10. Apr.
Rating:4

Der erste Eindruck ist ziemlich rau: oberflächlich, vulgär, mit viel zynischem Humor und einem sehr direkten Schreibstil. Das kann einen am Anfang entweder komplett abholen oder erstmal irritieren. Aber genau da liegt auch der Punkt: Das Buch entwickelt sich. Hinter der provokanten Oberfläche steckt überraschend viel Tiefe. Mit der Zeit bekommt die Geschichte mehr Gewicht, ohne ihren trockenen Humor zu verlieren – und genau diese Mischung funktioniert richtig gut. Der Schreibstil bleibt locker und witzig, die Figuren sind stark und haben richtig Charakter. Man bleibt dran, weil die Story trägt und sich stetig weiterentwickelt. Am Ende bleibt ein Buch, das mehr ist als sein Titel vermuten lässt: ehrlich, manchmal unbequem, aber mit Herz, Humor und echter Substanz.

Von hier betrachtet sieht das scheiße aus
Von hier betrachtet sieht das scheiße ausby Max Osswalddtv Verlagsgesellschaft
11. März
Rating:2

Ich möchte mitfühlen aber es gelingt mir hier nicht.

Das Buch lässt mich zweigeteilt zurück. Auf einer Seite spricht es wichtige Themen an die die derzeitige Generation (Millenials/Z) beschäftigen und man kann alles irgendwie nachvollziehen. ABER Ich verstehe nicht seinen Wunsch zu sterben. Es ist zu flach geschrieben und mir fehlt dahingehend die Tiefe. Hier wurde eindeutige Potential verschenkt. Auch der Wandel ist nicht gut genug ausgearbeitet. Ich mochte mitfühlen und leiden aber das gelingt dem Buch leider garnicht.

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12. Jan.
Rating:4

"Wenn es immer nur das Ende ist, wonach man sich sehnt: hat man es dann nicht auch in der Hand, diesen Zeitpunkt selbst zu bestimmen?" So steht es auf einer Seite in Max Osswalds Roman "Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus". Es geht um Depression, Selbstmordgedanken und den Sinn des Lebens. Besonders ins Auge sticht Osswalds Sprache, die von ungewöhnlicher Bildsprache, wie "die Sonne kotzt mir ins Gesicht", und vielen Kraftausdrücken geprägt ist. Es sind gerade diese Besonderheiten, die dem Roman seine Lockerheit und an einigen Stellen auch seinen Humor geben. Inhaltlich geht es um Ben Schneider, der mit seinen 29 Jahren auf ein unerfülltes Leben zurückblickt und sich täglich fragt, für was er arbeitet, früh aufsteht oder sogar lebt. Er entschließt sich, seinem Leben ein Ende zu setzen - und zwar mit Hilfe des Darknets und einem Auftragskiller, den er engagiert. 50 Tage sollen ihm von seinem Leben noch bleiben, dann will er den Schlußstrich ziehen - oder besser gesagt: sich umbringen lassen. Einen Stern Abzug gibt es, da die Storyline leider teilweise etwas vorhersehbar und die Auflösung zum Ende des Romans ein bisschen "einfach" ist. Dennoch ist Osswalds Debütroman eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, lässt sich leicht runterlesen und enthält Passagen, die einen zum Nachdenken anregen, um was es im Leben wirklich geht - das Leben selbst.

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30. Aug.
Rating:4

Witzig und deep - eine rundum gelungene Geschichte.

Schon nach den ersten Zeilen war ich direkt von der Geschichte gefesselt. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und habe das Buch in einem Rutsch beendet. Der Schreibstil ist wunderbar leicht und flüssig, dabei aber nie oberflächlich. Es gelingt dem Autor, mit einer gelungenen Mischung aus Witz, Spannung und emotionaler Tiefe eine Geschichte zu erzählen, die lange nachklingt. Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig und gleichzeitig unterhaltsam ernste Themen angesprochen wurden – ohne dabei je zu schwer zu wirken. Das Ende war für mich zwar vorhersehbar, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Es war genau so, wie es sein sollte – weder zu kitschig noch zu überdramatisiert.

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15. Juli
Rating:4.5

Ben Schneider hat genug von seinem Leben und will dieses beenden. Und das nicht irgendwie, sondern durch einen Auftragskiller. Im Angesicht seines baldigen Todes, tut Ben auf einmal Dinge, die er sich vorher so nicht getraut hätte, wodurch sich sein Blickwinkel auf das Leben verändert. Ein kurzweiliges Buch mit einem ernsten Thema. Mir hat der Schreibstil von Max Osswald sehr gefallen. Den trockenen, bösen Humor mochte ich auch.

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31. Dez.
Rating:4

Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten. Habe schon seit längerem eine kleine Leseflaute, aber hier bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch direkt am nächsten Tag beendet. Das Ende habe ich tatsächlich vorausgesehen, aber was bis dahin passiert ist durchaus interessant. Bin nicht sonderlich gut darin Rezensionen zu schreiben. Aber lest das Buch! Es lohnt sich. Ist ein gutes Buch.

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28. Dez.
Rating:4

28.12.2024 Ein schönes Buch mit ernsten Themen, das aber zeigt, dass ein Neuanfang jederzeit möglich ist. "Veronika beschließt zu sterben" mit männlichem Protagonist und in humorvoll... "Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten"... Verändere dich und die Welt um dich herum wird sich verändern.

Unser Mädels-Buchclub hat dieses Buch für die aktuelle Leserunde ausgewählt. Es wäre ansonsten wohl eher nicht auf meine Leseliste geraten, aber mal wieder war es eine bereichernde Leseerfahrung einem Buch die Chance zu geben, das mich thematisch doch eher abgeschreckt hätte, aus Angst vor den negativen Emotionen (wie Traurigkeit oder Deprimiertheit), die beim Lesen bzw. Hören hochkommen könnten. Das Gegenteil war der Fall. Ich habe das Hörbuch bei Spotify entdeckt und war sehr zufrieden mit der Autorenlesung. Natürlich merkte man an der einen oder anderen Stelle einen qualitativen Unterschied zu "professionellen Sprechern" wie David Nathan oder Simon Jäger, aber ich habe die Art vorzulesen immer stimmig empfunden zum Protagonisten. Stellenweise habe ich Ben seine Gedanken nachempfinden können und wie oft habe ich schon mit Freundinnen darüber gesprochen, dass das Leben so eintönig ist (Arbeit, Verpflichtungen) und auch die fehlende Wertschätzung im Arbeitsleben ist frustrierend. Bens Lösung: Der über seinen Drogendealer des Vertrauens zu engagierende Auftragskiller. Und bäm, er verändert sich, sein Leben verändert sich, neue Menschen kommen in sein Leben und zack - auf einmal ist das Leben doch nicht mehr so eintönig und sinnlos. Eine schöne Moral der Geschichte, wie man sie schon von Paolo Coelhos "Veronika beschließt zu sterben" kennt. Mitbringen zum Buchclub: Pflaumen-Zimt-Mandel-Tajine 🎶mit Backpflaumen und Mandeln🎶

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8. Aug.
Rating:4

Die Geschichte hat’s mir anfangs echt schwer gemacht & ich war kurz vor‘m Abruch. Ich fand’s lahm, nervig & furchtbar negativ. 🙄 …dann plötzlich kam der Umschwung und es wurde unterhaltsam, humorvoll, herzig und liefert sogar einige Denkanstöße. Schlussendlich hat’s mir echt gut gefallen, auch wenn der Anfang eine echte Herausforderung für meine Nerven war. 😉

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22. Nov.
Rating:4.5

Mal was anderes (für mich) 😊

Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie so viele verschiedene Emotionen beim Lesen durchlebt habe wie in Max Osswalds „Von hier betrachtet sieht das Scheisse aus“. Es war eine Empfehlung meines Buchhändlers (er selbst bezeichnet sich -Zitat- als Fangirl dieses Romans). Normalerweise ist es nicht das Genre, dass ich lese und dennoch hat mich der Roman voll gecatcht. Ich liebe die Art wie der Autor Dinge beschreibt, was eben auch der Grund für meine vielen Markierungen in diesem Schätzchen ist. Bitte mehr davon!

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29. Okt.
Rating:3

Der Titel war das Erste, was mich auf das Buch aufmerksam machte, der Klappentext hatte mich dann vollends vom Kauf überzeugt. Leider musste ich dann beim Lesen bemerken, dass mich manche Dinge davon abhielten, die Geschichte vollumfänglich zu genießen. Die Idee macht neugierig: Ben Schneider fühlt sich, als säße er in der Falle. Sein Job als Wirtschaftsprüfer bestimmt sein Leben in solchem Maße negativ, dass er schon seit Jahren keine Freude mehr empfindet. Deswegen gibt er sein Leben in die Hände eines Auftragskillers, arrangiert durch seinen Dealer Tobi. Ben bleiben noch fünfzig Tage, bis sein Leben endet. Die Umsetzung der Idee hat mich anfangs noch gecatcht. Der Schreibstil war direkt und derb und hat Ben als Figur geprägt. Er ist abgrundtief genervt, hasst seinen Chef, seinen Job, sein Leben und bringt das mit jedem Wort deutlich zum Ausdruck. Seine Gefühlslage ließ sich so gut greifen. Als er von seinem Dealer angeboten bekommt, für sich selbst einen Auftragskiller anzuheuern, greift er also zu. Ab da ist für ihn alles egal und er möchte die letzten fünfzig Tage nur das machen, was er will. In dieser Zeit trifft er auch auf Emma, die so ganz anders ist, und nach und nach ist sich Ben bei seinem eigentlichen Vorhaben nicht mehr so sicher. Als Emma aufgetaucht ist, kam in mir die leichte Befürchtung auf, dass Liebe hier als Allheilmittel fungieren soll. Dem war nicht vollends so, aber dennoch fand ich es schade, dass Emma eine relativ einseitige funktionelle Rolle zugesprochen wurde und relativ flach in ihrer Charakterisierung blieb. Sie wurde als Gegenbild zu Ben geschaffen, durch und durch positiv und beeinflusst Ben somit positiv, sodass er letztendlich doch vom Leben überzeugt wird. Dass die beiden am Ende nicht zusammenkommen, schwächt dieses Gefühl von „Liebe regelt alles“ etwas ab, aber dennoch war es mir insgesamt zu klischeebeladen. Wiederum gut fand ich die Aufarbeitung von der Beziehung von Ben und seiner Schwester. Die beiden haben sich lange nicht mehr gesehen oder gesprochen und können bei ihrem Wiedersehen endlich Vorurteile aus dem Weg schaffen und vorherige schlechte Verhaltensweisen hinterfragen. Das Buch hatte somit sowohl gute als auch schlechte Seiten und konnte mich insgesamt ganz gut unterhalten. Vom Hocker gehauen, wie ich erhofft hatte, hat es mich allerdings nicht.

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15. März
Rating:4

Wow! Tolle Story! Wie Ben über Leben und Tod nachdenkt finde ich mega interessant! Tod ist ja doch irgendwo ein Thema über dass man nicht gerne spricht. Ben's Mindset ist irgendwo nachvollziehbar! Das Leben kann nun mal sehr einseitig und belastend sein. Das Ende hat mir sehr sehr gut gefallen! Ich finde das Buch sehr humorvoll geschrieben und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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30. Jan.
Rating:4

Max Osswald – von hier betrachtet sieht das scheiße aus Ich habe das Buch nur angefangen zu lesen weil mich der Titel direkt gecatcht hat. Dann habe ich die ersten Seiten gelesen und diese haben mich direkt in ihren Bann gezogen. Wir verfolgen Ben, welcher mit seinem Leben so unzufrieden ist, dass er beschließt Selbstmord zu begehen. Aber er möchte keinen „normalen“ Selbstmord begehen, sondern etwas woran sich die Menschen erinnern. Der Schreibstil ist modern und man kann der Geschichte schnell folgen. Besonders mit den bissigen und zynischen Kommentaren lockert er das Thema Selbstmord auf, wodurch es angenehmer ist ein so ernstes Thema zu lesen. Osswald baut die kritischen Gedankengänge über die Hoffnungslosigkeit der jüngeren Generationen wirklich gut ein, wodurch es nicht aufgesetzt sondern sehr passend und angenehm ist und wirkt. Leider hat die Spannung in der Mitte ein wenig abgenommen, wodurch ich fand, dass es sich ein wenig in die Länge gezogen hat. Trotzdem ist es ein wirklich guter Roman, den ich nur wärmsten weiterempfehlen kann

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29. Jan.
Rating:1

Ein junger Comedian schreibt seinen Debütroman und greift sich dafür ein todernstes Thema. Soweit so vielversprechend. Der Rest geht aus meiner Sicht literarisch schief. So tiefgründig das Thema ist, so banal ist die Story. Lebensmüder 29-jähriger möchte sterben, heuert sich einen Mörder an und wird dann auf den letzten Metern seines Lebens doch von einer Frau vom Leben überzeugt. Dabei moralisiert sich der Autor durch zeitgenössische Klischees, sodass sogar ich, der ich so alt bin wie der Autor und die Hauptfigur, mich abgestoßen fühle. Auf jeder zweiten Seite muss ein Comedian-Gag untergebracht werden. Die Sprache ist derb und geradeaus, was per se nichts schlechtes ist, aber sie orientiert sich eher an der gesprochenen mündlichen Sprache. Für Leser*innen, die wenig lesen, und einen leicht zugänglichen Sprachfluss suchen, gut geeignet. Für mich war es nichts. Auch die Figuren bleiben eindimensional und unsympathisch. Schade!

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