12. Mai
Rating:4

Eine raue Geschichte in einer rauen Zeit und Gegend mit einer berührenden Hauptfigur.

Die Geschichte beruht auf der wahren Geschichte der letzten Frau an der in Island das Todesurteil vollstreckt wurde. Eine ruhige Geschichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Geschichte der Magd Agnes erzählt und atmosphärisch dicht und berührend geschrieben ist.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
30. Jan.
"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.
Rating:4

"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.

Hannah Kent hat mit einer unglaublichen Präzision die bedrückende Tristheit Island um diese Jahreszeit sowie die scheinbare Emotionslosigkeit einiger Protagonisten beschrieben. Ich habe diese Trostlosigkeit & Gleichgeültigkeit gefühlt & sie hat mich bedrückt. Dieses Buch hat mich berührt & phasenweise belastet. Hannah Kent hat "Das Seelenhaus" auf einen wahren Fall beruhend geschrieben, Agnes Magnúsdóttir war die letzte Frau an der ein Todesurteil durch geführt wurde. ( 1830) Die Autorin rollt Stück für Stück die Lebensgeschichte von Agnes auf - was sehr berührend ist! Für mich ist Agnes Magnúsdóttir eine starke, intelligente Frau, die durch ihre Lebenserfahrungen einen klaren Blick auf viele Dinge hat. Auch dies passte nicht in die männerdominierende Zeit & an Agnes wurde durch ihr Tod ein Exempel statuiert. Ob Anges die Mord gegangen hat oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, dass möchte ich nicht beurteilen. Doch für mich ist die Geschichte von Agnes Magnúsdóttir unglaublich berührend & bewegend. "Das Seelenhaus" von Hannah Kent kommt zu meinen Lieblingsbüchern! Sehr empfehlenswert!

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
11. Okt.
Rating:4

Spannend, aber am Ende...

...schwächelt die Erzählung. Basierend auf einer wahren Begebenheit wird die Geschichte von Agnes erzählt. Ihr wird Mord vorgeworfen, und sie wird zum Tod verurteilt. Auf der Grundlage dieser Begebenheit entfaltet Hannah Kent ein beeindruckendes Sittengemälde des Islands des frühen 19. Jahrhunderts. Das ist faszinierend zu lesen. Die Hauptcharaktere werden sorgfältig ausgearbeitet, und das Beziehungsgeflecht der Protagonisten kann man gut nachvollziehen. Die Geschichte wird eher langsam und gemächlich erzählt - wie der Tölt der Islandponys. Einziger Schwachpunkt ist das letzte Viertel des Buches, in dem die Geschichte auf das nun auch schon vorhersehbare Ende zuläuft - nicht im Tölt, sondern in fliegendem Galopp. Man hetzt mit der Autorin Richtung Ende, so als ob das Buch jetzt endlich mal fertig werden muss. Schade...

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
2. Okt.
Post image
Rating:5

Inhalt: Island im Jahre 1828: Agnes Magnúsdóttir wird gemeinsam mit einer weiteren Frau und einem Mann des Mordes an zwei Männern beschuldigt. Die drei Angeklagten werden an verschiedene Orte verbracht. Agnes wird auf den Kornsáhof im selben Landkreis gebracht, in dem die Tat geschehen ist. Dort soll sie, bis zu ihrer Hinrichtung, im Haushalt einer Familie mit zwei erwachsenen Töchtern leben und arbeiten. Auf dem Hof wird Agnes, im Vergleich zu dem, was sie zuvor erlebt hatte, gut behandelt, dort hat man sich irgendwie ein wenig Menschlichkeit bewahrt. Die Familie ist zwar alles andere als begeistert, eine verurteilte Mörderin aufzunehmen, doch sie bekommt ein Bett, wird zum Baden gezwungen und erhält regelmäßig Mahlzeiten. Umgekehrt muss sie hart arbeiten, etwas, das sie gewohnt ist und das sie zugleich von ihren düsteren Gedanken ablenkt. Kurz vor ihrer Überstellung auf den Hof bittet Agnes um einen neuen Seelsorger: namentlich den jungen Pfarrvikar Thorvadur Jónsson. Anfangs scheint dieser überfordert und erwägt sogar, die Segel zu streichen. Doch mit der Zeit entwickelt sich zwischen ihm und Agnes eine Art Vertrautheit. Stück für Stück erzählt sie ihm ihre Geschichte, Schritt für Schritt eröffnet sich dem Leser ein Szenario, welches den vermeintlichen Tathergang überwölbt und - so hofft man anfangs - folgenreiche Konsequenzen birgt. Meinung: Mit „Das Seelenhaus“ erzählt Hannah Kent eine fiktive, aber gründlich recherchierte Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Die Autorin greift die Lebensgeschichte von Agnes Magnúsdóttir auf, der letzten Frau, die in Island hingerichtet wurde. Besonders spannend fand ich den Hinweis im Nachwort, dass Agnes in vielen historischen Berichten sehr einseitig dargestellt wurde. Als „unmenschliche Hexe“, die den Mord angeführt habe. Kent aber versucht, die historische Figur zu rehabilitieren und und zeigt die Vielschichtigkeit der Deutungsmöglichkeiten ihrer Biografie. Die Erzählung wechselt zu Beginn zwischen verschiedenen Figurenperspektiven. Besonders prägnant tritt der Landrat Björn Andunsson Blöndal hervor, der von Anfang an unsympathisch wirkt: wohlhabend, arrogant, undurchsichtig. Im Kontrast dazu stehen die Mitglieder der Familie vom Kornsáhof. Die beiden Töchter könnten kaum unterschiedlicher sein: Lauga meidet Agnes, während Steina nach und nach vorsichtig Kontakt zu ihr aufnimmt. Ihre Mutter Magrét wiederum imponierte mir besonders: streng, pragmatisch, aber auch gerecht und mitfühlend. Eine Frau, die Verantwortung übernimmt und das Herz am rechten Fleck hat. Ihr Mann Jón bleibt eher blass im Hintergrund. Einen zentralen Platz nimmt Pfarrvikar Tóti ein. Als Agnes’ Beistand wächst er an seiner Aufgabe. Zunächst unsicher und überfordert, gewinnt er mit der Zeit an innerer Stärke. Gerade seine Zweifel und seine Menschlichkeit machten ihn für mich sehr sympathisch. Überhaupt lebt das Buch stark von den Innenansichten seiner Figuren. Vor allem von Agnes selbst. Ihr schweres Leben, die Verlassenheit in der Kindheit, der ständige Kampf ums Überleben, und ihre komplexe Beziehung zu Natan, einem der späteren Mordopfer, werden eindringlich geschildert. Dabei schwankt der Leser zwischen Mitleid, Bewunderung und tiefer Betroffenheit. Während des Lesens war ich regelrecht gefesselt. Doch gleichzeitig blieb ein beklemmendes Gefühl: das Wissen, dass Agnes’ Schicksal unumstößlich ist. Besonders erschütternd fand ich, wie sehr die Menschen in ihrer Umgebung überzeugt waren, die Wahrheit über ihr Leben und die Tat zu kennen, obwohl ihr vermeintliches Wissen sich nur aus einer Aneinanderreihung wilder Mutmaßungen und unmotivierter Gefühlsschwankungen speist. Umso stärker berührte mich Tótis Versuch, zuzuhören, Verständnis zu zeigen und Vorurteile beiseite zu lassen. Fazit: Hannah Kent hat mit „Das Seelenhaus“ einen Roman geschaffen, der tief bewegt und lange nachhallt. Die Geschichte ist keine leichte Kost. Sie ist bedrückend, schockierend und zugleich voller leiser Momente von Menschlichkeit. Gerade die Verbindung von historischen Fakten und literarischer Fiktion macht das Buch so ergreifend. Es regt zum Nachdenken an. Über Schuld und Unschuld, über Gerechtigkeit und gesellschaftliche Vorurteile, und darüber, ob ein Mensch mehr ist als die als Summe seiner Taten oder Untaten. Ein stilles, kraftvolles Buch, das unter die Haut geht.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
20. Aug.
Rating:4

Dank Hannah Kent fand ich mich für die letzten zwei Wochen auf der kalten Insel Island wieder. Agnes Geschichte ist eine sehr intensive. Obwohl wegen Mordes zu Tode verurteilt, würde ich sie am liebsten in den Arm nehmen und ihren Geschichten zuhören. Hannah hat es geschafft, mich aus der Zivilisation ins raue 19. Jahrhundert zu entführen.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
12. Aug.
Rating:5

Es zerriss mir mein Herz

Ich habe das Buch auf Empfehlung gelesen. Es ist eins der spannendsten Mitreisenden Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Die Geschichte verliert das ganze Buch über nicht einen Moment an Spannung und der Schreibstil. Der Schriftstellerin nimmt ein mit in die düstere Zeit der Geschichte und man kann sich sehr gut in das Buch rein fühlen. Für mich eine absolute Empfehlung und eins meiner neuen Lieblingsbücher !

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
1. Apr.
Rating:4.5

"Wie heißt der Raum zwischen den Sternen?....Hm, es ist ein Ort für die armen Seelen. Vielleicht Seelenhaus." Die australische Autorin Hannah Kent hat während eines Schüleraustauschs in Island von Agnes Geschichte gehört und hat dann, nach eingehender Recherche, diesen fiktionalen, auf Tatsachen beruhenden Roman geschrieben. "Manchmal, wenn ich mit dem Pfarrer gesprochen habe, tut mir der Mund weh. Meine Zunge fühlt sich sterbensmatt an; sie scheint zwischen meinen Zähnen, die wie Steine sind, in sich zusammenzusacken, wie ein toter Vogel, der nur noch aus nassem Gefieder besteht." Wir schreiben das Jahr 1828. Die einfache Magd Agnes wird beschuldigt zwei Menschen getötet und das Haus angezündet zu haben. Hierfür wird sie zum Tode verurteilt und so lange auf dem Hof von Margrét, ihrem Mann und den zwei erwachsenen Töchtern untergebracht. Dort soll sie arbeiten und von dem Pfarrer, den sie sich aussuchen durfte, betreut werden und gemeinsam beten. Bei diesen Treffen erzählt Agnes dem Pfarrer ihre Geschichte. Da die Treffen auf kleinstem Raum stattfinden, erfährt so auch Margrét die Geschichte und fasst langsam auch Vertrauen zu der "Mörderin" die bei ihnen, ohne gefragt zu werden, untergebracht wurde. Erinnerungen an die Kindheit ohne Eltern und ständiger harter Arbeit werden wach. "Erinnerungen vergehen wie Pulverschnee im Wind oder sind wie ein Geisterchor, in dem jeder gleichzeitig spricht." Es ist eine bedrückende Geschichte in kalter Winterzeit erzählt. Man friert mit diesen Menschen mit. Sieht die schöne, isländische Landschaft und fürchtet mit Agnes auf den Tag der Hinrichtung hin. Große Leseempfehlung!

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
8. März
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5
📖 Seiten 384
📚 Gebundenes Buch

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5 📖 Seiten 384 📚 Gebundenes Buch

Einer meiner Lieblingsbücher ‚EVER‘. Wieso? Gute Frage dieses Buch besitze ich schon seit Jahren, eines meiner ersten Bücher als ich damals wieder anfing mit Lesen und eines der einzigen Bücher die ich damals so schnell verschlungen hatte, dass die Geschichte immer im Kopf blieb was bei vielen Büchern nach einiger Zeit verschwindet. Ich denke oder es ist sogar so dass Ich mir dieses Buch alle Jahre oder paar Jahre wieder auf mein SUB lege um es wieder und wieder zu lesen. Diesmal wurde es als Audible gehört und auch hier fand ich das gesamt Paket hervorragend. Bei dieser Geschichte handelt es Sich um eine wahre Geschichte die ein wenig umstrukturiert wurde was Namen und Personen an geht. Aber im Grunde kann die Geschichte um Agnes aus Tagebucheinträgen und Briefen nachvollzogen werden. Das macht dieses Buch für mich persönlich einfach noch fesselnder und intensiver. Alles spielt in Island 1828. Eine eher düstere Geschichte, mit vielen Lügen und in der Erzählung von Agnes eine ganz andere Wendung, Wahrheit ? Sachlich und so detailliert mit Einblicken dass man sich das ganze fast zusammen reimen könnte was denn nun richtig und falsch war/ist. Man könnte sagen wir sind die Zeugen dieser Tragödie. Die wir als Leser nicht ändern können auch wenn wir dieses Buch in unsern Händen halten. Es wird dem Leser auch nichts schön geschrieben und schnell klar dass es nicht immer um gerechtigkeit im Leben geht, somit wird dieses Buch kein Happy End haben. Die Hauptprotagonistin Agnes arbeitet als Magd und wird des Mordes bezichtigt. Zur Verwahrung soll sie bis zu ihrer Hinrichtung auf einem anderen Hof verweilen und dort beginnt man sich für ihre Geschichte zu interessieren. Klappentext: Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
17. Jan.
Rating:2.5

Ganz nett, aber nichts Besonderes

Das Thema war recht interessant und ich fand auch gut mehr über das Leben im 19. Jahrhundert in Island zu erfahren. Die Geschichte an sich hat mich jetzt allerdings nicht so abgeholt. Kann man gut lesen, man hat aber auch nichts verpasst, wenn man‘s nicht liest.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
21. Dez.
Rating:4

Wir begeben uns mit diesem Roman, der auf eine wahre Begebenheit beruht, ins Jahr 1828 zurück. Es ist die Geschichte über Agnes Magnúsdóttir, einer Magd, die als letzte zum Tode verurteilte Frau Islands gilt. Die Enthauptung wurde auf den 12.01.1930 festgesetzt. Die Strafsache richtete sich u.a. gegen Agnes Magnúsdóttir und Friðrik Sigurðsson, da sie die Bauern Natan Ketilsson von Illugastaðir und Pétur Jónsson von Geitaskarð ermordet haben sollen. Bis zur Urteilsvollstreckung lebte und arbeitete sie auf einem Hof, auf dem sie ihre Kindheit verbrachte. Die Besonderheit ist, dass es sich um den Haushalt einer isländischen Familie handelte. Die Autorin hat sich auf Spurensuche begeben und einen Roman erschaffen, der sich zweier Erzählperspektiven bedient, was sich als gewinnbringend herausstellt, denn so kann der Leser in Agnes Gedankenwelt eintauchen. Nach und nach erfahren wir etwas über die Charaktere, den Tathergang, das Motiv und die recht einseitige Verhandlung. Alles wurde geschickt miteinander verwoben. Dennoch empfand ich den Schreibstil manchmal etwas zu hart und leicht sprunghaft, weniger flüssig. Sowohl die landschaftlichen Beschreibungen als auch die des bäuerlichen Alltags im rauen Island haben mir gut gefallen. Es ist aufgrund seiner wahren Begebenheit ein Roman erschaffen worden, der, gepaart mit dem eisigen Klima Islands, nicht viel Zutun benötigte, um ihn düster wirken zu lassen. Das Cover ist ganz gut geworden, den Titel finde ich weniger passend. Es wird zwar im Laufe der Geschichte erwähnt, was es mit dem „Seelenhaus“ auf sich hat, aber irgendwie auch nur „nebenbei“. Die Bedeutung des Titels bzw. die Verbindung zu diesem war mir nicht stark und bedeutend genug.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
28. Nov.
Rating:3

Es war ok. Ich hatte es schwer mit den ganzen Namen dadurch den richtigen Zusammenhang herzustellen. Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant. Das Ende fand ich zu gewollt traurig, hat mich nicht erreichen können.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
24. Okt.
Rating:3

Island 1828. Der Hof von Nathan Ketilsson steht in Flammen. Nathan und Pétur Jónsson werden dort verstümmelt und halb verbrannt aufgefunden. Drei Personen werden des Mordes angeklagt. Eine davon ist Agnes Magnúsdóttir. Eine selbstbewusste Frau im mittleren Alter. Ihr Leben verlief schon immer etwas steinig, doch jetzt soll sie hingerichtet werden. ⠀ Die Zeit bis zur Hinrichtung soll Agnes auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich vor Angst und Wut, eine Mörderin beherbergen zu müssen. Doch so langsam merkt die Hausherrin Margrét, dass Agnes eine tüchtige Frau ist, der nie richtig zugehört wurde. ⠀ Dieser Roman beruht auf einer wahren Geschichte. Agnes Magnúsdóttir und diesen Mordfall gab es wirklich. Wer hier allerdings einen spannenden Krimi erwartet, wird leider enttäuscht werden. Das Leben in einem bescheidenen Torfhaus des 19. Jahrhundert in Island wird gut beschrieben. Die Geschichte wird ebenfalls mit kleinen düsteren Gedichten sowie Briefe und Dokumente über die Mordanklage beschmückt. Dazwischen erzählt Agnes von ihrem bisherigen Leben bis zur Mordnacht. ⠀ Ich fand dieses Buch leider sehr zäh und langatmig. Am liebsten hätte ich abgebrochen und nur die letzten paar Seiten gelesen um die Auflösung des Falles zu erfahren. Ich bin standhaft geblieben in der Hoffnung es käme doch noch etwas Spannung auf. Leider war das nicht der Fall.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
9. Okt.
Rating:4

"Sie sagten, ich soll sterben. Sie sagten, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssen sie mir meinen stehlen."

Definitiv lesenswert. Erinnert hier und da an "Alias Grace". Das Setting vom ländlichen Island des 19. Jahrhunderts ist sehr interessant und die Autorin hat ein feines Gespür dafür, eine trostlose und trotzdem einnehmende Stimmung zu erzeugen. Die Geschichte zieht den Leser in ihren Bann. Melancholisch, düster und auch berührend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und besonders Agnes hat mich anfangs sehr fasziniert. Gegen Ende flachte dies etwas ab, als man schon ahnen konnte, was und wie alles passiert sein mag. Ich werde auch andere Bücher der Autorin für mich im Auge behalten. :)

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
18. Aug.
Rating:3.5

Island..

Die Geschichte basiert auf einer wahren.. was ich erst am Ende erfahren habe. Es war mein erstes Buch über dieses Zeitalter und auch über Island und zuerst habe ich mich schwer getan da rein zu kommen. Aber es war faszinierend zu lesen, wie die Menschen und ihre Meinungen sich ändern und das Ende ist daher umso trauriger

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
7. Aug.
Rating:4

Perfect for autumn or winter

I loved this and even though it’s mostly vibes and not so much plot because Agnes is retelling her story to other people it is beautifully written and draws you into a moody and harsh world. In the beginning it can be a bit boring because many characters get introduced and you switch POVs quite often but towards the middle and end the story picks up on pace

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
17. Juni
Rating:4

„Wenn niemand deinen Namen nennt, wirst du vergessen werden. Ich bin vergangen und vergessen...“ Island 1828 - Agnes Magnúsdóttir wird des Mordes bezichtigt und soll bis zum Tag der Hinrichtung auf dem Hof eines Beamten und dessen Familie Zwangsarbeit verrichten. Ein Pfarrer wird ihr zur Seite gestellt, welcher sie auf ihrem letzten Weg begleiten soll. Es sind lange und ehrliche Gespräche, die die beiden führen und schon bald ahnt man, dass mehr hinter diesem Mordfall steckt... Hannah Kent hat einen überaus poetischen, einfühlsamen und doch offensiven Schreibstil, der von Anfang an fesselt. Die Charaktere, vor allem Agnes, sind sehr schön gezeichnet und ausgearbeitet. Zudem portraitiert sie die Landschaft Islands und deren Bewohner überaus sorgfältig und auf historischen Fakten basierend. Ein bewegendes Schicksal über die Höhen und Tiefen des Lebens und die Angst davor, vergessen zu werden...

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
28. Apr.
Rating:4

Hatte ständig "Alias Grace" im Kopf - eine super ähnliche Geschichte mit einem erstaunlicheren Ende. Ein großartiges Buch, das an "Wo drei Flüsse sich kreuzen" nicht herankommt, mich jedoch von der Autorin überzeugt hat.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
20. Apr.
Rating:4.5

🎧 Ich war in Island!

Eine berührende, traurige, herzerwärmende und tragische Geschichte. Mein Herz schlug für Agnes und wie schwer ihr Leben war. Wie wenig man seinerzeit als Frau wert war, einfach nur grausam. Obwohl das Buch eine gewisse Schwere mit sich bringt, wächst es einem ans Herz. Man taucht in ein frühes Island ab, welches durch Armut und Verzicht geprägt ist. Man ist bei den Arbeiten am Hof dabei, friert und weiß genau, wie es dort aussieht und wie sich das anfühlt. Absolut Lesenswert! Das Hörbuch war sagenhaft gut eingesprochen. Zwei Perspektiven, ein Mann und eine Frau. Großartig ! 

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
1. Feb.
Ein neues Lieblingsbuch 💛
Rating:5

Ein neues Lieblingsbuch 💛

Agnes lebt 1828 in Island und wird angeklagt, Natan und Pétur brutal ermordet zu haben. Sie wird zum Tode verurteilt und soll die Zeit bis dahin bei einer Familie auf dem Kornsáhof in Haft verbringen. Die Familie ist zunächst empört, eine Mörderin auf ihrem Hof aufnehmen zu müssen. Doch Agnes arbeitet für sie als Magd und ist mit der Zeit eine große Hilfe. Durch die Betreuung von Pfarrer Toti beginnt Agnes, ihre Geschichte zu erzählen und ganz langsam kommt die Wahrheit ans Licht. 🕯️ Dieses Buch hat mich gleichermaßen bewegt, mitgerissen und begeistert. Die Tatsache, dass die Handlung in Island spielt, führte mich überhaupt erst zum „Seelenhaus“, da ich Island sehr liebe. Umso spannender war es, etwas über das isländische Leben vor 200 Jahren zu erfahren. Die Erzählung über den harten Alltag zu dieser Zeit und die Geschichte von Agnes ist so gut kombiniert, dass ich von Beginn an gefesselt war. Der Schreibstil der Autorin verleiht der Handlung die perfekte Mischung aus Dunkelheit, Tragik, Spannung und Gefühl. In all der Härte der Geschichte platziert Hannah Kent winzige Momente des Mitgefühls, die bei mir alle Dämme brechen ließen. Für mich war es faszinierend, dass ich die erbarmungslosen und bitteren Passagen größtenteils ertragen konnte. Die Momente der Menschlichkeit haben mich jedoch so sehr mitgenommen, dass die Tränen liefen. Auch mit einigem Abstand muss ich viel an Agnes denken, deren Geschichte an einer wahren Begebenheit angelehnt ist. Das Buch hat mein Herz mit voller Wucht erreicht und es hat so viel Kraft, wie kaum ein anderes Buch zuvor. Mehr möchte ich nicht verraten. Ich finde, das muss man selbst erleben, fühlen, durchstehen und irgendwie für immer ein bisschen bei sich behalten. Ganz, ganz große Empfehlung - Agnes und Hannah Kent haben meine Top-Liste im Sturm erobert!

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
16. Jan.
Düster und atmosphärisch
Rating:4

Düster und atmosphärisch

Ich habe das Buch gesehen und musste es unbedingt haben. Auch hier kann ich nur sagen, dass es leider viel zu lange auf meinem Sub lag! Die Geschichte um Agnes beruht auf wahren Begebenheiten.  Die Autorin hat sich sicher ein paar Freiheiten heraus genommen,  aber im Grunde kann die Geschichte um Agnes aus Tagebucheinträgen und Briefen nachvollzogen werden. Das macht dieses Buch für mich persönlich einfach noch fesselnder und intensiver. Das Setting im eiskalten Island im Jahre 1828 ist von Beginn an bedrückend. Anders kann ich es nicht beschreiben.  Düster und erdrückend. Unsere Hauptprotagonistin Agnes arbeitet als Magd und wird des Mordes bezichtigt. Zur Verwahrung soll sie bis zu ihrer Hinrichtung auf einem anderen Hof verweilen und dort beginnt man sich für ihre Geschichte zu interessieren und man kommt zu der Erkenntnis dass die Geschichte um Agnes vielleicht ganz anders war. Es gibt kein großes Brimborium. Die Geschichte wird sachlich und schon fast abgeklärt erzählt.  Ein absolut zu der Geschichte passender Erzählstil. Wir bekommen einen Einblick in ein hartes Leben auf dem Lande und wir werden Zeuge einer Tragödie.  Oder vielleicht sogar mehrerer?  Es ist kein Geheimnis dass dieses Buch kein Happy End hat. Und es wird auch sehr schnell klar,  dass es nicht immer um Gerechtigkeit im Leben geht.  Agnes blieb für mich immer ein wenig verschlossen,  dennoch hat mich ich ihre Geschichte sehr mitgenommen und ich bin sehr gerne ein Stück gemeinsam mit ihr des Weges gegangen.  Wer einen ruhigen Erzählstil und eigentbrötlerische Charaktere mag, wer ein düsteres Island voll dunklem Charme mag, der ist mit dieser Geschichte um Agnes sicher gut bedient.  Mir hat das Buch gefallen und ich empfehle es gerne weiter!

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
11. Jan.
Island vor knapp 200 Jahren
Rating:5

Island vor knapp 200 Jahren

Klappentext: "Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. REZENSION: Diese Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, verwoben mit fiktiven Handlungssträngen. Schon beim Lesen der ersten Sätze versank ich in der dunklen Winterlandschaft im eisigen Island vor knapp zweihundert Jahren. Die Autorin hat einen fesselnden Schreibstil, der bildhaft und flüssig war. Ich fühlte mich, als würde ich an Agnes Magnúsdóttirs Seite gehen, ihre Emotionen mitempfinden und das harte Leben, welches die Menschen damals führten, hautnah erleben. Und das Ende hätte emotionaler nicht sein können. Besonders schön fand ich die kleinen Akzente der isländischen Sprache, dies verlieh der Handlung noch einmal eine ganz andere Weise, vor allem wenn man bedenkt, dass die Autorin Australierin ist. Es ist nicht meine erste Berührung mit diesem Land und seiner Sprache, jedoch sicherlich das Heftigste von der Intensität her. Und es ist ein Buch, welches ich niemals mehr vergessen und im nächsten Winter sicherlich noch einmal lesen werde. Ich hoffe sehr dieses faszinierende Land, insbesondere Reykjavík, Akureyri und Vatnsdalur, irgendwann einmal besuchen zu können. Ganz lieben Dank an die Person, die mir im Rahmen einer Wichtelaktion dieses großartige Werk geschenkt hat. Es ist mit eines der besten und eindringlichsten Bücher, das ich jemals gelesen habe. 🇮🇸

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
1. Jan.

Irgendwie interessiert mich Agnes’ Schicksal zwar und ich finde es erstaunlich, wie gut die Atmosphäre beschrieben wird, aber die Erzählweise finde ich trotzdem unglaublich ... langsam, zäh. Vielleicht ist grade einfach nicht „meine Zeit“ für dieses Buch.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
1. Dez.
Rating:5

Zu Beginn fiel mir das Cover des Buches ins Auge. Eine in meinen Augen junge Frau mit roten Haaren und einem Balken über den Augen. Warum das? Sollte man ihr nicht in die Augen sehen? Wenn ja, bleibt die Frage nach dem Warum. Hannah Kent erzählt hier eine erschütternde Geschichte, die zudem noch auf wahren Begebenheiten beruht. Ich hatte beim Lesen auch das Gefühl das hier viel Recherchearbeit drin steckt. Das einfache und oftmals schwere Leben dieser Menschen wurde glaubhaft dargestellt. Von Beginn an ahnt der Leser das die Geschichte hier keineswegs so gewesen ist, wie es die Menschen um Agnes einen glauben machen möchten. Insbesondere die "Politiker" waren mir sofort ein Dorn im Auge. Es ist zwar klar das diese an Agnes ein Exempel stattuieren wollen, trotzdem hat man Hoffnung das sich das Blatt wendet. Und das obwohl man das Ende kennt. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Manchmal kam er mir etwas poetisch vor, was nicht so ganz zur bedrückenden Stimmung passte oder vielleicht genau deshalb eben doch passte. Die Stimmung, die Landschaft, die Protagonisten wurden von der Autorin sehr gut dargestellt und lebhaft beschrieben. Ich konnte mir die Lehmhütten und den rauhen, kalten Winter gut vorstellen. Ich hatte sofort eine Beziehung bzw. Verbindung zu Agnes und wurde mit jeder gelesen Seite begieriger ihre Geschichte zu erfahren. Fazit Hannah Kent hat ein für mich bewegendes Buch geschrieben. Eine Mischung aus Geschichtsbuch und Fiktion. Sehr gut gelungen und absolut lesenswert.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
22. Sept.
Rating:3

"Das Seelenhaus" ist eine Art historischer Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht. Das Setting in Island hat mir besonders gut gefallen, denn ich habe bislang wahrscheinlich noch keinen Roman gelesen, der auf dieser wunderschönen Insel spielt (die ich auch gerne mal im echten Leben bereisen möchte!). Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die düstere Atmosphäre, die die Autorin allein durch ihre Worte vermitteln konnte. Agnes Schicksal hat mich zwar sehr mitgenommen, aber leider verläuft die Erzählung sehr langsam und unaufgeregt, dass bei mir nicht wirklich Spannung aufkommen wollte. Es wird zwar nach und nach aufgeklärt, was sich damals wirklich abgespielt hat, aber so richtig packen konnte mich die Handlung nicht. Auch die Charaktere sind in meinen Augen sehr unnahbar und blass geblieben und ich konnte gerade zu den vielen Nebencharakteren, die ebenfalls wichtige Rollen einnehmen, keine wirkliche Bindung aufbauen. Die Sprecher:innen machen ihre Sache gut und die Abwechslung zwischen der männlichen und weiblichen Erzählstimme, hat mir gut gefallen. Aufgrund meiner Kritikpunkte vergebe ich abschliessend durchschnittliche 3 Sterne - ich kann die vielen guten Bewertungen aber dennoch nachvollziehen. Ich bin nur leider kein Fan von Slow Pace Romanen.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
28. Juni
Rating:4.5

Die gut gebildete Magd Agnes Magnúsdóttier wird im Jahre 1828 in Island zum Tode verurteilt. Sie wird beschuldigt am grausamen Mord zweier Männer auf Illugastadir beteiligt gewesen zu sein. Bis zu ihrer Hinrichtung soll Agnes unter der Aufsicht von Dienstmann Jón auf dem Kornsáhof verbleiben. Jón und seine Familie sind erschüttert, dass ihnen diese Bürde aufgetragen wurde. Sie erfüllen ihre Verpflichtung Widerwillen und begegnen Agnes mit Angst, Wut und Vorurteilen. Zeitgleich wird der junge Pfarrvikar Tóti als seelischer Beistand für Agnes ersucht. Er soll die Magd bis zu ihrer Hinrichtung begleiten und zu Gott führen. Tóti entscheidet, dem Ersuchen der verurteilten Magd zu entsprechen und reist immer wieder zu Agnes auf den Kornsáhof. Agnes beginnt, sich dem Pfarrvikar anzuvertrauen. So erfahren Tóti und die Familie des Kornsáhofes langsam mehr über Agnes und ihre Vergangenheit sowie das Verbrechen von Illugastadir. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir tauchen in die Gedanken und Gefühle von Agnes, Tóti und von verschiedenen Bewohnern des Korsnáhofes ein. So können wir die Entwicklung der Emotionen aller, insbesondere von Agnes, gut nachempfinden.  Hannah Kent verwendet eine besonders schöne und klare Sprache, um die Erlebnisse und Empfindungen von Agnes und anderen Figuren zu beschreiben. Sie hat einen spannenden und gleichzeitig sanften Roman über eine wahre Begebenheit geschaffen.  Ein schöner Roman, den ich an einem Tag durchgelesen habe.  "Zu wissen, was eine Person getan hat, und zu wissen, wer ein Mensch ist, sind zwei ganz verschiedene Dinge“ (Hannah Kent). 

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
27. Juni
Rating:3

Historischer Schauer zum Mitfiebern

Agnes hat nur noch wenige Wochen zu leben, denn ihr wird der gemeinschaftliche Mord an zwei Männern zur Last gelegt. Hanna Kent hat die düstere Atmosphäre des bäuerlichen 19. Jahrhunderts in Island gut eingefangen. Agnes‘ Gedanken sind dabei ruhig, melancholisch, fast philosophisch, was sie als intelligente Frau charakterisiert. Dieser Argwohn gegenüber solchen Frauen ist jedoch auch der Hauptgrund, warum an ihr ein Exempel statuiert werden soll. Meiner Meinung nach hätte Kent aus dieser Debatte um die Frauen in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts mehr rausholen können. Aspekte wie die Hexenverfolgung oder die Reduktion auf Äußerlichkeiten wurden durchaus angesprochen aber nicht weiter aufgegriffen. Agnes‘ Gedankenwelt entgegen stehen somit spürbar die ambivalenten Emotionen ihres Umfelds. Allen gemein ist jedoch, dass die kritische Haltung gegenüber der vermeintlichen Mörderin nach und nach bröckelt… Besonders die Entwicklung des Verhältnisses von Agnes und den Bewohnern des Hofes hat Hanna Kent geschickt und auch emotional dargestellt . Die Figuren waren weder platt noch klischeebehaftet und somit authentisch. Auch die Beantwortung der Schuldfrage war schlüssig, wenn auch nicht wirklich überraschend. An dieser Stelle hätte ich mir trotz des generell unaufgeregten Schreib- und Erzählstils eine Wendung oder etwas Unerwartetes gewünscht, was die Figurenkonstellation durchaus hergegeben hätte.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
22. Mai
Rating:5

Zu Beginn fiel mir das Cover des Buches ins Auge. Eine in meinen Augen junge Frau mit roten Haaren und einem Balken über den Augen. Warum das? Sollte man ihr nicht in die Augen sehen? Wenn ja, bleibt die Frage nach dem Warum. Hannah Kent erzählt hier eine erschütternde Geschichte, die zudem noch auf wahren Begebenheiten beruht. Ich hatte beim Lesen auch das Gefühl das hier viel Recherchearbeit drin steckt. Das einfache und oftmals schwere Leben dieser Menschen wurde glaubhaft dargestellt. Von Beginn an ahnt der Leser das die Geschichte hier keineswegs so gewesen ist, wie es die Menschen um Agnes einen glauben machen möchten. Insbesondere die "Politiker" waren mir sofort ein Dorn im Auge. Es ist zwar klar das diese an Agnes ein Exempel stattuieren wollen, trotzdem hat man Hoffnung das sich das Blatt wendet. Und das obwohl man das Ende kennt. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Manchmal kam er mir etwas poetisch vor, was nicht so ganz zur bedrückenden Stimmung passte oder vielleicht genau deshalb eben doch passte. Die Stimmung, die Landschaft, die Protagonisten wurden von der Autorin sehr gut dargestellt und lebhaft beschrieben. Ich konnte mir die Lehmhütten und den rauhen, kalten Winter gut vorstellen. Ich hatte sofort eine Beziehung bzw. Verbindung zu Agnes und wurde mit jeder gelesen Seite begieriger ihre Geschichte zu erfahren. Fazit Hannah Kent hat ein für mich bewegendes Buch geschrieben. Eine Mischung aus Geschichtsbuch und Fiktion. Sehr gut gelungen und absolut lesenswert.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
8. Feb.
Rating:4

Das Seelenhaus von Hannah Kent ist ein Roman, der für mich zum Herbst gehört wie die der Nebel am Morgen. Am Anfang war ich schon ein bisschen verwirrt und immer wieder stolperte ich über die vielen, sich doch sehr ähnlichen isländischen Namen. Aber je mehr man sich einliest und ein Gefühl für diese Personen entwickelt verschwindet diese Verwirrtheit. Hannah Kent hat mit Agnes eine wunderbare Hauptfigur gewählt, die es mehr als verdient, dass ihre Geschichte erzählt wird. Sie nutzt dafür verschiedene Formen der Erzählung. Einmal werden Protokolle oder Briefe gewählt, die einem die damalige Sprache und den Sachverhalt näherbringen. Dann wird die Geschichte von Agnes und ihrem Weg erzählt, welchen Menschen sie begegnet und wie mit ihr umgegangen wird. Und die Erzählweise, die mir am besten gefallen hat, ist die Ich-Perspektive aus der Sicht von Agnes. Diese Frau wird einem so nahe gebracht, man weiß nicht, ob man sie verurteilen oder mit ihr mitfühlen soll. In ihrer Geschichte macht einem die Autorin deutlich, wie schwer und oberflächlich diese Zeit damals war. Mit welchen Herausforderungen, die Menschen in Island zu dieser Zeit zu kämpfen hatten. Viele Dinge, gerade das Gerede und die Vorverurteilung der Leute, brachten mich immer wieder zum nachdenken, denn gerade diese Dinge kann man auch auf die heutige Zeit übertragen. Dieses Buch ist einfach ein Muss für jeden der auf gut recherchierte und doch nicht zu faktenreiche Romane steht. Man kann sich stundenlang in ihm verlieren und Island mit seinen Herausforderungen kennenlernen. Einfach alles in allem ein wunderbarer Roman mit einer faszinierenden Hauptfigur, der einen gespannt festhält.

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer
1. Feb.
Rating:3

Die Lektüre von "Das Seelenhaus" hat mir drei wichtige Erkenntnisse gebracht: × historical fiction ist w i r k l i c h nicht mein Genre. Ausgenommen alle Romane, in denen Themen wie Rassismus/Kolonialismus/Sexismus aufgearbeitet werden. Ich meine in erster Linie historische Romane, deren alleiniger Zweck darin besteht, die Leser*innen unterhalten zu wollen. Ist einfach nicht meins. Was voll okay ist; Geschmäcker sind eben verschieden. × Würde Hannah Kent jemals ein Buch schreiben, das nicht historical fiction ist, müsste ich es mir direkt kaufen. Ihr Talent für das Einfangen von Stimmungen, für Landschaftsbeschreibungen und für das Erzeugen einer herrlich düsteren Atmosphäre ist wirklich beachtlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Kent Australierin ist und sich während eines Schüleraustauschs in Island verliebt und dann die Geschichte rund um die realhistorische Person Agnes Magnúsdóttir recherchiert hat. × Man kann den Wert eines Romans erkennen, auch wenn er einem selbst nicht gefallen bzw. wenn man ihn selbst als langweilig empfunden hat. Die vielen begeisterten 5 Sterne Rezensionen kann ich also verstehen und sollte ich jemals einen historical fiction Fan beschenken müssen, würde ich wohl zu diesem Buch greifen :)

Das Seelenhaus
Das Seelenhausby Hannah KentDroemer