Diese zweiteilige historische Jugendbuchreihe hat mich von der ersten bis zur letzten Seite tief bewegt. Die Geschichte folgt der jungen Ava, die mit einem Klumpfuß geboren wurde, und ihrem Bruder Jamie. Zusammen werden sie während des Zweiten Weltkriegs aus dem zerbombten London aufs englische Land evakuiert. Was diese Bücher für mich so besonders macht, ist das Setting. Die meisten Jugendbücher über den Zweiten Weltkrieg, die ich gelesen habe, spielen in Deutschland oder den Niederlanden. Kimberly Brubaker Bradley wählt hier einen ganz anderen, unglaublich spannenden Blickwinkel: das ländliche England. Sie zeigt eindringlich, wie die Evakuierung das Leben der Londoner Kinder und der Dorfgemeinschaften völlig auf den Kopf gestellt hat. Avas Kampf gegen die Isolation – bedingt durch ihre Behinderung und eine grausame Mutter – ist emotional, packend und absolut authentisch erzählt. Die Entwicklung von Ava, die zum ersten Mal Freiheit und Liebe erfährt, hat mich komplett mitgerissen. Auch die Fortsetzung ist extrem spannend, allerdings kam das Ende für meinen Geschmack etwas zu plötzlich. Der rote Faden und der Spannungsaufbau waren hier für mich nicht ganz so klar strukturiert wie im ersten Teil. Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die historische Romane mit starken Charakteren und viel Herz suchen!

Wundervolles Jugendbuch!
Wie sich der erste Band, einfach großartig. Ein Buch mit so komplexer Thematik, so zu schreiben, dass es 11-jährige und Erwachsene gleichermaßen begeistert, halte ich für ein Ausnahmetalent.
Über mir der weite Himmel hat mich tief berührt – nicht nur, weil es eine spannende Geschichte erzählt, sondern weil es so eindringlich zeigt, wie ein junges Mädchen trotz aller Verletzungen und Unsicherheiten neue Wege ins Leben findet. Wir begegnen wieder der elfjährigen Ada, die wir schon aus dem ersten Band kennen. 1943 lebt sie mit ihrem Bruder Jamie auf dem Land bei ihrer Pflegemutter Susan. Doch Ada hat in ihrem bisherigen Leben kaum Liebe erfahren, und so fällt es ihr schwer, Zuneigung überhaupt zu spüren oder gar zu vertrauen. Diese Kluft macht das Buch so bewegend: Wir sehen ein Kind, das eigentlich geliebt wird, das diese Wärme aber kaum zulassen kann, weil die alten Wunden noch so tief sind. Gerade diese Feinfühligkeit im Erzählen hat mich beeindruckt. Kimberly Brubaker Bradley schafft es, die großen Themen – Trauma, Verlust, Resilienz – so klar in die kindliche Perspektive zu legen, dass man Ada sofort nah ist. Es geht nicht nur um den Krieg als Hintergrund, sondern um den inneren Kampf eines Mädchens, das lernen muss, aus der Welt der Unsicherheiten und Trauer herauszutreten. Die Menschen um sie herum – Susan, aber auch andere Wegbegleiter – helfen ihr dabei Schritt für Schritt. Es ist ein Roman darüber, wie Beziehungen heilen können, selbst wenn man lange nicht daran glaubt. Die Emotionalität ist kaum zu übersehen: Ich habe beim Lesen oft mit Ada mitgefühlt – ihren Zorn, ihre Angst, ihre zaghaften Hoffnungen. Und zugleich ist die Geschichte durchdrungen von einer stillen Hoffnung und Stärke. Über mir der weite Himmel ist ein ergreifendes, eindringliches Buch, das lange nachhallt. Es erzählt von der Kraft, sich immer wieder aufzurichten, auch wenn man an sich selbst zweifelt. Ich empfehle es nicht nur Kindern, sondern ganz besonders auch erwachsenen Lesern die sich von einer Geschichte voller Schmerz, Hoffnung und Lebensmut berühren lassen wollen.
Tolles Jugendbuch- ab 13
Schon den Vorgänger haben wir im Lesekreis alle gelesen und waren begeistert. Auch das hier ist super, keine Heile-Welt-Kinderbuch sondern es spielt während des 2. Weltkriegs, Ada wird noch immer von den Dämonen ihrer Vergangenheit verfolgt, als ihre Mutter sie einsperrte und hasste, weil sie einen Klumpfuss hatte. Weitere Themen sind Judenverfolgung, Mangelernährung, Kriegszerstörung aber nicht schwer sondern kindgerecht und wichtig erzählt.






