aug.
Rating:5

Schwestern des brennenden Himmels gefreut. Auch mit ihrem neuen Roman konnte sie mich begeistern! Der Roman spielt im Juli 1945 und endet am 6. August, dem Tag, an dem Hiroshima von einer amerikanischen Atombombe zerstört wurde. Ann Miller gehört zum britischen Korps der ATS-Frauen (Auxiliary Territorial Service). Sie kommen nach Potsdam, um den britischen Premierminister Churchill und die anderen britischen Delegierten während der Potsdamer Konferenz zu betreuen. Eines der Ziele bei der Konferenz der drei alliierten Siegermächte ist die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen. Ann ist Deutsche, ihre Eltern haben Deutschland 1934 verlassen, als sie zwölf Jahre alt war. Sie verschweigt ihre Nationalität. Ann wird der Villa zugeteilt, in der Winston Churchill mit seiner Tochter Mary untergebracht ist. Jackson ist GI, er ist für den Transport der amerikanischen Delegation um Präsident Truman zuständig. Ann und Jackson fühlen sich zueinander hingezogen, doch Ann scheut sich zunächst davor, ihn näher kennenzulernen, da sie befürchtet, dass er sie zurückweist, wenn er erfährt, dass sie Deutsche ist. Der wichtigste Grund für Anns Reise nach Potsdam ist die Suche nach ihrer Cousine, ihren Cousins, Tanten und Onkels, von denen sie seit drei Jahren nichts mehr gehört hatte. Potsdam liegt in der russischen Besatzungszone, Briten dürfen sich nur mit einem Passierschein in der Stadt aufhalten. Die Unterkünfte der Delegierten liegen außerhalb der Stadt, der Weg zu Fuß ist zu weit, Ann braucht jemanden, der sie mit dem Auto oder Motorrad in die Stadt fährt. Bei der Besichtigung des UFA-Geländes lernt Ann einen Zimmermann und seine 18jährige Tochter Liesel kennen. Die beiden helfen ihr bei der Suche nach ihrer Familie, nachdem Ann ihnen Lebensmittel und vor allem amerikanische Zigaretten anbietet. Anns Suche nach ihrer Familie, ihr geschicktes Vorgehen hat mich fasziniert. Liesel steht stellvertretend für viele deutsche Frauen und ihr Schicksal nach dem Einzug der Russen in Potsdam. Die Autorin beschreibt einfühlsam und authentisch das Leben in Potsdam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Hunger und das Elend, den blühenden Schwarzmarkthandel, das Schicksal vieler Frauen, die den Freitod wählen, nachdem sie den Russen in die Hände gefallen sind. Auf der anderen Seite sind da die Bilder der ausgezehrten Menschen, die aus Konzentrationslagern befreit wurden, Waggons voller Leichen. Kein Wunder, dass Jackson die Deutschen für Bestien und Monster hält. Ich habe den ereignisreichen und spannenden historischen Roman an wenigen Tagen verschlungen. Die Figur der Ann Miller ist fiktiv, die Teilnehmer der Konferenz und Anns Chefin Miss Bright sind historische Persönlichkeiten. Joan Bright war mit Ian Fleming bekannt, dem Autor von James Bond, und soll als Vorbild für Miss Moneypenny gedient haben. Von mir eine große Leseempfehlung auch für diesen Roman der Autorin.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
6. Aug.
Rating:5

Hervorragend recherchierter historischer Roman mit einer eindringlichen fiktiven Geschichte, die zu Herzen geht

Ich mag ja die historische Romane von Hanna Caspian sehr gerne. Nicht nur, weil sie wirklich unglaublich gut recherchiert sind, sondern weil sie es einfach schafft Fakten so gekonnt mit der Fiktion zu vermischen, dass man wirklich das Gefühl hat, einen wahren Bericht über die Nachkriegszeit und der Potsdamer Konferenz zu lesen. Das liegt unter anderem daran, dass ihre Charaktere einfach authentisch wirken. Die Charaktere sind es auch, die einen in diesen Lesesog hineinziehen. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich es liebe, wenn die Autorin mit verschiedenen Perspektiven spielt. Sind es bei Gut Greifenau die unterschiedlichen Sichtweisen der Herrschaft und der Dienerschaft (übrigens meine absolute Lieblingsreihe von ihr), sind es hier zwei Frauen, die den Ausgang des Krieges in verschiedenen Situationen erleben. Mehr möchte ich hier nicht verraten, da ich sonst spoilern würde. Die Schrecken, die die Herrschaft der Nazis und der zweite Weltkrieg hinterlassen haben, die Trümmer, die sich nicht nur auf die Gebäude und Landschaften beziehen, sondern vor allem auf die Herzen und die Psyche der Opfer dieser Zeit, werden hier so echt beschrieben, dass man alles genau vor sich sieht. Mich beeindruckt auch, wie Hanna Caspian es schafft, zu zeigen, dass es eben nicht nur die Monster bei den Deutschen gab. Es gab genauso die Opfer und es gab sie auch in den anderen Ländern, in den Siegermächten: Die Monster. Der Krieg bringt das schlimmste im Menschen hervor... und die Nachfahren, die Kinder, die in der Zeit aufgewachsen sind und die Kinder, die danach geboren sind, sollten nicht die Schuld ihrer Ahnen auf den Schultern mit sich tragen. Sich dessen bewusst sein- ja. Es besser machen, nie wieder so weit kommen lassen- definitiv. Doch dieses würde jetzt zu politisch werden. Ich finde es auf jeden Fall beeindruckend, wie die Autorin es schafft, die Gräueltaten ohne erhobenen Zeigefinger zu beschreiben und was das eigentlich mit den Menschen damals gemacht hat. Dazu kommt eine Liebesgeschichte, die sich nicht aufdringlich in den Mittelpunkt drängt, sondern wächst wie eine zarte Blüte. Die Geschichte rund um Ann, um ihre Vergangenheit, ihre Handlungen in der Gegenwart ist bis zum Schluss interessant erzählt. Ebenso die Sichtweise von Liesel, die einen eine ganz andere Perspektive auf die Ereignisse ermöglicht. Fazit: Wiedermal ein richtig toller historischer Roman über die Nachkriegszeit. Realistisch, zu Herzen gehend und interessant geschrieben. Klar empfehlenswert!

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
28. Juli
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Rating:3

Dieser Roman spielt in einer der bedeutsamsten Phasen deutscher Nachkriegsgeschichte – während der Potsdamer Konferenz – und verwebt historische Fakten mit einer fiktiven, persönlichen Geschichte. Im Mittelpunkt steht Ann Miller, eine britische ATS-Mitarbeiterin, die ihre Herkunft verbergen muss und dennoch versucht, ein altes Versprechen einzulösen. Ihre Suche nach Vergebung und Wahrheit führt sie durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland – begleitet von politischer Spannung und der inneren Zerrissenheit der Überlebenden. Positiv hervorzuheben ist die detailreiche historische Darstellung: Die Atmosphäre der Nachkriegszeit und einem zerstörten Deutschland, die politischen Spannungen sowie die Darstellung der Großmächte Stalin, Churchill und Truman am Verhandlungstisch sind glaubwürdig und gut recherchiert. Allerdings verliert sich die eigentliche emotionale Handlung – Anns Suche und ihre innere Auseinandersetzung mit Schuld und Vergangenheit – manchmal im Schatten der politischen Konferenzszenen. Die Gewichtung zwischen persönlicher Geschichte und politischen Abläufen ist nicht ganz ausgewogen. Auch die angedeutete Liebesgeschichte bleibt eher oberflächlich und kann emotional nicht vollständig überzeugen. Das Ende wirkt abrupt und lässt einige Fragen offen, was den Eindruck eines nicht ganz abgeschlossenen Romans hinterlässt. Gestalterisch erzeugt der Titel eine gewisse Erwartung und Spannung, was das Cover allerdings nicht so ganz trifft und hätte ich nicht schon Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen, hätte ich es fast übersehen. Fazit: Ein atmosphärisch dichter Nachkriegsroman mit starker Grundidee und interessanter historischer Einbettung. Emotional hätte die Geschichte noch mehr Tiefe vertragen können, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Wer historische Romane mit politischem Kontext mag, wird hier trotzdem auf seine Kosten kommen – mit kleinen Abstrichen.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
25. Juli
Spannender Geschichtsunterricht.
Rating:5

Spannender Geschichtsunterricht.

Inhalt: Ann Miller, die der Frauenabteilung des britischen Heeres angehört, fliegt kurz nach dem 2. Weltkrieg mit einigen anderen Frauen nach Berlin. Hier sollen sie Vorbereitungen für die britische Delegation treffen, die an der Potsdamer Konferenz der Siegermächte teilnimmt. Aber Ann hat noch eine andere Mission. Sie möchte ihre Verwandten wiederfinden. Was keiner weiß: sie stammt ursprünglich aus Deutschland und ist noch vor dem Krieg mit ihren Eltern nach Großbritannien geflohen. Ihr Vorhaben erweist sich jedoch als schwierig. Um ihre Verwandten zu suchen muss sie in den russischen Sektor. Das ist sowohl gefährlich als auch für Ann alleine verboten. Ausgerechnet der GI Jackson, der die Deutschen hasst, könnte ihr jedoch hilfreich sein...... Leseeindruck: "Schwestern des brennenden Himmels" hat als Grundthema die Potsdamer Konferenz der Siegermächte, bei der Churchill, Stalin und Truman über das weiter Schicksal von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg verhandeln. Hierbei konnte ich noch einiges lernen. Hanna Caspian hat hervorragende Recherchearbeit geleistet und auch das ein oder andere überlieferte Detail einfließen lassen. Dies integriert sie lebendig in die eigentliche fiktive Geschichte um Ann Miller, die deutsche Wurzeln hat und dem GI Jackson Powers. Inklusive einer anbahnenden Liebesgeschichte, die eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist. Einige Nebenfiguren machen die Geschichte rund. Durch sie erlebt man bildlich die Armut der deutschen Bevölkerung nach dem Krieg und die katastrophalen Umstände unter denen sie leben müssen. Im krassen Gegenzug dazu die Siegermächte, denen es scheinbar an nichts mangelt und die unterschiedlicher, je nachdem aus welchem Land sie kommen, nicht sein könnten. Das Ende ist teilweise abgeschlossen, teilweise bleiben aber Fragen. Ich finde das jedoch passend. Denn selbst Jahre nach dem Krieg war man noch in Ungewissheit was Angehörige und das weitere Leben betrifft. Fazit: Hanna Caspian kann einfach Geschichtsunterricht. Man erfährt einiges, was ich so noch nicht gewusst habe. Dabei erzählt sie die Geschichte eindringlich und lebendig. Der Roman wird gewiss bei mir noch lange nachwirken. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
21. Juli
Rating:5

Eine ungewohnte Perspektive auf das Ende des zweiten Weltkriegs

Fast alle Bücher über den zweiten Weltkrieg werden aus der Sicht der Deutschen als Opfer oder Täter erzählt. Dieses Buch berichtet aus der Sicht der Sieger in Berlin kurz nach der Kapitulation und endet mit dem Abwurf der ersten Atombombe. Die Sichtweise der Alliierten auf die Deutschen als kollektiv böse Menschen ist natürlich nachvollziehbar, aber schwer zu lesen. Hanna Caspian beschreibt den Zwiespalt einer geflohenen Deutschen, die im Dienste der Briten in die Heimat zurückkommt, um ihre Familie zu suchen, wahnsinnig gut und mitreißend. Ein tolles Buch das sehr viel zum Nachdenken anregt und nicht spurlos an einem vorbei geht.

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur
21. Juli
Rating:5

Die Potsdam - Konferenz

"Schwestern des brennenden Himmels" ist der neue historische Roman von Hanna Caspian. Er spielt direkt nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Berlin und hat als Hintergrund die Potsdamer Konferenz, in der sich Churchill, Truman und Stalin über das Schicksal der Stadt Berlin und Deutschlands einigen sollen. Zu welchem Ergebnis sie geführt hat, nämlich zu einem geteilten Deutschland, dürfte allen Lesenden bekannt sein. Ann Miller ist die Hauptprotagonistin. Als Mitglied des britischen Teams ist sie für die Betreuung von Winston Churchill und seiner Tochter zuständig und soll für deren Wohlfühlfaktor sorgen. Ann hat ein Geheimnis, das weder die Briten noch ihre Kolleginnen und schon gar nicht der GI Jackson erfahren dürfen, in den sie sich verliebt hat. Sie will im russisch besetzten Potsdam ihre Verwandten aufspüren, allen voran ihre Cousine Charlie, in deren Schuld sie sich fühlt. Man merkt Hanna Caspian in diesem Roman an, dass sie Politikwissenschaftlerin ist. Sie versteht es, den Lesenden Geschichte näher zu bringen und sie in die damalige Zeit zu versetzen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch das Miterleben menschlicher Schicksale während und nach dem Krieg und aus verschiedenen Sichtweisen. Sie schildert sehr bildhaft, das Leben in den zerstörten Städten Berlin und Potsdam und die Beschreibung der Besatzungsmächte erweckt Geschichte und das damit verbundene Leid mit Leben. Einmal angefangen konnte ich den Roman nicht mehr weglegen. Auch die zarte Liebesgeschichte zwischen Ann und Jackson zeigt die Konflikte der verschiedenen Nationen auf, ohne dabei kitschig zu wirken. Ein empfehlenswertes Buch, über Täter, Opfer und Politik nicht nur für politisch Interessierte! 4,5 Sterne für diesen Roman, aufgerundet auf 5!

Schwestern des brennenden Himmels
Schwestern des brennenden Himmelsby Hanna CaspianKnaur