18. Nov.
Rating:3

Mir fällt es unfassbar schwer, dieses Buch zu bewerten. Auf der einen Seite, hatte ich eigentlich nie große Lust weiter zu lesen, wenn ich das Buch gerade nicht in der Hand hatte. Andererseits hatte ich großen Spaß am lesen, wenn ich es dann doch mal wieder zur Hand genommen hatte. Die Geschichte zeichnet sich nicht durch Spannung aus, sie ist viel mehr ein Portrait von Menschen in einem sozialen Wohnblock. Ich mochte die Charaktere, auch oder gerade weil sie alle ein klein bisschen verrückt waren, und sich wohltuend vom Einheitsbrei abgehoben haben. Allerdings fand ich es an zwei drei Stellen anstrengend aus Bertholds Sicht zu lesen, wenn er wieder mal niemanden zugehört hat, oder zu Wort kommen hat lassen, sondern die ganze Zeit nur Shakespeare rezitiert hat. Das Buch setzt sich aus zwei komplett verschiedenen Handlungssträngen zusammen. Einmal begleitet man Violet und einmal Berthold. Schade hierbei fand ich allerdings, dass sich die Handlungsstränge nur in der Mitte des Buches treffen, aber gegen Ende wieder komplett auseinander driften. Auch hat es mich etwas im Lesefluss gestört, dass Bertholds Teil der Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde und Violets Teil in dritter Person. Es gab aber auch einige sprachliche Spielereien, die mehr sehr positiv aufgefallen sind. z.B. "An der Tür stand ihr Name neben vier anderen. Sie klangen eher nach einer Truppe internationaler Versager als nach Staatsdienern. Mr Matt Longweil, Mr En Nuy Yeux, Mr Fred Treg, Miss Ignacia Noiosa, Mrs Eustachia Penny." Hier stehen die Namen der Beamten alle für matt, träge und langweilig. Ich liebe solche Details in Büchern. Auch fand ich den Humor in diesem Buch einfach super. Es war kein Gagfeuerwerk, aber ich musste doch an einigen Stellen lachen. Alles in allem fand ich die Geschichte die erzählt wurde eigentlich ganz gut, auch wenn sie nicht unbedingt spannend war. Ich gebe dem Buch drei Sterne, da dies laut Goodreads ja "i liked it" bedeutet. Und genau das hab ich getan. Nicht mehr und nicht weniger. Ich würde das Buch dennoch nicht jedem empfehlen, da es doch etwas spezieller ist, und wie ich denke nicht undbedingt die Massen anspricht.

Lubetkins Erbe oder Von einem, der nicht auszog
Lubetkins Erbe oder Von einem, der nicht auszogby Marina Lewyckadtv Verlagsgesellschaft
9. Aug.
Rating:3

"... von einem, der nicht auszog." 'Lubetkins Erbe' schildert die Geschichte des arbeitslosen Schauspielers Berthold Sidebottom. Er lebt mit seiner Mutter in einer Londoner Sozialwohnung, geplant von dem Architekten Lubetkin, welcher eine Gemeinschaft und Wohnraum für alle Klassen der Gesellschaft schaffen wollte. Leider stirbt Bertholds Mutter jedoch unerwartet und plötzlich und ihm trotz die Kündigung der Wohnung, da diese für ihn alleine zu groß ist. Kurzerhand bittet er Inna, die Krankenhausbettnachbarin seiner Mutter, bei ihm einzuziehen. Inna ist Ukrainerin und verwechselt oftmals den Lauf der Zeitgeschichte. Das Zusammenleben der beide wird geschildert, sowie einige Leben der Mitbewohner/innen im Wohnkomplex beleuchtet. Puh, was soll ich sagen.. ich habe bisher viel Gutes von der Autorin Marina Lewycka gelesen. Dies war das erste Buch von ihr, welches ich gelesen habe. Es hat mich teilweise in seinen Bann gezogen, sodass ich es auch nicht mehr aus der Hand legen wollte - daher noch drei Sterne - aber überzeugt hat es mich leider dennoch nicht. Ich bin mit den Charakteren der Geschichte leider so überhaupt nicht warm geworden. Es wurden meiner Meinung nach viel zu viele Themen angeschnitten, die dann jedoch nicht ausreichend zu Ende erzählt wurden. Viele der Erzählstränge wiederum waren mir dann aber auch einfach "too much" und zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Wirklich zum Lachen gebracht hat mich dieses Buch nicht; eher mit einem fragenden Blick zurückgelassen.

Lubetkins Erbe oder Von einem, der nicht auszog
Lubetkins Erbe oder Von einem, der nicht auszogby Marina Lewyckadtv Verlagsgesellschaft