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Ein Essay, welches immer noch und immer wieder brandaktuell ist. Revolutionen, die nicht die Freiheit des Menschen zur pol. Teilhabe und die Überwindung von Armut zum Ziel haben sind nichts anderes als Restaurationen despotischer Systeme und damit gescheitert.
Hannah Arendt hat mit ihrem Essay "Die Freiheit, frei zu sein" einen Blick auf Revolutionen, ihren Ausgang und ihre Ziele geworfen. Die gescheiterte französische Revolution ist Muster für viele tiefgehende Analysen und vor allem einer zentralen These, nämlich dass Revolutionen wenn sie scheitern immer wieder in aufgeklärten Despotismus/Absolutismus münden und dem Ertsarren vom pol. Leben. Arendt als Kind ihrer Zeit erlebt viele Revolutionen in ihrer Lebens nähe und hatte vor allem das pol. Handeln der Menschen im Blick. Die Freiheit frei zu sein postuliert genau dies. Erst wenn jeder Mensch pol. Mitbestimmungsrechte hat, aktiv zur Teilnahme angehalten ist und mit wachem Auge auf die pol. Prozesse seiner Zeit schaut kann etwas neues entstehen. Sinnbildlich steht dafür das Bild der Geburt, welches Arendt als Zeichen, dass der Mensch der selbst von Geburt an Anfänger ist, im immer wieder neu anfangen und zu scheitern sieht. Revolutionen haben dann ein Ziel und Sinn, wenn sie etwas neues begründen, wenn sie frei machen zum politischen Handeln und Denken ohne Geländer. Es geht darum politische Verantwortung zu übernehmen. Es ist ein Plädoyer für aktive Wachsamkeit. Ein Hoffen darauf, dass es keine Restaurationen despotischer Systeme mehr gibt sondern die Fähigkeit des Menschen zum Neuanfang weg vom Pessimismus hin zum politischen Optimismus und Aktivismus führt.
Die Freiheit, frei zu seinby Hannah Arendtdtv Verlagsgesellschaft