Irrungen und Wirrungen des Lebens
Klappentext: "Mit feiner Ironie erzählt Antal Szerb in diesem wahrhaft europäischen Roman die Geschichte einer jungen Ehe. Er beleuchtet den Weg des frischvermählten Paars Erzsi und Mihály wie der helle Mond eine venezianische Gasse. Bereits auf der Hochzeitsreise in Italien wird Mihály durch die unerwartete Begegnung mit einem alten Freund von melancholischen Erinnerungen an seine rebellische Jugend überwältigt, und erste Phantasien über das Ende ihrer Beziehung beschleichen ihn. Als er seine Frau auf der Weiterreise an einem kleinen Bahnhof aus Versehen »verliert«, begreift Mihály dies als ein Zeichen, und eine ganz andere Reise beginnt, eine Schattenreise zum Selbst." Das Cover zeigt eine Frau, ganz alleine auf einem Sofa sitzend und lesend. Das Cover ist in wenigen Farben, jedoch einigen Schattierungen der Farben sehr einfach gehalten. Die Erzählweise ist etwas gehobener, jedoch anschaulich und vermittelt Bilder, Emotionen sowie die Atmosphäre. Der Leser landet direkt in den Gefühlswirrungen des jungen Mihaly und kann sie sehr leicht nachempfinden. Charaktere sind wenige beschrieben, man lernt sie einfach durch die Geschichte wirklich kennen. Erst nach dem ich mit dem Buch fertig war, konnte ich sagen, dass Erszi für mich die besten Protagonistin ist. Still und weise geht sie diesen Weg zur Selbsterkenntnis. Mihaly ist sehr launenhaft, melancholisch oder depressiv. Seine Gedanken sind teilweise wirr, teilweise einleuchtend. Genauso gibt er sich auch im Buch. Spannend ist der Handlungsort, zum Großteil Italien. Dieses Land wird nicht nur als tolles Urlaubsziel dargestellt, sondern wird auch teilweise als düsteres, ärmliches, nostalgisches Erdteil beschrieben. Wir reisen aber nicht nur nach Italien, sondern auch in die Vergangenheit von Mihaly, mit der er nicht ganz fertig wird. Der Leser bekommt das Gefühl, dass die Vergangenheit der einzige Ort sowie die einzige Zeit ist, in der der Hauptprotagonist lebt. Lange ist sein Weg, bis er damit abschließt. Lang und sehr mühsam. Dieses Buch beschreibt die Geschichte einer Freundschaft und einer Liebe sowie deren Zerfall. Melancholisch, aber schön, wirr, aber interessant ist das Leseerlebnis. Spannende Gespräche und interessante Philosophien verleihen noch extra Würze.





