Wenn Graphic Novel auf Philosophie trifft
Am Internationalen Frauentag wollte ich etwas über eine berühmte weibliche Persönlichkeit lesen. Ken Krimsteins Graphic Novel über Hannah Arendt bot sich da direkt an. Natürlich ist mir Hannah Arendt ein Begriff, ebenso einiger ihrer philosophischen Ansätze, aber vor allem ihre 'Banalität des Bösen' nach dem Eichmann-Prozess. Und doch fehlte mir einiges aus ihrer Biographie. Die vorliegende Graphic Novel ist ein wunderbarer Einstieg in ihr Leben, ein Überblick in einzelnen Ausschnitten. Ich kann ich euch vorher sagen, nach dem Lesen dieser Lektüre wollt ihr mehr. Mehr von Hannah Arendt aber auch mehr von Ken Krimstein. Zu letzterem werde ich später im März noch etwas vorstellen Nun zu Hannah Arendt. Ich fùhlte mich sofort mit ihr verbunden, allein der Tatsache Schuldendienst, dass sie ebenso aus Königsberg stammte, wie meine geliebte Omi Hilde. Schon als junges Mädchen ist Hannah beeindruckend. Mit 14 hat sie alles von Kant gelesen, stellt selbst eine Theatergruppe mit sich selbst in (fast) allen Rollen auf die Beine und spielt auf Altgriechisch. Bereits vor dem ersten Ersten Weltkrieg erfährt sie antisemitische Äußerungen, wird aber von ihren Eltern aufgefangen. Ihre Mutter Martha beeindruckt mich sehr. Wir erfahren von ihrer Zeit in Marburg und der Beziehung Zeitlebens zu Heidegger, ihrer Heirat mit Günter Stern, ihrer Fluchten nach Paris und später über Umwege nach New York. Ihre Heirat mit Heinrich Blücher, ihre Verhaftungen und ihre Begegnung mit den Größen ihrer Zeit sind ebenfalls Themen. Aber vor allem werden wir Teil ihres Denkens und ihres Diskutierens und Philosophierens mit anderen aber sehr umfangreich auch mit sich selbst. Ken Krimstein zeigt wie perfekt Comic und Tiefe zueinander passen. Die hauptsächlich in schwarz weiß gehaltenen Zeichnungen (nur Hannah Arendt hebt sich in grün ab) unterstützen den Ernst, die Emotionen und den Intellekt dieser faszinierenden Frau. Wer denkt, dass Literatur und Comic nicht zueinander passen, wird hier eines besseren belehrt.







