
Die Märchen aus Tausendundeine Nacht sind das Sinnbild orientalischer Erzählkunst.
Die Märchen aus Tausendundeine Nacht sind weltbekannt. Sie gelten als Sinnbild orientalischer Erzählkunst. König Schahriyar, von seiner Ehefrau hintergangen und in seinem Stolz verletzt, schmiedet den Plan, jede Nacht eine neue Frau zu heiraten und sie am Morgen nach der Hochzeitsnacht hinrichten zu lassen, denn „auf der ganzen Welt“, so stellt er fest, „gibt es keine einzige anständige Frau.“ Doch Schahrasad, die kluge und mutige Tochter seines Wesirs, meldet sich freiwillig für die Hochzeit mit dem mordlüsternen König. Schahrasads Geheimnis ist es, den König tausendundeine Nacht lang im Bann ihrer Worte zu halten. Sie erzählt ihm Geschichten von aufregenden und spannenden Abenteuern, von fernen Ländern und fremden Menschen. Nacht für Nacht rettet sie sich somit das Leben, denn ihre Geschichten sind so „köstlich“ und aufregend, und vor allem enden sie stets vor Morgengrauen an der spannendsten Stelle, sodass der König sie bis zur nächsten Nacht verschont, um das Ende der Geschichte zu hören. „Da erreichte das Morgengrauen Schahrasad, und sie hörte auf zu erzählen. „ Ach Schwester“, seufzte Dinarasad, „wie köstlich und wie spannend ist deine Geschichte!“ - „Was ist das schon“, erwiderte sie, „gegen das, was ich euch morgen Nacht erzählen werde, wenn ich dann noch lebe und mich der König verschont...“ Das ausgerechnet die bekanntesten Märchen, nämlich die Abenteuer von Aladin und Ali Baba, in dieser Neuübersetzung fehlen, finde ich sehr schade. Da diese aber nicht in der ursprünglichen arabischen Fassung stehen, weil einer der Übersetzer sie erfand, hat Claudia Ott sie originalgetreu weggelassen. Es fällt es mir sehr leicht, ganz besonders am Strand von Dubai, in die romantische, orientalische Welt von furchteinflössenden Königen, klugen Prinzessinnen und unheimlichen Dschinnen einzutauchen. Das Hörbuch, gelesen von Eva Mattes, ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Ich lasse mich Abend für Abend von Schahrarads Geschichten bezaubern. . Ob ich allerdings bis zur zweihundertzweiundachtzigsten (!!!) Nacht, mit welcher diese Ausgabe endet, durchhalten werde, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen!

