Helga Schubert beschreibt unheimlich liebevoll, aber teilweise trotzdem auch die ganzen schwierigen Situationen der Pflege ihres Mannes. Wenn man bzw. Frau auch an ihre Grenzen kommt, „ruhig bleiben bis morgen 12 Uhr“.
Und auch alle glücklichen Momente, die die beiden trotz allem zusammen erleben dürfen.
Das Buch war in seinem Schreibstil sehr inkongruent. Manche Teile habe ich wirklich verschlungen. Andere war befremdlich und ich musste zwischenzeitlich das Buch aus der Hand legen. Nicht alles war aus der Ich-Perspektive erzählt. Aber trotzdem war es in Teilen ergreifend.
Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist mir an einigen Stellen schwergefallen, der Autorin zu folgen und ich hatte mehrfach den Impuls, das Buch abzubrechen.
Ein bewegendes Buch über die Liebe was sie auch in schlechten Zeiten bedeutet und was sie für Kraft gibt. Pflege für den Partner und trotzdem nicht verzweifeln, sondern Zuversicht geben und an viele Episoden des Lebens sich erinnern und diese auch noch einmal genießen. Ein schweres Thema sehr lesenswert umgesetzt.
Fand ich ganz gut. Ich habe allerdings damit gerechnet, dass das Buch ergreifender sein würde, als es dann für mich war. Mir hat irgendwie etwas Tiefgang gefehlt.
Es war eine sehr schöne Lektüre, sehr romantisch und authentisch. Die Autorin schreibt über kleine Szenen, die sich ereigneten, während sie sich um ihren sehr alten Mann kümmerte, der ein Pflegefall ist.
Zeigt, wie wunderbar und tief Liebe sein kann, auch in schweren Zeiten und an der Schwelle zum Tod.
Für andere bestimmt ein gutes und berührendes Buch…
… für mich leider nicht. Ich konnte mich einfach nicht mit der akademisch-künstlerischen Sprache und Lebensart identifizieren und bin, obwohl ich sehr gespannt war auf dieses Buch, nicht richtig reingekommen.
Anders als erwartet. Sprunghafter Schreibstil, dennoch besonders, feinfühlig und ehrlich. Mit so viel Licht und Zuneigung schreibt die Autorin, über die härteste Probe, die eine Ehe ertragen muss, die Pflege ihres demenzkranken Mannes. Für mich ein Seelentröster, auch wenn sich die Autorin am Ende in Beschreibungen verirrt.
Schlicht, ergreifend und zutiefst berührend erzählt Helga Schubert von einer jahrzehntelangen Liebe und davon, was es bedeutet, wirklich für immer füreinander da zu sein, auch dann, wenn ein Teil des Paares am Lebensende zum Pflegefall wird. Welche Aufopferungen die Liebe dem gesunden Teil des Paares abverlangt, welcher Hilflosigkeit und Machtlosigkeit man ausgesetzt ist und wie man all dessen zum Trotz weder die Hoffnung und schon gar nicht die Liebe verliert, sondern immer weiter macht - all davon erzählt Schubert in schlichter, aber poetischer Sprache und mit einer ungeheuren Genauigkeit.
Die wenigen Einschübe in die Vergangenheit, insbesondere zur DDR, hätte ich nicht gebraucht. Zwar beleuchten sie die Anfänge dieser großen Liebe, wirken aber dennoch etwas zwischengeschoben, nicht ganz passend zum Rest dieses einfühlsamen und gleichermaßen kraftvollen Textes. Die stärksten Sprachbilder entstehen in der Gegenwartsbeschreibung, wenn man das so nennen kann. Das ist aber in diesem Fall Jammern auf hohem Niveau.
Indem das Buch diese kompromisslose Liebe, dieses ungeheure Monster namens "Altern", das Immer weniger werden und doch beieinander bleiben und einander nicht aufgeben und den Versuch, das gemeinsam gelebte Leben festzuhalten, aufzubewahren, beschreibt, berichtet es auch von einem großen, einem übergroßen, ungeheuren Glück.
Und ein großes Glück ist es auch, diesen eindringlichen Text zu lesen. Unbedingt empfehlenswert! Es war meine erste Lektüre von Helga Schubert. Es wird nicht die letzte bleiben.
Ein Stundenbuch der Liebe, untertitelt Helga Schubert - treffender kann man ihr neuestes Buch wohl kaum um- oder beschreiben. Nach mehr als 50 gemeinsamen Jahren ist ihr Mann bei allen Dingen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. Als mein Schwiegervater damals seine Frau pflegte, war es für mich alles noch ziemlich unrealistisch und so ganz weit weg…Jahre später, selbe Situation - meine Eltern, habe ich mich immer öfter gefragt, was bleibt von einer, ehemals gleichberechtigten Patenschaft - will man das…gibt der „Pflegende“ nicht zu viel von seiner eigenen, kostbaren Lebenszeit?…. „Ganz schnell waren wir bei den Themen Kraft und Nichtkaputtgehen angelangt. Wie brennt man nicht aus, wie bleibt man liebevoll, wieviel Distanz muss sein.“ Helga Schubert beschriebt auf literarisch meisterliche Art und Weise all die kleinen und großen Dinge die in so einer Zeit das Leben ausmachen und bestimmen - beschönigt nichts, sieht und zeigt aber auch die besonderen, die schönen, die liebevollen Momente. Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Es macht Mut und tröstet auch! „Ein bisschen Sahnejoghurt im Schatten, eine Amsel singt, Stille. So darf ein Leben doch ausatmen.“
DER HEUTIGE TAG
Helga Schubert
Unsere Ich-Erzählerin betreut ihren 94-jährigen, an Demenz erkrankten Ehemann Derden, liebevoll zu Hause. Zum ersten Mal trafen sie sich vor 66 Jahren, doch sie beide waren damals bereits mit anderen Partnern verheiratet und hatten Kinder. Es brauchte ein wenig Zeit, bis sie sich das Jawort gaben, aber ab dem Zeitpunkt waren sie unzertrennlich.
Jetzt, nach 47 Ehejahren, schreiben sie gemeinsam das letztes Kapitel ihrer Ehe.
„Ich gab ihm unter der Decke die Hand und drückte sie. Und er drückte meine Hand. Wie ein Versprechen. In guten und in schlechten Zeiten. Aber es sind gar keine schlechten Zeiten.
Ich bin immer bei dir, auch wenn ich tot bin. Ich werde dich immer beschützen. Und so lange wird es nicht dauern, bis du nachkommst, sagte er.
In der Ewigkeit gibt es keine Zeit mehr, oder? Dann saßen wir noch eine Weile so. Und nichts fehlte. Und zu allem Überfluss sah ich auch noch einen hellen Stern über unserem Glasdach und zeigte auf ihn. Und wollte nicht woanders sein. Ich war glücklich in diesem Moment mit ihm, und die Zeit dehnte sich, und ich hatte keine Angst vor dem Morgen.“ (S. 96)
Zärtlich, geduldig und liebevoll erzählt Schubert Rückblicke aus ihrer Ehe, von seinem Malen, ihrem Schreiben, seiner Krankheit und Geschichten von Freunden und Bekannten, kommt zwischendurch immer wieder ins Hier und Jetzt und lässt uns teilhaben - an ihrem Leben, das sich überwiegend in ihrem Landhaus in Ostdeutschland abspielte. Ihre Beschreibungen sind dabei so lebendig und bildlich, dass wir förmlich den Duft der Rosen in ihrem Garten riechen können. Zwischendurch werden wir dann wieder in die DDR geschickt, nur um dem Eheleben der Protagonisten im Plattenbau beizuwohnen. Nicht immer waren ihre politischen Ansichten die selben, aber ihrer Liebe konnte dem nichts anhaben.
Helga Schubert hat hier eine wunderbare Hommage auf ihren Mann geschrieben.
Ich bin nur so durch dieses kleine Buch, mit seinem schönen Cover geflogen. Dieses Buch, was zärtlicher nicht sein könnte, hat mich an einigen Stellen wirklich tief berührt.
Leseempfehlung für alle, die ruhige und schöne Geschichten lieben und keine Ängste vor dem Älterwerden haben.
5 / 5