Im Jahr 1709 flüchten nach einem verheerenden Winter und geplagt durch permanente Kriegshandlungen am Ende des 17. Jahrhunderts rund 13.000 Pfälzer nach England. Sie erhoffen sich eine Weiterfahrt in die Kolonien nach Amerika, da dort angeblich Arbeitskräfte gesucht wurden. Gegen Zuwanderung hatte England ja nichts, aber dann gleich so viele? Da gab es schnell Antipathien gegen die in Zelten und Hütten nächtigten Pfälzer vor den Toren Londons. Und da ergreift der Daniel Defoe als Journalist das Wort und plädiert für eine Einbürgerung dieser Poor Palatinates. Ich gebe zu, da spielte bei meiner Begeisterung schon eine gehörige Portion Heimatliebe als Pfälzer eine Rolle, als dieses kleine Pamphlet in unserer Leserunde zum Monatsbuch gewählt wurde. Der Verlag bewirbt es mit „erschreckender Aktualität“ des Themas. Soweit würde ich nicht gehen, um aus der Flüchtlingskrise vor 300 Jahren Lehren für heutige Zeit zu ziehen. Interessant ist es aber allemal, wie rational es Defoe vorrechnet, dass eine Einbürgerung der Menschen eine Win-Win-Situation für Staat, Einheimische und Flüchtlinge haben kann. Unter Beachtung der mittlerweile anerkannten volkswirtschaftlichen Theorien hinken da zwar manche Beispielsrechnungen, aber hier steht auch der moralische Aspekt der Hilfeleistung vor den materiellen Auswirkungen. Wie würde doch die Großzügigkeit einer Integration dem englischen Königshaus zum Wohl gereichen. Schon allein sprachlich sehr amüsant. Viel gebracht haben seine Worte aber nichts, denn nur ein sehr geringer Teil blieb tatsächlich auf der Insel und wurde britische Staatsbürger. Ein Viertel ging nach Irland, einige tatsächlich nach Pennsylvania, doch viele Flüchtlinge starben oder kehrten zurück. Eine spannende, kleine Lektüre.
Im Jahr 1709 flüchten nach einem verheerenden Winter und geplagt durch permanente Kriegshandlungen am Ende des 17. Jahrhunderts rund 13.000 Pfälzer nach England. Sie erhoffen sich eine Weiterfahrt in die Kolonien nach Amerika, da dort angeblich Arbeitskräfte gesucht wurden. Gegen Zuwanderung hatte England ja nichts, aber dann gleich so viele? Da gab es schnell Antipathien gegen die in Zelten und Hütten nächtigten Pfälzer vor den Toren Londons. Und da ergreift der Daniel Defoe als Journalist das Wort und plädiert für eine Einbürgerung dieser Poor Palatinates. Ich gebe zu, da spielte bei meiner Begeisterung schon eine gehörige Portion Heimatliebe als Pfälzer eine Rolle, als dieses kleine Pamphlet in unserer Leserunde zum Monatsbuch gewählt wurde. Der Verlag bewirbt es mit „erschreckender Aktualität“ des Themas. Soweit würde ich nicht gehen, um aus der Flüchtlingskrise vor 300 Jahren Lehren für heutige Zeit zu ziehen. Interessant ist es aber allemal, wie rational es Defoe vorrechnet, dass eine Einbürgerung der Menschen eine Win-Win-Situation für Staat, Einheimische und Flüchtlinge haben kann. Unter Beachtung der mittlerweile anerkannten volkswirtschaftlichen Theorien hinken da zwar manche Beispielsrechnungen, aber hier steht auch der moralische Aspekt der Hilfeleistung vor den materiellen Auswirkungen. Wie würde doch die Großzügigkeit einer Integration dem englischen Königshaus zum Wohl gereichen. Schon allein sprachlich sehr amüsant. Viel gebracht haben seine Worte aber nichts, denn nur ein sehr geringer Teil blieb tatsächlich auf der Insel und wurde britische Staatsbürger. Ein Viertel ging nach Irland, einige tatsächlich nach Pennsylvania, doch viele Flüchtlinge starben oder kehrten zurück. Eine spannende, kleine Lektüre.
Defoe schreibt hier seine Überlegungen wie man den pfälzischen Flüchtlingen helfen kann und spielt verschiedene Ideen durch man kann vieles davon auch auf die heutige Flüchtlingshilfe übertragen und den Gegnern damit ein wenig Wind aus den Segeln nehmen. Er beweist wie mit wenig Aufwand Flüchtlingen geholfen werden kann sich selbst zu helfen.
Im Jahr 1709 flüchten nach einem verheerenden Winter und geplagt durch permanente Kriegshandlungen am Ende des 17. Jahrhunderts rund 13.000 Pfälzer nach England. Sie erhoffen sich eine Weiterfahrt in die Kolonien nach Amerika, da dort angeblich Arbeitskräfte gesucht wurden. Gegen Zuwanderung hatte England ja nichts, aber dann gleich so viele? Da gab es schnell Antipathien gegen die in Zelten und Hütten nächtigten Pfälzer vor den Toren Londons. Und da ergreift der Daniel Defoe als Journalist das Wort und plädiert für eine Einbürgerung dieser Poor Palatinates. Ich gebe zu, da spielte bei meiner Begeisterung schon eine gehörige Portion Heimatliebe als Pfälzer eine Rolle, als dieses kleine Pamphlet in unserer Leserunde zum Monatsbuch gewählt wurde. Der Verlag bewirbt es mit „erschreckender Aktualität“ des Themas. Soweit würde ich nicht gehen, um aus der Flüchtlingskrise vor 300 Jahren Lehren für heutige Zeit zu ziehen. Interessant ist es aber allemal, wie rational es Defoe vorrechnet, dass eine Einbürgerung der Menschen eine Win-Win-Situation für Staat, Einheimische und Flüchtlinge haben kann. Unter Beachtung der mittlerweile anerkannten volkswirtschaftlichen Theorien hinken da zwar manche Beispielsrechnungen, aber hier steht auch der moralische Aspekt der Hilfeleistung vor den materiellen Auswirkungen. Wie würde doch die Großzügigkeit einer Integration dem englischen Königshaus zum Wohl gereichen. Schon allein sprachlich sehr amüsant. Viel gebracht haben seine Worte aber nichts, denn nur ein sehr geringer Teil blieb tatsächlich auf der Insel und wurde britische Staatsbürger. Ein Viertel ging nach Irland, einige tatsächlich nach Pennsylvania, doch viele Flüchtlinge starben oder kehrten zurück. Eine spannende, kleine Lektüre.
Im frühen 18. Jahrhundert flüchteten Tausende Menschen aus der Pfalz aufgrund von Armut und Krieg sowie religiöser Verfolgung nach England. Dort erging es ihnen, wie es auch heute noch vielen Flüchtlingen erging: Wie John Robert Moore in seinem Vorwort schreibt, waren „nur wenige Sprengel bereit, den Fremden ohne Garantie, sich nicht aufzuhalten, den Durchgang zu erlauben; jeder Konflikt mit den Einheimischen wurde aufgebauscht und den Auswanderern angelastet.“ (Seite 10) In dem Schriftsteller Daniel Defoe fanden die pfälzischen Flüchtlinge einen prominenten Fürsprecher – 1709 erschien der vorliegende Text, in dem Defoe sich leidenschaftlich für deren Aufnahme und Integration in die englische Gesellschaft ausspricht. Er beklagt die Vorurteile, denen die Flüchtlinge häufig begegneten, die Scheinheiligkeit der Christen, die sich „ganz im Gegensatz zu der Religion, zu der sie sich bekennen…“ (Seite 29) unbarmherzig und lautstark gegen die Flüchtlinge wandten, und betont, wie nützlich und wichtig die fleißigen Einwanderer auch aus wirtschaftlichen Gründen für das Königreich seien. Das klingt sehr modern und vorbildlich und lässt unsere heutige Gesellschaft, die sich immer noch eher abweisend gegenüber Flüchtlingen verhält, in einem schlechten Licht dastehen. So ist Defoes Essay immer noch brandaktuell und eine lohnende Lektüre. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass Defoe nicht mit allen Menschen so milde umgeht. Er betont die Arbeitsamkeit der Flüchtlinge im Gegensatz zur mittellosen Bevölkerung Englands, die nach Defoes Ansicht, gar nicht arbeiten wollten: „…, wir haben eine große Zahl von Landstreichern und handfesten Bettlern, die nicht arbeiten, solange sie vom Betteln leben können.“ (Seite 31) Das erinnert nun eher an polemische Aussagen über Hartz IV-Empfänger. Was die Beschäftigung der Flüchtlinge angeht, ist Defoe ein Kind seiner Zeit, verweist er doch darauf, dass „ein Kind von sechs Jahren oder jünger“ (Seite 74) sich seinen Lebensunterhalt in zwei Monaten verdienen könne… Sprachlich ist der Text schließlich erwartungsgemäß von seiner Entstehungszeit geprägt, sehr förmlich und teilweise umständlich formuliert, was aber seinen eigenen Reiz hat oder gar belustigend wirkt („in dem letzten Brief, den von Ihnen zu erhalten Sie mich auszeichneten…“ (Seite 19)). Kurz gefasst, es handelt sich um eine empfehlenswerte Lektüre vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik.



