2. Mai
Rating:5

Fesselnde Lektüre

Mich hat dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt. Ich mag seinen Schreibstil sehr. Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen und wollte wissen, warum sie sich das antut. Auch in mir hat es zahlreiche Emotionen ausgelöst und wird noch lange nachwirken. Ich kann es nur empfehlen. PS.: zwischendurch dachte ich, die eine Passage hast du doch schon mal gelesen aber ich habe davor auch "Vergiss mich" gelesen und da kam eine Begebenheit auch darin vor. Das hat mir sehr gefallen.

Verbrenn all meine Briefe
Verbrenn all meine Briefeby Alex Schulmandtv Verlagsgesellschaft
27. Apr.
Rating:4.5

Das Schreibtalent wurde vererbt..

.. ich hoffe, mehr auch nicht. Das muss man sagen, dass Buch ist gut geschrieben. Ich empfand das erste Buch schon sehr gut. Aber dieses Buch hat mir mein Herz gebrochen!!! So ein widerlicher Mann! Er innert mich leider sehr an mein Opa, der auch daran Schuld ist, dass Familientraumatas weitergegeben werden. Ich hoffe wirklich sehr, dass Alex Schulmann an sich Therapeutisch arbeitet. Karins Leben ist einfach nur zum heulen. Ich kann das kaum ertragen!! Die Liebesgeschichte, von der alle reden ist einfach nur purer Schmerz! Ich weiß nicht, ob ich das Buch weiter empfehlen kann. Ja, die Geschichte berührt und ist gut geschrieben. Aber ich weiß nicht, ob wir alle ein Teil davon sein müssen. -------ab hier Spoilergefahr-------- Ich weiß nicht, ob es so gut ist, die Geschichte so auszuarbeiten.. ja, es ist gut, zu zeigen , wie Sven Stolpe wirklich war. Aber dieser Mensch hat genug Plattform erhalten in seinem Leben. Nicht umsonst ist scheinbar sein letztes großes Meisterwerk verschwunden, vielleicht sollte es auch weg bleiben und doch hat es Erwähnungen bekommen. Für mich hat Herr Stolpe zu wenig Verurteilung bekommen! Vielleicht hätte man nur eine Liebesgeschichte erzählen sollen. Und sie ein gutes Ende geben, dass die Geschichte überhaupt irgendwann mal ein Happy End hat. Denn das hätte sie verdient!

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6. Apr.
Rating:4.5

Eine schreckliche Geschichte toll erzählt. Psychische Gewalt, toxische Männlichkeit, Narzismus, falsch verstandene Religiosität. Abhängigkeit, geheime Liebe, Angst. Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Leider wird mir die Wut in der Gegenwart zu wenig aufgearbeitet. Ja transgenerationelles Trauma und so, aber ehrlicherweise hätte ich mir - wäre ich die Ehefrau gewesen - einen anderen therapeutischen Weg gewünscht. (Den kann es ja real auch gegeben haben ohne, dass er Einzug in den Roman gefunden hat (muss ja auch nicht)), aber gerade mit dieser Wut des Ich-Erzählers hat mich der Roman zu Beginn gekriegt und sie wurde so wenig im weiteren Verlauf aufgegriffen… ✍️📝✉️

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2. Apr.
Rating:5

Persönlich, intim, nah.

Damit hab ich nicht gerechnet. Als würde Alex Schulman ohne zu zögern jeden in sein inneres Schlafzimmer führen, die privatesten Schubladen aufmachen und den Inhalt für alle sichtbar ausbreiten. Er erzählt die Geschichte seiner berühmten Großeltern, da er vermutet das dort die Quelle seiner generationsübertragenden Wut liegt. Alles echt: Namen, Tagebucheinträge, Zitate, Kommentare. Mich hat dieses Buch ab Seite 1 zutiefst beeindruckt. Seine Seele so vor allen Lesern zu entblößen, dazu gehört viel Mut. Chapeau, Herr Schulman! Nach dem dritten Buch, das ich von ihm gelesen habe, ist es wohl offiziell: Er gehört unverrückbar zu meinen Lieblingsautoren. Möge er noch viele weitere Meisterwerke schaffen.

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30. März

Am Ende war ich sooo wütend

So wie dieses Buch hat mich schon lange keines mehr zur Weißglut gebracht… und komischerweise ist alles, was man hier so liest, eher sowas wie „lala, ein so schönes Buch voller Gefühl, bla bli blubb“? Ok es war vielleicht auch ein winziges Stück eine schöne Liebesgeschichte… aber lets face it... Das alles wurde komplett von den Taten eines einzelnen Mannes überschattet. Deswegen folgt hier eine wütende Rezension mit Spoilern (wer überspringen will, unten gibts ein kurzes Fazit). Aber was raus muss, muss raus… ******** KOMPLETTER INHALT + SPOILER ****** Es geht um den Schriftsteller Sven Stolpe (bzw. auch um seinen Enkel, der diese Geschichte ans Tageslicht befördert hat). Und was hier geschildert wird, ist für mich das Porträt eines zutiefst problematischen, manipulativen Mannes. Jemand, der seine Frau klein hält, sie kontrolliert und ihr durch sein Verhalten täglich Angst macht. Und warum? Weil sie in seinen Augen nicht „rein“ ist. Ja, weil sie vor dieser Beziehung bereits Sex hatte. Andere Zeiten hin oder her. Er verspricht, darüber hinwegzusehen, und heiratet sie dennoch. Doch das kann er nicht. Er lässt es sie immer wieder spüren. So sehr, dass sie sich für ihn immer weiter verändert und versucht, ihn bloß nicht zu reizen. (Fast hatte ich nach 150 Seiten keine Lust mehr, weiter von diesem arschigen Typen zu lesen, aber dann nahm das Ganze noch mehr Fahrt auf… 🤬) Karin verliebt sich in einen anderen Mann, hat eine kurze Romanze und will sich schließlich von Sven trennen. Dieser lässt es natürlich nicht zu. Sven quetscht aus ihr heraus, dass sie eine Affäre hatte. Als sie es endlich zugibt, fährt er mit ihr im Auto los und rast absichtlich durch eine Leitplanke, offenbar mit dem Ziel, sie beide zu töten. Doch sie überleben. Und dann zwingt er sie, die Geschichte offiziell umzuerzählen. Er habe nur ein Auto überholen wollen und musste ausweichen. Es sei also nur ein Unfall gewesen. Aus Angst bleibt sie weitere 50(?) Jahre bei ihm. 50 Jahre. Und bekommt mit dem Mann vier Kinder, der versucht hat, sie umzubringen. Wie grausam kann man sein 🤬 Und ich wiederhole. Es beruht zum größten Teil auf einer wahren Geschichte. Ein Mensch, der das Leben von so vielen anderen, auch Kindern und Enkeln, zerstört, weil er zu stolz ist, eine Verbindung zu lösen und stattdessen alle dafür bestraft. ******** INHALT + SPOILER ENDE ****** Sprachlich ist es wirklich toll geschrieben, und ich hoffe, der Autor konnte mit diesem Buch zumindest einen Teil der Wut aufarbeiten, die sein Großvater in seine Familie getragen hat. Ich möchte diesem Buch irgendwie keine Sterne-Bewertung geben. Diese Geschichte, die ja auf wahren Begebenheiten beruht, zu lesen und „zu würdigen“, fühlt sich falsch an. Deswegen nur das Fazit: Ein gutes Buch, ein toller Autor, aber ein wirklich ekelhafter Mensch/Protagonist.

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30. März
Rating:5

Eine unglaublich intensive Lektüre. Der Autor begibt sich auf Spurensuche, versucht den Ursprung der Wut, die er in sich spürt, anhand der Familiengeschichte, zu ergründen. Und landet bei der Geschichte seiner Großeltern. Großvater Sven Stolpert, ein hochangesehener Schriftsteller zu seiner Zeit in Schweden mit seiner Reputation in der Öffentlichkeit und seinem Verhalten in der Familie - der eigenen Frau gegenüber und den Kindern; wie so oft: zwei Welten! Dieses Buch wird aufgrund seiner Dramatik und Intensität noch lange in mir nachklingen.

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6. März
Emotional & persönlich
Rating:4

Emotional & persönlich

Der Schreibstil ist total angenehm und man kommt super schnell durch das Buch. Ich hatte es gefühlt in kürzester Zeit durch. Die Geschichte ist spannend und gleichzeitig ziemlich emotional, weil es um echte Familiengeschichte und alte Geheimnisse geht. Man will eigentlich immer weiterlesen, um zu verstehen was damals passiert ist. Mir hat besonders gefallen wie persönlich alles erzählt ist. Für mich auf jeden Fall ein Buch, das sich sehr schnell liest und lange im Kopf bleibt.

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26. Jan.
Harter Tobak, und dennoch was für's Herz 💓
Rating:5

Harter Tobak, und dennoch was für's Herz 💓

In diesem Buch geht es um Karin's Liebesgeschichte. Sie ist verheiratet, liebt aber Olof. In ihrer Ehe ist sie nicht mehr glücklich, aber spielt das wirklich eine Rolle? Das Buch zerreißt einem das Herz, wirklich! Karin ist eine sehr zierlich, in sich gekehrte Frau, die sich mit ihrem Schicksal (ihrer Ehe) abgefunden hat. Denn sie ist unglücklich mit dem hochgradig manipulativen Sven zusammen - ich habe selten von so einem fiesen Menschen gelesen! Was er manchmal zu Karin sagt und wie er sie behandelt, da hätte ich zwischendurch einfach durchdrehen können 😅😐 Karin verliebt sich in Olof, einen guten Freund, der genau das Gegenteil von Sven ist. Aber wie befreit man sich aus einer Ehe, die aussichtslos scheint und einen Mann, der einen nicht gehen lassen will? Ich war gefesselt von diesem Buch! Im Guten, wie im auch im schlechten Sinne. Denn einerseits ist das Buch hochromantisch -Karin & Olof (Gott war das schön) und zum anderen würde man Sven gerne den Hals umdrehen 😂 Fazit: Klares must-read, für alle, die etwas Leid, aber auch viel Romantik in einem Buch vertragen können ❣️

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12. Jan.
Rating:5

Ein absolutes Lesehighlight

Wow, ich dachte schon, "Die Überlebenden" hätte mir einen Book-Hangover beschert. Und jetzt habe ich "Verbrenn alle meine Briefe" durch und bin überwältigt. Von der Geschichte, in der niemand ein Happy End bekommt. Von der Tragik, von der Wut, von der Kälte. Parallel dazu habe ich dank Wikipedia Hintergrundinformationen zu den einzelnen Personen gelesen, habe Fotos gesehen und Ausschnitte aus dem Film. Denn ja, auch wenn es ein Roman ist, beruht die Geschichte doch auf Tatsachen. Auf Tatsachen, die man oft nicht glauben mag, aber doch stimmen. Dieses Buch wird ganz lange in mir nachklingen, es wird mir im Kopf bleiben und hat sich jetzt schon in meine Alltime-Top-3 geschoben. Unbedingt lesen!

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4. Jan.
Rating:5

Eine mitreißende Tragödie

Das Buch ist wirklich großartig geschrieben. Ich konnte es kaum aus den Händen legen, es ergab sich so eine Spannung, dass man nicht aufhören konnte zu lesen. Die Geschichte ist so gefühlvoll erzählt und zeigt wirklich gut, wie sich der (vermutliche) Narzissmus eines Menschen auf sein Umfeld, seine Ehe, seine Familie auswirkt - und welche Folgen alle davon tragen. Eine klare Leseempfehlung!

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2. Jan.
Ich konnte es nicht aus der Hand legen.
Rating:4

Ich konnte es nicht aus der Hand legen.

Bis zum Ende weiß man nicht, wie es ausgeht. Durch die Zeitsprünge erhält es eine extra Portion Spannung. Eine tragische Geschichte über eine verbotene Liebe und deren Folgen. Sehr schön geschrieben 📚⭐️ Das wird nicht das letzte Buch von Alex Schulmann in meiner Liste gewesen sein.

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25. Dez.
Rating:4

Wieder mal ein sehr gutes Buch von Alex Schulman. Es handelt von vererbten Generationstraumata und gibt eine wichtige Botschaft: diese zu erkennen und etwas dagegen zu tun! Die Geschichte an sich macht mich traurig und wütend für die Hauptprotagonistin Karin. Wer weiß schon wie vielen Frauen es genau so erging?

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24. Dez.
Rating:4

Wie sehr wir alle diese Frau versucht haben zu retten.

Wir haben mit ihr gelitten, gehofft, dass sie geht. Zu ihm, mit dem das Leben so viel schöner, unbeschwerter erscheint. Über eine Liebe, die nie vergessen hat. Und über Wut die die Generationen danach geprägt haben. Ein transgenerationales Trauma. Ein Puzzel, welches sich erst ganz zum schluß und leise erklärt. Ein Buch mit so vielen, klugen Sätzen. Ein tolles Buch, hat mich berührt.

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19. Nov.
Rating:5

Die Wut der Vergangenheit.

Alex Schulmann ist einfach klasse. In diesem Buch springt er von früher zu seiner Gegenwart - aber so, dass es nicht anstrengend beim lesen ist. Es ist erstaunlich, was ein Mensch in der Vergangenheit, alles mit der künftigen Generation anstellen kann. Die Bücher von Alex Schulmann kann ich jedem empfehlen.

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27. Okt.
Rating:5

«Wieso sieht sie so erschrocken aus? Kleine Zeichen, in Blicken und Gesten. Wie meine Kinder ständig die Situation analysierten und überlegten, wie ich wohl reagieren könnte. Sie reagierten nicht auf die Welt, sondern auf meine Reaktion auf die Welt.» «Unsere jeweiligen Familien sind offenbar ganz unterschiedlich mit dem Trauma umgegangen. Was in meiner Familie mit einem Bann belegt wurde, ist in seiner Familie offen diskutiert worden. Bei uns eine Trauer, die niemand zugeben wollte - bei ihnen eine offene Wunde.»

Ich bin mit komplett falschen Erwartungen an das Buch rangegangen, da ich dachte das Buch handelt um etwas komplett anderes, aber ich habe es mehr als geliebt. Dieses Buch hat mich so sehr gefesselt und es wurde so unglaublich gut umgesetzt. Alex Schulman stellt sich die Frage, warum seine Kinder angst vor ihm haben und weshalb diese Wut, die von Generationen vererbt wurde, herkommt. Ein wichtiges Thema mit denen sich heute viele beschäftigen und viele sich lieber damit beschäftigen sollten. Das Buch war so unfassbar schön, traurig und spannend zu gleich. Es zeigt wie sehr teilweise das Verhalten einer Person die ganze Familie prägt und verletzt.

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4. Aug.
Rating:5

Hier schreibt Alex Schulman jetzt die Geschichte seiner Großeltern auf. Er weiß, dass Konflikte in der Familie auf seinen Großvater zurückgehen und er hat Erinnerungen an seine Kindheit, die er nicht einordnen kann. Auch bemerkt er eine Wut in sich, die er auch von seiner Mutter und seinem Großvater kennt und er macht sich auf die Suche. Er forscht in Archiven und an früheren Schauplätzen und er findet Tagebücher und Briefe und kann anhand davon Ereignisse rekonstruieren, die das Leben seiner Großeltern geprägt und sich auf die nachfolgenden Generationen ausgewirkt haben. Er findet große Ereignisse heraus, die in der Familie nicht oder anders erzählt wurden und beginnt seine Großeltern auch nochmal anders zu sehen. In dem Buch nutzt er Ausschnitte aus Briefen und Tagebüchern und verwebt sie zu einem Roman. Wie auch in den anderen Büchern: Alex Schulman beobachtet, sucht, versteht und schreibt in sehr schönen Worten und einer großen Reflexionsfähigkeit.

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12. Juli
Rating:3

Ein wirklich gut geschriebener Roman, der mich emotional nicht mitgenommen hat. Das Leben von Karin ist so traurig und hoffnungslos und ich konnte nicht erkennen, was sie zum Weitermachen ermuntert hat. Ihre Kinder? Die Enkel? Auch bleibt für mich völlig unklar, wie Alexander aktiv an seiner „Wut“ arbeiten will und wie diese „vererbte“ Wut auf ihn übergegangen sein soll. Mir fehlte die Rahmenhandlung.

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30. Mai
Rating:5

Alex Schulman hat mit „Verbrenn alle meine Briefe“ ein zutiefst bewegendes Werk geschaffen, das zugleich autobiografische als auch historische Spurensuche ist. Gespickt mit poetischer Fiktion entfaltet sich eine Familiengeschichte voller Geheimnisse und schmerzhafter Wahrheiten. Wie schon in seinen vorherigen Büchern nimmt Schulman sich auch hier wieder überzeugend dem Thema transgenerationaler Traumata an. Der Beginn der Geschichte ist scheinbar persönlich: Schulman stellt bei sich eine unerklärliche Wut fest, die ihn und seinen Familienalltag belastet. Dies nimmt er zum Anlass, sich auf eine Reise in die Vergangenheit seiner Familie zu begeben. Was er dabei aufdeckt, ist ein Familiendrama, das über Generationen hinweg nachwirkt. Im Zentrum stehen seine Großeltern Karin und Sven Stolpe sowie ein mysteriöser Dritter. Schulman gelingt es, mit sprachlicher Sensibilität und emotionaler Tiefe eine tragische Geschichte, die sich in den 1930er-Jahren ereignete, mit seiner eigenen Gegenwart zu verweben. Die Geschichte ist dabei eine, die von Zwängen, Konventionen und innerer Zerrissenheit geprägt ist. Die Idee, dass unterdrückte Emotionen sich über Generationen fortpflanzen können, wird hier (wie auch schon in Schulmans vorherigen Werken) auf erschütternde Weise greifbar. Mich hat die Geschichte unglaublich berührt und mich immer tiefer in das Netz aus Schuld, Schweigen, Verlorenheit und Liebe gezogen. Durch klare und dennoch poetische Sprache sowie eine überaus gekonnt konstruierte Story entwickelt sich eine Dramaturgie, die mir den Atem hat stocken lassen und der ich mich nicht entziehen konnte. Oft hatte ich das Gefühl, hautnah dabei zu sein und die Spannung zwischen den Figuren selbst spüren zu können. Alex Schulman hat mich mit diesem Buch einmal wieder von seinem Können überzeugt. Seine Geschichten nehmen mich emotional so sehr gefangen wie kaum andere anderer Schriftsteller*innen. Umso gespannter bin ich nun auf das gerade erschienene „Vergiss mich“, das hier schon bereit liegt (herzlichen Dank @dtv ). Ein absolut empfehlenswertes Buch – berührend, aufwühlend und zugleich wunderschön.

Verbrenn all meine Briefe
Verbrenn all meine Briefeby Alex Schulmandtv Verlagsgesellschaft
19. Mai
Tragisch, spannend und wunderschön
Rating:5

Tragisch, spannend und wunderschön

Dieses Buch erzählt erzählt mit leisen aber eindrucksvollen Worten von Alex, der sich auf die Suche nach sich selbst begibt und dafür in die Vergangenheit seines berühmten Großvaters und Schriftstellers Sven Stolpe eintaucht, der die Wurzel allen Übels zu sein scheint. Höhepunkt dieser tragischen Familiengeschichte ereignet sich im Sommer 1932, als Alex‘ damals noch junge Großmutter Karin den jungen Autor Olof Lagercrantz kennenlernt und sich zwischen beiden eine Liebesgeschichte entwickelt, welche von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Nicht nur, dass Karin mit Sven verheiratet ist. Dieser ahnt recht bald etwas von der Affäre und nutzt jede Gelegenheit um Karin zu erniedrigen und bloßzustellen. Sie gehört Sven und das lässt er sie von da an Ihr gesamtes Leben lang spüren. Eine vergiftete Ehe, deren faulige Früchte an die nächste und übernächste Generation weitergegeben werden. Keiner scheint glücklich zu sein und nur in einem ist sich die gesamte Familie einig - dass sie sich uneinig sind. Ein wirklich unglaublich tolles, spannendes und wichtiges Buch, welches gleichzeitig Familiengeschichte, Tragödie, Liebesgeschichte und Krimi in einem ist. Ich bin durch die Seiten geflogen und es war durchweg spannend und interessant. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten. Unglaublich wie viel Narzissmus anrichten kann. Der für mich prägendste Satz des ganzen Buches war: „Wir kommen zusammen und wir gehen zusammen!“ Klare Leseempfehlung!

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18. Mai
Rating:5

Dieses Buch geht sehr nah…

…man weiß wie es ausgeht, man weiß das es für die große Liebe kein Happy End gibt, und man fiebert mit und fragt sich warum 🙈 und dann kommt nach und nach die Antwort. Ich möchte Karin umarmen, sie trösten und ihr Mut zusprechen. So ist das Leben. Man weiß nie welche Kämpfe die Menschen auszufechten haben, und warum sie sind wie sie sind. Eine wirkliche Geschichte die zeigt wie sehr das Leben der Vorfahren das eigene Leben beeinflussen kann. Unbedingt lesen!

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2. Mai
Wo kein Platz für Tränen ist, bleibt Wut! Ein Buch, das mich tief berührt, aber auch erschüttert hat.
Rating:4

Wo kein Platz für Tränen ist, bleibt Wut! Ein Buch, das mich tief berührt, aber auch erschüttert hat.

Anfangs dachte ich, ich hätte es mit einer fiktiven Geschichte zu tun – doch es ist die wahre, schmerzhafte Familiengeschichte des Autors. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen… Die drei Zeitebenen haben mich komplett mitgezogen: die Gegenwart, seine Kindheit und die Geschichte einer verbotenen Liebe. Die Sprache ist klar und direkt, aber genau darin liegt ihre Wucht. Was mich wirklich aufgewühlt hat, war das psychisch gestörte, herrschsüchtige Verhalten des Großvaters! So kalt, so kontrollierend, so zerstörerisch. Ich war fassungslos, oft wütend bis in die Knochen. Vielleicht war genau deshalb kein Platz für Tränen. Und trotzdem, oder gerade deswegen, ist dieses Buch absolut lesenswert. Von mir: vier von fünf Sternen. Es gibt keine Triggerwarnung im Buch – aber es geht um familiäre Gewalt, emotionale Vernachlässigung und Abtreibung. Wenn dich das betrifft, sei bitte achtsam mit dir beim Lesen.

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22. Apr.
Rating:5

Ich sehne mich nach dem Land, das nicht ist.

Das Buch ist ein Muss und ich habe wirklich zum Ende geweint. So eine herzzerreißende und leider wahre Geschichte. Das Buch ist nicht nur lebendig, weil ein Enkel die Geschichte seiner Großeltern festhält, sondern auch der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, lässt einen gemeinsam mit dem Autor auf Recherche seiner Familiengeschichte gehen.

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28. Jan.
Rating:5

Die Suche nach seiner wiederkehrenden Wut führt ihn zu seiner Familie, zu der Familiengeschichte der Familie seiner Mutter, der Geschichte seiner Großeltern. Er vermutet, dass sein Großvater Sven Stolpe die Quelle seiner Wut ist. Sven Stolpe war Schriftsteller und Alex stellt im Laufe seiner Recherchen fest, dass in der Vergangenheit etwas passiert sein muss, dass die Beziehung seiner Großeltern und seinen Großvater hat anders werden lassen. Alex Schulman hat eine Art, mit wenigen, klaren Worten Situationen und Gefühle zu beschreiben, dass sie beim Lesen bis in Mark gehen. Er erzählt zwei Geschichten oder vielleicht sogar drei, seine Suche nach der Quelle seiner Wut, die Geschichte seiner Großmutter und die Geschichte seines Großvaters. Er rekonstruiert vieles aufgrund der Bücher von Sven Stolpe und Olof Lagercrantz, der der Mann war, mit dem seine Großmutter Karin eine Liebesbeziehung hatte und aufgrund der Briefe, die ihm der Enkel von Olof Lagercrantz gegeben hat. Er rollt die Geschichte wie einen Kriminalroman auf, setzt Puzzleteil an Puzzleteil, nimmt zwischendurch ein Teil weg und setzt es an eine andere Stelle. Gleichzeitig setzt er sein eigenes Puzzle zusammen und findet langsam einen Weg zum Ursprung seiner Wut. „Verbrenn all meine Briefe“ ist alles in allem ein Buch, das einen Sog ausübt und ganz tief mit in die Geschichte nimmt und berührt.

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5. Jan.
Rating:5

Spannend, erschreckend, Mitgefühl erweckend

Alex Schulman geht seiner eigenen Familiengeschichte auf den Grund. Bis zur letzten Seite voller spannender Ereignisse und Informationen, die ein Gesamtbild des Schreckens, des Mitgefühls erwecken - sowohl des Grausamen, als auch des Schönen. Schulman betont, dass es sich um einen Roman handelt, dessen Inhalb aber auf wahren Begebenheiten beruht - interessant und erschreckend zugleich, in Anbetracht einiger geschildeter Situationen. Immer wieder möchte man den Figuren sagen, sie sollen doch bitte anders handeln, man hofft auf ein anderes Ende, obwohl man von Beginn an bereits weiß, dass dies nicht eintreffen wird. Wenngleich man Schulmans eigenes Vorgehen hinterfragen kann: Er kritisiert das Bloßstellen durch Figuren in seinem Roman über eben andere Figuren - tut dies mit seinem Roman aber auch selbst. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob ich ebenso einen Roman schreiben würde, wenn es sich um Personen aus meiner Familie handeln würde. Vielleicht aber gerade deshalb so lesenswert, ich gebe durch das Lesen ja nichts von meiner Familie preis... ;)

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29. Dez.
Rating:4

Ein Familientrauma in schwedischen Schriftstellermilieu wird aufgearbeitet. Der Autor forscht nach der Dreiecksbeziehung seiner Großeltern in den Jahren 1932, 1988 und deren Auswirkungen in der Gegenwart.

Toxische Männlichkeit und unerfüllbare Liebe sind die Grundbestandteile des sich nach und nach entfaltenden Familiendramas mit Auswirkungen in die Gegenwart.

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10. Sept.
Rating:5

Highlight 💔

Dies war mein erster Roman des Autoren und mit Sicherheit nicht der letzte. Schulmans Schreibstil ist so feinfühlig, ruhig und dennoch fesselnd. Der autobiografisch inspirierte Roman über eine Liebe, die nicht sein durfte, hat mich unfassbar berührt und mein Herz gebrochen 💔. Vielleicht ist dieses Buch nicht "spannend im klassischen Sinne", aber auf jeden Fall eines der schönsten, die ich je gelesen habe. Ein absolutes Highlight!

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18. Aug.
Rating:5

Wenn nur die Hälfte stimmt…

Wie viel große Geister wohl von ihren Sockeln gestoßen gehören? Was für ein fürchterlicher kleiner Geist in einem „großen“ Literaten , der wahrscheinlich viel zu viel Anerkennung bekommen hat?! Unabhängig vom Wahrheitsgehalt, ein toller Roman, der wirklich spannend ist. Es dauert ein wenig, bisher er in die Gänge kommt, aber dann um so spannender wird!

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19. Juli
Rating:3.5

Narzissmus und ihre Auswirkungen - Traurig

„Man muss versuchen, das Leben mit Dingen zu füllen, die einen zufrieden machen, und manchmal kann man vielleicht auch nach Höherem streben und versuchen, glücklich zu werden und die Dinge, die einen glücklich machen, nicht auf die andere Seite hinübergleiten lassen." (S. 262) Ich war im ersten Drittel kurz davor das Buch abzubrechen. Leider hat mich das Buch gelangweilt bis es dann um das wesentliche ging. Als endlich die Recherchen angefangen haben, die Romanze anfing und die Briefe ins Spiel kommen. Von da an war ich gefesselt. So viele Gefühle hat dieses Buch in mir ausgelöst. Ich war wütend auf Sven. Hatte tiefes Mitgefühl für Karin. Es hat mir im Herzen weh getan, wenn es um die heimliche Liebesgeschichte ging. So traurig. Für alles gibt es einen Ursprung. Wieso zerstört man einen Menschen systematisch? Wie kann man da noch in den Spiegel schauen? Wieso lässt man so viel mit sich machen? Wieso gibt man sein eigenes Leben auf? Wieso ist das eigene Glück nichts wert? Für was ist all dieses Leid gut? Wieso? Wieso? Wieso? Das Buch ist flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil ist gut.

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13. Mai
Rating:4

Sehr gute Rhetorik und spannend geschrieben. Die Personen und Hintergründe sind authentisch. Für mich ist die Aussage über die Wut, die sich immer in der Familie weitertragen muss nicht ganz stimmig. Dafür gibt es über die Generationen hinweg doch vielfältige Entwicklungen. In diesem Roman, der durch viel Recherchearbeit entstanden ist, wir auch nur am Anfang und Ende explizit drauf eingegangen.

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10. Mai
Rating:5

Vererbte Wut Alex Schulman hat mit seinem Roman „Verbrenn all meine Briefe“ einen sehr persönlichen Roman über die eigene Biografie geschrieben. Über sich selbst erschrocken bemerkt der Autor, dass nicht nur seine Frau nicht länger gewillt ist seine Wutausbrüche zu ertragen, sondern dass er auch seinen Kindern Angst zu machen scheint. Er beginnt den Ursprung seiner Wut zu ergründen und sucht sich therapeutische Hilfe. Jetzt möchte er mehr über den jähzornigen Großvater erfahren und beginnt intensiv zu recherchieren. Neben Berichten über seine Recherche, gibt es immer wieder Kindheitserinnerungen des Autors in Bezug auf seine Großeltern und ein weiterer Erzählstrang wird durch das gefundene Recherchematerial wie z.b Briefe und Tagebücher gefüllt. Es ist die Geschichte einer Dreiecksbeziehung ohne Happy End, soviel kann man vorwegnehmen. Die blutjunge Übersetzerin Karin heiratet den bekannten Schriftsteller Sven Stolpe, der sie immer mehr einengt und demütigt. Sie lernt Olof, einen jungen, aufstrebenden Schriftsteller kennen und verliebt sich in ihn. Ich mochte die vorsichtige Annäherung zwischen Karin und Olof, der ein ganz anderer Typ als ihr Ehemann ist. Karin gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein und blüht in ihrer Affaire auf. Doch Sven in seiner Eifersucht lässt keinen Zweifel offen, dass man ihn nicht verlässt ohne selbst vernichtet zu werden. Diese Familiengeschichte kommt wirklich einem Thriller nah und hat mich sehr erschüttert. Man kann sich natürlich fragen, ob es ethisch vertretbar ist die eigene sehr persönliche Familiengeschichte post mortem zu veröffentlichen, zumal sowohl der Schriftsteller Sven Stolpe als auch sein Konkurrent Olof Lagercrantz sehr bekannt waren. Ich denke aber schon, da sich der Autor das Einverständnis der Familien eingeholt hat und es sich um einen Roman handelt, der natürlich auch fiktionale Momente hat. Ich finde Alex Schulman hat die tragische Geschichte seiner Familie sehr ehrlich, sensibel und respektvoll erzählt. Der Erzählstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Seine Geschichte macht es sehr nachvollziehbar, dass die toxischen Wesenszüge des Großvaters auch die nachfolgenden Generationen vergiftet hat. S. 178 der Autor über seine Großmutter Karin : „ und so ist sie mir in Erinnerung geblieben – selbst nach all den Jahren der Demütigungen durch Sven. Sie hatte Selbstachtung. Sie wurde zwar von ihm klein gemacht, erhielt sich aber eine Art Würde. Sie schrumpfte mit geradem Rücken.“

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