21. Mai
Rating:4

Gelungene Fortsetzung und schöner Abschluss der Geschichte

Liebenswerte Nebencharaktere, interessante Themen. Hätte ruhig umfangreicher sein können, da aus der Geschichte der Figuren noch mehr Potential rauszuholen gewesen wäre. Aber vllt. wollte man sich noch was offen lassen für einen weiteren Band. Als Fortsetzung von "Junge Frau, blaues Abendkleid..." sehr schön zu lesen. Ob man das als Einzelband auch so schätzen bzw. verstehen würde weiß ich nicht. Ich habe es gern gelesen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
19. Mai
Rating:3.5

Interessante Geschichte

Wir verfolgen Hannah im Jahre 2023, die eines Tages von ihrem Vater kontaktiert wird, zu dem sie eigentlich keinen Kontakt mehr hat. Und Marlene im Jahre 1945, die vor der russischen Besatzung flieht und Wilma kennenlernt und mit ihr die Kunst, zu malen. Eine schöne Geschichte über Familie und Kunst und die Besatzungszeit vor und während der DDR. Kapitellänge nicht zu kurz, nicht zu lang. Flüssiger Schreibstil. In manchen Szenen fangen wir mittendrin an und gehen dann wieder ein paar Schritte zurück. Das ist mir als Besonderheit aufgefallen und hat mir ganz gut gefallen. Im übrigen war es mir etwas too much drum herum (die Suche nach Glück und Liebe, Freundschaft…) und zu wenig auf den Punkt gebracht. Die Geschichten finden leider nicht so zueinander, wie ich es gerne gehabt hätte. Ein schöner Plottwist oder eine herzenserwärmende Verwebung der Geschichten wäre schön gewesen. So laufen die Geschichten eher parallel, ohne wirklich den Bezug zueinander zu finden. Daher bleibt es für mich nicht mehr als eine nette Geschichte.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
1. Mai
Rating:5

Alena Schröders „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist ein solider Abschluss der Trilogie um die Borowski-Frauen, der durch zwei Zeitebenen führt, aber für mich nicht mit den Vorgängern mithalten kann - das lag aber eher an den Themen, die mich diesmal nicht so abgeholt haben, wie in den Vorgängerbüchern. 1945 versteckt sich die 14-jährige Waise Marlen in Güstrow in einer Kommodenschublade vor russischen Soldaten und entdeckt dort ein unscheinbares Ölgemälde, das ihr Leben prägt: Die Malerin Wilma nimmt sie auf, doch beide tragen dunkle Geheimnisse. In Berlin 2023 ringt Hannah Borowski mit dem Auszug ihrer besten Freundin Rubi, dem plötzlichen Auftauchen ihres unbekannten Vaters und der Suche nach diesem verschollenen Familienerbe. Das Buch knüpft an „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ an: Das Geheimnis um das Gemälde aus Band 1 wird enthüllt, Familiengeheimnisse und geraubte Kunst ziehen sich durch, erreichen hier aber nicht immer die gleiche Intensität. Mit Marlen wird das „Bild“-Motiv fort – sie findet jene Leinwand, die Hannah sucht, wächst bei Wilma zur Malerin auf und steht für Trauma, Erbe und Neuanfang über Generationen. Hannahs Geschichte ist nachvollziehbar, hat mich aber nicht zu sehr berührt: Ihre komplizierte Beziehung zum abwesenden Vater, die Verarbeitung des Verlusts von Mutter Sylvia und Großmutter Evelyn sowie die Einsamkeit nach Rubis Weggang führen zur Selbstfindung, bleiben aber vorhersehbar. Wilma ist für mich eine fast gleichberechtigte Hauptfigur: Sie flieht als Künstlerin nach dem Krieg aus einer gewalttätigen Ehe, steigt in der DDR zu Ruhm auf, doch ihre Zerbrechlichkeit und Abhängigkeit von Marlen als heimlicher „Ghostpainterin“ zeigen, wie brüchig Freiheit und Erfolg sind – sie verbindet die Zeitebenen solide, meine Sympathien konnte sie allerdings nicht gewinnen. Insgesamt ist es rund, die Stränge verweben sich über das Gemälde, Themen wie Selbstbestimmung und Erbe funktionieren, doch für mich der schwächste Teil der Trilogie – lesbar, aber ohne den emotionalen Höhepunkt der Vorgänger.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
29. Apr.
Der Schreibstil hat mich von Anfang an begeistert.
Rating:5

Der Schreibstil hat mich von Anfang an begeistert.

Die Autorin hat es geschafft, sowohl die unterschiedlichen Frauen als auch die verschiedenen Zeitepochen sehr gut darzustellen. Ich hatte keine Probleme, den Sprüngen zu folgen, und konnte mich jederzeit gut in der Geschichte orientieren. Vom Titel und Cover her hatte ich zunächst andere Erwartungen, diese wurden jedoch im Verlauf mehr als übertroffen. Das Thema hat sich als besonders passend erwiesen und hat mich umso mehr überzeugt. Auch die geschichtliche Einordnung und die Verknüpfung zwischen Ost- und Westdeutschland war sehr gelungen. Die Schwierigkeiten dieser Zeit wurden gut aufgegriffen und in die Geschichte eingebettet. Besonders gefallen hat mir, wie hier reale Geschichte in literarischer Form nähergebracht wird. Ein rundum gelungenes Buch, das mich durch seinen Stil, seine Figuren und die Verbindung von persönlicher Geschichte und Zeitgeschichte vollkommen überzeugen konnte.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
5. Apr.
Rating:3.5

Alles ist mit allem verbunden - wie ein kleiner Pilz im Wald Nachdem mir "Bei euch ist es immer so still" von der Autorin gefiel, nutzte ich die Gelegenheit um dieses Buch als Hörbuch kennen zu lernen. Hannah ist nach dem Tod ihrer Mutter Sylvia und Großmutter Evelyn, die aus dem vorherigen Band der Autorin bekannt sind, auf der Suche nach zwischenmenschlichen Beziehungen. Ihre beste Freundin ist schwanger und aufs Land gezogen. Sie hinterlässt eine Lücke, die Hannah füllen möchte. Und als sich ihr unbekannter Vater meldet, beschließt sie, ihn kennen zu lernen. In der zweiten Zeitschine wird von ihrer Mutter und Großmutter erzählt. Hier erfahren wir von der Zeit nach dem 2. Weltkrieg u.a. in Güstrow. Und begleiten Marlen durch diese Epoche. Die Abwechslung der beiden Zeiten, die Entwicklund der Charakter, die Beschreibung der Lebensbedingungen, die exakte Benutzung der in der jeweiligen Zeit vorkommenden Begriffe und Sprachgebrauch haben mir gefallen. Die Autorin hat gut recherchiert ohne zu werten oder z.B. die Diktatur in zweiten deutschen Teil zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. So wie erzählt wird, passt es gut. Auch die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und menschliche Nähe wird an den Charakteren gut deutlich. Das Thema Kunst in der DDR wird gut dargestellt. Was mir fehlte war der Zusammenhang zwischen Marlen und Hannah. Oder fehlt mir hier die Junge Frau am Fenster stehenden blaues Kleid? Güstrow als gemeinsamer Nenner ohne sonstige Verquickung war etwas wenig. Die Geschichte gefiel mir gut, Schreibstil war angenehm, Protagonisten interessant und authentisch. Ein wenig fehlte mir etwas Tempo und Schwung. Dafür gab humorvolle Stellen, punktgenau und nicht übertrieben. Zwischendurch schmunzeln tut immer gut. Dies Hörbuch wird ausgezeichnet von Julia Nachtmann gesprochen. Sie kann dies sehr gefühlvoll, spricht leichte Dialekte, die nicht aufgesetzt wirken, kann ihre Stimme jung und alt klingen lassen und Spannung erzeugen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
4. Apr.
Rating:4

Familiensaga Falls einige Zeit verstrichen ist, seit man "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" und "Bei euch ist es immer so unheimlich still", die ersten beiden Bände der Familien-Trilogie um Evelyn, Silvia und Hanna gelesen hat, sollte man ein gutes Gedächtnis haben. Denn die drei Frauen sowie deren Bubble aus Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen bevölkern alle drei Bände, in denen es am Rande um ein verschollenes, sehr wertvolles Bild geht. Und um Väter. Und um Malerei. Und um DDR. Lesenswert (am besten am Stück und in richtiger Reihenfolge)

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
29. März
Rating:4

Das Buch erzählt die Geschichten von Hannah und Marlen auf zwei Zeitsträngen. Ich habe die vorherigen Bücher nicht gelesen und hatte anfangs ein bisschen Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen. Theoretisch kann man die Bücher zwar unabhängig voneinander lesen, ich hatte aber manchmal das Gefühl, dass mir doch Informationen fehlten. Die Geschichte der beiden Frauen hat mich im Verlauf immer wieder bewegt und zum Nachdenken gebracht. Der Erzählstil ist eher ruhig, aber trotzdem fesselnd und emotional. Die Sprecherin des Hörbuchs macht einen guten Job und lässt die beiden Charaktere authentisch wirken.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
25. März
Rating:2.5

Verknüpfung recht schwach

Es werden hier ja zwei Erzählstränge genutzt, einer in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart. Normalerweise deutet das darauf hin, dass diese eine wichtige Verbindung haben, die sich im Laufe der Geschichte ergibt. Hier wartet man lange und dann ist es doch etwas enttäuschend, was die Verbindung sein soll. Die Geschichte wäre 1:1 ohne diese "Verbindung" genauso gewesen, das ist für mich dann ein Zeichen, dass sie nicht wirklich durchdacht war.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
15. März
Rating:4

Ein weiteres sehr beeindruckendes Buch der Autorin Alena Schröder. Obwohl es keine ausgewiesene Reihe ist, trifft man Protagonisten aus vergangenen Büchern wieder. Das hat mir gut gefallen. Positiv aufgefallen ist mir wieder die sprachliche Brillanz der Autorin. Erzählt wird in zwei Zeiträumen, nach dem Krieg bis 1961 und heute. Die Verknüpfung zwischen den zwei Frauen ahnt man schon durch den Prolog, das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, deshalb gibts natürlich eine Leseempfehlung.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
14. März
Rating:3.5

Schwacher Abschluss der Trilogie

Nachdem mich die anderen Bände über die 3 Frauen einer Familie, vor allem die Enkelin Hannah und ihre Großmutter Evelyn langfristig überzeugt hatten, waren meine Erwartungen an den dritten Band vielleicht etwas zu hoch, jedenfalls war ich enttäuscht. Alles wirkt ein bisschen konstruiert, vieles wird wiederholt, als hätte man aus dem Stoff für zwei Bücher noch ein drittes herausholen wollen. Der Zusammenhang zwischen Marlen, die 1989 aus der DDR auswandert und dem Bild, das Hannah im letzten Band gesucht hat, wird schnell klar, aber nicht, wo das Bild jetzt geblieben ist. Vor allem handelt das Buch von Hannahs Einsamkeit, nach dem die Mutter und die Großmutter gestorben ist und ihre beste Freundin in freudiger Erwartung eines Babys aufs Land gezogen ist. Immerhin lernen wir ihren Vater besser kennen, der sich plötzlich meldet, aber wie sich herausstellt nur aus eigenem Interesse und nicht um endlich für seine Tochter da zu sein.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
9. März
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Rating:4.5

Mein 3. Buch 📖 aus 26 Bücher von 26 Autorinnen aus 26 Ländern. Mein ganzen Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder 🇩🇪 Es ist der dritte Teil einer Familientriologie, in der viele offene Fragen vor allem aus dem ersten Teil aufgeklärt werden. Auch dieser Roman wird wieder auf zwei Zeitebenen erzählt. Alte Charaktere aber auch gänzlich neue Personen wurden der Geschichte hinzugefügt, die am Ende wieder Überschneidungen haben. Ich liebe den leichten Schreibstil der Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Und Dank Malik gab es ein gelungenes Ende mit einem Lächeln im Gesicht 🦋

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
7. März

Eine bewegende Geschichte über Vision, Verlust und Verbundenheit

Dieses Buch ist ein echtes Wow-Buch. Eines, bei dem man sich beim Lesen immer wieder denkt: Wie krass ist das denn?– und gleichzeitig: Wie schön kann Literatur sein, selbst wenn sie weh tut. Die Geschichte bewegt zutiefst und verwebt Themen wie Verbundenheit, Abhängigkeit, Zwang, Illusionen, Träume und Hürden zu einem intensiven Gesamtbild, in dessen Zentrum immer wieder die Kunst steht. Besonders spannend fand ich die miteinander verflochtenen Zeitlinien. Auch wenn der Strang aus dem Jahr 1945 für meinen Geschmack lange zu dominant war, fügte er sich zum Ende hin emotional immer stärker in das Gesamtbild ein. Dann entstand eine Balance, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verlieh. Im Mittelpunkt steht Wilma, die nach und nach ihr Augenlicht verliert. Ihre Begegnung mit Marlen wirkt von Anfang an wie ein Schicksalsmoment. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich ihre Lebenswege entwickeln und mit der Geschichte der DDR verknüpfen. Dabei schafft es die Autorin eindrucksvoll, Kunst lebendig werden zu lassen. Obwohl ich keines der beschriebenen Werke gesehen habe, entstanden beim Lesen klare Bilder in meinem Kopf – als könnte man die Schichten der Farbe auf der Leinwand förmlich spüren. Die Geschichte ist warmherzig und gleichzeitig schwer von Bedeutung. In vielen Details schmerzhaft, aber auch voller Leidenschaft für die Kunst und für den kompromisslosen Willen, etwas zu erschaffen. Genau diese Mischung verleiht dem Buch seine besondere Kraft. Trotz kleiner Schwächen in der Ausgewogenheit der Zeitsprünge bleibt für mich vor allem eines: eine authentische, erzählerisch starke Geschichte mit viel Tiefe – und im wahrsten Sinne des Wortes große Kunst. **** Empfehlung? ****
Für Leserinnen und Leser, die literarische Geschichten mit historischen Bezügen, starken Figuren und viel Atmosphäre lieben. Wer sich für Kunst, DDR-Geschichte und tiefgehende Charakterentwicklungen interessiert, sollte dieses Buch unbedingt entdecken.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
7. März
Rating:3

Netter Roman für zwischendurch

Für mich ein recht seichter Roman, die Figuren haben stellenweise Tiefe, blieben mir aber oft recht fern. Ich konnte leider nicht wirklich mitfiebern, bis auf die Situation, in der Marlen Wilma verlässt oder nicht. Das Ende von Hannahs Geschichte hat mir sehr gefallen. Für mich dennoch leider nichts, das lange im Gedächtnis bleiben wird, der erste Teil war meiner Meinung nach viel besser. Ob ich den zweiten Band noch lese, der zwischen diesen beiden Zeiten spielt, weiß ich wirklich nicht.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
2. März
Rating:4.5

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist der dritte Teil und damit Abschluss der Familiengeschichte um Evelyn, Sylvia und Hannah, die sich über drei Generationen spannt. Schon in den vorherigen Teilen hat mich Alena Schröder mit ihrer Fähigkeit, persönliche Schicksale mit deutscher Zeitgeschichte zu verweben, begeistert. Im Zentrum steht im letzten Teil der Reihe nun Hannah, die mittlerweile 34 Jahre alt ist. Ihre Mutter Sylvia und ihre Großmutter Evelyn sind bereits verstorben, zu ihrem Vater gab es ohnehin nie Kontakt. Doch nun meldet er sich aus heiterem Himmel mit einem überdimensionalen Blumenstrauß bei ihr. Aber warum meldet er sich genau jetzt und in den 34 vorherigen Jahren kein einziges Mal? Die zweite Zeitebene des Romans spielt im Jahr 1945, wo die 14-jährige Marlen sich auf einem Dachboden eines Forsthauses in Güstrow vor den Russen versteckt. Im selben Haus wohnen die langsam erblindende Malerin Wilma und Haushälterin Burgel. Neben ihnen führt Marlen ein nahezu unsichtbares Leben. Währenddessen macht sich Wilma, die bisher im Schatten ihres berühmten Maler-Mannes stand, der nun nicht aus dem Krieg zurückzukehren scheint, einen eigenen Namen als Malerin. Für Marlen bedeutet ihr ruhiges Leben in diesem Haus aber zeitgleich große Opfer. Nachdem in den beiden Vorgängerromanen vor allem Evelyn und Sylvia im Mittelpunkt standen, rückt nun Hannah in den Fokus. Und auch diese Geschichte hat mich mit ihren toll gezeichneten Figuren, der klaren Sprache sowie der überzeugenden Verknüpfung der verschiedenen Zeitebenen wieder total überzeugen können. Besonders gut gefallen hat mir auch die Verbindung der drei Bände über das symbolträchtige Gemälde, dessen Verbleib sich im letzen Band nun würdig aufklärt. Für mich ist die gesamte Reihe von Alena Schröder ein echtes Überraschungs-Highlight. Ich empfehle alle drei Bücher absolut gern weiter – für alle, die eine leichtfüßige Lektüre suchen, die aber gleichzeitig stellenweise auch tiefgründig und niemals kitschig ist.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
28. Feb.
Rating:5

"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" ist der dritte Teil von Alena Schröder Reihe und knüpft formal und inhaltlich an die Vorgängerinnen an: Auf zwei Zeitebenen erzählt sie - diesmal aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven - eine Familiengeschichte und eine deutsche Gesellschaftsgeschichte. Eine schöne Geschichte, bei der sich diesmal viel um den Sinn des Lebens und (fehlende) Paar- und Familienbeziehungen dreht. Wie auch die Vorgängerinnen wieder großes Kino. Eine klare Leseempfehlung!

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
28. Feb.
Rating:5

Familienroman mit Tiefgang

Auf zwei Zeitebenen verbindet Alena Schröder die Geschichte der sehr jungen Marlen ab Mai 1945 mit der von Hannah im heutigen Berlin. Marlen begegnet auf der Flucht vor den Russen in einem verlassenen Haus Wilma, die sie nach Kriegsende unter ihre Fittiche nimmt. Daraus entsteht eine Dreiergemeinschaft mit der alten Haushälterin Burgel, da Wilmas Mann nach Kriegsende nicht mehr zurückkam. Wilma und Marlen verbindet die Freude an der Malerei, doch beide Frauen verfolgen die Geister ihrer Vergangenheit. Hannah ist verwirrt, da nach vielen Jahren ihr Vater Kontakt zu ihr sucht. Warum hat er sich nicht früher gekümmert? Die Verbindung der Zeiten und Personen erfolgt durch die Leinwand, die Marlen auf ihrer Flucht findet und die Hannah aus Erzählungen ihrer Urgroßmutter kennt und sie schon lange versucht zu finden. Ich war ab der ersten Seite in der Geschichte, die mit großem Feingefühl eindrücklich die Gefühle der Frauen über ein Jahrhundert erzählt. Es geht um Orientierung, Zugehörigkeit, Liebe und Trauer, um unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte aber auch um erlittene Ungerechtigkeit und Traumata. Auch das Leben im Osten Deutschlands wird hier sehr anschaulich geschildert. Alena Schröder versteht es, emotional zu erzählen und starke Bilder entstehen zu lassen. Auch die Vorgängerbände „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ habe ich gelesen. Ein roter Faden verbindet alle drei Bücher, doch sie sind auch sehr gut einzeln zu lesen. Mir haben sie alle sehr gefallen und so gibt es von mir eine große Leseempfehlung!

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
23. Feb.
🎨🥒👨 SEICHTE FAMILIENSTORY 🎨🥒👨

Dieses Buch hat mich direkt vom Titel und Cover her angesprochen. Daher musste ich es mitnehmen. Ich habe mir eine Familiengeschichte erhofft, in der die Generationen durch einen roten Faden verbunden sind. Bekommen habe ich aber vielmehr eine seichte Story, in der viele Elemente versucht wurden einzubringen, aber keines hat wirklich Wurzeln schlagen können. Schade. Für mich das letzte Buch der Autorin.

🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨
Rating:3

🎨🥒👨 SEICHTE FAMILIENSTORY 🎨🥒👨 Dieses Buch hat mich direkt vom Titel und Cover her angesprochen. Daher musste ich es mitnehmen. Ich habe mir eine Familiengeschichte erhofft, in der die Generationen durch einen roten Faden verbunden sind. Bekommen habe ich aber vielmehr eine seichte Story, in der viele Elemente versucht wurden einzubringen, aber keines hat wirklich Wurzeln schlagen können. Schade. Für mich das letzte Buch der Autorin. 🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨🎨🥒👨

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
20. Feb.
Rating:5

Reiht sich nahtlos an die ersten beiden Bücher der Trilogie: ebenso interessant und packend auf beiden Zeitebenen, sperrige Charactere, die man erst mit der Zeit langsam ins Herz schließt (Wilma), Hannah, die man schon gut kennt und in den anderen Bücher bereits als Baby begleitet hat, das Verweben der Erzählstränge ganz zu Anfang und am Ende. Ein tolles Leseerlebnis, das auch im Dritten Band nie langweilig war. Es reiht sich ein in die Kategorie „Lieblingsbücher“.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
18. Feb.
Post image
Rating:3

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir schwer fiel, mich in die Geschichte hineinfallen zu lassen. Was ich vor dem Anfragen des Buches nicht wusste, ist, dass es der dritte und abschließende Band der Reihe ist. Also habe ich beschlossen, zumindest mal in das erste Buch reinzulesen. Die Kunstthematik ist sehr präsent und hat mich dort leider schon nicht ganz so abgeholt. Ich bin danach aber gleich mit dem aktuellen Band gestartet. Die Charaktere sind die gleichen, die Zeit in der es spielt, ist jedoch eine andere. Das ganze wechselt zwischen Vergangenheit (Güstrow 1945-1950) und Gegenwart (Berlin 2023). In Güstrow begleiten wir Marlen, eine junge Frau die es liebt zu malen. Nach einem einschneidenden Erlebnis nimmt Wilma die junge Waise bei sich auf. In Berlin muss sich Hannah von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin verabschieden, denn die ist schwanger und zieht mit ihrem Freund zusammen. Das belastet Hannah sehr und ist deswegen auch nicht besonders froh, als ihr neuer Mitbewohner Justus bei ihr einzieht. Zu allem Überfluss nimmt auch noch ihr Vater Kontakt zu ihr auf, und ihr Leben gerät ein wenig aus den Fugen. Der Schreibstil ist flüssig und es lies sich auch einigermaßen gut lesen. Allerdings haben mich beide Zeitebenen emotional nicht gepackt. Die Vergangenheit habe ich nicht so sehr gefühlt, wie die Gegenwart. Denn bei Hannah ist immer etwas passiert. Sie hat sich mit ihrem Vater getroffen und da entstanden Themen, die ich interessant fand. Wer die Reihe von Beginn an liest und direkt einen Zugang findet, der wird diesen dritten Band warscheinlich auch sofort lieben. Ich für meinen Teil bin ich nicht wirklich in die Geschichte reingekommen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
16. Feb.
Rating:4

Kurze Anlaufschwierigkeiten

📖„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ 📖 Alena Schröder 📍 DTV Verlag 🔎 Inhalt: In „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder steht eine Frau im Mittelpunkt, die sich mit den Spuren ihrer Vergangenheit auseinandersetzt. Zwischen Kunst, Erinnerung und familiären Verstrickungen entfaltet sich eine Geschichte über Herkunft, Identität und die Frage, wie sehr uns das Leben der vorherigen Generationen prägt. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Vielleicht lag es auch daran, dass ich die zwei vorherigen Bände (noch) nicht gelesen habe. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass mir Hintergrundwissen oder emotionale Anknüpfungspunkte fehlen. Der Einstieg war für mich etwas zäh, die Figuren blieben mir zunächst auf Distanz. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich die leisen Zwischentöne, die feinen Beobachtungen und die melancholische Atmosphäre zu schätzen gelernt. Die Autorin schreibt sensibel, detailreich und mit einem besonderen Blick für zwischenmenschliche Spannungen und unausgesprochene Wahrheiten. Auch wenn es kein Buch war, das mich sofort gepackt hat, hat es sich am Ende doch gelohnt dranzubleiben. Es ist eine ruhige, nachdenkliche Geschichte – weniger laut, dafür tiefgründig. Vielleicht sollte ich die vorherigen Bände direkt lesen, um das Gesamtbild besser zu verstehen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
9. Feb.
Rating:4.5

Wieder ein Buch, das ich nicht weglegen konnte und innerhalb eines Tages gelesen habe - spannend, informativ, manchmal lustig. Viele glaubwürdige Figuren in einem Plot, der den Zeitraum von 1945 bis 2023 umfasst.

Das dritte Buch der Trilogie von Alena Schröder nach „Junge Frau, am Fenster stehend, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so still“ führt uns nach Güstrow am Tag der Kapitulation der Ortsregierung Anfang Mai 1945. Marlen, ein junges Mädchen, hat sich dem erweiterten Suizid der Mutter in Demmin entzogen - sie konnte schwimmen und ist nicht in der Peene ertrunken wie ihre Mutter und ihr kleiner Bruder und damals viele Frauen und Kinder aus Angst vor dem Einzug der roten Armee. Sie findet auf ihrer Flucht Richtung Güstrow eine versteckte Leinwand, die sie später immer wieder mit den Farben ihrer jeweiligen Lebenssituation übermalt. Wilma, eine Frau aus Güstrow nimmt sie bei sich auf und unterrichtet sie in der Kunst der Malerei. In diesem Zeitstrang bekommen wir Einblicke in das Leben in der sich entwickelnden DDR und wie Marlen für Wilma, eine gefeierte und linientreue Malerin, immer unentbehrlicher wird. Die zweite Zeitebene liegt in Berlin 2023, wo wir Hannah wiedertreffen, die Enkelin von Evelyn Boroswki, die wir schon aus den vorherigen Romanen kennen. Sie lebt allein und arbeitet bei einer humanitären Organisation - gerade etwas vereinsamt, nachdem ihre beste Freundin aus der gemeinsamen WG ausgezogen ist. Familie hat Hannah nicht mehr, aber plötzlich tritt ihr Erzeuger auf den Plan und möchte Hannah kennen lernen und Papa spielen. Was es damit auf sich hat und wie Hannah mit der Situation umgeht, ist die zweite Handlungsebene. Für mich war es ein Buch über Menschen, über ihre persönliche Entwicklung/Reifung - die von Marlen immer wieder übermalte Leinwand wird mit jeder Schicht dicker - über Ihre Beziehungen - Was ist Familie? Wer gehört dazu? Wieviel Egoismus gestehen wir uns zu? Was nehmen wir für Menschen, die uns nahe stehen auf uns - und wo erwarten wir gleiches von ihnen? Alena Schröder schreibt sehr flüssig und bildhaft, man ist ganz nah dabei und deshalb auch gedanklich involviert - ein nachdenkliches und dabei sehr unterhaltsames Buch, das ich gerne empfehle! Und ich habe grade sehr viel Lust, die beiden Vorgänger-Romane nochmal zu lesen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
7. Feb.
Die thematische Vielschichtigkeit des Romans hat mich fasziniert und zum Weiterdenken gebracht. Ich mochte diesen lebendig und spannend erzählten Roman sehr gern und freue mich darauf, demnächst auch den zweiten Teil der Trilogie "Bei Euch ist es immer so still" zu lesen.
Rating:4.5

Die thematische Vielschichtigkeit des Romans hat mich fasziniert und zum Weiterdenken gebracht. Ich mochte diesen lebendig und spannend erzählten Roman sehr gern und freue mich darauf, demnächst auch den zweiten Teil der Trilogie "Bei Euch ist es immer so still" zu lesen.

Da ich 2021 Alena Schröders "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" mit grosser Begeisterung gelesen habe, lag es nahe, ihren neuen Roman "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" zur Hand zu nehmen. Beide Bücher sind Teile einer lose verbundenen Trilogie, die sich auch als Solisten lesen lassen. Der Roman spielt in zwei Zeitebenen - im Berlin der Gegenwart und im Güstrow der 40iger bis 60iger Jahre. In Berlin geniesst es die 34jährige Hannah, die schon im Mittelpunkt des ersten Teils der Trilogie stand, mit ihrer Freundin Rubi in einer WG zu leben. Als Rubi schwanger wird und mit dem Vater ihres Kindes aufs Land zieht, fühlt sich Hannah wieder mit der ihr vertrauten inneren Unsicherheit konfrontiert. In dieser Situation meldet sich ihr Vater, der lange keinen Kontakt zu ihr hatte. Das bringt sie in einen Konflikt. Nach dem Tod ihrer Mutter und ihrer Grossmutter könnte es ihr gut tun, bei der Familie ihres Vaters Anschluss zu finden. Doch bisher hat er sie nur enttäuscht. Sie fragt sich, was dahinter steckt, dass er jetzt auf sie zukommt. Im Güstrower Handlungsstrang steht Marlen im Mittelpunkt, die, anders als die meisten Protagonisten der Trilogie, nicht zu Hannahs Familie gehört. Sie kommt als 14jährige Waise kurz vor Kriegsende nach Güstrow und findet Unterschlupf bei der Künstlerin Wilma. Wilma bildet sie Schritt für Schritt zu ihrer Assistentin aus und nutzt ihre Unterstützung, um ihre eigene Karriere vorwärts zu treiben. In diesem Handlungsstrang thematisiert die Autorin die Auswirkungen der politischen Situation in der Nachkriegszeit auf Marlens Leben. Eine besondere Rolle spielt dabei der Aufstand von 1953. Auch die Entwicklung der Kunstszene in der DDR wird umrissen. Wilma malt im Stil des sozialistischen Realismus, der vom politischen System besonders gefördert wird. Marlen würde gern anderes ausprobieren. Die Verknüpfung zwischen beiden Handlungssträngen wirkt auf den ersten Blick schwach. Hannah und Marlen begegnen sich nur ein einziges Mal, Hannah ist zu dieser Zeit noch ein kleines Kind. Trotzdem schwingt die Verbindung zwischen beiden Frauen im ganzen Roman mit. Beide Frauen müssen sich damit auseinandersetzen, was Familie für sie bedeutet und was Familie von ihnen erwarten kann. Ausserdem nimmt die Autorin mit Marlen einen roten Faden aus dem ersten Teil auf und führt ihn zuende.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
6. Feb.
Rating:4

Auch dieses Buch von Alena Schröder konnte mich überzeugen. Wir begleiten nicht nur einzelne Charaktere in ihrem Leben und ihrer Entwicklung, sondern wandeln auch mit dem Bild durch die Zeit. Der Schreibstil ist so nah, die Beschreibungen so lebendig und nachvollziehbar. Einzig ein paar weitere Infos zum Verbleib einiger Charaktere hätte ich mir noch gewünscht.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
5. Feb.
Rating:3.5

Ganz schön, wird mir aber nicht in Erinnerung bleiben

Ich habe erst nach Abschluss des Buches (Hörbuches, um genauer zu sein) festgestellt, dass das der dritte Teil einer Trilogie ist. Die ersten beiden Bände habe ich nicht gelesen, vielleicht fehlt mir hier also etwas Kontext. Ich war auf jeden Fall sehr neugierig darauf, wie die Geschichten von Marlen (1945) und Hannah (2023) miteinander zusammenhängen, muss aber ehrlich sagen, dass ich darauf keine wirkliche Antwort bekommen habe. Die zwei Zeitebenen waren zwar interessant (wenn auch sehr unterschiedlich), eine richtige Verbindung konnte ich aber nicht spüren. Insgesamt war es ein nettes Buch, aber leider keines, das mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
4. Feb.
Gelungener Abschluss der Trilogie
Rating:4

Gelungener Abschluss der Trilogie

Der neue Roman von Alena Schröder ist der dritte Band einer Reihe und erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit, im Jahr 1945 in Güstrow, steht die 14-jährige Waise Marlen im Mittelpunkt. Durch einen Zufall erhält sie Hilfe von der Künstlerin Wilma, die ihr Schutz vor russischen Soldaten bietet und sie schließlich bei sich aufnimmt. Wilma bringt Marlen die Malerei näher, und nach und nach wird das Mädchen zu ihrer Assistentin und wird bald unersetzlich für sie. Die zweite Erzählebene spielt im Berlin des Jahres 2023. Hier begleitet man die 34-jährige Hannah Borowski, die sich wundert, als ihr Vater unerwartet den Kontakt zu ihr sucht. Jahrelang hatte er keinerlei Interesse an ihr gezeigt, warum also jetzt? Oder haben ihre Mutter und Großmutter den Kontakt bewusst verhindert? Der dritte Teil der Familiensaga lässt sich problemlos auch ohne Kenntnisse der vorherigen Bände lesen. Die beiden Zeitebenen wechseln regelmäßig, und bereits zu Beginn wird deutlich, wie die Geschichten miteinander verknüpft sind. Dennoch hätte ich mir eine noch engere Verbindung der Handlungsstränge gewünscht. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, und die Schicksale der Frauen haben mich auf beiden Ebenen berührt. Die Protagonisten wirken glaubwürdig, ihre Gefühle und Situationen sind gut nachvollziehbar. Auch wenn mich die vorherigen Teile der Reihe etwas stärker fesseln konnten, ist dieser Roman ein stimmiger und gelungener Abschluss der Familiengeschichte über Zusammenhalt, Freundschaft, Einsamkeit und Schicksale. Gerne empfehle das Buch weiter.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
3. Feb.
Ein leiser Roman, dessen Worte noch lange nachhallen...
Rating:4

Ein leiser Roman, dessen Worte noch lange nachhallen...

Wer gerne Romane liest, die ohne große Dramen auskommen und dennoch total in die Tiefe gehen, der kann mit dem Buch von Alena Schröder Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand , ohne Titel nichts verkehrt machen, im Gegenteil. Und darum geht es: Güstrow 1945: Zusammengekauert in einer Schublade versteckt die 14 jährige Marlene sich und macht die Bekanntschaft mit Wilma, die fortan ein wichtiger Bestandteil im Leben von Marlene wird, denn Marlene adoptiert sie und nimmt sie unter ihre Obhut. Doch ist Wilma auch die, die Marlene zu glauben scheint? Berlin im Jahre 2023: Von jetzt auf gleich verändert sich das Leben von Hannah Borowski, als ihre beste Freundin aus der gemeinsamen Wohnung auszieht steht kurze Zeit später ihr Vater vor der Tür und sucht ihre Nähe. Doch warum jetzt nach all den Jahren ohne Kontakt. Hannah muss für sich nun erst recht herausfinden, was sie denn eigentlich möchte…. Ein Roman, dessen Inhalt bei mir haften bleibt und der zum nachdenken anregt durch seine Tiefe. Ein Roman mit leisen Worten, der dennoch ein lautes Echo beim Leser hinterlässt. Obwohl ich die ersten beiden Bände der Reihe nicht gelesen habe, fand ich ohne mich ohne Probleme mitten im Geschehen wieder und tauchte tief ab. Das lag zum größtenteils auch an der Sprache der Autorin, die ich als sehr ruhig und als sehr angenehm empfand. Ein Schreibstil, in dem man sich verlieren kann, weil er in der Ruhe die lauten und stimmigen Töne trifft, dessen Melodie den Leser voll erreichen. Dazu tragen auch die wunderbaren Charaktere bei, die alle auf ihre Art und Weise überzeugen und in voller Farbe vor Augen entstanden und greifbar wurden. Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte von zwei Frauen grandios erzählt, die beide doch total verschieden sind und sich doch so nahe sind. Geschickt lässt die Autorin den Leser zwischen den Zeitsträngen den Raum, den man braucht, um die Tiefe der Worte verstehen zu können. Dazu eine Leinwand, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichten zieht und die am Ende ein ganzes und buntes Bild ergibt. Ein Roman über familiäre Verstrickungen und Erwartungen, über die Selbstfindung und über die Verantwortung sich selbst auch gegenüber gerecht zu werden. Ein Roman, der total überzeugt und dessen Worte nachhallen. Fazit: 5 Sterne für einen starken Roman

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
31. Jan.
Rating:5

Ein Leben in Schichten erzählt

In ihrem neuen Roman verbindet Alena Schröder verschiedene Zeitebenen und Lebenswege auf beeindruckende Weise. Ein tiefgründiges Gesamtbild entsteht allmählich aus beiläufigen Momenten. Besonders hervorzuheben ist die zentrale Metapher des Lebens als Gemälde: Erfahrungen aus Schmerz, Erinnerung, Verlust und Glück zeichnen dieses. Durch diese Idee erhält das Buch eine poetische Kraft und es bietet sich an, innezuhalten und nachzudenken. Der Schreibstil ist klar aber zugleich warm und sensibel. Schröder geht mit Sensibilität an bedeutende Themen wie Herkunft, familiäres Erbe und Verantwortung heran. Sie setzt dabei auf ruhige Bilder und feine Nuancen, was die Intensität erhöht. Fazit: Ein warmherziger Roman über Identität, Familie und Verbundenheit, der bei Lesenden einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
29. Jan.
Rating:5

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder ist das dritte Buch der Trilogie, die von den drei Frauen der Familie Borowski handelt – Großmutter Evelyn, Mutter Silvia und Tochter Hannah. Die beiden Vorgängerbände habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, man kann jedoch problemlos in die Geschichte eintauchen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Hannah, 35 und alleinstehend, lebt in Berlin. Ihre Mutter ist gestorben, als sie 19 war, zum Vater hat sie keinen Kontakt – bis er eines Tages mit einem riesigen Blumenstrauß vor ihrer Tür steht. Hannah wundert sich sehr über die späte Kontaktaufnahme – und das zurecht. Auf einer zweiten Zeitebene begleiten wir die 14jährige Marlen, die sich im Frühjahr 1945 in einem alten Forsthaus in Güstrow vor den Russen versteckt. In dem verlassenen Haus trifft sie auf Wilma Engels, die das verängstigte Mädchen zu sich nach Hause mitnimmt. Wilma ist Malerin, doch bisher durfte sie nur ihrem Mann, dem berühmten Jon Engels assistieren. Zusammen mit Haushälterin Burgel und Marlen führt sie in der neu gegründeten DDR ein angenehmes Leben zwischen Haus, Garten und Atelier. Sie ist auf Marlens Hilfe beim Malen angewiesen, da ihre Sehkraft immer mehr nachlässt. Ich mag den Schreibstil der Autorin, der mich jedes Mal fesselt und berührt. Ich mochte sowohl Hannahs als auch Marlens Geschichte, habe jedoch vergeblich nach einer Verbindung zwischen den beiden gesucht. Wilma hat mir sehr leidgetan. Zuerst wurde sie von ihrem Mann unterdrückt und misshandelt, dann konnte sie nicht malen, weil sie blind wurde. Auch mit Marlen hatte ich großes Mitgefühl. Sie ist aus Demmin geflohen, wo ihre Mutter sie mit ihr und ihrem kleinen Bruder zusammen in den Tod reißen wollte. Wilma hat sie vor den Russen gerettet und ihr ein Zuhause gegeben. Verständlich, dass ihr die Entscheidung, Güstrow zu verlassen, nicht leichtgefallen ist. Hannahs Geschichte ist nicht ganz so schwermütig, über ihren Mitbewohner Justus, ihre Erfahrungen mit der Dating App und die Familienaufstellung, auf die sie sich ihrer Kollegin zuliebe eingelassen hatte, musste ich schmunzeln. Trotz der fehlenden Verbindung zwischen den beiden Geschichten vergebe ich gern fünf Sterne und spreche auch für den Abschlussband der Trilogie eine Leseempfehlung aus.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
28. Jan.
Rating:3

'Mein ganzes Leben, Öl, auf Leinwand, ohne Titel' ist der dritte Teil der Familiengeschichte rund um Evelyn Borowski, ihrer Tochter Silvia und ihrer Enkelin Hannah. Ich habe "Bei euch ist es immer so unheimlich Still" sehr gemocht, muss aber leider bei Buch 3 sagen, dass es mich nicht so sehr mitgerissen und begeister hat wie der 1. Teil. Natürlich ist Hannah's Geschichte eine ganz eigene und auch die Geschichte von Theo & Marlen ist toll. Allerdings hat Alena Schröder die Messlatte mit den ersten beiden Büchern sehr hoch gesetzt. Die Schreibweise ist schön, teilweise nüchtern und reflektiert. Die Ausdrucksweise ist der Zeit in der man sich im Kapitel befindet entsprechend. Ich mag den Wechsel, da er die Geschichten langsam zusammenführt. Mir persönlich ist aber die finale Verknüpfung (auch wenn sie sehr niedlich ist) im Epilog schon etwas zu spät.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
28. Jan.
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Rating:4

Güstrow 1945 Die 14-jährige Marlen versteckt sich vor den Soldaten in der Schublade einer Kommode. Als sie sich aus ihrem Versteck heraus traut, begegnet sie Wilma, welche sie kurzerhand bei sich aufnimmt. Wilma selbst trägt ein Geheimnis in sich und ist bald mehr auf Marlen angewiesen, als ihr lieb ist. Berlin 2023 Hannah, 34 Jahre alt, wird mit dem plötzlichen Auftauchen ihres Vaters konfrontiert, den sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat. Er beteuert, immer Kontakt zu ihr gewollt zu haben, doch dass dies ihre Mutter und Großmutter verhindert hätten. Da weder ihre Mutter, noch ihre Großmutter am Leben sind, ist Hannah einer Entscheidung ausgesetzt: Glaubt sie den beiden Frauen, die ein Leben lang für sie da waren, oder dem fremden Mann, der plötzlich und völlig unerwartet auftaucht? Und wieso meldet er sich gerade jetzt? Hannah hat das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" war mein erstes Buch von Alena Schröder und ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dazu neige, bei mehreren Zeitebenen stets eine zu präferieren. Aber hier waren beide Ebenen gleichermaßen spannend und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich habe sofort in die Story reingefunden und ich konnte mich sehr schnell auf den "Szenenwechsel" einlassen. Am liebsten mochte ich Marlen und ihre intrinsische, künstlerische Ambition, die so stark ist, dass sie sich einfach ihren Weg bahnt. Was mir besonders am Roman aufgefallen ist und ich richtig gut fand, war der fliegende Wechsel zwischen Ernsthaftigkeit und leichtem Witz. Das hätte auch gut in die Hose gehen können, aber nein, hier hat es einfach punktgenau gesessen. Die anderen Bücher von Alena Schröder mag ich nun auch unbedingt lesen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
26. Jan.
Rating:3.5

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich kapiert habe, dass es der dritte Band ist (es ist schon eine Weile her, dass ich die ersten Beiden gelesen habe). Mir hat gefallen, dass es zwei Erzählstränge gibt, wobei ich vor allem die Geschichte von Marlen und Wilma bemerkenswert fand. Die Entwicklung von Hannah fand ich eher platt und nicht sonderlich interessant .

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
23. Jan.
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Rating:4

Darum geht es: Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das Waisenmädchen bei sich auf. Zwischen den beiden entsteht eine enge Verbindung, die von Anfang an unter einem Schatten steht. Wilma verschweigt Marlen etwas. Ein Porträt, das Marlen im Forsthaus findet, wird zum stillen Zeugen dieses unausgesprochenen Geheimnisses. Fast achtzig Jahre später lebt Hannah in Berlin. Als ihr Vater nach langer Abwesenheit wieder ernsthaft Kontakt sucht, gerät das Familiengefüge ins Wanken. Hannah beginnt zu begreifen, dass ihre Mutter und Großmutter Entscheidungen getroffen haben, deren Gründe ihr nie erklärt wurden. Und dann ist da immer noch die verschwundene wertvolle Leinwand von Hannahs Urgroßmutter, die wie ein ungelöstes Rätsel über der Familiengeschichte schwebt. Mein Leseeindruck: Dieser Roman hat mich vor allem durch seinen Ton berührt. Alena Schröders Schreibstil ist warmherzig, feinfühlig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache nimmt sich Zeit für die Figuren. Sie urteilt nicht. Sie lässt Nähe entstehen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich abwechseln. So durfte ich zwei Frauen über einen langen Weg begleiten. Marlen, die als junges Mädchen das Ende des Krieges erlebt, und Hannah, die viele Jahrzehnte später beginnt, die Risse in ihrer eigenen Familie zu erkennen. Beide Frauen sind unterschiedlich, aber gleichermaßen glaubwürdig. Ihre Lebenswege habe ich mit Spannung verfolgt. Beide haben mich auf ihre eigene Weise tief berührt. Besonders Marlens Geschichte hat lange nachgewirkt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Schweigen, das sie umgibt, sind eindrücklich erzählt. Aber auch Hannahs Suche nach Wahrheit und Zugehörigkeit ist nahbar und leise, ohne je belanglos zu wirken. So sehr mich beide Erzählstränge für sich genommen überzeugt haben, blieb für mich ein entscheidender Punkt unbefriedigend. Der rote Faden zwischen den beiden Zeitebenen hat sich für mich nicht klar genug herausgebildet. Die Verbindung wirkte stellenweise zu lose. Ich habe lange darauf gewartet, dass sich die Geschichten stärker ineinanderschieben und einander vertiefen. Dieses Gefühl stellte sich für mich nicht vollständig ein. Fazit: 4/5 ⭐️ Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren, der mich sehr berührt hat, auch wenn die Verbindung der Zeitebenen für mich nicht ganz aufgegangen ist.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
22. Jan.
Wunderbarer, niveauvoller Unterhaltungsroman 

Zwei Frauen, zwei Schicksale - ein Gemälde, das sie für immer miteinander verbindet
Rating:4

Wunderbarer, niveauvoller Unterhaltungsroman Zwei Frauen, zwei Schicksale - ein Gemälde, das sie für immer miteinander verbindet

WAS, WENN DEIN LEBEN EINE LEINWAND WÄRE? UND DIE SCHICHTEN VON FARBE SCHMERZ UND GLÜCK? Zwei Frauen, zwei Schicksale - ein Gemälde, das sie für immer miteinander verbindet Autorin: ALENA SCHRÖDER, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht. Ihre Romane »Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid« und »Bei euch ist es immer so unheimlich still« sind SPIEGEL-Bestseller. Mein Leseeindruck: Wieder gekonnt emotional, warmherzig, tiefgründig spürt Alena Schröder in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben. Eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, die einen dank dem fesselnden, leichtfüßigen Schreibstil in seinen Bann zieht. Auf zwei Zeitebenen (hier: Berlin, 2023 und Güstrow, 1945) wird die bewegende Geschichte zweier Frauen (Hannah Borowski , 34 Jahre und Marlen, 14 Jahre) erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar daherkommende Leinwand verbunden ist. Was hat es damit wohl auf sich und werden die Frauen die sich ergebenen Geheimnisse lüften? Das Cover finde ich ansprechend und ihren Vorgängerromanen angepasst und hat Wiedererkennungswert. Gerne empfehle ich diesen wunderbaren, niveauvollen Unterhaltungsroman weiter. Lasst euch ein auf eine spannende Reise in die Vergangenheit und die Verknüpfungen bis in die Gegenwart.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
21. Jan.
Rating:4.5

Ich habe mich sehr gefreut, als ich entdeckt habe, dass „Mein ganzes Leben …“ von Alena Schröder nun ebenfalls als Hörbuch vertont wurde.

Der Roman lässt sich zwar eigenständig lesen bzw. hören, dennoch hatte ich das Gefühl, dass man die Bücher von Alena Schröder idealerweise in der richtigen Reihenfolge kennenlernen sollte, um die Figuren, Themen und Zwischentöne noch besser einordnen zu können. Wie gewohnt erzählt Schröder feinfühlig, klug und mit einem guten Gespür für zwischenmenschliche Brüche und Entwicklungen. Besonders die inneren Konflikte der Figuren sind glaubwürdig und nahbar dargestellt. Das Hörbuch lebt zudem von der gelungenen Vertonung, die die Atmosphäre sehr gut einfängt. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo oder Tiefe gewünscht, weshalb es für mich keine vollen fünf Sterne sind. Trotzdem ist es ein sehr hörens- bzw. lesenswerter Roman, der nachklingt und zum Nachdenken anregt.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
19. Jan.
Rating:4

Güstrow 1945: Auf der Flucht vor den Russen wird die 14jährige Marlen von Wilma gerettet. Sie versteckt sie in einer Schublade. Dort liegt auch das Porträt einer Frau, das Marlen versehentlich beschädigt hat. Wilma nimmt Marlen bei sich auf. Sie ist Malerin und bringt ihr den Umgang mit Farben und Pinseln bei. Bald schon ist Marlen mehr als nur eine Unterstützung für Wilma. Berlin 2023: Hannahs Mitbewohnerin Rubi zieht mit ihrem Freund zusammen aufs Land und hinterlässt eine spürbare Lücke. Dann taucht auch noch Hannahs Vater auf. Sie hat ihn noch nie getroffen und soll jetzt plötzlich noch eine Familie dazu bekommen. Sie weiß nicht was damals zwischen ihren Eltern passiert ist. Ihre Mama lebt nicht mehr, vielleicht kann ihr Vater ihr Antworten auf ihre Fragen geben. Ein stiller, eindringlicher Roman über Frauen in der Nachkriegszeit und im jetzt. Das Cover ist einfach ein Traum. Finde ich so gelungen und absolut passend. Alena Schröder kann schreiben. Das hat sie schon bewiesen und auch hier überzeugt ihr klarer Schreibstil. Die zwei Erzählstränge werden abwechselnd erzählt. Mir hat die Geschichte um Hannah etwas besser gefallen, hatte für mich etwas mehr Tiefe. Aber auch Marlenes Geschichte war toll. Die hätte für mich sogar noch mehr Raum einnehmen können. Von dem Zusammenleben der drei Frauen hätte ich sehr gern noch viel mehr erfahren. Inhaltlich hätte ich da noch Fragen, zum Beispiel was es mit dem Porträt aus der Schublade denn nun auf sich hat. Ich hab die Vorgängerromane zwar gelesen aber so ganz präsent sind sie nicht mehr in meinem Kopf. Ist aber auch nicht schlimm, da das Buch sich einfach wunderbar lesen lässt. Ganz ruhig und entspannt konnte ich die Geschichte verfolgen und in diese zwei Welten eintauchen. Alena Schröder spielt mit Klischees, lässt hier und da ein paar Lebensweisheiten einfließen und schafft so diesen Roman, der einen in seinen Bann zieht und man traurig ist, wenn er zu Ende ist. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
19. Jan.
Rating:3

Nicht so gut wie die Vorgänger

"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von Alena Schröder ist die Fortsetzung der Romane "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" und "Bei euch ist es immer so unheimlich still". Der Band kann für sich gelesen werden, die Kenntnis der Vorgänger ist aber hilfreich. 2023: Hannah Borowski ist mittlerweile 34 Jahre alt. Ihre beste Freundin Rubi ist ausgezogen, das Zimmer wird nun "vorübergehend" vom Neffen ihrer Kollegin bewohnt, mit dem sie eigentlich nichts verbindet. Sie kann einfach nicht Nein sagen. Plötzlich meldet sich ihr Vater bei ihr, der sich bisher noch nie um sie gekümmert hat. Er hat Unterhalt gezahlt, mehr aber auch nicht. 1945: In diesem Strang lernen wir Marlen kennen. Sie wird auf der Flucht vor den Russen von Wilma aufgenommen und zunächst in einer Schublade einer Kommode versteckt. Dort findet sie ein festgeklebtes Gemälde, das sie versehentlich beschädigt. Es zeigt eine junge Frau, die am Fenster steht. Die beiden Handlungsstränge werden immer abwechselnd erzählt. Wir begleiten sowohl Marlen durch ihre Zeit bei Wilma ab 1945 als auch Hannah 2023. Beide Geschichte für sich sind spannend geschrieben, die Verbindung zeigt sich leider erst am Ende des Buches. Wer die Vorgänger kennt, wird eine Ahnung haben, was beide verbindet. Die Charaktere sind gut beschrieben, der Teil um Marlen und Wilma war mir allerdings etwas zu distanziert. Die Dankbarkeit Marlens gegenüber Wilma, aber auch ihre gegenseitige Abhängigkeit wurden für meinen Geschmack sehr ausufernd beschrieben. Mir persönlich hat die Geschichte um Hannah eindeutig besser gefallen. Sie enthält mehr Leben. Besonders das Nicht-Nein-Sagen-Können von Hannah und die Folgen daraus sind gut herausgearbeitet. Ich hätte mir gewünscht, dass beide Stränge früher eine Verbindung bekommen und nicht erst am Ende des Romans. So haben wir es eher mit zwei Romanen in einem zu tun. Das Cover hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es passt wunderbar zur Geschichte Marlens. genau so habe ich mir Marlens persönliches Kunstwerk vorgestellt. Insgesamt hat mich dieser Band nicht so sehr in seinen Bann ziehen können wie die beiden Vorgänger und auch nicht ganz überzeugt. Der Schreibstil von Alena Schröder ist wie gewohnt gut, Klar, präzise und auch (besonders im Strang Hannah) mit einem gewissen Schmunzelfaktor. Da blitzt die Kolumnistin Schröder durch. Das immer wieder vorkommende "Martin Klammer auf Papa Klammer zu" hat mich mit der Zeit etwas genervt, hat aber die pointiert dargestellte Handlung um Hannah ergänzt. Aus den oben genannten Gründen gibt es daher auch nur gute 3 Sterne. Ich mag die Bücher von Alena Schröder sehr gern, dieses kann ich leider nur bedingt weiterempfehlen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
19. Jan.
Mein erstes Jahreshighlight. Alena Schröder schreibt wundervoll

Mein erstes Jahreshighlight. Alena Schröder schreibt wundervoll

Obwohl die beiden Vorgängerromane bei mir zuhause liegen, ist dies das erste Buch von Alena Schröder, das ich lese. Ihr Schreibstil hat mich sofort begeistert und eingesogen in die Geschichte. Auf zwei Zeitebenen lernen wir Frauen kennen, die in ihrer jeweiligen Zeit irgendwie zurecht kommen müssen. Das tun sie. Aber es tun sich teilweise Abgründe und Ereignisse auf, die das Leben durcheinanderwirbeln und Entscheidungen verlangen, die herausfordernd sind. Ab 1945 begleiten wir Marlen, ein junges Mädchen, dass ihre Familie auf tragische Weise verloren hat. Es folgt zwar ein Leben in relativer Sicherheit, aber doch voller Entbehrungen und Geheimnisse. Leser*innen des ersten Romans von Alena Schröder, werden jedoch hinter das Geheimnis des lang gesuchten Gemäldes kommen. 2023 sieht sich Hannah nicht nur mit einem neuen Mitbewohner sondern auch mit einem plötzlich präsenten Vater konfrontiert. Hannah, die in allen Romanen vorkommt, ist wie eine rote Linie. Die Vater-Tochter-Konstellation war für mich sehr vorhersehbar und manchmal etwas klischeebehaftet, aber das tat meinem Lesereiz können Abbruch. Einige historische Ereignisse werden in Alena Schröders Romanen auch eingeflochten. Hier ist es zum Beispiel der Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Und es ist nun ein Muss, dass ich mir bei Gelegenheit den 'Schwebenden' im Güstrower Dom anschauen muss. Ich bin durch das Buch geflogen und was soll ich sagen, ich habe direkt danach mit Teil 2 begonnen. Ich lese die Reihe rückwärts und ich stelle fest, dass ist gut machbar. Eine Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch an alle die Familiengeschichten mit symphatischen aber auch kontroversen Charaktern, kleine Geheimnisse und verschiedene Zeitebenen mögen.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft
19. Jan.
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Rating:4

MEIN GANZES LEBEN, ÖL AUF LEINWAND, OHNE TITEL Alena Schröder ET: 19.01.2026 Das neueste Buch von Alena Schröder spielt – wie gewohnt – auf zwei Zeitebenen. Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Frauen. Güstrow, 1945: Die 14-jährige Marlen versteckt sich vor den russischen Soldaten, die auf dem Vormarsch Richtung Deutschland sind und Zerstörung und Gewalt hinterlassen. Zuflucht findet sie in einem alten, verlassenen Forsthaus. Ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder haben sich im Fluss bei Demmin ertränkt – nur Marlen konnte sich in letzter Sekunde aus dem festen Griff ihrer Mutter befreien. In ihrem Versteck entdeckt sie nicht nur ein kleines, auf Leinwand gemaltes Bild, sondern begegnet auch Wilma, die Marlen mitnimmt und ihr zunächst für ein paar Tage Unterschlupf bietet. Doch aus Tagen werden Jahre. Wilma ist mit dem Maler Jon verheiratet, der nach dem Ende des Krieges nicht von der Ostfront zurückkehrt. Sie beginnt, seine Leinwände zu übernehmen und zu übermalen. Endlich kann sie ihre eigene Kunst ausleben, die ihr in der Ehe mit ihrem Mann verwehrt blieb. Wilma brennt für den Sozialismus und malt heroische Bilder. Auch Marlen lernt ihre Techniken, entwickelt jedoch bald eigene Vorstellungen, die nicht zu Wilmas Idealen passen. Berlin, 2023: Die 34-jährige Hannah lebt allein in ihrer Wohnung in Berlin, als plötzlich ihr Vater auftaucht – ein Mann, den sie nie kennengelernt hat. Angeblich wollten ihre verstorbene Mutter und Großmutter nie, dass er Kontakt zu ihr aufnimmt. Doch Hannah will diese Erklärung nicht glauben. Sie ahnt, dass ihr Vater andere Gründe hat, sich ausgerechnet jetzt bei ihr zu melden. Welches Geheimnis dahintersteckt und was all das mit der kleinen Leinwand zu tun hat, die einst Marlen fand, müsst ihr selbst herausfinden. Der Schreibstil von Alena Schröder ist wie gewohnt fesselnd und von der ersten Seite an wunderbar zu lesen. Federleicht verwebt sie die Frauen in ihren jeweiligen Lebenszeiten und schafft damit ein bildliches, vielschichtiges Porträt. Die Seiten flogen nur so dahin, und ich fühlte mich den Protagonistinnen schnell verbunden. Allerdings fehlte mir die Verbindung zwischen den beiden Frauen. Außerdem wird an einer Stelle erwähnt, dass Marlen schwanger ist, dieser Handlungsfaden wird jedoch nicht weitergeführt. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war das Buch für mich ein echter Lesegenuss, weshalb ich es euch insgesamt uneingeschränkt empfehlen kann. 4/5

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titelby Alena Schröderdtv Verlagsgesellschaft